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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 16.08.2000, 02:00

Börsengang von ThyssenKrupp Steel für September 2000 abgesagt. Niedrige Börsenbewertung trotz sehr guter wirtschaftlicher Entwicklung. (Presse-Information)

ThyssenKrupp ist gemeinsam mit den Konsortialführern Deutsche Bank und Commerzbank zu dem Ergebnis gelangt, den für September geplanten Börsengang von ThyssenKrupp Steel auf Grund der gegenwärtig schwachen Bewertung des Stahlsektors an den Börsen nicht durchzuführen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG beschlossen, den Börsengang für September 2000 abzusagen.

Dies ist umso bedauerlicher, als die wirtschaftliche Entwicklung der Steel-Gruppe sehr gut ist. Bei dem im November 1999 getroffenen Beschluss zum Börsengang waren Vorstand und Aufsichtsrat auf der Basis der damaligen Kapitalmarktsituation bei einer Platzierung von 25 bis 35% der Aktien davon ausgegangen, mindestens 3 Mrd DM zu erzielen. ThyssenKrupp hatte - auch in Übereinstimmung mit den Einschätzungen der Stahlbranche - ein günstigeres Kapitalmarktumfeld erwarten können und damit gerechnet, auf Grund der guten Performance von ThyssenKrupp Steel eine überdurchschnittliche Bewertung im Vergleich zum Wettbewerb zu erreichen.

Für den Stahlsektor ist inzwischen an der Börse ein Kursniveau erreicht worden, das nach Ansicht von ThyssenKrupp den wahren Wert der Stahlaktien - und damit auch der zur Platzierung vorgesehenen Aktien von ThyssenKrupp Steel - nicht mehr widerspiegelt. So werden Stahlaktien inzwischen deutlich unter ihrem Eigenkapitalwert bewertet, hinzu kommt wegen der negativen Bewertung des Stahlsektors ein relativ hoher IPO-Abschlag.

Der Kapitalmarkt ist zur Zeit nicht bereit, für ThyssenKrupp Steel das erwartete Premium zu zahlen. Vom Kapitalmarkt wird nicht berücksichtigt, dass ThyssenKrupp Steel durch die Realisierung von Synergien und durch weitere Rationalisierungs- und Verbesserungsmaßnahmen nachhaltige Kostensenkungspotentiale von 400 Mio Euro pro Jahr hat. Darüber hinaus wird ThyssenKrupp Steel überdurchschnittlich von den langfristigen Wachstumsraten von 4% für Qualitätsstahl und 7% für Stainless profitieren. Vor diesem Hintergrund wird es ThyssenKrupp Steel möglich sein, auch künftig ein hohes Ertragsniveau zu erreichen und selbst in Baisse-Situationen noch deutlich positive Ergebnisse zu erzielen.

Diese Diskrepanz zwischen steigenden Ergebnissen bei ThyssenKrupp Steel sowie ihrer guten Marktposition einerseits und der andererseits schwachen Bewertung von Stahlunternehmen generell an den Börsen ist der Grund für die Absage des Börsengangs der Thyssen Krupp Steel AG. Bei der aktuell schwachen Bewertung des Stahlsektors ist eine Wertgrenze unterschritten, mit der das Ziel, für den Konzern Mehrwert zu schaffen, nicht zu erreichen wäre. Die strategischen Vorteile des Börsengangs für ThyssenKrupp rechtfertigen es nicht, die derzeit damit verbundenen Nachteile in Kauf zu nehmen.

Die wirtschaftliche Entwicklung von ThyssenKrupp Steel verläuft überaus positiv. Allein im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat ThyssenKrupp Steel ein Vor-Steuer-Ergebnis in Höhe von rund 200 Mio Euro erwirtschaftet. Das heißt, Steel hat allein im 3. Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 mehr erwirtschaftet als im gesamten 1. Halbjahr (183 Mio Euro). Für das 4. Quartal (Juli bis September) des laufenden Geschäftsjahres wird trotz der Ferienmonate wiederum ein sehr gutes Ergebnis erwartet.

Ursache dieser erfreulichen Ergebnisentwicklung sind der positive Erlöstrend, steigende Versandmengen sowohl im Geschäftsbereich Qualitätsflachstahl als auch im Geschäftsbereich Stainless sowie die konsequente Realisierung der Umstrukturierungsmaßnahmen. ThyssenKrupp Steel geht davon aus, das Ergebnisniveau des laufenden Jahres im kommenden Geschäftsjahr weiter ausbauen zu können.

ThyssenKrupp wird das Ziel, einen hohen Wertbeitrag zu erwirtschaften, im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung weiter konsequent verfolgen. Das bedeutet unverändert eine Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder durch kontinuierliche Portfolio-Optimierung sowie den stetigen Ausbau dieser Kerngeschäftsfelder, die durch kontinuierliches Wachstum und führende Marktpositionen gekennzeichnet sind.

Der ThyssenKrupp Konzern konnte seine Ertragskraft weiter stärken. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres wird deutlich über dem des Vorjahres liegen. Es wird wiederum eine angemessene Dividende zur Ausschüttung anstehen. Aus heutiger Sicht wird auch für das nächste Geschäftsjahr mit einer weiter verbesserten Ergebnisentwicklung gerechnet.

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