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Unternehmensmeldungen, 28.08.2007, 14:00

IAA 2007: ThyssenKrupp Steel als Entwicklungspartner der Automobilindustrie

Deutschlands größter Stahlhersteller zeigt zur IAA in Frankfurt, Halle 4.1, Stand C19, wie er seine Kunden nicht nur mit hochwertigen Stählen, sondern auch mit Kompetenz in Konstruktion und Verarbeitung unterstützt. Mit der Übernahme der Umformtechnik-Gruppe aus dem ehemaligen Segment Automotive des ThyssenKrupp Konzerns ist ThyssenKrupp Steel der einzige Stahlproduzent, der die Entwicklungs- und Fertigungsstufen vom Werkstoff bis zum fertigen Bauteil vollständig abdecken kann. Anlässlich einer Pressekonferenz im Vorfeld der Automobilausstellung kündigte das Duisburger Unternehmen ferner die Inbetriebnahme einer weiteren Feuerbeschichtungsanlage im Frühjahr 2008 in China an.

Kompetenz in der Prozesskette
Die Umformtechnik-Gruppe wird seit 1. Oktober 2006 unter der Bezeichnung Metal Forming von ThyssenKrupp Steel geführt. Die Unternehmen fertigen Pressteile und Zusammenbauten für Karosserie und Fahrwerk und zählen alle großen Automobilhersteller zu ihren Kunden. Metal For-ming hat im Geschäftsjahr 2005/2006 mit etwa 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in Europa mit Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Spanien und der Türkei. Mit Werken in Brasilien, China und Indien wurden erste Schritte für eine Präsenz in Übersee vollzogen.

ThyssenKrupp Steel und die Umformtechnik-Gruppe haben bereits in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet. „In Zukunft werden wir unsere Innovationsaktivitäten noch enger bündeln und die Entwicklungszyklen für neue, ausgereifte Lösungen im Automobilbau weiter verkürzen“, erklärte Dr. Ulrich Jaroni, Mitglied des Vorstandes der ThyssenKrupp Steel AG.

Zu den Highlights auf dem IAA-Messestand gehört ein Prototyp für eine neuartige Auto-Heckklappe mit integriertem Fahrradträger, eine innovative Cockpitstruktur sowie die weltweit erste Anwendung der Tailored Blank-Technologie bei der Warmumformung. Mit InCar wird außerdem ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm des ThyssenKrupp Konzerns für Innovati-onen im Automobilbau erstmals öffentlich vorgestellt.

Die Multipurpose Tailgate genannte Heckklappe mit integriertem Träger ist das Ergebnis gemeinsamer Entwicklungsarbeit von ThyssenKrupp Steel und der Webasto AG, einem nahe München ansässigen führenden Hersteller für Dach- und Thermosysteme. Der Träger ist von außen nicht sichtbar unterhalb der Heckscheibe untergebracht. Bei Bedarf lässt sich das Außenblech aufklappen und gibt den Träger frei, der dann sofort einsatzbereit ist.

Die neue Cockpitstruktur wurde gemeinsam mit Johnson Controls entwickelt. Das Unternehmen nimmt unter anderem bei der Ausstattung automobiler Innenräume eine führende Position ein. Die neue Struktur ist etwa 20 Prozent leichter als eine Referenz-Baugruppe aus aktueller Serienfertigung und kostengünstiger. Weil sie gleichzeitig weniger Bauraum benötigt, bietet die Lösung zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für die Beifahrerseite. An dem Projekt hat mit dem Lenksäulenhersteller ThyssenKrupp Presta AG außerdem ein Unternehmen aus dem Segment Technologies des ThyssenKrupp Konzerns mitgewirkt.

In Zusammenarbeit mit Audi wurde eine neue Lösung für crashrelevante Bauteile entwickelt, die im Warmumform-Verfahren gefertigt werden. Automobilhersteller setzen das Verfahren immer häufiger ein, weil sich damit besonders feste und gleichzeitig leichte Komponenten fertigen lassen. Die Verwendung eines aus unterschiedlichen Stahlgüten zusammengesetzten Tailored Blank erlaubt es jetzt, Teile herzustellen, die nicht nur eine hohe Festigkeit besitzen, sondern in definierten Bereichen auch die notwendigen Dehnungseigenschaften, um Aufprallenergie kontrolliert abzubauen. Audi setzt diese Lösung in der Karosserie-Plattform für die Modelle A5 und A4 ein.

Die F&E-Offensive InCar vernetzt das Know-how aller Konzernbereiche mit Automobilkompetenz innerhalb des ThyssenKrupp Konzerns. InCar ist als Ideen- und Lösungspool für Karosserie, Fahrwerk und Antriebsstrang konzipiert. Für die betrachteten Teile, Baugruppen und Systeme werden jeweils mehrere alternative Innovationen entwickelt, die in den Bereichen Leichtbau,
Wirtschaftlichkeit, Komfort oder Leistung Vorteile bieten. Automobilhersteller können aus dem InCar-Baukasten die jeweils für Sie passende Lösung aussuchen. Das umfassende InCar-Themenspektrum reicht von der A-Säule bis zur Ventilsteuerung.

Internationalisierung und Kapazitätsausweitung
Bei der weiteren Internationalisierung der Aktivitäten von ThyssenKrupp Steel stehen die mittel- und osteuropäischen Märkte sowie der NAFTA-Raum im Vordergrund. Das Unternehmen errichtet derzeit in Brasilien ein neues Stahlwerk mit einer Kapazität von jährlich fünf Millionen Tonnen. Drei Millionen Tonnen sollen im NAFTA-Raum verarbeitet werden, zwei Millionen Tonnen sind für Europa bestimmt. Erfolge bei den Automobilkunden in Übersee verspricht sich ThyssenKrupp Steel aufgrund seiner Technologiekompetenz: „Es gibt in diesen Märkten einen hohen Bedarf an Highend-Stahlprodukten, der von den einheimischen Herstellern nur zum Teil gedeckt werden kann“, erklärte Dr. Ulrich Jaroni. Mit Blick auf Mittel- und Osteuropa verweist der für das Automobilgeschäft verantwortliche Vorstand auf die derzeit hohen Wachstumsraten in der Automobilproduktion. „Wir wollen die Kapazitätsausweitung durch das neue Stahlwerk dazu nutzen, unseren Lieferanteil an die Produktionsstätten in diesen Ländern nachhaltig auszubauen.“

In China wird ThyssenKrupp Steel im März 2008 mit TAGAL II eine weitere Feuerbeschichtungsanlage in Betrieb nehmen. Die Kapazität der Anlage beträgt, wie auch bei der bereits Ende 2003 in Betrieb gegangenen Anlage TAGAL I 430.000 Tonnen. Das Unternehmen reagiert mit der Investition von rund 150 Millionen Euro unter anderem auf die wachsende Nachfrage nach hochwertigen feuerverzinkten Stahlprodukten im Automobilsektor. TAGAL I und II werden als Joint-Ventures mit dem chinesischen Partner Angang New Steel betrieben.

Diese Presse-Information finden Sie auch im Internet unter www.thyssenkrupp-steel.de

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