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Produkte und Lösungen, 09.09.2003, 02:00

Vorgrundiert und vorgefüllert: Organisch beschichteter Stahl für die Automobilindustrie

Die ThyssenKrupp Stahl AG stellt zur IAA 2003 eine PKW-Tür aus, deren Außenhaut aus im Coil Coating Verfahren vorlackiertem Feinblech gefertigt ist. Das Vormaterial ist so beschichtet, dass sowohl die Funktionen der kathodischen Tauchlackierung (KTL) als auch des so genannten Füllers übernommen werden. Damit bringt das vorlackierte Feinblech bereits die Hälfte des Lackaufbaus von Karosserie-Außenhautteilen mit. Der Lackaufbau beim Automobilhersteller besteht üblicherweise aus Grundierung, Füller, Decklack und Klarlack.

Die KTL fungiert dabei als Korrosionsschutz, während die Füllerschicht unter anderem mechanischen Schutz, beispielsweise gegen Steinschlag, übernimmt. Die ThyssenKrupp Stahl AG hat Grundierung und Füller in einer kontinuierlichen Bandbeschichtungsanlage direkt auf kaltgewalztes, elektrolytisch verzinktes und vor der organischen Beschichtung phosphatiertes Feinblech aufgebracht. Das Verfahren sorgt für extrem gleichmäßige Schichten mit gleich bleibend hoher Qualität. Ziel des Projektes ist es, der Automobilindustrie vermehrt vorlackiertes Feinblech direkt vom Coil zur Verfügung zu stellen.

Die Kunden können auf diesem Weg die Prozesskette der Lackierung von Außenhautteilen deutlich verkürzen, zumal auch vorbereitende Arbeiten wie Reinigung und Phosphatierung des Bandmaterials komplett entfallen. Außerdem verringert sich der Investitionsaufwand für Lackieranlagen. Interessant ist diese Initiative der ThyssenKrupp Stahl AG vor allem für die Zulieferindustrie, die ihre für die Automobilproduzenten gefertigten Teile und Module in der jeweiligen Wagenfarbe lackiert anliefern muss. Weil sich teure Lackieranlagen für die Zulieferer häufig nicht rechnen, müssen Lohnbetriebe einspringen und es entsteht Logistikaufwand mit beträchtlichen Zusatzkosten.

Die anlässlich der IAA ausgestellte Tür ist auf einer Teilfläche im Stücklackierprozess fertig lackiert. Dabei wird deutlich, dass die Verwendung vorbeschichteten Feinblechs ein hochwertiges Lackbild ermöglicht, das mit dem klassischen vierstufigen Lackierverfahren vergleichbar ist. Die für Deck- und Klarlack verwendeten Lacke sind Einbrennlacke wie sie in der realen Automobilfertigung verwendet werden. Die guten Umformeigenschaften des so genannten vorgefüllerten Feinblechs sind bereits in einer Vielzahl von Verarbeitungsversuchen nachgewiesen worden. Für den Teilezusammenbau sind Fügeverfahren wie Durchsetzfügen, Stanznieten oder Kleben geeignet, wobei der Klebstoff genau auf die Zusammensetzung der organischen Beschichtung abgestimmt sein muss.

Die ThyssenKrupp Stahl AG spielt eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung oberflächenveredelten Feinblechs. Das Unternehmen liefert schon heute rund 80 Prozent seiner Kaltbandproduktion mit metallischer oder organischer Beschichtung. Mit dem Dortmunder OberflächenCentrum betreibt ThyssenKrupp Stahl außerdem eines der weltweit führenden Entwicklungszentren für die Oberflächenveredelung von Flachstahl. Die Automobil- und Zulieferindustrie ist in die Entwicklungsarbeit eingebunden und führt ihrerseits intensive Tests und Bauteilerprobungen mit vorgefüllertem Feinblech von ThyssenKrupp Stahl durch.

Kontakt:
ThyssenKrupp Steel AG
Dietmar Stamm
Tel.: +49 203 / 52 - 2 62 67
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: dietmar.stamm@tks.thyssenkrupp.com

Bernd Overmaat
Tel.: +49 203 / 52 - 4 51 85
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: bernd.overmaat@tks.thyssenkrupp.com

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