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Produkte und Lösungen, 25.06.2001, 02:00

Neuer Krupp Hydraulikhammer bei der Direktgewinnung von Kalkstein im Einsatz

Die Limestone Factory in Tallin, Estland setzt den neuen Krupp Hydraulikhammer HM 2300, Version Marathon®, mit StartSelect-System von Krupp Berco Bautechnik bei der Direktgewinnung von Kalkstein ein. Der Stein hat eine Druckfestigkeit von 80 bis 120 Megapascal. Der Hammer erreicht hierbei eine Produktionsleistung von 240 bis 300 Tonnen pro Achtstunden-Schicht.

Die Limestone Factory war 1995 vom konventionellen Abbau durch Sprengen zur Direktgewinnung mit Hydraulikhämmern übergegangen. Notwendig war die Umstellung wegen der Nähe zu einem Wohngebiet, das an der nur 100 Meter entfernten Fernstraße Tallin-Moskau errichtet wurde. Außerdem verlaufen in geringer Entfernung zum Steinbruch wichtige Versorgungsleitungen für Gas und Elektrizität. Angesichts der Erschütterungen und weiterer Risiken beim Spren-gen in diesem Bereich drohte der Stop des Abbaus. Inzwischen hat sich das Direktgewinnungs-Konzept bewährt: Im vergangenen Jahr produzierte das Unternehmen rund 300.000 Tonnen Kalkstein, davon etwa zwei Drittel durch Direktgewinnung mit Hydraulikhämmern. Der Anteil soll in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden.

Den HM 2300 Marathon® mit StartSelect-System hat die Limestone Factory aufgrund überzeugender Leistungen beim Testeinsatz vor Ort vom Krupp Berco Bautechnik-Vertriebspartner Metsatehnika AS erworben. Die Krupp Berco Bautechnik GmbH hat diesen Typ zur Bauma 2001 erstmals vorgestellt. Der HM 2300 und der schwerere HM 2600 mit StartSelect-System, ebenfalls eine Bauma-Messeneuheit, sind inzwischen weltweit in größerer Stückzahl im Einsatz.

Die Einstellmöglichkeiten des StartSelect-Systems sind "AutoStart" und "Auto-Stop". Im Modus "AutoStart" ist der Hammer so eingestellt, dass er ohne An-druck des Werkzeugs auf das Material anläuft. In dieser Situation wird StartSelect durch das serienmäßig eingebaute AutoControl-System unterstützt. Im Falle eines Leerschlages reduziert AutoControl die Schlagenergie um 50 Prozent und das Schlagwerk wird geschützt. Sobald das Werkzeug festen Widerstand im Material gefunden hat, schaltet AutoControl automatisch auf volle Energie zurück. Dieses Konzept ist von der Krupp Berco Bautechnik GmbH zum Patent angemeldet.

Der Modus "AutoStart", empfiehlt sich beispielsweise für Einsätze in losem Haufwerk, bei denen man die zum Einschalten herkömmlicher Hämmer notwendige Andruckkraft nur schwer aufbringen kann. Im Modus "AutoStop" muss der Hammer angedrückt werden und schaltet automatisch ab, wenn das zu brechende Material zerstört ist. Im Steinbruch bietet diese Einstellung unter anderem beim Abbau in der Wand Vorteile.

Darüber hinaus ist der HM 2300 mit einem verbesserten Kobendichtungssystem und einem neuartigen Spannschraubensystem ausgerüstet. Mit beiden Neuerungen wurde die Verfügbarkeit des Geräts weiter gesteigert. Ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit des HM 2300 sind außerdem die automatische Schmiereinrichtung ContiLube® II und die Staubschutzeinrichtung DustProtector. ContiLube® II und DustProtector sind wie die automatische Hubumschaltung AutoControl Bestandteile des bewährten Marathon® Verschleißschutzsystems für Hydraulikhämmer von Krupp Berco Bautechnik. Der HM 2300 ist für Trägergeräte von 32 bis 50 Tonnen ausgelegt und wiegt 3.000 Kilogramm.

Die Gesteinsgewinnung mit Hydraulikhämmern ist heute eine eingeführte Abbaustrategie, die in vielen Fällen erhebliche wirtschaftliche Vorteile bietet. So lassen sich qualitativ unterschiedliche Gesteinsschichten mit Hydraulikhämmern gezielt ausbeuten. Beim Sprengen dagegen werden unterschiedliche Gesteinsqualitäten vermischt und die Produktreinheit ist geringer. Die Direktgewinnung gewährleistet eine kontinuierliche Produktion ohne langwierige Unterbrechungen, die beim Sprengen wegen der Räumung der Gefahrenbereiche notwendig sind. Ein weiterer Vorteil: Mit Hydraulikhämmern kann das Gestein direkt im Anschluss an die Gewinnung aus der Wand nachzerkleinert werden. Auf diese Weise lassen sich die Investitions- und Unterhaltskosten für eine Vorbrecher-Anlage einsparen. Das Material kann direkt den nachgeschalteten Brechanlagen zugeführt werden.

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