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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 23.01.2007, 13:50

Nach der Entscheidung des Rotterdamer Gerichts: Erwerb von Dofasco für ThyssenKrupp in weite Ferne gerückt / ThyssenKrupp konzentriert sich auf Greenfield-Lösung in den USA

Die ThyssenKrupp AG hatte am 22. Dezember 2006 Klage gegen Mittal Steel NV in Rotterdam erhoben, um die von Mittal Steel zugesagte Veräußerung des kanadischen Stahlunternehmens Dofasco an ThyssenKrupp gerichtlich klären zu lassen. Die Klärung war notwendig geworden, nachdem sich Mittal Steel und ThyssenKrupp nicht auf ein gemeinsames Vorgehen gegenüber der niederländischen Stiftung, die die Dofasco Anteile hält, haben verständigen können.

Dofasco befindet sich zurzeit im Besitz einer niederländischen Stiftung, auf die Arcelor die Dofasco Aktien im Rahmen des Abwehrkampfes gegen Mittal Steel übertragen hatte. Der Vorstand der Stiftung hat am 10. November 2006 entschieden, auch nach Beendigung der Übernahmesituation die Dofasco Anteile nicht an Arcelor zurück zu übertragen. Damit ignorierte die Stiftung entsprechende Verlangen der Verwaltungsräte von Arcelor und Mittal Steel. Im Interesse seiner Aktionäre war ThyssenKrupp gehalten, alle bestehenden Möglichkeiten zum Erwerb von Dofasco auszuschöpfen, zumal mehrere führende unabhängige Rechtsexperten in den Niederlanden in entsprechenden Rechtsgutachten die Auffassung vertreten hatten, dass die Stiftung verpflichtet sei, ihre Anteile an Dofasco an Arcelor zurück zu übertragen.

Das Gericht hat nach der mündlichen Verhandlung am 11. Januar heute seine Entscheidung verkündet. Danach kann die Herauslösung von Dofasco aus der niederländischen Stiftung nicht im Wege eines Eilverfahrens vor Auslaufen des Vertrages zwischen ThyssenKrupp und Mittal Steel am 27. April 2007 erzwungen werden. Damit sind die Aussichten für ThyssenKrupp, Dofasco zu erwerben, sehr gering geworden.

ThyssenKrupp wird daher seine Planung für den Bau eines neuen Stahlwerks in den USA zügig weiter verfolgen. Mit diesem sogenannten Greenfield-Projekt soll die Position von ThyssenKrupp Steel und ThyssenKrupp Stainless in der Region Nordamerika deutlich gestärkt werden. Der NAFTA-Markt gehört zu den größten Volumenmärkten für Qualitätsflachstahl in anspruchsvollen Güten. Für Flachprodukte aus Edelstahl Rostfrei wird in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum prognostiziert. Als Kernstück des Greenfield Projekts ist eine Warmbreitbandstraße geplant, auf der in erster Linie Brammen aus dem neuen Stahlwerk CSA von ThyssenKrupp in Brasilien verarbeitet werden sollen.

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