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Unternehmensmeldungen, 23.05.2011, 10:00

ThyssenKrupp Steel Europe investiert 300 Millionen in die Warmbandfertigung

Die ThyssenKrupp Steel Europe AG investiert rund 300 Millionen Euro in ihre Warmbandwerke in Bochum und Duisburg. Mit den Investitionen baut der Stahlhersteller seine technologisch führende Position bei hochwertigen Qualitätsflachstahl-Produkten aus. Gleichzeitig sichert die Modernisierung Standorte und Arbeitsplätze an Rhein und Ruhr.

Warmband ist die Basis aller Flachstahl-Produkte von ThyssenKrupp Steel Europe. Das Unternehmen betreibt vier Warmbandwerke mit einer jährlichen Gesamtkapazität von rund 15 Millionen Tonnen. Die Warmbandwerke 1 und 2 sowie eine Gießwalzanlage, die ebenfalls Warmband fertigt, arbeiten am Standort Duisburg. In Bochum produziert das Warmbandwerk 3. Bei der Warmbandfertigung werden Stahlblöcke bei Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius in mehreren hintereinander liegenden Walzgerüsten zu dünnem Band gewalzt. Das Material wird von den Kunden entweder direkt eingesetzt oder bei ThyssenKrupp Steel Europe weiterverarbeitet.

Die Warmbandwerke, die jetzt modernisiert werden, erzeugen unter anderem hochfeste Leichtbau-Stähle für die Automobilproduktion, Vormaterial für Weißblech, das als vollständig recyclingfähiges Dosenmaterial von Lebensmittel- und Getränkeherstellern eingesetzt wird, sowie Stähle für Erdöl- und Erdgaspipelines. Hinzu kommt Vormaterial für Elektroband, das unter anderem in Windkraftanlagen oder in Hybridmotoren für Automobile zum Einsatz kommt oder in Transformatoren für höchste Wirkungsgrade bei der Energieübertragung sorgt. Bei diesen Stahlsorten kommt es auf genaue Abmessungen und auf präzise eingestellte, über die gesamte Bandlänge gleich bleibende technologische Eigenschaften an.

Ein Investitionsschwerpunkt des Warmbandkonzepts ist das Warmbandwerk 1 mit einer Jahreskapazität von rund drei Millionen Tonnen. Das Werk erhält unter anderem Systeme zur Profil-, Kontur- und Planheitsregelung, die besonders gleichmäßige und präzise Abmessungen über die gesamte Länge und Breite des Warmbandes sichern. Außerdem wird die Bandkühlung erneuert. Der Kühlprozess hat großen Einfluss auf die technologischen Eigenschaften des Stahls wie zum Beispiel Festigkeit oder Umformbarkeit. Die Öfen, in denen die Stahlbrammen auf Walztemperatur gebracht werden, erhalten teilweise neue Brenner. Die Brenner sorgen nicht nur für kürzere Aufheizzeiten, sondern kommen auch mit weniger Energie aus. Neue Walzantriebe und die Erneuerung der rechnerbasierten Steuerung der gesamten Walzstraße sind ebenfalls Teil des Modernisierungsprogramms.

Zurzeit installiert wird eine neue Intensivkühlung im Warmbandwerk 2 im Werksteil Beeckerwerth. Damit will ThyssenKrupp Steel Europe unter anderem das Produktspektrum bei höherfesten Stählen für Öl- und Erdgaspipelines ausbauen. Zusätzliche Investitionen gehen in eine neue rechnerbasierte Steuerung der Vor- und Fertigstraße und in die Ausstattung weiterer Walzantriebe mit neuen Großmotoren. Aufwändig erneuert werden auch die Anlagen für Transport und Lagerung der fertigen Warmband-Coils. Im Warmbandwerk 3 in Bochum wird ebenfalls in eine neue Kühlstrecke für eine genauere Temperaturführung sowie Walzeinrichtungen für noch präzisere Warmbandabmessungen investiert.

Seit 2006 hat ThyssenKrupp Steel Europe bereits 180 Millionen Euro in den Ausbau der Warmbandwerke 2 und 3 investiert. Damit hat das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten für die Verarbeitung von jährlich zwei Millionen Tonnen Brammen aus dem neuen Hüttenwerk von ThyssenKrupp in Brasilien geschaffen. „Mit dem aktuellen Warmbandkonzept steigern wir unsere Leistung nochmals, auch in qualitativer Hinsicht“, erläutert Dr. Ulrich Jaroni, für das Ressort Produktion verantwortliches Mitglied des Vorstandes der ThyssenKrupp Steel Europe AG. „Außerdem erweitern wir unser Angebot im hochwertigen, ertragsstarken Produktspektrum, mit dem wir zu Umwelt- und Ressourcenschonung beitragen. Das ist ein weiteres, klares Bekenntnis zum Standort Deutschland, an dem wir nur dann erfolgreich sind, wenn wir erstklassige Qualität anbieten können.“

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