Skip Navigation

Produkte und Lösungen, 25.01.2008, 09:00

ThyssenKrupp Steel und JFE entwickeln neuen höchstfesten Stahl

Duisburg/Tokio: ThyssenKrupp Steel und Japans zweitgrößter Stahlproduzent JFE Steel Corporation haben gemeinsam einen neuen Mehrphasenstahl für Automobilanwendungen entwickelt. Der Werkstoff besitzt mit mindestens 780 Megapascal (MPa) eine ähnliche Festigkeit wie die höchstfesten Mehrphasenstähle CP-W 800 von ThyssenKrupp Steel und NANO 780 von JFE. Mit einer um bis zu 40 Prozent höheren Bruchdehnung verfügt er jedoch über deutlich verbesserte Umformeigenschaften. Erste Bauteile bestätigen die Vorteile des neuen Stahls. Die beiden Firmen haben ein gemeinsames Patent für den Werkstoff mit der Bezeichnung TP-N 68/78 angemeldet.

ThyssenKrupp Steel und JFE arbeiten bereits seit 2002 im Rahmen eines Kooperationsvertrages eng zusammen. Ziel ist es, die globale Verfügbarkeit leistungsfähiger Stahlwerkstoffe für die Automobilkunden beider Partner sicherzustellen. Bislang haben die Unternehmen unter anderem gemeinsame Spezifikationen für hochfeste Stähle für die Automobilindustrie festgelegt und einen gegenseitigen Lizenzvertrag für die Stahlgüten CP (Complexphasenstahl) von ThyssenKrupp Steel und NANO HITEN™ von JFE abgeschlossen. Die Vereinbarung ermöglicht den beiden Unternehmen, jeweils auch den Werkstoff des Partners zu fertigen.

Der jetzt neu entwickelte Werkstoff verdankt seine hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Umformbarkeit einer bainitisch/ferritischen Gefügestruktur mit eingelagerten Restaustenitanteilen in Kombination mit Ausscheidungen im Nanometerbereich. Bei der Umformung wandeln sich die Austenitanteile in harten Martensit um, so dass der Stahl seine endgültige Festigkeit erst in der Verarbeitung zum fertigen Bauteil erhält. Um diese Eigenschaften gezielt einzustellen, haben die Werkstoffentwickler von ThyssenKrupp Steel und JFE ein neues Legierungskonzept entwickelt und sind auch in der Temperaturführung beim Warmwalzen und Abkühlen des Stahls neue Wege gegangen.

Der neu entwickelte 780 MPa-Werkstoff kann als Warmband, auf Wunsch auch in oberflächenveredelter Ausführung, geliefert werden. Typisches Einsatzgebiet sind crashrelevante Strukturbauteile der Automobilkarosserie. Weitere gemeinsame Entwicklungen für derartige hochfeste Stähle werden folgen.

nach oben