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Produkte und Lösungen, 12.01.2001, 01:00

ThyssenKrupp EnCoke erfolgreich in Italien

Im Rahmen des Modernisierungsprogramms für die Hüttenwerke der Lucchini Impianti S.p.A., Brescia, Italien, hat ThyssenKrupp EnCoke, Bochum, zwei Modernisierungsaufträge abgeschlossen. Im Werk Triest beinhaltete dies die Rekonstruktion einer Koksofenbatterie und die Errichtung einer Entschwefelungsanlage für Koksofengas, im Hüttenwerk Piombino wurde eine Koksofenbatterie repariert.

Die neue Batterie A im Werk Triest (Servola S.p.A.) ersetzt zwei kleinere Batterien mit je 11 Öfen. Zusammen mit der schon bestehenden Batterie B, die ThyssenKrupp EnCoke bereits im Jahr 1992 fertiggestellt hatte, bildet sie eine Produktionseinheit. Die Batterie besteht aus 29 Koksöfen, die mit dem NOx mindernden COMBIFLAME® Beheizungssystem und mit gasdichten Koksofentüren ausgerüstet sind. Die Kokskapazität beträgt 210.000 t/a. Der erste Koks wurde am 11. September 2000 gedrückt.

Die Koksproduktion in Triest beträgt jetzt 480.000 t/a, die zur Versorgung der Hochöfen eingesetzt wird. Desweiteren wird das Heizgas an das neu errichtete Kraftwerk geliefert. Um so viel Koksofengas wie möglich an dieses Kraftwerk liefern zu können, werden die Batterien mit einem Gemisch aus Erdgas und Hochofengas unterfeuert.

Die Gaslieferung an das Kraftwerk machte den Bau einer Koksofengas-Entschwefelungsanlage mit einem Durchsatz von 16.000 Nm3/h erforderlich. Hierfür kam das VACASULF® Verfahren von ThyssenKrupp EnCoke zum Einsatz, mit dem das Gas auf einen H2S - Gehalt von unter 150 mg/Nm3 gereinigt und so für die Verstromung im Kraftwerk einsetzbar gemacht wird.

Im Hüttenwerk Piombino wurden an einer Batterie mit 27 Öfen, die seit 1970 in Betrieb ist, umfangreiche Heißreparaturen im Feuerfestbereich durchgeführt. Zudem wurden Modernisierungsmaßnahmen an einer Druckmaschine und an einem Füllwagen vorgenommen, um den Betrieb der Batterie zu stabilisieren.

ThyssenKrupp EnCoke hat für alle drei Modernisierungsmaßnahmen maßgeschneiderte Lösungen entwickelt, mit deren Hilfe der Kunde den Betrieb seiner Anlagen entscheidend verbessern und die Umweltbelastung reduzieren konnte. Damit hat ThyssenKrupp EnCoke erneut seine Kompetenz auf dem Gebiet der Kokereitechnik und insbesondere bei der Reparatur und Modernisierung bestehender Kokereianlagen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Bereits am 27.10.2000 nahm im Hüttenwerk Taranto der zur RIVA Gruppe gehörenden ILVA Laminati Piani S.p.A. in Anwesenheit von Mitgliedern der Geschäftsführungen von ILVA und ThyssenKrupp EnCoke die neu errichtete Batterie 12 den Betrieb auf. Zusammen mit der bereits bestehenden Batterie 11 bildet die neue Batterie 12 jetzt eine dem letzten Stand der Technik entsprechende Produktionseinheit für hochwertigen Koks, der als Brennstoff in den großen Hochöfen des Hüttenwerks eingesetzt wird. Beide Batterien produzieren zusammen mehr als 900.000 t Koks pro Jahr.

Die neue Batterie besteht aus 43 TWINFLUETM Verbund-Koksöfen mit 6,5 m Kammerhöhe und rund 40 m3 Nutzvolumen pro Ofen. Pro Tag werden 1.750 t Kohle durchgesetzt und 1.240 t Koks erzeugt. Die Anlage wurde von ThyssenKrupp EnCoke, Bochum, und ihrer Tochtergesellschaft Carbotecnica S.r.l., Genua, schlüsselfertig errichtet. Sie umfasst neben der Batterie einen neuen Löschturm mit Kläranlage sowie einen Kohlefüllwagen, eine Koksausdrückmaschine und eine Löschlokomotive. Ein vorhandener Koksüberleitwagen wurde modifiziert und die koksseitige Entstaubung erweitert, um so die neue Batterie in das Gesamtkonzept einzubinden.

Die neue Batterie ist mit dem CONTROLPRESS® Verankerungssystem, gasdichten FLEXZED® Koksofentüren und modernsten Umweltschutzeinrichtungen versehen. Alle wichtigen Betriebsfunktionen an Batterie 11 und 12 werden vom COKEMASTER® Prozessleitsystem überwacht und gesteuert. Das System überwacht und steuert automatisch die Batterietemperaturen und optimiert den Wärmeverbrauch.

Füllwagen, Druckmaschine und Löschlokomotive sind mit Einrichtungen zur automatischen Ofenerkennung, Positionierung und Verriegelung ausgerüstet. Außerdem sind Reparaturstände für die Maschinen vorgesehen.

Der Gesamtauftrag umfasste außerdem die Erweiterung und Modernisierung der vorhandenen Gasbehandlungsanlage. Hier wurden zwei neue Vorkühler einschließlich der zugehörigen Wärmetauscher und Pumpen sowie eine neue H2S-Wäsche installiert.

Die neue Batterie steigert die Koksproduktion des Hüttenwerks Taranto auf über 3,8 Mio. t/a. Der Gesamtauftrag wurde im Rahmen des Budgets und innerhalb des vorgesehenen Zeitplans fertiggestellt.

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