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Ad-Hoc Mitteilungen, 05.05.2011, 22:57

Vorstand beschließt strategische Weiterentwicklung von ThyssenKrupp

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat in seiner heutigen außerordentlichen Sitzung umfassende Schritte zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns beschlossen. Dazu soll sich ThyssenKrupp mit seinen hervorragenden Engineering-Kompetenzen noch stärker als bisher an Markt- und Kundenbedürfnissen ausrichten. ThyssenKrupp will die Chancen der globalen Trends, insbesondere auch in den Schwellenländern, konsequent nutzen, um so aus seinen bestehenden Geschäftsfeldern heraus zu wachsen. Gleichzeitig sollen die Nettofinanzschulden zurückgeführt werden.

Als ein Teil der Gesamtmaßnahmen beabsichtigt der Vorstand, das Portfolio von ThyssenKrupp zu fokussieren und sich von Geschäften zu trennen, für die alternative strategische Optionen tragfähiger sind. Damit will der Vorstand die finanzielle Basis des Konzerns weiter stärken, um zusätzliche Flexibilität für den Ausbau strategisch vielversprechender Geschäfte zu gewinnen.

Daher hat der Vorstand heute Portfolio-Anpassungen beschlossen, die er dem Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13. Mai 2011 zur Genehmigung vorlegen wird.

Zusätzlich zum Abschluss der laufenden Verkaufsprozesse von ThyssenKrupp Metal Forming, ThyssenKrupp Xervon sowie der Umsetzung der strategischen Partnerschaft von Abu Dhabi Mar und ThyssenKrupp Marine Systems schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat vor, das Automobilgeschäft stärker zu fokussieren. Dazu sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
・ Die Veräußerung von ThyssenKrupp Waupaca im Rahmen eines Best-Owner-Konzepts. Das Unternehmen ist mit einem Umsatz von fast 900 Mio € und rund 3.000 Mitarbeitern Marktführer im Bereich Eisenguss in den Vereinigten Staaten.
・ Die Trennung von ThyssenKrupp Tailored Blanks ebenfalls im Rahmen eines Best-Owner-Konzepts. Mit einem Umsatz von rund 600 Mio € und knapp 900 Mitarbeitern weltweit ist Tailored Blanks Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie.
・ Die Bündelung der Fahrwerk-Geschäfte der Bilstein-Gruppe und Presta Steering. Mit der Zusammenführung entsteht einer der weltweit größten Chassis-Full-Service-Provider mit etwa 2,2 Mrd € Umsatz und rund 6.500 Mitarbeitern. Für die neue Gesellschaft sollen alle Optionen, insbesondere die Einbringung in eine strategische Partnerschaft geprüft werden.
・ Das klassische Federn- und Stabilisatoren-Geschäft sowie das brasilianische Automotive Systems Geschäft mit einem gemeinsamen Umsatz von knapp 700 Mio € und mehr als 3.000 Mitarbeitern sollen im Rahmen eines Best-Owner-Konzepts veräußert werden.
Darüber hinaus hat der Vorstand beschlossen, das Werkstoffgeschäft zu fokussieren und gleichzeitig die Weiterentwicklung von Stainless Global zu fördern:
・ Eigenständigkeit der Aktivitäten der Business Area Stainless Global. Dafür sollen alle Optionen für eine Weiterführung der Geschäfte außerhalb des Konzerns geprüft werden. Die Business Area erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,9 Mrd € und beschäftigte mehr als 11.000 Mitarbeiter. Mit der Trennung von ThyssenKrupp soll der europäische Markt- und Qualitätsführer im Edelstahlgeschäft eigenständig werden. Stainless soll die Möglichkeit erhalten, seine Wettbewerbsposition mit größerer Flexibilität – auch mit Blick auf potenzielle strategische Partnerschaften – weiterzuentwickeln. Daneben entsteht mehr Spielraum für weitere strukturelle Verbesserungen und Kosteneinsparungen.
Die vom Vorstand beschlossene Fokussierung des Portfolios würde zusammen mit den bereits laufenden Desinvestitionen einen Umsatz von rund 10 Mrd € auf Basis des vorangegangenen Geschäftsjahres und rund 35.000 Mitarbeiter betreffen.

ThyssenKrupp wird in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung am 13. Mai 2011, um 14 Uhr, über die Beschlussfassung zur strategischen Weiterentwicklung berichten. Um 16 Uhr findet eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren statt.

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