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Unternehmensmeldungen, 08.05.2009, 15:00

ThyssenKrupp Steel paraphiert Interessenausgleich und Sozialplan

Der dramatische Einbruch der Weltwirtschaft seit dem Herbst 2008 hat das Geschäft der ThyssenKrupp Steel AG mit aller Härte getroffen. Das Unternehmen hat darauf umgehend mit mehreren Maßnahmen reagiert. Im ersten Schritt wurde ein Kostensenkungsplan aufgesetzt, für den bei den Verwaltungs- und Sachkosten ein einmaliges Sparpotenzial von mehr als 400 Mio € identifiziert wurde. Nachdem die Instrumente Abbau von Arbeitszeitkonten und Urlaubsüberhängen genutzt waren, wurde bereits im Dezember für die Zeit ab Januar Kurzarbeit eingeführt, von der im laufenden Geschäftsjahr mehr als 15.000 Mitarbeiter betroffen werden. Außerdem wurde im März angesichts weiterer drastischer Rückgänge bei den Auftragseingängen der Hochofen 9 stillgesetzt.

Im zweiten Schritt wurde das „Programm 20/10“ zur Strukturverbesserung und Ergebnissicherung entwickelt, das nachhaltig Kosten von mehr als 300 Mio € bei der ThyssenKrupp Steel AG und weiteren 100 Mio € bei den Tochtergesellschaften senken soll. Die zehn Initiativen in „20/10“, darunter auch zwei Module zur Senkung von Personalkosten in Verwaltung und Produktion in einer Größenordnung bis zu 150 Mio €, sollen vom Geschäftsjahr 2010/2011 an voll ergebniswirksam werden.

Vorstand und Betriebsrat der ThyssenKrupp Steel AG haben im Rahmen von „20/10“ nun einen Interessenausgleich sowie Sozialplan paraphiert, der einen Abbau von 1.800 bis 2.000 Planstellen bis zum 30.09.2010 vorsieht. „Wir halten an der eindeutigen Zielsetzung fest, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, dies gilt ebenso für Betriebsstilllegungen in diesem Zeitraum“, betont Dieter Kroll, Personalvorstand der ThyssenKrupp Steel AG. Ein ganzes Bündel von sozialverträglichen Maßnahmen sei definiert worden. Es reiche vom freiwilligen Ausscheiden mit Abfindungszahlung über die Nutzung des internen Arbeitsmarktes, das Angebot von Transfermaßnahmen „Arbeit in Arbeit“, Regelungen für sozialverträgliches Ausscheiden rentennaher Mitarbeiter bis zur Intensivierung des Insourcings. Ein Element zur aktuellen Krisenbewältigung sieht ThyssenKrupp Steel darüber hinaus im Angebot, mehr als 80 Ausgebildete für zwei Jahre mit einer Teilzeit von 28 Wochenstunden zu beschäftigen.

Weiter wurde vereinbart, dass das Programm „ProZukunft“ aus dem Jahr 2006 weitergeführt wird. Das sieht bis zum Jahr 2013 die Übernahme von 1.000 Ausgebildeten vor. Davon sind bisher schon 600 übernommen worden. „Wir halten alle Verträge ein und werden darüber hinaus auch in Zukunft die Ausbildung auf dem erreichten hohen Niveau fortführen“, so Kroll weiter. Nach dem Sommer werden 329 Auszubildende bei ThyssenKrupp Steel ihre Lehre beginnen.

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