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Ad-Hoc Mitteilungen, 02.12.2011, 10:52

ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2010/2011

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat heute die vom Vorstand der Gesellschaft aufgestellten Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2010/2011 gebilligt. Im Zusammenhang mit dem vom Vorstand am 29. November 2011 aufgestellten Konzernabschluss wurden Wertberichtigungen von 2,1 Mrd € bei Steel Americas und 800 Mio € bei Inoxum (vorher Stainless Global) vorgenommen.

Operatives Geschäft: Wachstumsziele erreicht

ThyssenKrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Wachstumsziele erreicht. Der Auftragseingang ist von 41,250 Mrd € um 22 Prozent auf 50,247 Mrd € gestiegen [fortgeführte Aktivitäten, ohne Inoxum: von 37,013 um 22 Prozent auf 45,118 Mrd € gestiegen (Anmerkung: Inoxum wird im Jahresabaschluss der ThyssenKrupp AG als so genannte "discontinued operations", also als Geschäft, das nicht dauerhauft im Konzern verbleibt, geführt. Durch diesen Effekt verringern sich Umsatz und Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten)]. Der Konzernumsatz erhöhte sich von 42,621 Mrd € um 15 Prozent auf 49,092 Mrd € [fortgeführte Aktivitäten, ohne Inoxum: von 37,711 Mrd € um 15 Prozent auf 43,356 Mrd € erhöht]. Besonders stark war die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl, Komponenten für die Automobilindustrie sowie im Marineschiffbau.

Das operative Geschäft hat sich im Berichtsjahr positiv entwickelt. Hierzu haben alle Business Areas außer Steel Americas beigetragen. Im Konzern stieg das bereinigte EBIT von 1,241 Mrd € um 42 Prozent auf 1,762 Mrd € [fortgeführte Aktivitäten, ohne Inoxum: von 1,293 Mrd € um 36 Prozent auf 1,762 Mrd €], trotz des operativen Verlustes bei Steel Americas von 1,071 Mrd €.

Fünf Business Areas haben das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr erheblich gesteigert. Das Elevator-Geschäft hat sich auf hohem Niveau behauptet. Die Business Area Steel Europe hat mit 1,133 Mrd € den größten Ergebnisbeitrag geleistet. Den weit überwiegenden Ergebnisbeitrag haben die Business Areas von Technologies mit insgesamt 1,863 Mrd € geliefert.

Aus den Wertberichtigungen ergibt sich im Ergebnis ein negatives ausgewiesenes EBIT in Höhe von –988 Mio € nach 1,346 Mrd € im Vorjahreszeitraum [fortgeführte Aktivitäten, ohne Inoxum: –188 Mio € nach 1,398 Mrd € im Vorjahreszeitraum] und ein Jahresfehlbetrag im Konzernabschluss in Höhe von –1,783 Mrd € nach einem Jahresüberschuss von 927 Mio € im Geschäftsjahr 2009/2010 [fortgeführte Aktivitäten, ohne Inoxum: –954 Mio € nach 1,020 Mrd € in 2009/2010].

Bei den Netto-Finanzschulden, die zum Ende des Geschäftsjahres 2010/2011 bei 3,578 Mrd € lagen, konnte der Konzern eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (3,780 Mrd €) erreichen. Hierzu hat neben dem Verkauf der eigenen Aktien auch beigetragen, dass im vierten Quartal wie angekündigt ein positiver Free Cash Flow in Höhe von 1,037 Mrd € erwirtschaftet wurde.

Nach sorgfältiger Abwägung aller Umstände setzen Vorstand und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG die auf Kontinuität ausgerichtete Dividendenpolitik fort. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung deshalb vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 0,45 € je Stückaktie auszuschütten.

Wertberichtigung

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögensgegenstände von ThyssenKrupp wurde festgestellt, dass die Buchwertbasis bei der Business Area Steel Americas und bei der als Inoxum verselbstständigten Business Area Stainless Global nicht mehr den derzeitigen ökonomischen Rahmenbedingungen entspricht. Der Gesamtbetrag der damit erforderlichen Abschreibungen beträgt 2,9 Mrd €.

Die wesentlichen Gründe für die Abwertung bei Steel Americas sind:
・ Kostenüberschreitungen beim Bau des Werkes in Brasilien und der verzögerte Hochlauf insbesondere des Werkes in Brasilien. Diese Mehrkosten können kurzfristig nicht kompensiert werden.

・ Die derzeitige und noch für die nähere Zukunft erwartete relative Stärke der brasilianischen Landeswährung, die sich insbesondere in der Hochlaufphase nachteilig auf die Kostenposition auswirkt, sowie eine Erhöhung des Kapitalkostenfaktors.

・ Die erneute Schwäche der Absatzmärkte in den USA und Europa, die den Markteintritt für die Produkte der Business Area Steel Americas erschwert.
ThyssenKrupp ist weiter davon überzeugt, dass der amerikanische Markt für seine Premium-Produkte im Stahlbereich aussichtsreiche Perspektiven bietet und das Unternehmen sich dort ebenso wie in Europa erfolgreich vom Wettbewerb differenzieren kann. Der technische Hochlauf der Werke in Brasilien und in den USA und die sich daraus ergebende Kostenoptimierung sind wichtige Voraussetzungen dafür, das Wertpotential der Americas für den Konzern zu heben. Für das laufende Geschäftsjahr ist eine deutliche Verbesserung erst im zweiten Halbjahr mit Inbetriebnahme der dritten Batterie der Kokerei und einer Verbesserung der spezifischen Einsatzstoffverbräuche zu erwarten.

Die Wertberichtigung bei Inoxum beläuft sich auf insgesamt 800 Mio €. Davon entfallen 290 Mio € auf Goodwillabschreibungen und 510 Mio € auf die Zeitwert-Anpassung im Zuge der Verselbstständigung der Einheit. Die Abwertungen bei Inoxum haben im Wesentlichen zwei Gründe:
・ Der Kapitalmarkt verlangt bei der Bewertung von Edelstahlerzeugern derzeit hohe Risikoprämien. Dies ist eine Folge der Finanzkrise und der hohen Risikoaversion der Investoren.
・ Aufgrund der ungelösten Strukturprobleme am Edelstahlmarkt werden die Edelstahlerzeuger derzeit mit hohen Abschlägen bewertet.
ThyssenKrupp wird in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung um 14.00 Uhr über die Feststellung des Jahresabschlusses berichten. Die Pressekonferenz wird im Internet live übertragen http://www.thyssenkrupp.com. Um 16.00 Uhr findet eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren statt.

Der Geschäftsbericht steht ab sofort unter http://www.thyssenkrupp.com als Download zur Verfügung.

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