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Produkte und Lösungen, 03.04.2008, 11:02

Maßgeschneiderte Gerüste für Essener City

Der Umbau der Essener Innenstadt nimmt Formen an: Nach gut zwei Jahren Bauzeit steht der erste Bauabschnitt des neuen Einkaufszentrums „Limbecker Platz“. 70.000 Kubikmeter Beton, 7.000 Tonnen Stahl und annähernd 1.800 Quadratmeter Glas sind verbaut. Viele, ganz unterschiedliche Gewerke haben die Großbaustelle in den vergangenen Monaten bevölkert. Ein Handwerk war immer mit dabei: Die Gerüstbau-Experten von ThyssenKrupp Xervon.

Am Anfang waren es zehn, später ein Team aus zwanzig Gerüstbauern, die nicht nur die Rotunden und Malls der lichtdurchfluteten neuen Shopping-Meile mit maßgeschneiderten Gerüstaufbauten bestückten. Auch die Außeneinrüstung aus 6.000 Quadratmetern Fassadengerüst gehörte zu den Aufgaben der Gerüstspezialisten aus Gelsenkirchen. Projektleiter Michael Klönne: „Zunächst waren wir lediglich mit den rund 44.000 Kubikmetern Raumgerüst im Inneren des Gebäudekomplexes beauftragt, dann kam im Zuge der Arbeiten das Fassadengerüst hinzu.“ Dank eines riesigen Pools an Gerüstmaterial und eines flexiblen Personalmanagements konnte sich Xervon problemlos auf die erweiterte Aufgabenstellung einstellen.

„Die Schwierigkeit lag nicht darin, die insgesamt etwa 400 Tonnen Gerüstmaterial zu organisieren und anzuliefern, sondern es sozusagen just-in-time vor Ort an die Einsatzstellen zu bekommen“, erklärt Klönne. „Die Transportwege innerhalb der Baustelle sind kompliziert. Lagerflächen gibt es nicht. Und jede Materialanlieferung musste mindestens einen Tag vorher stundengenau mit der Logistik-Bauleitung abgesprochen sein.“ Was bei der Anlieferung schon schwierig genug war, wird während der bereits angelaufenen Gerüstdemontage zur echten Herausforderung. Jetzt, da sämtliche Fassaden geschlossen und nur noch wenige Montageöffnungen vorhanden sind, muss das restliche Material binnen kürzester Zeit abtransportiert werden. Eine logistische Herausforderung für die Gerüstbauer vor Ort.

„Die managen das“, hat sich Projektleiter Klönne auf das Fachwissen und die langjährige Erfahrung seiner Leute verlassen. Schließlich haben die Gerüstexperten auch dafür gesorgt, dass die technisch anspruchsvollen Gerüstkonstruktionen im Gebäudeinneren termingerecht abgewickelt wurden und alle auf den Gerüsten arbeitenden Handwerker zufrieden waren. In den 60 Meter langen, acht Meter breiten und genauso hohen Malls mussten vor allem Innenausbauer, Putzer und Maler mit passenden Gerüstkonstruktionen – hauptsächlich Flächengerüsten – bedient werden.

Ausgefeilte Gerüstsystematik
Für die Arbeitskette an den 30 Meter hohen Rotunden (25 Meter Durchmesser) „Essen“, „Rom“ und „Paris“ hatten die Xervon-Gerüstplaner eine spezielle Auf- und Umbausystematik entwickelt, damit alle Ausbaugewerke ungehindert arbeiten konnten. Zunächst wurde in die Rotundenmitte ein 30 Meter hohes, quadratisches Raumgerüst (3 x 3 Meter) gestellt. Gleichzeitig montierten die Gerüstbauer an der Rotundenfassade ein 30 Meter hohes Fassadengerüst. Das bildete gemeinsam mit dem Schwerlastgerüstturm auf knapp 30 Metern Höhe das Auflager für ein Flächengerüst: Eine vollflächig mit Holzbohlen ausgelegte Sonderkonstruktion aus Gitterträgern und Rohr-Kupplungsmaterial, von dem aus die Stahl-/Glas-Kuppel der Rotunde montiert wurde. Waren die Arbeiten an der Kuppel beendet, wurden Flächengerüst, Schwerlastturm und Fassadengerüst abgebaut, damit nun die Rolltreppen eingebaut und der Natursteinboden verlegt werden konnten. Anschließend rückten dann wieder die Gerüstmonteure an und errichteten ein ringförmiges Modulgerüst, von dem aus die Deckenlaibungen der einzelnen Etagen verkleidet wurden. Besondere Herausforderung für die Gerüstbauer: Die mittlerweile montierten Rolltreppen mussten durch geschickte Gitterträgerkonstruktionen umbaut werden.

Doch damit nicht getan. Sowohl in den Rotunden wie auch den Malls unterlagen die einzelnen Gerüstaufbauten ständigen Veränderungen. Sie mussten regelmäßig umgebaut und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Handwerker abgestimmt werden. „Darum haben wir auch stets ausreichend Monteure auf der Baustelle. So können wir sehr flexibel und zeitnah reagieren und vieles auf Zuruf erledigen“, erklärt Projektleiter Klönne.

Auch der sukzessive Aufbau der 6.000 Quadratmeter großen Außeneinrüstung musste zeitlich exakt mit der Bauleitung und den Fassadenbauern abgestimmt werden. Die Einrüstung erfolgte abschnittweise, bis schließlich der komplette Gebäudekomplex inklusive Parkhausspindel von einem bis zu 24 Meter hohen klassischen Arbeits- und Schutzgerüst der Gruppe 3 (Nutzlast: 2 kN pro Quadratmeter) umgeben war. Besonderheiten: Eine vorgebaute Verbreiterungskonsole sorgte am kompletten Gerüst für eine angenehme und ergonomische Arbeitsbreite von gut einem Meter. Ein zusätzlich montiertes Innengeländer diente als Absturzsicherung zur offenen Fassade.

Mittlerweile sind die Gerüstarbeiten beendet, das Material wieder demontiert und abtransportiert. Damit ist der erste Bauabschnitt am „Limbecker Platz“ vollendet, von dessen städtebaulicher Um- und Neugestaltung sich die „Kulturhauptstadt 2010“ weitreichende Impulse verspricht.

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