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Unternehmensmeldungen, 22.03.2001, 01:00

Zusammenfassung der Rede von Dr. Peter Chylla, Vorsitzender der Geschäftsführung ThyssenKrupp Information Services

Pressekonferenz
ThyssenKrupp Information Services
Donnerstag, 22. März 2001, 13 Uhr
CeBIT 2001, Halle 4, Stand A 22/C 22

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie auch in den beiden Vorjahren beginnen wir unsere Pressekonferenz mit dem Jahresrückblick. Und der ist für ThyssenKrupp Information Services mehr als erfreulich: Wie auf der CeBIT 2000 angekündigt, haben wir akquiriert, unseren Umsatz gesteigert, international expandiert, Firmen gegründet, verschmolzen und uns dabei weiter fokussiert.

Wenn wir über die ThyssenKrupp Information Services Gruppe sprechen, dann darf deren Stellung und Stellenwert im gesamten ThyssenKrupp Konzern nicht unerwähnt bleiben.

Information Services bei Serv

Die Business Unit Information Services, so heißen wir im offiziellen Konzern-Jargon, hat zum ersten Mal den Sprung auf "Seite 1" des offiziellen Struktur-Organigramms geschafft. Wir wollen dafür sorgen, dass das so bleibt.

Wie Sie vielleicht wissen, fokussiert sich ThyssenKrupp mit sechs Segmenten auf die Schwerpunkte Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen.

Das Segment Serv ist dabei für uns von ganz besonderer Bedeutung: Schließlich ist die Führungsgesellschaft dieses Bereichs, die ThyssenKrupp Serv AG (derzeit in Gründung), mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz und etwa 25 000 Mitarbeitern unsere Mutter.

Serv ist Dienstleistung pur: Sämtliche Dienstleistungen rund um Industrie und Gebäude sind hier zusammengefasst. Alles im Sinne des One-Stop-Shopping. Der Grund dafür: Die Kunden wollen sich zunehmend auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und alle anderen Aufgaben in die Hände eines Service-Partners legen. Von der Wartung und Instandhaltung über technisches Gebäudema-nagement bis hin zu hochwertigen IT- und Kommunikationsdienstleistungen. Hierfür wurden unter dem Dach von ThyssenKrupp Serv spezialisierte Gesellschaften zusammengeführt, die in ihren jeweiligen Fachgebieten zu den Branchenführern gehören.

Mit diesem Konzept sind wir in Europa Vorreiter!

Wo steht ThyssenKrupp Information Services in diesem Verbund?

Die Zielgruppe ist dieselbe: Der Industrie bieten wir eine am Markt einzigartige Kombination aus IT-Systemhaus und Multimedia-Dienstleister. Unsere beiden Hauptgesellschaften und Hauptmarken sind Triaton und Xtend.

Doch zunächst die Daten und Fakten der gesamten Unternehmensgruppe:

Daten und Fakten

Im laufenden Geschäftsjahr (30.9.) wollen wir mit der Business Unit Information Services erstmalig die Umsatzschwelle von einer Milliarde DM erreichen, was wir, wenn Sie sich erinnern, erst für das kommende Jahr angekündigt hatten. Das entspricht einer Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schon jetzt beträgt der Anteil am externen Geschäft 65 Prozent.

Bei der Mitarbeiterentwicklung ist die Tendenz ebenfalls weiter steigend: Aktuell arbeiten bei Information Services weltweit auf vier Kontinenten etwa 3 400 Kolleginnen und Kollegen. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Und das bei einer in der Branche ungewöhnlich niedrigen Fluktuationsrate im einstelligen Prozentbereich!

Was genau ist unser Geschäft?

Wir planen, bauen und betreiben globale IT- und Multimedia- Lösungen vor allem für die Industrie. Das Leistungsspektrum unserer gesamten Unternehmensgruppe reicht vom Consulting über Rechenzentrums-Outsourcing, Sprach-Daten-Kommunikation, SAP-Services, Anwendungsentwicklung, Telematik, Satellitenkommunika-tion, Broadcasting, eBusiness, Informationssysteme, Digital TV, Education and Training bis hin zu Multimedia.

Sie sehen, Dienstleistung ist zu komplex, um sie in ein Wort zu fassen.

Das hört sich nach Bauchladen oder Kaufhaus an. In der Tat! Denn One-Stop-Shopping heißt für uns erst einmal, alles das zu ermöglichen, was der Kunde will. Und das ist in Zeiten, in denen die Informationstechnologie immer mehr Geschäftsprozesse durchdringt, nicht gerade wenig.

Wir fokussieren uns also nicht auf ein Produkt, sondern einzig auf die Bedürfnisse unserer Kunden.

Einzigartige Kombination aus IT-Services und Multimedia/Internet

Wir zählen mit der Triaton heute zu den führenden internationalen Systemhäusern. In Deutschland haben wir uns unter den ersten "3" der Hersteller unabhängigen etabliert. Die Xtend spielt in "ihrer Liga", der Top 10 der Multimedia-Agenturen, mittlerweile eine gewichtige Rolle.

Wie eingangs bereits angesprochen: Die Kombination aus IT und Multimedia ist am Markt einzigartig. Warum? Weil unsere Wettbewerber jeweils nur einen Bereich bedienen. Das gilt auf der IT-Seite in Deutschland sowohl für T-Systems, als auch für Siemens Business Services. Auf dem Multimedia-Sektor setzen GFT, Pixelpark und Kabel New Media zwar kreative Akzente, allerdings ohne den entsprechenden Systemhaus-Anteil.

Die Triaton ist unser Key Player wenn es um das One-Stop-Shopping für IT-Services geht. Die Xtend ist unser erfolgreicher und innovativer Multimedia- Dienstleister, der sowohl für Triaton operiert, als auch als eigenständiger Dienstleister am Markt tätig ist.

Tradition meets New Economy

Ein weiterer, wesentlicher Wettbewerbsfaktor - und Muss für unsere gesamte Unternehmensgruppe - ist die Globalisierung der Industrie. Ein Unternehmen, das beschlossen hat seine IT auszulagern und in 15 verschiedenen Ländern Filialen hat, möchte wohl kaum 15 verschiedene Outsourcing-Verträge abschließen. Ein, maximal zwei Anbieter, das ist hier das Höchste der Gefühle. Der Auftrag an uns ist dabei ganz einfach: Global mit dem Kunden und auch dessen Lieferanten gehen.

Die Geschäftsentwicklung des letzten Jahres beweist, dass wir hier der richtige Partner sind. Mit aktuell 50 Standorten weltweit fällt uns das jetzt wesentlich leichter als noch vor einem Jahr!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Mit unserem Messemotto "Tradition meets New Economy" greifen wir ganz aktuell das Thema unserer Branche auf: In der bis vor kurzen noch schillernden Welt der Bits und Bytes zerplatzen immer mehr Seifenblasen auf dem Börsenparkett. Langjährige Kundenbeziehungen und profitable Unternehmen rücken jetzt wieder ins Rampenlicht der Analysten und Anleger- nicht mehr allein exotische Geschäftsideen. Die New Economy orientiert sich stärker an der Old Economy. Und die wiederum hat die Chancen der schönen neuen Internetwelt erkannt. Die Traditionsunternehmen wollen durch die Bank "drin sein". Möglichst mit ihren kompletten und komplexen Geschäftsprozessen. Viele Unternehmen sehen darin die Chance, sich stärker auf das eigene Kerngeschäft zu konzentrieren.

Doch an wen sollen sie sich wenden? Wem sollen sie die Verantwortung übertragen, gerade ihr eBusiness rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr am Laufen zu halten?

Ein so genanntes Start-Up allein, so gut es auch sein mag, ist damit schlicht überfordert. Denn es reicht nicht mehr, im Sinne von glamourösem Webdesign nur das Schaufenster hübsch zu dekorieren. Es muss auch jemanden geben, der den ganzen Laden im Griff hat. Inklusive Lagerhaltung, An- und Verkauf, Lieferanten- und Kundenbetreuung und, und, und..., also die gesamte nachgelagerte Betriebs- und Warenwirtschaft.

Denn was bedeutet eBusiness eigentlich? Doch wohl nur die Verlängerung der unternehmenseigenen IT in Richtung Kunden und Lieferanten.

Und das ist nichts anderes als ein Automatisierungsprozess, der in der industriellen Historie der Datenverarbeitung seinen festen Stellenwert hat. Eine Automatisierung vieler Aktivitäten, die bis vor kurzem noch intern abgewickelt wurden (Ausfüllen von Bestellformularen, etc.) und jetzt auf den Kunden oder Lieferanten verlagert werden.

Wer ist also ein seriöser Partner, um so etwas rund um die Uhr zu realisieren? Wer bringt dafür die notwendige Größe und Erfahrung mit? Und vor allem: Wer hat bereits bewiesen, dass er es kann?

Wir!

Mit unserem industriellen Background haben wir die Referenz im eigenen Haus, die "alte Industrie" fit für die "eConomy" machen zu können.

Betrachten wir doch nur einmal unsere Wurzeln: ThyssenKrupp Information Services, insbesondere unsere größte Tochtergesellschaft Triaton, ist entstanden aus den internen IT-Units von Thyssen, Krupp, Hoesch und Hoechst.

Und auch die Xtend hat ihre Vergangenheit: Sie ging hervor aus der ehemaligen Thyssen Telecom. Mein Kollege Dieter Weißhaar wird Sie im Anschluss mit den Details der Xtend vertraut machen.

Lassen Sie uns an dieser Stelle die Triaton Gruppe etwas näher betrachten!

Triaton - größter Umsatzträger

Triaton selbst wirbt mit dem Slogan "The BusinessProcessor". Das umschreibt sehr schön den Geschäftszweck des Unternehmens. Nämlich die Abbildung komplexer Geschäftsprozesse durch IT und eBusiness.

Die Triaton Gruppe hat Standorte auf der ganzen Welt und betreibt eigene, leistungsstarke Hosting- und Customer Care Center.

Weltweit vertreten erbringt Triaton mit über 2 500 Mitarbeitern allein 80 Prozent des Umsatzes der ge-samten ThyssenKrupp Information Services Gruppe und ist mit rund 500 betriebenen Systemen einer der führenden SAP-Dienstleister in Europa.

Letzteres ist ein signifikantes Alleinstellungsmerkmal. SAP erfreut sich in Unternehmen nach wie vor der größten Beliebtheit. Wer heute also die ERP-Systeme (Programme zur Abbildung der kompletten Betriebswirtschaft) beherrscht, der verantwortet zukünftig auch die darauf aufsetzenden eBusiness-Systeme. Denn welcher Kunde wechselt schon bei voller Zufriedenheit und ohne Not seinen Dienstleister?

Wer sind unsere Kunden?

Die Triaton Gruppe fokussiert sich auf klare Segmente innerhalb der Industrie und bedient Kunden aus den Branchen:

- Automotive (Mannesmann VDO, Honeywell...)

- Chemie (Basell Polyolefine, Ticona...)

- Life Science/Health Care (Aventis Pharma, Dade Behring, Klinikum Wuppertal...)

- Logistik/Telematik (BRAMBLES, ATG, Kögel, DB Cargo...)

- Maschinen und Anlagenbau (Klöckner Holstein Seitz, Krupp Berco Bautechnik, Blohm und Voss...)

- Metal/Paper/Wood (ZAPP AG Stahlwerk Ergste-Westig, ISPAT Germany...)

- Trading (Imperial Logistics International, Verband der Vereine Creditreform...)

Im Bereich eBusiness plant, implementiert und betreibt Triaton die komplette IT-Umgebung. Zum Angebotsspektrum gehören Lösungen für das Supply Chain Management (SCM), Customer Relationship Management (CRM), Electronic Data Interchange (EDI) sowie Lösungen für Auktionen, Portale, Online-Shops, B2B-Markt-plätze oder auch Enterprise Ressource Planning (ERP) und HR-Management. Als ASP-Dienstleister bietet Triaton ein One-Stop-Shopping-Angebot von kundenorientierten Lösungspaketen bis hin zum Full-Service.

Selbstverständlich bestehen Partnerschaften mit allen großen und relevanten Herstellern.

Wettbewerbsvorteil

Ganz ohne Großmannsucht stellen wir heute fest, dass wir als ThyssenKrupp Information Services Gruppe wahrscheinlich die letzten in Deutschland waren, die den Sprung vom internen IT-Dienstleister hin zum marktfähigen Top-Player mit deutlich mehr als 50 Prozent Außenumsatz geschafft haben.

Und um es auf den Punkt zu bringen: Was wir anbieten, ist in erster Hinsicht nicht Hard- oder Software, nicht Know-how oder ein bisschen Service, sondern Verantwortung!

Eine Verantwortung, der wir uns sehr gerne stellen: Schließlich ist unsere industrielle Vergangenheit geprägt durch eine jahrzehntelange "24-Stunden-Denke", die einen wesentlichen Unterschied macht zu den jungen Wettbewerbern unserer Branche. Was dort erst noch schmerzhaft gelernt werden muss, ist bei uns selbstverständlich und schlägt sich in Schichtarbeit, Rufbereitschaften und Telearbeit - auch für das Management - nieder.

Ich bemühe als Vergleich an dieser Stelle immer wieder gerne ein Symbol der "Old Economy", den Hochofen, der sich nicht mal eben abschalten lässt.

Wie geht es aber weiter? Schließlich schläft unsere Konkurrenz nicht.

Weltweite Expansion

Unsere Ziele sind und bleiben ehrgeizig: Bis dato stammen erst 15 Prozent unseres Umsatzes aus dem Ausland. Unsere mittelfristige Zielmarke, drei bis fünf Jahre, lautet 50 Prozent Auslandsumsatz. Das ist übrigens auch Ist-Marke des gesamten Konzerns.

Auch in Sachen Mitarbeiter wollen wir flächendeckend weiter ausbauen. Es bleibt uns zukünftig gar keine andere Wahl, als in den etwa 30 bis 40 großen industriellen Ballungszentren der Welt mit der notwendigen kritischen Größe zu operieren. Denn da operiert unsere Zielgruppe. Vor allem im Osten der USA, in Südamerika und Europa. Aber auch in Asien. Pro Ballungszentrum rechnen wir hier mit jeweils 300 bis 500 Mitarbeitern.

Bei einem durchschnittlichen Marktwachstum von etwa zehn bis zwölf Prozent erwarten wir also in drei bis fünf Jahren, wenn nichts dazwischen kommt, eine Verdreifachung der Mitarbeiterzahl auf weltweit 10 000. Ähnlich sieht es beim Umsatz aus.

Das kann entweder durch die Akquisition von Unternehmen (wie z. B. HiServ) oder durch die Übernahme industrieller IT-Bereiche (z. B. KHS) realisiert werden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Erfolg der ThyssenKrupp Information Services Gruppe ist Beweis für den gelungenen Brückenschlag unseres Unternehmens zwischen der "Old-" und "New Economy".

Wir sind aber auch ein Unternehmen im Wandel. Deshalb muss die konsequente Weiterentwicklung unseres Leistungsprofils und unserer Außendarstellung im Markt weiterhin oberste Priorität haben. Das sind wir uns und unseren Kunden schuldig.

Vielen Dank!

Ich übergebe nun das Wort an meinen Kollegen Dieter Weißhaar, Vorstandsvorsitzender der Xtend.

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