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Produkte und Lösungen, 12.10.2006, 10:00

Weniger Instandhaltungskosten, hohe Anlagenverfügbarkeit

Seit Jahren arbeitet ThyssenKrupp Xervon als Komplettinstandhalter für die Spezialraffinerie Salzbergen. Doch seit Jahresbeginn ist das Dienstleistungskonzept richtig rund. Der Anlagenbetreiber H&R ChemPharm hat sämtliche Verantwortlichkeiten in punkto Instandhaltung auf Xervon übertragen - inklusive der vertraglich vereinbarten Zielsetzung über eine "signifikante Kostensenkung".

Der neue, erweiterte Rahmenvertrag den Xervon mit der weltweit ältesten noch produzierenden Schmierstoffraffinerie (1860 gegründet) geschlossen hat, umfasst nicht nur die komplette Instandhaltung der Anlage. Auch die technische Projektplanung, das Ersatzteilmanagement, die wertmäßige Übernahme des Ersatzteilmagazins, der Einkauf und die Koordination aller Subkontraktoren sowie die Abbildung der Organisation und des Lagermanagements über das SAP-System von Xervon gehören zum Leistungsumfang. Sämtliche Verträge mit Drittlieferanten, die in irgendeiner Form mit einer Reparatur zu tun haben, laufen über den Generalinstandhalter Xervon. Dadurch hat der Betreiber in allen instandhalterischen Belangen nur noch einen Ansprechpartner.

Verfügbarkeit bei 98 Prozent

Ob Neu- und Umbauten, Reparaturen, Shutdowns oder vorbeugende Instandhaltung der Anlagen durch moderne Überwachungsverfahren ("Condition Monitoring"): alle Instandsetzungsaufgaben werden von speziell geschulten Xervon-Mitarbeitern durchgeführt. Die Anlagenverfügbarkeit liegt bei sehr hohen 98 Prozent. Dafür sorgt eine 60 Mitarbeiter starke Mannschaft aus 46 Instandhaltern diverser Fachrichtungen sowie 14 Ingenieuren und Technikern, die mit dem Engineering befasst sind.

Bei personalintensiven Aufgaben arbeiten die Salzbergener Instandhalter eng mit ihren gerade mal 30 Kilometer entfernten Lingener Kollegen zusammen, die dort ebenfalls eine Raffinerie betreuen. "So können wir stets sehr flexibel auf einen großen Pool an Raffinerie erfahrenem Personal zurück greifen", weiß Ruping die Kooperation zu schätzen. Schließlich müssen gerade auf einem Raffineriegelände unzählige Arbeitssicherheitsbestimmungen, Umweltschutzvorschriften und weitere Richtlinien beachtet werden. Da arbeitet man gern mit erfahrenen Kollegen zusammen.

Kostenoptimierung

Mit der Übernahme der Budgetverantwortung hat Xervon dem Betreiber langfristig eine deutliche Kostensenkung zugesichert. "Innerhalb der nächsten sechs Jahre werden wir die Instandhaltungskosten bei mindestens gleich bleibender Anlagenverfügbarkeit um rund 16 Prozent senken", verspricht Ruping. Das Rezept hierfür verrät er allerdings nicht - verständlicher Weise. Nur so viel: "Die hohe Verfügbarkeit schafft man nur, indem man permanent vor Ort ist, gut ausgebildete, hoch motivierte Fachleute hat und flexibel reagiert. Wichtige Anlagenkomponenten sind zudem für den Stand-by-Betrieb ausgelegt. Da muss man halt vorausschauend Instand halten, damit möglichst wenig Unvorhergesehenes passieren kann."

Das Herz der Instandhaltung

Das nötige Know-how findet sich gebündelt im ausführenden instandhalterischen Herz der Raffinerie in den bereits seit 1995 wirtschaftlich eigenständig arbeitenden drei ehemaligen Betriebswerkstätten. Die EMSR-Werkstatt (Elektro-Mess- und Regeltechnik) kümmert sich um sämtliche Steuerungen, Antriebe, Messungen und elektrischen Bauteile. Zum Aufgabengebiet der Maschinenwerkstatt gehören Pumpen, Kompressoren und auch die Fahrzeugtechnik. Die Rohrlegerwerkstatt übernimmt den Rohrleitungsbau und die Apparatetechnik. Mittlerweile werden auch die Werkstatt übergreifenden Gewerke Isolierung, Korrosionsschutz und Gerüstbau von Xervon-eigenen Mitarbeitern durchgeführt. "Wir gehören zu den ganz wenigen Industriedienstleistern, die ein so breit gefächertes Dienstleistungsangebot und Know-how aus einer Hand anbieten können", ist sich Ruping sicher. Er unterstreicht: "Und hier in Salzbergen belegen wir tagtäglich, dass unser Konzept funktioniert."

Der planende Kopf

Auch die Organisation, die Arbeitsplanung, sprich das Engineering der Instandhaltung, liegt seit Jahresbeginn bei Xervon. Dazu hat der Dienstleister die Technikabteilung der Raffinerie übernommen. Vierzehn Ingenieure, Techniker und Meister aus den verschiedensten Berufszweigen der Elektro- und Maschinentechnik sorgen für die Projektplanung, Qualitätssicherung, Ersatzteilmanagement, EDV-Einbindung usw.

Die Arbeitsvorbereitung der einzelnen Wartungs- und Reparaturaufgaben liegt wiederum in der Verantwortung der ausführenden Gewerke. So findet auf allen Ebenen ein reger und schneller Informationsfluss zwischen Betreiber und Instandhalter statt. Fällt beispielsweise eine Pumpe durch Undichtigkeit aus, gibt der Produktionsschichtleiter dies als Störmeldung ins EDV-System von ThyssenKrupp Xervon ein, alle weiteren Maßnahmen werden von Xervon ausgelöst und koordiniert.

Obwohl flexibles und auch schnelles Handeln gefragt ist: ohne Bürokratie läuft nichts. Die EDV gibt es vor: erst Kostenschätzung, dann Genehmigung und Freigabe des Arbeitsauftrags, sonst gibt es kein Ersatzteil aus dem Magazin.

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