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Unternehmensmeldungen, 19.05.2003, 02:00

Aggressive Abfälle sicher entsorgen: erstes Tankfahrzeug aus hoch korrosionsbeständigem Sonderedelstahl

Neue Wege bei Transport und Lagerung von Gefahrstoffen wie Schwefelsäure oder Salpetersäure weist der Werkstoff Nicrofer 3127 hMo - alloy 31 der ThyssenKrupp VDM GmbH, Werdohl. Die aus Eisen-, Nickel-, Chrom- und Molybdän-Anteilen bestehende Legierung bewährt sich seit langem im Anlagen- und Apparatebau der chemischen und petrochemischen Industrie, in der Umwelttechnik sowie bei der Öl- und Gasförderung. Die Legierung wird dort wegen ihrer Beständigkeit gegen Korrosion durch hoch aggressive Medien eingesetzt. Jetzt wurde erstmals ein Tankfahrzeug für den Transport flüssiger Gefahrstoffe mit dem Werkstoff gebaut. Aus dem Sonderedelstahl von ThyssenKrupp VDM bestehen der komplette Behälter einschließlich Rohrleitungen und weitere Ausrüstungsteile.

Das Tankfahrzeug, ein so genanntes Saug-Druckfahrzeug, hat die Kutschke Fahrzeugbau GmbH für das Entsorgungsunternehmen Lobbe Deutschland GmbH gebaut. Neben der ThyssenKrupp VDM GmbH war auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als Zulassungsbehörde für den Werkstoff in die Entwicklung eingebunden. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit ist eine Weltneuheit, die die Arbeit der Gefahrgut-Transporteure vereinfachen wird.

Bislang werden hoch aggressive Abfälle in Stahltanks transportiert, deren Innenwände zum Schutz gegen Korrosion gummiert oder mit Kunststoff beschichtet sind. Weil die flüssigen Abfälle häufig auch feste Bestandteile enthalten und unter hohem Druck in die Tanks gepumpt werden, besteht die ständige Gefahr, dass die Beschichtung beschädigt und der darunter liegende Stahl durch Korrosion zerstört wird. Bei lösungsmittelhaltigen Abfällen wie Farben oder Lacken kann die Beschichtung aufquellen und hierdurch ebenfalls beschädigt werden. Deshalb müssen beschichtete Stahltanks häufig und ausführlich inspiziert werden. Die Beschichtung zu reparieren ist langwierig und kostspielig, nicht zuletzt deshalb, weil das Fahrzeug in dieser Zeit nicht produktiv eingesetzt werden kann.

Dennoch sind beschichtete Stahltanks bislang in den meisten Fällen die günstigste Lösung für die Entsorgungsunternehmen. Rein metallische Transportbehälter, zum Beispiel aus Edelstahl, sind für den Transport aggressiver Flüssigkeiten nur begrenzt einsetzbar. Wer solche Abfälle in unbeschichteten Tankcontainern transportieren will, muss jeweils eine Einzelzulassung beantragen, bei der die BAM die Korrosionsbeständigkeit des jeweiligen Materials prüft. Teilweise werden dabei zusätzliche Prüfungen des Containers durch den TÜV nach jedem Transport angeordnet.

Nachdem das Gemeinschaftsprojekt erfolgreich abgeschlossen wurde, wird die BAM jetzt verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz der neuen Werkstoff-Alternative im Transportfahrzeugbau schaffen. In der achten Auflage der BAM-Liste der zugelassenen Materialien für den Transport hoch aggressiver Medien werden neben Nicrofer 3127 hMo auch die ThyssenKrupp VDM-Werkstoffe Nicrofer 5923 hMo - alloy 59 und Chronifer 1925 hMo mit den entsprechenden Stoffklassen-Zulassungen enthalten sein. Fahrzeugbauer und Transporteure können auf dieser Grundlage eine neue Fahrzeuggeneration entwickeln, deren Transportbehälter bei deutlich verringertem Wartungs- und Reparaturaufwand dauerhaft sicher und korrosionsbeständig sind.

Kontakt:
ThyssenKrupp Steel AG
Erwin Schneider
Tel.: +49 203 / 52 - 2 56 90
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: erwin.schneider@tks.thyssenkrupp.com

Dietmar Stamm
Tel.: +49 203 / 52 - 2 62 67
Fax: +49 203 / 52 - 2 57 07
e-mail: dietmar.stamm@tks.thyssenkrupp.com

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