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Unternehmensmeldungen, 12.09.2005, 11:01

R-Klasse: ThyssenKrupp Stahl als Entwicklungspartner für den Karosserie-Rohbau

Mit der Mercedes R-Klasse feiert auf der diesjährigen IAA ein Fahrzeug Europapremiere, das neue Maßstäbe im Segment der so genannten Sports Utility Vehicles setzt. Es ist zugleich ein Beispiel dafür, dass der Beitrag eines Stahlherstellers zur Fahrzeugentwicklung über die reine Werkstofflieferung weit hinausgehen kann: ThyssenKrupp Stahl hat die Entstehung der neuen R-Klasse von der ersten Idee bis zum Serienstart im März 2005 begleitet. Das Unternehmen hat DaimlerChrysler nicht nur bei der Auswahl der Stähle für den Grand Sports Tourer beraten und einen großen Teil des Materials zur Verfügung gestellt, es hat als Entwicklungspartner auch die Verantwortung für wesentliche Teile der Fertigungsplanung der Rohkarosserie übernommen.

Das Werkstoffkonzept
Daimler Chrysler setzt bei der Rohkarosserie der R-Klasse, die im amerikanischen Tuscaloosa gefertigt wird, zu über 60 Prozent auf höher- und höchstfeste Stähle. Aus modernen Mehrphasenstählen mit Festigkeiten von 500 bis 600 Megapascal bestehen unter anderem crashrelevante Bauteile wie die Längsträger und die Querträger im Vorderwagen des sportlichen Luxus-Geländewagens.

Insbesondere die komplex geformten oberen Längsträger des Fahrzeugs, die aus einem Dualphasenstahl mit einer Zugfestigkeit von 500 Megapascal gefertigt sind, zeigen, dass sich moderne Mehrphasenstähle trotz ihrer hohen Festigkeit problemlos verarbeiten lassen. Dieses Eigenschaftsprofil verdanken die Werkstoffe einer präzise eingestellten Gefügestruktur, in der harte und weiche Bestandteile vereinigt sind. Für die seitlichen Dachrahmen und die B-Säulenverstärkung wird ein ultrahochfester, mit Mangan und Bor legierter Stahl verwendet. Dieser Werkstoff wird vor dem Umformen erwärmt und erhält durch eine schnelle Abkühlung nach dem Umformprozess eine Festigkeit von mehr als 1.500 Megapascal im Bauteil.

Planung und Absicherung der Fertigung
Unter anderem mit dem NSB® NewSteel Body hat die ThyssenKrupp Stahl AG gezeigt, dass ihre Kompetenz entlang der Prozesskette Karosserie-Rohbau auch fertigungsplanerisches und fertigungstechnisches Know-how umfasst. Als Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns arbeitet ThyssenKrupp Stahl außerdem auftragsbezogen mit Unternehmen des Segments Automotive eng zusammen. Das Projekt R-Klasse wurde gemeinsam mit der ThyssenKrupp Drauz Nothelfer GmbH, einem der weltweit größten Dienstleister und Betriebsmittellieferanten für den Karosserie-bau durchgeführt. Die Federführung in der ersten Entwicklungsphase lag bei ThyssenKrupp Stahl.

Neben der Unterstützung bei der Werkstoffauswahl umfasste der Auftrag für die R-Klasse eine frühzeitige fertigungstechnische Absicherung sowie die Entwicklung eine Rohbau-Layouts. Damit hat ThyssenKrupp Stahl direkten Einfluss auf die Gestaltung der Fertigungslinien im Werk Tuscaloosa genommen. Weil es beim Zusammenbau der Rohkarosserie an den unterschiedlichsten Stellen zu kleinen Maßabweichungen kommen kann, ist außerdem ein so genanntes Toleranzkonzept notwendig, mit dem man diese Abweichungen verringert und so auffängt, dass die Maßhaltigkeit der gesamten Rohbaustruktur nicht gefährdet wird. Hierfür hat ThyssenKrupp Toleranzsimulationen und Toleranzkettenuntersuchungen durchgeführt sowie Konstruktionsvorschläge erarbeitet, mit denen die hohen Qualitätsmaßstäbe von DaimlerChrysler eingehalten werden konnten.

Die neue R-Klasse wird im Werk Tuscaloosa der DaimlerChrysler AG gefertigt. Die Bauteile kommen aus 13 amerikanischen Presswerken in das im Bundesstaat Alabama gelegene Werk. ThyssenKrupp Stahl war in diesen Presswerken präsent, hat dort teilweise Schulungen für die Mitarbeiter durchgeführt und den Prozess der Einarbeitung der Presswerkzeuge begleitet. Das Resultat einer perfekten Vorbereitung war ein bislang reibungsloser Serienanlauf im Werk Tuscaloosa.

ThyssenKrupp Stahl präsentiert sich zur IAA in Halle 4.1, Stand C50.

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