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Produkte und Lösungen, 18.05.2009, 11:00

Sanierung auf der Überholspur

Es war ein Einsatzfall für Spezialisten: Die Wand- und Deckensanierung eines 1005 m lange Straßentunnels unterhalb der Essener Innenstadt. Ein zeitkritischer Auftrag, der innerhalb von zwei Wochen abzuarbeiten war. Eine perfekte Arbeitsorganisation und ein bedarfsgerecht zusammengestelltes Team aus Fachleuten von der ausführenden ThyssenKrupp Xervon Bauwerkserhaltung haben für die erfolgreiche Abwicklung gesorgt.

Mehr als 140.000 Fahrzeuge durchqueren täglich die beiden Röhren des 1970 fertig gestellten Tunnels. Er gehört zur bekannten A 40, dem sogenannten Ruhrschnellweg, der im Volksmund gerne auch als „Ruhrschleichweg“ oder „längster Parkplatz des Ruhrgebiets“ bezeichnet wird. Kein Wunder, dass der Auftraggeber der Instandsetzung (Landesbetrieb Straßenbau NRW, Autobahn-Niederlassung Krefeld) die für die Arbeiten notwendige Vollsperrung auf wenige Tage begrenzen wollte, um das tägliche Verkehrschaos nicht unnötig zu vergrößern.

25.000 m² Betonoberfläche an Tunnelwand und -decke sowie 20.000 m² Wandfliesen mussten in kürzester Zeit sach- und fachgerecht instandgesetzt werden, hinzu kamen noch kleinere Stahlbau- und Abdichtungsarbeiten. Für all diese Arbeiten stand pro Tunnelröhre lediglich eine Woche zur Verfügung. In dieser eng bemessenen Zeit wurde zunächst die komplette Betonoberfläche an Wand- und Decke akribisch abgeklopft, um alle Schäden freizulegen: bröckelnder Beton wurde entfernt, Risse markiert, Hohlstellen aufgestemmt. Meter für Meter arbeiteten sich die erfahrenen Betoninstandsetzer mit ihren Fahrbühnen vor. Im nächsten Schritt wurden die freilegten Flächen im Trockenverfahren gestrahlt, um den freigelegten Bewehrungsstahl zu entrosten (Reinheitsgrad SA 2,5) und anschließend mit einem ersten Korrosionsschutz zu versehen. In Doppelschichten bearbeiteten die Instandsetzer den Essener Tunnel – bis zu 14 Mitarbeiter waren pro Schicht im Einsatz.

Teamwork

Um die einzelnen Arbeitsschritte möglichst zeitsparend abzuwickeln, bildeten jeweils vier Fahrbühnen mit bis zu sechs Fachleuten ein Team: Von den ersten Bühnen aus wurde geklopft und gestemmt. Das direkt folgende Team hat gestrahlt und den freigelegten Stahl beschichtet. Auf diese Weise war binnen kurzer Zeit das komplette Schadensausmaß aufgedeckt. Da die Schäden wesentlich umfangreicher waren, als ursprünglich vermutet, musste kurzfristig mit Aufstockung des Personals reagiert werden, um einer drohenden Verlängerung der Arbeiten zu begegnen. „Mit unseren vielen, bestens ausgebildeten gewerblichen Fachleuten und den beiden Projektleitern Frau Dipl. Ing. Heike Koitsch und Herrn Dipl. Ing. Markus Leßmann haben wir da wirklich einen Trumpf im Ärmel“, erklärt Dipl.-Ing. Daniel Debbelt, der die Betoninstandsetzung am Xervon-Standort in Langenfeld leitet. Allein in seiner Mannschaft, die aus Ingenieuren, Kaufleuten und Gewerblichen Arbeitnehmer besteht, besitzen 17 Mitarbeiter einen so genannten S.I.V.V.-Schein (Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen), der ihre Befähigung zur sach- und fachgerechten Ausführung belegt. Entsprechend professionell wurde nach einem zweiten Korrosionsschutzauftrag die geschädigte Betonoberfläche reprofiliert.
Akribie war auch bei den parallel zur Betonsanierung laufenden Fliesenarbeiten gefragt. Mehrere 100 m² hohl liegender bzw. beschädigter Fliesen an den Tunnelwänden mussten entfernt und ausgetauscht werden. Spezialwissen war dann auch noch bei den abschließenden Abdichtungsarbeiten an den Deckenfugen gefragt: An ausgesuchten Stellen wurde ein schnell reagierendes Injektionsgel in den Beton verpresst, um den Baukörper nachhaltig vor Wasser zu schützen.

Das Fazit: Alle Instandsetzungsarbeiten im Tunnel wurden zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers erledigt – sowohl in puncto Qualität wie auch im Hinblick auf die eng gesetzten Zeitfenster. Die Arbeiten konnten sogar etwas früher abgeschlossen werden als gefordert. Derzeit werden noch die letzten der insgesamt 87 Lüfterschächte des Tunnels gereinigt und instandgesetzt.

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