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Produkte und Lösungen, 02.07.2004, 02:00

Erstes Coil nach nur 16 Monaten Bauzeit - Neues Kaltwalzgerüst bei ThyssenKrupp Nirosta

Die ThyssenKrupp Nirosta GmbH, einer der weltweit größten Hersteller für Flachprodukte aus rost-, säure- und hitzebeständigen Stählen, hat am 2. Juli 2004 ein neues Kaltwalzgerüst eingeweiht. Mit der Investition in Höhe von rund 30 Millionen Euro schließt das Unternehmen ein mehr als 170 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm in die Kaltbandtechnologie am Standort Krefeld ab.

Zuvor hatte ThyssenKrupp Nirosta dort bereits 86 Millionen Euro in eine neue Adjustage investiert. Die Anlage ging 2002 in Betrieb. Eine Glüh- und Beizlinie mit einem Investitionsvolumen von 56 Millionen Euro begann im vergangenen Jahr die Fertigung. "Dieses Investitionsprogramm stärkt unsere Wettbewerbsposition, so dass ThyssenKrupp Nirosta für künftige Herausforderungen gut gerüstet ist", erklärte Prof. h.c. (CHN) Dr. Ulrich Middelmann, Vorsitzender des Vorstandes der ThyssenKrupp Steel AG, anlässlich der Einweihungsfeier.

Das jetzt in Betrieb genommene Kaltwalzgerüst wird die neue Glüh- und Beizlinie mit jährlich etwa 110.000 Tonnen Kaltband versorgen. Das 20-Rollen Gerüst walzt bis zu 1.350 Millimeter breites Edelstahl-Kaltband auf Dicken von 0,2 bis 2,5 Millimeter. Die Walzgeschwindigkeit beträgt maximal 800 Meter pro Minute. Verarbeitet werden Coils mit einem Gewicht von bis zu 30 Tonnen. Ihr erstes Coil hat die Anlage schon im Februar 2004, nur 16 Monate nach Vertragsabschluss, gewalzt. Aufgrund der extrem kurzen Bauzeit hat das Walzgerüst bereits 14.000 Tonnen mehr Kaltband produziert als geplant. Vertragspartner von ThyssenKrupp Nirosta war die Sundwig GmbH, ein Unternehmen der österreichischen Andritz-Gruppe. Die gesamte elektrotechnische Ausrüstung lieferte ABB.

Mit seiner leistungsfähigen Mess- und Regeltechnik ist das in Viersäulen-Bauweise ausgeführte Gerüst für hochwertige Edelstahlprodukte mit dünnen Abmessungen und bester Oberflächenqualität prädestiniert. Für optimale Planheit der Bänder sorgen ein Walzenbiegesystem, eine Axialverschiebung für die Zwischenwalzen und eine automatische Stichlinienverstellung. Auch in Sachen Banddicke leistet die neue Anlage Präzisionsarbeit. Die Abweichung vom geforderten Maß beträgt maximal 0,7 Prozent. Dabei wird die Dicke des knapp 50 Stundenkilometer schnellen Bandes jeweils etwa einen Meter vor dem Walzspalt gemessen und die Regeltechnik stellt den Walzspalt in Bruchteilen von Sekunden auf die richtige Größe ein.

Ein weiteres technisches Highlight ist das patentierte Bandkühlsystem der neuen Anlage. Es schont die Oberflächen, weil es das für die Kühlung benötigte Öl bei gleicher Wirkung nur mit etwa der Hälfte des Drucks herkömmlicher Systeme auf das Band sprüht. Den Austausch der Arbeitswalzen handhabt eine automatische Walzenwechselvorrichtung so präzise, dass Kratzer an den Walzen nahezu ausgeschlossen sind.

Mit der neuen Anlage besitzt das Werk Krefeld der ThyssenKrupp Nirosta GmbH jetzt fünf Kaltwalzgerüste. Das erste Gerüst stammt aus dem Jahr 1956 und war damals das erste Sendzimirgerüst in Deutschland. Die zwischenzeitlich modernisierte Anlage ist heute noch in Betrieb und produziert Kaltband mit einer Breite von 1.000 Millimetern.

Walzgerüst SG 5, ThyssenKrupp Nirosta - Technische Daten

Maximale Bandbreite: 1.350 Millimeter
Banddicke Einsatzmaterial: 0,5 - 5,0 Millimeter
Banddicke Fertigmaterial: 0,2 - 2,5 Millimeter
Maximales Coilgewicht: 30 Tonnen
Maximale Walzgeschwindigkeit: 800 Meter pro Minute
Maximaler Bandzug: 500 Kilonewton
Maximale Walzkraft: 8.000 Kilonewton
Walzölsystem: 10.000 Liter pro Minute

Ansprechpartner

ThyssenKrupp Steel

Bernd Overmaat
Tel.: +49 203 - 52 - 4 51 85
Fax: +49 203 - 52 - 2 57 07
e-mail: bernd.overmaat@tks.thyssenkrupp.com

Dietmar Stamm
Tel.: +49 203 52 - 2 62 67
Fax: +49 203 52 - 2 57 07
e-mail: dietmar.stamm@tks.thyssenkrupp.com

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