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Unternehmensmeldungen, 20.12.2010, 14:30

Zweiter Hochofen bei ThyssenKrupp CSA in Brasilien angeblasen

Am Donnerstag Abend, 16. Dezember 2010, wurde Hochofen 2 im Stahlwerk von ThyssenKrupp CSA in Santa Cruz/Bundesstaat Rio de Janeiro planmäßig und ohne Probleme angeblasen – fünf Monate nach Hochofen 1, der mit einer Produktion von über 6.500 t Roheisen täglich nahe an seiner vollen Kapazität bei ausgezeichneter Qualität produziert. „Ich rechne damit, dass unser zweiter Hochofen einen genau so guten Hochlauf haben wird, und wir das Werk im nächsten Geschäftsjahr mit voller Kapazität fahren werden,“ erklärte Edwin Eichler, Vorstandsmitglied der ThyssenKrupp AG, verantwortlich für die Division Materials. „Mit diesem weiteren Meilenstein unserer Vorwärtsstrategie werden wir unser Ziel erreichen, 2012/2013 schwarze Zahlen in der Business Area Steel Americas zu schreiben.“

Die Startphase von Hochofen 2 war schon nach zwei Tagen beendet, seit Samstag wird das Roheisen im Stahlwerk zu Brammen weiterverarbeitet. Die INEA, die staatliche Umweltbehörde von Rio de Janeiro, und unabhängige Experten haben die Inbetriebnahme und den Hochlauf intensiv begleitet. Es gab keinerlei Beanstandungen. Auch von der Nachbarschaft gab es keine Beschwerden.

Neben Hochofen 1 arbeiten auch die zwei Konverter mit einer Füllkapazität von 330 t seit Anfang September und Anfang November. Die erste Bramme war am 7. September produziert worden. Mittlerweile sind Brammen aus Brasilien in Duisburg und Mobile/Alabama angelandet, bei voller Kapazität sollen es 3 Mio t für Alabama und 2 Mio t jährlich für die deutschen Weiterverarbeitungswerke sein. „Wir hatten nicht damit gerechnet, schon in der ersten Phase so exzellentes Material zu bekommen,“ so Eichler. „Wir konnten die Brammen selbst für das anspruchsvolle Weißblech verwenden.“

Im Juli 2010 war der erste Hochofen bei ThyssenKrupp CSA in Brasilien angeblasen worden. Bei der Inbetriebnahme von neuen Hochöfen ist es unvermeidbar und weltweit praktiziert, dass in der ersten Phase Roheisen in Abkühlungsbecken abgegossen wird und dort erkaltet. ThyssenKrupp hatte die brasilianischen Genehmigungsbehörden im Vorfeld darüber informiert. Bei dem Abgießen kommt es zeitweise zu Staubemissionen. Die Gesundheit von Mitarbeitern und Anwohnern war durch die Emissionen zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Seit der Inbetriebnahme des ersten Konverters im neuen Stahlwerk sind alle Emissionen innerhalb der von den brasilianischen Umweltbehörden vorgegebenen Grenzen geblieben. ThyssenKrupp CSA steht dazu in engem Kontakt mit den Umweltbehörden. Das Unternehmen bedauert die vorübergehende Belästigung der Nachbarn durch den Graphitstaub.

Die Staatsanwaltschaft Rio de Janeiro hatte wegen Beschwerden von Anwohnern Ermittlungen aufgenommen und Anfang Dezember Anklage erhoben. Sollte das Gericht in Santa Cruz die Anklage zulassen, wird ThyssenKrupp CSA die Gelegenheit dazu nutzen, die Vorwürfe zu entkräften.

ThyssenKrupp setzt auf profitables Wachstum in internationalen Zukunftsmärkten. Dabei ist der Ausbau des Kerngeschäfts Qualitätsflachstahl ein Schwerpunkt. Die Rohstahlproduktion wird in diesem Jahr weltweit mit rund 1,4 Milliarden Tonnen wieder auf Rekordniveau liegen. Etwa 200 bis 250 Millionen Tonnen davon sind hochwertiger Qualitätsflachstahl. Auf dieses Segment hat sich ThyssenKrupp fokussiert, hier liegt seine Stärke. „Diese Stärke beruht auf den drei Faktoren: Qualitäts-Führerschaft, Innovations-Führerschaft und Kosten-Führerschaft. Mit unseren beiden Großprojekten in Alabama und Brasilien bauen wir diesen Stärke noch weiter aus,“ erläutert Eichler.

Das neue integrierte Hüttenwerk mit einem Investitionsbudget von 5,2 Mrd € ist die größte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das erste große Stahlwerk, das in diesem Land seit Mitte der achtziger Jahre gebaut wird. An der Tochtergesellschaft ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico hält der brasilianische Eisenerzproduzent Vale einen Anteil von 26,87 %. Das Investitionsprojekt umfasst den Bau eines hochmodernen Werkskomplexes mit eigenem Hafen für den Import von Kohle und den Export der Brammen, Rohstoffhandling, Kokerei, Sinteranlage, zwei Hochöfen, einem Oxygenstahlwerk und einem Kraftwerk.

Am Freitag 10. Dezember, war das neue Stahl- und Weiterverarbeitungswerk von ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA im Südosten der USA nach dreijähriger Bauzeit offiziell eingeweiht worden. „ThyssenKrupp stößt mit der Inbetriebnahme des Werkes in Alabama sowie dem im Sommer gestarteten Stahlwerk in Brasilien in eine neue Dimension der Konzerngeschichte vor“, betonte Dr. Ekkehard Schulz bei der Eröffnung in Calvert. „Diese beiden Projekte sind die Eckpfeiler unserer transatlantischen Wachstumsstrategie: Wir setzen auf profitables Wachstum in internationalen Zukunftsmärkten. Deshalb sind die Investitionen in unsere Werke in den USA und Brasilien auch echte Zukunftsinvestitionen“, so der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG auf der Veranstaltung, an der 3.000 Mitarbeiter, Kunden und Gäste aus Politik und Wirtschaft teilnahmen.

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