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Produkte und Lösungen, 18.02.2008, 15:32

Wiener Stephansdom - Gerüstbau auf hohem Niveau

Die Wiener lieben ihn, ihren „Steffl“, den Stephansdom – seit mehr als 500 Jahren das Wahrzeichen der Donaumetropole. Nur widerwillig dulden sie die Verhüllung des gotischen Bauwerks mit Gerüsten. Doch der gotische Sandsteinbau erfordert permanente Pflege und Restauration. Zurzeit wird die Spitze des 137 Meter hohen Südturms saniert. Eine 57 Meter hohe Einrüstung umgibt das schlanke Bauteil und schafft den Steinmetzen eine sichere Basis für ihre Restaurierungsarbeiten.

Bereits seit zehn Jahren rüsten die Arbeitsgerüst-Experten der ThyssenKrupp Xervon Austria, Maria Lanzendorf, als kompetenter Partner regelmäßig Teile des Doms ein. „Wir sind stets bestrebt, durchgängig perfekte Arbeit abzuliefern – von der professionellen Planung über die Arbeitsvorbereitung bis hin zur Ausführung“, erklärt Johann Szlavich, der den Bereich Arbeitsgerüste in Österreich leitet. Für die Dom-Einrüstungen setzt er ausschließlich Monteure mit langjähriger Erfahrung ein, handelt es sich doch um eine Baustelle mit außergewöhnlichen Herausforderungen. Das beginnt schon bei der Logistik. Per Lkw wird das Gerüstmaterial auf den Domplatz gefahren und sofort verbaut, denn Lagerflächen gibt es hier nicht. Für das Gerüst rund um die Turmspitze mussten beispielsweise circa 70 Tonnen Material herangeschafft, in kleinen Chargen zum jeweils passenden Zeitpunkt in die Höhe gebracht und dort sofort montiert werden.

Szlavich macht die Rechnung auf: „Wenn man durchschnittlich 10 Kilo pro Gerüstteil nimmt, macht das 7.000 Teile, die durch mehrere Hände gehen, mehrfach angepackt, zwischengelagert, auf- und abgebaut werden.“ Die Turmeinrüstung beginnt in 80 Metern Höhe und endet auf 137 Meter: Im unteren, 8-eckigen Bereich beträgt ihre Kantenlänge 3,50 Meter; die darüber liegende Rundeinrüstung verjüngt sich im Durchmesser von 10,00 Meter auf nur noch 6,00 Meter. Das benötigte Gerüstmaterial wurde über zwei vorhandene Personen-/ Lastenaufzüge und einen bereits bestehenden Gerüst-Zugangsturm erst bis auf 80 Meter Höhe geschafft. Hier haben die Monteure dann auf einer auskragenden Konstruktion einen neuen Personen-/ Lastenaufzug installiert, der bei 120 Metern endet. Ab dort geht es dann die letzten 17 Meter nur noch zu Fuß weiter. Durch die Schlankheit der Turmspitze war es auf Grund der Verankerungskräfte des Aufzugs nicht möglich, diesen bis zur Spitze aufzubauen. Das Gerüst an sich leitet bereits zusätzliche Horizontalkräfte in den Turm ein. Darum hat das Team von ThyssenKrupp Xervon Austria der Dombauhütte bereits in der Planung vorgeschlagen, die Auswirkungen der Einrüstung auf den Turm sicherheitshalber von einem externen Statiker überprüfen zu lassen.“

Sicherheit hat oberste Priorität

Alle Gerüstbauteile sind während der mehrjährigen Standzeit absolut sturmsicher fixiert, und auch während der Montage- und Demontagearbeiten darf kein Teil herunterfallen. Diese Forderung nach perfekter Sicherheit hat für die Dombauhütte höchste Priorität. Schließlich ist der Stephansdom ein touristischer Magnet mit mehr als 2 Millionen Besuchern im Jahr – nicht auszudenken, wenn ein Passant von herunterfallenden Gerüstbauteilen getroffen würde. „Und natürlich sollen auch die Steinmetze einen absolut sicheren, ergonomischen Arbeitsplatz auf dem Gerüst haben“, formuliert Johann Szlavich den Anspruch an die Gerüstkonstruktion. In der Planungsphase wurde deshalb Gerüstlage für Gerüstlage per CAD maßgeschneidert an die Form des Turms angepasst. Die detaillierten Zeichnungen lassen bei der Montage keine Fragen mehr offen und sorgen für einen zügigen Arbeitsrhythmus – unterstützt von der ausgefeilten Logistik des Materialtransports. „Das machen wir bei jedem Auftrag so, selbst bei technisch einfacheren Einrüstungen. Professionelle, detaillierte Arbeitsvorbereitung zahlt sich letztendlich immer aus“, ist sich Szlavich sicher. Sie ermögliche nämlich nicht nur einen exakten Materialauszug, sondern sei auch Voraussetzung für eine stimmige Logistik, damit die Arbeitskette nicht abreißt.

Bei der Auswahl des eingesetzten Gerüstsystems haben die Arbeitsgerüst-Experten die Steinmetze der Dombauhütte mit einbezogen. Konstrukteur und Anwender haben sich im Laufe der gemeinsam absolvierten Projekte optimal aufeinander eingestellt. Johann Szlavich bringt die gemeinsam erarbeiteten Einrüstungserfahrungen auf den Punkt: „Ein Modulgerüstsystem eignet sich für die Steinmetzarbeiten am besten.“ Bei dieser Gerüstart kann schon mal ein Belag herausgenommen werden, wenn ein großer Stein abgesetzt werden muss. Rahmengerüste lassen das nicht zu, hier dient der Belag als Aussteifung und ist zwingend erforderlich. Die österreichischen Arbeitsgerüst-Experten haben das Modex-Modulgerüstsystem von Hünnebeck (Ratingen, Deutschland) eingesetzt. Seit April 2007 ist die Turmspitze damit eingerüstet. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten werden vermutlich zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

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