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Unternehmensmeldungen, 27.12.2005, 11:01

Umweltministerium und ThyssenKrupp Steel AG schließen Vereinbarung - Schlacken als hochwertige Produkte anerkannt

Die Hochofenstückschlacken und der Hüttensand von ThyssenKrupp Steel sind qualitativ so hochwertig, dass sie nicht als Abfall deklariert werden müssen. Stattdessen sind die Nebenprodukte der Stahlerzeugung jetzt als gezielt hergestellte Erzeugnisse anerkannt. Dies ist das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen dem Umweltministerium und ThyssenKrupp Steel, durch die für das Unternehmen bürokratischer Aufwand wegfällt und gleichzeitig die Vermarktungschancen verbessert werden.

"Eingehende Prüfungen bei ThyssenKrupp Steel vor Ort haben uns überzeugt, dass der erzeugte Hüttensand und die Hochofenstückschlacken nicht als Abfall im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes anzusehen sind", so Umweltminister Eckhard Uhlenberg. "Umweltschutz ist nicht nur Sache des Staates, sondern auch der Wirtschaft. Die Vereinbarung mit ThyssenKrupp Steel zeigt, dass kooperative Lösungen möglich sind."

ThyssenKrupp Steel liefert Hochofenschlacke und Hüttensand bereits seit Jahrzehnten unter anderem an Abnehmer in der Zementindustrie und der Bauwirtschaft. Die Produkte werden im Rahmen der Stahlproduktion gezielt hergestellt und sind entsprechenden Industrienormen unterworfen. Interne und externe Qualitätssicherung garantieren, dass die Stoffe den hohen Ansprüchen der Kunden genügen.

Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, sieht die Arbeit des Unternehmens bestätigt: "Durch die Vereinbarung mit dem Umweltministerium werden unsere Maßnahmen zur gezielten Herstellung dieser Stoffe anerkannt. Der Transport, die Lagerung und der weitere Umgang mit den Produkten wird wesentlich erleichtert, sowohl beim Hersteller als auch beim Kunden." ThyssenKrupp Steel produziert jährlich etwa 2,7 Millionen Tonnen Hüttensand und rund 500.000 Tonnen Hochofenstückschlacke, die vollständig am Markt abgesetzt werden.

Hochofenstückschlacke und Hüttensand werden bei der Roheisenherstellung im Hochofenprozess aus flüssiger Hochofenschlacke gewonnen. Der körnige Hüttensand entsteht, wenn die Schlacke schnell mit einem Wasserstrahl abgekühlt wird. Hochofenstückschlacke ist das Produkt einer langsamen Abkühlung an der Luft. Hüttensand wird vor allem von der Zementindustrie nachgefragt, die das Produkt statt Kalkstein als Rohstoff für die Zementerzeugung nutzt. Hochofenzement gilt als besonders dauerhaft und widerstandsfähig gegen Frost, Chemikalien oder Streusalz. Er wird deshalb bevorzugt für Bauwerke eingesetzt, die besonderen Belastungen unterworfen sind. Aus Hochofenzement sind zum Beispiel die Fernsehtürme in Düsseldorf und Dortmund oder das Oosterschelde Sperrwerk in den Niederlanden gebaut. Hochofenstückschlacke wird im Straßenbau eingesetzt und bietet hier ebenfalls besondere Vorteile: Mit dieser Schlacke gebaute Straßen nehmen aufgrund der Selbsthärtung des Materials über Jahre hinweg an Tragfähigkeit zu.

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