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Unternehmensmeldungen, 07.03.2011, 11:00

Erstes Siliciummetallwerk in Kasachstan hat die Produktion aufgenommen

Mit Inbetriebnahme von Ofen I startete Ende 2010 das erste Siliciummetallwerk Kasachstans. Der erste Abstich stieß auf reges Interesse: Neben Albert Rau, 1. Stellvertreter des Ministers für Industrie und neue Technologien, und dem deutschen Botschafter, Rainer Schlageter, überzeugten sich zahlreiche Banken- und Medienvertreter vor Ort von der gelungenen Premiere.

Zwei Konzernunternehmen sind wesentlich an dem Prestigebau der Silicium Kasakhstan LLP, ein Leuchtturmprojekt der kasachischen Regierung, in der Provinz Karaganda beteiligt: ThyssenKrupp Mannex als Hauptlieferant der technischen Ausrüstungen und verantwortlich für die Bauüberwachung sowie ThyssenKrupp Metallurgie, als exklusiver und weltweiter Vermarkter des Metalls.

Das Werk wird in einem ersten Schritt mit einem Ofen (Jahreskapazität 12.500 Tonnen) Siliciummetall produzieren – für Abnehmer unter anderem in Europa, Asien und den USA. Voraussichtlich im /Mai 2011 ist die Inbetriebnahme des zweiten, bereits installierten Ofens mit gleicher Kapazität geplant. Das Interesse der Kunden ist groß. Es ist vorgesehen, die Kapazität zu verdoppeln: Zwei weitere Öfen – wie die ersten von SMS-Siemag produziert - werden die Anlage erweitern. Eine entsprechende Vereinbarung mit ThyssenKrupp Mannex ist in Vorbereitung.

Die neue Silicium-Fabrik liegt auf einem Areal von mehr als 100 Hektar. An ihrer höchsten Stelle misst sie 48 Meter. Das Hauptgebäude ist 102 Meter breit und 90 Meter tief. Das überdachte Rohstoff-Lager erstreckt sich über eine Länge von 200 Metern.

Kasachstans Wirtschaft hat auf Grund ihres Rohstoffreichtums die notwendigen Mittel zur Verfügung, sich weiter zu entwickeln. Im Osten des rohstoffreichen Landes schlummert das weltweit drittgrößte Vorkommen an siliciumhaltigen Quarzsand. Dabei setzt die Regierung auch auf das Know-how und Technologien aus dem Ausland.

Karaganda, die Provinz im Herzen Kasachstans, ist das metallurgische Zentrum des Landes. Es bietet die notwendige Infrastruktur, darunter auch das Kraftwerk zur Energieversorgung der Fabrik. Damit ist es bestens als Standort für Silicium Kasakhstan LLP geeignet. An dem Unternehmen ist ThyssenKrupp Metallurgie zu 16 Prozent beteiligt.

Der Bau des Werks, dessen schwere und technisch anspruchsvolle Einzelteile quer durch Europa transportiert werden mussten, erforderte seitens ThyssenKrupp Mannex eine komplexe Logistik und ausgefeiltes Projektmanagement. Egal, ob es um schwere Einzelteile oder empfindliche High-Tech-Produkte ging, egal, ob in Kasachstan sommerliche Plus-Temperaturen von 40 Grad herrschten oder winterliche Minusgrade von 40 und mehr – alles hatte pünktlich auf der Baustelle zu sein.

Zwei Schmelzöfen und eine Anlage für die Abgasreinigung, außerdem weitere High-Tech-Komponenten sowie die gesamte Elektronik zur Steuerung der Anlage, dazu Bagger, Radlader, Mobilkrane, Arbeitsbühnen und das komplette Engineering: Alle Komponenten wurden – je nach Hersteller in Deutschland, Italien, Frankreich oder Polen – transportgerecht zerlegt und verpackt, damit es per LKW oder Bahn auf die Reise gehen kann. Wenn nötig mussten sogar Sondertransporte organisiert werden, um besonders schwere oder lange Einzelteile transportieren zu lassen. Insgesamt wurde Material im Wert von etwa 60 Millionen Euro bewegt. In Karaganda überwachte ein Spezialisten-Team von SMS-Siemag im Auftrag von ThyssenKrupp Mannex nicht nur Bau und Inbetriebnahme der Fabrik, sondern unterstützte außerdem die Schulung des technischen Personals vor Ort.

Aufgrund seines extrem hohen Reinheitsgrades eignet sich das Silicium aus Kasachstan besonders gut für die weitere Verarbeitung. Es wird in Spezialöfen mit Zusatzstoffen bei extrem hohen Temperaturen geschmolzen. Das dabei gewonnene, vielseitig einsetzbare Siliciummetall wird von ThyssenKrupp Metallurgie exklusiv vermarktet. Es wird nicht nur für die Herstellung von Aluminium oder von Stählen benötigt: Die chemischen Industrie veredelt es zu Polysilicium, das sich unter anderem für den Einsatz in Sonnenkollektoren eignet. Wieder andere Bearbeitungsschritte machen es für die Herstellung von Halbleitern einsetzbar.

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