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Unternehmensmeldungen, 09.06.2005, 07:04

ThyssenKrupp will Präsenz in China ausbauen

ThyssenKrupp will seine Präsenz im Reich der Mitte ausbauen. "Wir beabsichtigen, unsere Aktivitäten in China auszubauen, prüfen weitere Projekte und führen hierzu intensive Gespräche mit mehreren chinesischen Partnern" erklärte Professor Dr. Ekkehard D. Schulz, Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG, in Peking anlässlich der bevorstehenden Gründung der neuen Landesholding ThyssenKrupp (China) Ltd. Die Genehmigung durch staatliche Stellen wird in Kürze erwartet. Vorrangige Aufgabe der neuen Holding-Gesellschaft ist es, die vielfältigen Konzernaktivitäten in der Volksrepublik zu koordinieren und Beratungsleistungen für die vor Ort tätigen Konzernunternehmen anzubieten. Darüber hinaus soll sie Kontakte zwischen hochrangigen Vertretern des Konzerns und Entscheidungsträgern in Regierung, Verwaltung und Wirtschaft herstellen bzw. ausbauen. Sitz der Gesellschaft ist Peking.

<u>ThyssenKrupp in China</u>

"Die Region Asien/Pazifik gewinnt für den Konzern aufgrund ihrer Wachstumsperspektiven zunehmend an Bedeutung", sagte Schulz. Dort erwirtschaftete ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 einen Umsatz von rund 3,5 Mrd Euro. Das sind 13,6 Prozent des gesamten Auslandsumsatzes des Konzerns in Höhe von 25,8 Mrd Euro. Die Präsenz von ThyssenKrupp in der Region wird durch gezielte strategische Akquisitionen und Joint Ventures systematisch ausgebaut. China ist für den Konzern der wichtigste Standort in Asien. Der Konzern bzw. seine beiden Vorgängerunternehmen Thyssen und Krupp sind seit über 140 Jahren in China tätig. Heute ist ThyssenKrupp mit insgesamt 30 Gesellschaften in China vertreten. 3.700 Mitarbeiter vor Ort erwirtschaften einen Umsatz von rund 1,1 Mrd Euro.


<u>Engagement der Segmente vor Ort</u>

Alle fünf Segmente des Konzerns (Steel, Automotive, Elevator, Technologies und Services) sind heute in China vertreten.

<u>ThyssenKrupp Steel</u> baut seine Präsenz in diesem Wachstumsmarkt Jahr für Jahr konsequent aus. Die Business Unit Carbon Steel fokussiert sich dabei vor allem auf Produkte mit hoher Wertschöpfung für die Automobilindustrie. Seit Dezember 2003 produziert die neue Feuerverzinkungsanlage TAGAL, ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp Stahl und ANSC Angang New Steel Co., feuerverzinktes Feinblech in Dalian. Die Jahreskapazität dieser Anlage beträgt 400.000 Tonnen. Größte Abnehmer sind die Automobil- und die Bauindustrie sowie Hersteller von Haushaltsgeräten. Am Standort Wuhan werden lasergeschweißte Bleche für Karosserieteile, so genannte Tailored Blanks, hergestellt. Ein weiteres Gemeinschaftsunternehmens für Tailored Blanks wird am Standort Changchun in Nordchina errichtet. Partner sind die ANSC Angang New Steel Co. und die Zhong-Ren Rui Zong Auto Component Industry Ltd. Darüber hinaus sollen weitere Fügebetriebe für Tailored Blanks und Stahl-Service-Center in den kommenden Jahren an den wichtigsten Automobilstandorten in China aufgebaut werden. Ziel ist es, die in China ansässigen Werke internationaler Automobilkonzerne flächendeckend mit hochwertigen Produkten aus Qualitätsflachstahl zu versorgen.

Die Business Unit Stainless Steel ist ebenfalls erfolgreich in China tätig und baut seine Aktivitäten Schritt für Schritt aus. Ein Meilenstein war die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks Shanghai Krupp Stainless (SKS), einem Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp Stainless und der Baosteel-Gruppe, im November 2001. Dieses Werk, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,4 Mrd US-Dollar die bislang größte Auslandsinvestition des Konzerns, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 rund 90.000 Tonnen RSH-Stähle produziert. Bis Ende 2005 wird die Kaltbandkapazität durch die Inbetriebnahme von zwei Kaltwalzgerüsten und einer Glüh- und Beizlinie auf jährlich 290.000 Tonnen erweitert. Damit unterstreicht der Konzern seine Führungsposition im wachstumsstärksten Markt für rostfreie Flachprodukte. Zugleich werden die Vertriebsaktivitäten durch die Errichtung von Service-Centern und Verkaufsbüros gestärkt. Ein weiterer wichtiger Schritt wird der Bau eines Rostfrei-Distributionscenters am Standort Guangzhou sein. Es wird in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb gehen und als Basis für Lieferungen nach Südchina und Südostasien dienen.

Auch der chinesische Automobilmarkt entwickelt sich überdurchschnittlich schnell. Als Zulieferer von Komponenten, Modulen und Systemen für Karosserie, Fahrwerk und Antriebsstrang hat sich <u>ThyssenKrupp Automotive</u> schon vor vielen Jahren auf diese Entwicklung eingestellt. Im Jahr 2000 wurden in China rund 2,1 Millionen Fahrzeuge produziert. Heute sind es bereits mehr 5,2 Millionen. Bis 2008 werden, so die Prognosen, jährlich 7 Millionen Fahrzeuge in China hergestellt. Das Segment Automotive ist heute an fünf Gemeinschaftsunternehmen beteiligt, in denen Lenkungen, Karosserie- und Fahrwerksteile, Kurbelwellen sowie Federn hergestellt werden.

ThyssenKrupp Presta, eine Tochtergesellschaft von ThyssenKrupp Automotive, liefert mit zwei Joint Ventures in Shanghai und Changchun jährlich etwa 1,4 Millionen Lenksäulen an große nationale und internationale Autohersteller in China. Zur Herstellung von Body- und Chassisteilen wurde 2004 in Wuhan das Gemeinschaftsunternehmen ThyssenKrupp Zhong-Ren Chassis Co. Ltd. gegründet. Zu den wichtigsten Kunden zählen Changan Ford und Dongfeng Peugeot Citroen Automotive. Bis 2006 soll die Kapazität auf 2 Millionen Body- und Chassisteile ausgebaut werden.

In Liaoyang werden seit 1997 in einem weiteren Gemeinschaftsunternehmen Federn und Stabilisatoren für lokale Automobilproduzenten gefertigt. Im Jahr 2004 nahm das jüngste Joint Venture von ThyssenKrupp Automotive die Produktion von geschmiedeten Pkw-Kurbelwellen in Huizhou auf. Ende April 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Werk in Dalian. In einem ersten Schritt sollen hier jährlich 1,5 Millionen gebaute Nockenwellen produziert werden.

Weltweit werden jedes Jahr rund 300.000 neue Aufzugsanlagen installiert, davon allein 60.000 in China. Damit ist China der größte Markt für Neuanlagen, nicht nur in Asien, sondern weltweit. <u>ThyssenKrupp Elevator</u> hat auf diesem wachstumsstarken Markt seit Beginn der 90er Jahre rasch Fuß gefasst und seinen Marktanteil stetig ausgebaut. Neben Produktionsstätten in Zhongshan und Shanghai wurden Regionalzentren in Beijing, Chongping, Guangzhou, Shanghai, Shenzhen, Xian und Nanjing aufgebaut.

Anfang 2003 wurde die Asien-Zentrale von ThyssenKrupp Elevator in Shanghai eingeweiht. Von dort aus werden die Aktivitäten in der gesamten Region gesteuert. Shanghai ist auch der Sitz des jüngsten International Technical Services Center, das im Juli 2004 eröffnet wurde. Dort werden Prüfungs- und Reparaturleistungen erbracht. In einem nach modernsten Standards eingerichteten Labor erhalten dort Techniker aus ganz Asien auch die Fachausbildungen für unterschiedlichste Aufzugstypen. Zusammen mit den International Technical Service Zentren in Dallas, USA und Großbritannien ist nun auch das Shanghaier Zentrum Teil des globalen Test- und Service-Netzwerkes von ThyssenKrupp Elevator.

ThyssenKrupp Elevator wird auch in Zukunft jede Gelegenheit nutzen, um seine Präsenz in China zu stärken. Das Segment rechnet jährlich mit einem zweistelligen Umsatzwachstum in der Volksrepublik. Einige große Projekte wie die Lieferung von 100 Aufzügen und Fahrtreppen für zwei große Gebäudekomplexe in der Provinz Guangdong und von weiteren 133 Fahrtreppen für die Shanghaier U-Bahn befinden sich zu Zeit in Abwicklung. Darüber hinaus wird ThyssenKrupp Elevator auch das im Bau befindliche Shanghai World Financial Center mit 41 Aufzügen ausstatten. Mit 101 Stockwerken und 492 Metern wird es das höchste Bauwerk der Welt sein.

Systeme, Anlagen, Spezialmaschinen und Komponenten sowie die damit verbundenen Dienstleistungen werden in zunehmendem Maße auch auf dem wachsenden chinesischen Markt angeboten. Bislang ist <u>ThyssenKrupp Technologies</u> mit zwei Produktionsstätten sowie mehreren Vertriebsstützpunkten in China vertreten. Seit 1998 produziert die Shanghai Fadal Machine Tool Company vertikale Bearbeitungszentren für die Luftfahrt- und Automobilindustrie. Das Joint Venture Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Company ist mit rund 900 Beschäftigten das mitarbeiterstärkste Unternehmen von ThyssenKrupp in China. Es produziert und vertreibt Großwälzlager für den Baumaschinensektor und andere industrielle Bereiche. Das Unternehmen hat eine führende Marktposition in China.

Auch der Anlagenbau des Segments hat in China eine lange Tradition. Zuletzt erhielt das ThyssenKrupp Unternehmen Uhde, weltweiter Anbieter von Chemie- und Industrieanlagen, den Auftrag für die Planung einer Polyethylen-Anlage (HDPE) für die PetroChina Company. Die Anlage soll Ende 2005 in Jilin in Betrieb gehen. Im Jahr 2004 hat Uhde seine Präsenz in China durch die Gründung eines lokalen Unternehmens in Shanghai gestärkt. Weitere Unternehmen des Segments planen die Erschließung des chinesischen Marktes oder den Ausbau ihrer Aktivitäten. Hierzu gehören Ausrüstungen für die Zement- und andere Grundstoffindustrien, Laufwerkskomponenten für Bagger und Raupen sowie Anlagen zur Herstellung von Autoreifen.

Das bekannteste Projekt von ThyssenKrupp Technologies in China ist die Transrapidstrecke in Shanghai, die Ende Dezember 2003 in Betrieb ging. Mit einer Geschwindigkeit von 430 km/h ist die Magnetschnellbahn in Shanghai das weltweit schnellste kommerziell betriebene Bahnsystem. Für die 30 Kilometer lange Strecke werden weniger als acht Minuten benötigt. Der Transrapid zeichnet sich insbesondere durch seinen hohen Komfort und seine Sicherheit aus. Davon konnten sich bereits mehr als drei Millionen Fahrgäste überzeugen. Es gibt berechtigte Hoffnungen, dass die geplante Verlängerung der bestehenden Flughafenverbindung zum Gelände der EXPO 2010 mit Fortführung bis zur 180 km entfernten Stadt Hangzhou realisiert wird.

Das China-Geschäft von <u>ThyssenKrupp Services</u> umfasst sowohl Lieferungen in das Land und Bezüge aus China als auch lokale Dienstleistungen. Traditionell liefert Services Materialien und Komponenten in den chinesischen Markt. Dazu gehören insbesondere Stahlprodukte, Spezialstähle und technische Komponenten sowie komplette Anlagen und Ausrüstungen für die Stahl- und stahlverarbeitende Industrie.

Darüber hinaus hat sich China für das Segment zu einem wichtigen Lieferanten von Rohstoffen wie Ferrolegierungen, Titanschwamm, Mineralien und Walzstahl entwickelt. Abnehmer in Europa schätzen die Zuverlässigkeit der chinesischen Lieferanten, deren Termintreue und die Qualität der Rohstoffe, so dass dieses Geschäft durch ThyssenKrupp Services weiter ausgebaut werden soll.

Das Segment ist auch mit Industriedienstleistungen in China tätig. Das Tochterunternehmen Shanghai Peiniger Corrosion Protection Engineering Co. erbringt umfangreiche Korrosionsschutzdienstleistungen für Großanlagen, Schiffs- und Tankbeschichtung sowie Betonsanierung und Industriebodenbeschichtung.

Ein weiteres Untenehmen von ThyssenKrupp Services beschäftigt sich mit der Organisation und der Logistik von Kokslieferungen nach Europa. In Tangshan hat das Segment im April 2004 25 Prozent der Anteile an einer neu errichteten Kokerei erworben. Durch diese Beteiligung erhält ThyssenKrupp Services eine festgelegte Koks-Tonnage in nennenswerter Höhe sowie Exportlizenzen, die eine langfristige Lieferquelle sicherstellen. Im Bereich des lagerhaltenden Werkstoffhandels (Stahlprodukte, Kunststoffe und NE-Metallhalbzeuge) plant das Segment in diesem Jahr den Einstieg in den chinesischen Markt. Im Großraum Shanghai soll dann dem Kundenkreis aus Industrie und Hochbau ein hochwertiges Sortiment zur Verfügung stehen.

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