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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 11.08.2006, 14:00

Aufsichtsratssitzung der ThyssenKrupp AG


NAFTA-Strategie der Segmente Steel und Stainless

Im Rahmen ihrer auf profitables Wachstum ausgerichteten Vorwärtsstrategien beabsichtigen die ThyssenKrupp Steel AG und die ThyssenKrupp Stainless AG gemeinsam ein neues Werk in den USA zu errichten. Mit diesem "Greenfield-Projekt" soll die Position in der Region Nordamerika erheblich gestärkt werden. Der NAFTA-Markt gehört zu den größten Volumenmärkten für Qualitätsflachstahl in anspruchsvollen Güten. Für Flachprodukte aus Edelstahl Rostfrei wird in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum prognostiziert.

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat in seiner heutigen Sitzung der Einrichtung eines Projektentwicklungsbudgets von 50 Mio US$ zugestimmt. Die Mittel dienen der Erteilung von Beratungs- und Engineering-Aufträgen, der Vorbereitung der Standortwahl sowie dem Kauf eines Grundstücks.

Als Kernstück des "Greenfield-Projekts" ist der Bau einer Warmbreitbandstraße geplant, auf der in erster Linie Brammen aus dem neuen Stahlwerk CSA in Brasilien verarbeitet werden sollen. Hinzu kommen Kaltwalz- und Feuerbeschichtungskapazitäten für hochwertige Endprodukte aus Qualitätsflachstahl. Das Investitionsvolumen von ThyssenKrupp Steel für das Werk mit einer Kapazität von 4,5 Mio Jahrestonnen Endprodukten wird mit 1,8 Mrd EUR veranschlagt.

Zusätzlich will ThyssenKrupp Stainless ein Stahlwerk errichten, das eine Kapazität von bis zu 1 Mio Jahrestonnen Brammen haben wird, die auf der Warmbreitbandstraße verarbeitet werden. Des Weiteren soll in ein Kaltwalzwerk investiert werden, das in der ersten Ausbaustufe für eine Erzeugung von 325.000 t Kaltband und 100.000 t Warmband gebeizt ausgelegt wird. Außerdem soll ThyssenKrupp Mexinox aus den USA mit Warmband als Vormaterial versorgt werden. Das Investitionsvolumen von Stainless liegt bei voraussichtlich 500 Mio EUR.

Für diesen gemeinsamen Werkskomplex wird der ideale Standort gesucht. Mittlerweile haben sich drei Alternativen in den südöstlichen Bundesstaaten Alabama, Arkansas und Louisianna als potentielle Kandidaten herausgestellt.

Ferner wird der Vorstand in den nächsten Tagen die Verhandlungen über den Erwerb des kanadischen Stahlherstellers Dofasco weiterführen. ThyssenKrupp hatte im Januar 2006 mit Mittal Steel Company N.V. eine Vereinbarung unterzeichnet, in der Mittal Steel sich gegenüber der ThyssenKrupp AG im Falle einer Übernahme von Arcelor verpflichtet hatte, Dofasco zu veräußern.


Automobilzuliefergeschäft wird neu ausgerichtet - Fokussierung auf fünf Segmente

Die Geschäfte des Segments ThyssenKrupp Automotive werden neu ausgerichtet. Grund hierfür sind die bekannten Restrukturierungserfordernisse der strukturell und konjunkturell belasteten Karosserie- und Fahrwerksgeschäfte insbesondere in Nordamerika. Diese Karosserie- und Fahrwerksgeschäfte Nordamerika (rund 1 Mrd EUR Umsatz und 4.000 Mitarbeiter) sollen veräußert werden. Gespräche mit potenziellen Interessenten laufen derzeit. Im Zuge der Neuausrichtung sollen die Segmente ThyssenKrupp Automotive und ThyssenKrupp Technologies vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien zum 01.10.2006 zusammengeführt werden. Im Ergebnis wird der ThyssenKrupp Konzern danach in die fünf Segmente Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services gegliedert sein.

Im Zuge der Zusammenführung von ThyssenKrupp Automotive und ThyssenKrupp Technologies werden auch die Verwaltungen zusammengelegt, und zwar am bisherigen Sitz von ThyssenKrupp Technologies in Essen. Über Konsequenzen für die betroffenen Mitarbeiter insbesondere am Standort Bochum werden Gespräche mit den entsprechenden Gremien aufgenommen. Angestrebt wird eine sozialverträgliche Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen durch Personalmaßnahmen wie Umsetzungen, Weiterqualifizierungen und Frühpensionierungen.

Dr. Wolfram Mörsdorf, Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG und bisher verantwortlich für das Segment Automotive, wird künftig im Segment Technologies den Bereich Mechanical Components verantworten. Hierzu ist seine Berufung als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Technologies AG vorgesehen. Sein Mandat als Vorstandsmitglied bei der ThyssenKrupp AG bleibt davon unberührt. Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Technologies AG bleibt Dr. Olaf Berlien.


Vorstand wird auf acht Mitglieder verkleinert

Der Vorstand der ThyssenKrupp wird zum 1.12.2006 aus acht Mitgliedern bestehen.

Zum 30.09.2006 wird Gary Elliott (62), Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Elevator AG und Mitglied des Vorstandes der ThyssenKrupp AG, ausscheiden. Es war vorgesehen, dass er mit Auslaufen seines Vertrages im Juli 2007 die Aufgabe des Chairmans der ThyssenKrupp Landesholding USA zusammen mit der Repräsentantenfunktion für die NAFTA von Dr. Siegfried Buschmann (69) übernimmt. Mit Gary Elliott besteht Einvernehmen, dass er bereits zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 als Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp Elevator und als Vorstandsmitglied der Thyssenkrupp AG ausscheidet und zum 01.10.2006 die Nachfolge von Siegfried Buschmann antritt. Die Amtszeit von Gary Elliott steht für den dynamischen Aufstieg des Segments Elevator mit einer Verdreifachung des Umsatzes und einer Vervierfachung des Ergebnisses. Der gebürtige Kanadier wird die NAFTA-Strategie von ThyssenKrupp begleiten. Seine Nachfolge bei ThyssenKrupp Elevator soll - vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates von ThyssenKrupp Elevator - in Personalunion Edwin Eichler (48), Vorsitzender des Vorstandes ThyssenKrupp Services AG und Mitglied des Vorstandes der ThyssenKrupp AG, übernehmen.

Dr. A. Stefan Kirsten (45) hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er aufgrund veränderter Perspektiven im ThyssenKrupp Konzern keine Verlängerung seines am 31. Juli 2007 auslaufenden Vertrages als Finanzvorstand anstrebt. Der Aufsichtsrat respektiert die Entscheidung und hat Dr. Kirsten gebeten, bis zur Feststellung des Jahresabschlusses am 30. November zur Verfügung zu stehen. Kirsten ist seit 2002 bei ThyssenKrupp als Finanzvorstand tätig. In seine Zeit fielen unter anderem der beschleunigte Schuldenabbau sowie die Umstellung auf IFRS. Das Unternehmen und Dr. Kirsten trennen sich im freundschaftlichen Einvernehmen; er wird dem Hause weiterhin in verschiedenen Aufsichtsratsmandaten zur Verfügung stehen. Seine Aufgaben übernimmt neben seinen Zuständigkeiten für Controlling und Mergers & Acquisitions der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrich Middelmann (61).

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG dankt Gary Elliott und Dr. Stefan Kirsten für die geleistete Arbeit im Vorstand der ThyssenKrupp AG und als Vorsitzender des Segments Elevator.

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