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Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 13.02.2015, 07:05

Guter Start ins neue Geschäftsjahr: operative Zwischenziele im 1. Quartal 2014/2015 erreicht: Bereinigtes EBIT um 29 Prozent gesteigert / Periodenüberschuss von 43 Mio € / Jahresausblick bestätigt

Der Industrie- und Technologiekonzern ThyssenKrupp hat seine operativen Zwischenziele im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 erreicht und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Umsatz, Bereinigtes EBIT und Netto-Ergebnis konnten zum Teil deutlich gesteigert werden. „Der Kurs stimmt. Die Ergebnisentwicklung im Quartal zeigt, dass wir mit dem Konzernumbau auf dem richtigen Weg sind. Das konjunkturelle Umfeld bleibt unsicher und die geopolitischen Risiken hoch. Deshalb konzentrieren wir uns weiter auf die Dinge, die wir selbst beeinflussen können und arbeiten konsequent an der Verbesserung unserer Effizienz“, sagt ThyssenKrupp Vorstandschef Dr. Heinrich Hiesinger.

In einem unverändert anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld erreichte der Auftragseingang 10,1 Mrd € und lag mit -5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ursache für diesen Rückgang ist im Wesentlichen ein Großauftrag im Marineschiffsbau im 1. Quartal des Vorjahres. Alle anderen Industriegütergeschäfte zeigten gegenüber dem Vorjahr stabile bis deutlich steigende Auftragseingänge. Die Aufzugssparte verzeichnete erneut einen Rekordwert.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 Prozent auf insgesamt 10 Mrd € an. Auf vergleichbarer Basis (währungs- und portfoliobereinigt) lag der Umsatz 5 Prozent über dem Vorjahr. Grund hierfür war das starke organische Wachstum der Industriegütergeschäfte.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten kletterte im 1. Quartal deutlich um 29 Prozent auf 317 Mio € (Vorjahr 245 Mio €). Haupttreiber dieser Verbesserung war die erfolgreiche Umsetzung der Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Unterm Strich erwirtschaftete der ThyssenKrupp-Konzern im 1. Quartal einen Periodenüberschuss von 43 Mio € (Vorjahr -70 Mio €). Nach Abzug der Minderheitenanteile lag der Periodenüberschuss bei 50 Mio € (Vorjahr -65 Mio €); das Ergebnis je Aktie betrug 0,09 € (Vorjahr-0,12 €).

Der Free Cashflow vor Desinvestitionen lag im 1. Quartal wie erwartet mit -651 Mio € unter dem Vorjahresniveau, jedoch voll im Rahmen des prognostizierten Korridors. Unter anderem führten die Normalisierung der Bestände nach der Zustellung eines Hochofens bei Steel Europe, der Streik bei AST in Italien und Großaufträge im Werkstoffhandel zu dem temporären Anstieg des Netto-Umlaufvermögens. Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns erhöhten sich daher im Berichtsquartal um 535 Mio € auf 4,2 Mrd €, konnten jedoch gegenüber Vorjahr um rund 390 Mio € gesenkt werden.

Der Ausblick für die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr 2014/2015 bleibt unverändert. Der Konzernumsatz soll auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich wachsen. Das Bereinigte EBIT sollte sich auf mindestens 1,5 Mrd € erhöhen. Dabei werden bis auf Steel Americas alle Geschäftsbereiche deutlich positive Beiträge erwirtschaften. Bei Steel Americas erwartet ThyssenKrupp aufgrund operativer Fortschritte mindestens eine deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen EBIT. Für den Jahresüberschuss rechnet der Vorstand ebenfalls mit einer deutlichen Verbesserung (Vorjahr 195 Mio €). Deutliche Fortschritte soll es auch bei der Cash-Generierung aus operativer Leistung geben: Der Free Cashflow vor Desinvestitionen soll mindestens ausgeglichen sein.

Detailentwicklung in den Geschäftsbereichen im 1. Quartal 2014/2015

Alle Business Areas haben das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahresquartal verbessert; einzige Ausnahme war Materials Services, die durch den Streik bei AST in Italien belastet waren. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben einen positiven Beitrag zum Ergebnis geleistet; Steel Americas hat ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag bei 337 Mio € in den ersten drei Monaten. Die Werkstoffgeschäfte leisteten inklusive Steel Americas und trotz des Streiks in Italien mit 81 Mio € insgesamt einen deutlich positiven Beitrag.

Components Technology verzeichnete eine erfreuliche Entwicklung und profitierte neben positiven Effekten aus der Währungsumrechnung von der weiteren Erholung im Pkw- und Windkraftbereich. Auftragseingang und Umsatz stiegen auf jeweils 1,6 Mrd € (Vorjahr 1,4 Mrd €). Das entspricht einer Steigerung um 13 bzw. 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auf vergleichbarer Basis konnte der Bereich um 9 bzw. 8 Prozent zulegen. Das Bereinigte EBIT lag mit 67 Mio € um 6 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert (63 Mio €).

Elevator Technology hat seinen Rekordkurs fortgesetzt und neue Spitzenwerte bei Auftragseingang und Auftragsbestand erreicht. Auftragseingang und Umsatz stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4 bzw. 11 Prozent auf 1,9 Mrd € bzw. 1,7 Mrd € (Vorjahr 1,8 Mrd € bzw. 1,5 Mrd €); auf vergleichbarer Basis blieb der Auftragseingang auf gleichem Niveau, der Umsatz stieg um 7 Prozent. Besonders erfreulich entwickelte sich das Neuinstallationsgeschäft in den USA, China und Südkorea. Die positive Geschäftsentwicklung schlug sich auch in einer Verbesserung des Bereinigten EBIT nieder, das um 14 Prozent auf 178 Mio € stieg (Vorjahr 156 Mio €).

Die positive Entwicklung der Geschäfte von Industrial Solutions hat sich auch im 1. Quartal 2014/2015 grundsätzlich fortgesetzt. Aufgrund eines Großauftrages von Marine Systems im Vorjahresquartal blieb der Auftragseingang mit 1,1 Mrd € allerdings deutlich unter dem sehr hohen Vergleichswert des Vorjahres (2,3 Mrd €). Der hohe Auftragsbestand von 13,5 Mrd € zum 31. Dezember 2014 sichert langfristige Planbarkeit und Auslastung für die kommenden zwei bis drei Jahre. Beim Umsatz konnte Industrial Solutions mit 1,4 Mrd € den Vorjahreswert (1,3 Mrd. €) um 7 Prozent verbessern; auf vergleichbarer Basis lag der Zuwachs bei 8 Prozent. Das Bereinigte EBIT lag mit 92 Mio € leicht über dem Vorjahresquartal (91 Mio €).

In einem schwierigen Preis- und Wettbewerbsumfeld hat sich Materials Services mengenbedingt gut entwickelt. Auftragseingang und Umsatz stiegen um jeweils 25 Prozent auf 3,5 bzw. 3,4 Mrd € (Vorjahr 2,8 bzw. 2,7 Mrd €). Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Anstieg von 6 bzw. 8 Prozent. Das Bereinigte EBIT lag im Wesentlichen wegen des Streiks bei AST in Italien mit 2 Mio € unter dem Vorjahreswert von 34 Mio €. Die Business Unit Special Materials mit den Einheiten VDM und AST belastete das Ergebnis insgesamt mit -33 Mio €. Ohne diesen Bereich konnte das Bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahresquartal leicht gesteigert werden.

Steel Europe verzeichnete im Berichtsquartal einen preis- und mengenbedingten Rückgang des Geschäftsvolumens. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens den anhaltenden Rückgang bei den Stahlpreisen. Zweitens war die Mengenentwicklung beeinträchtigt durch Produktionsengpässe infolge der verzögerten Fertigstellung einer umgebauten Stranggießanlage. Dies hatte zur verspäteten Inbetriebnahme eines neu zugestellten Hochofens geführt. Der Auftragseingang war mit 2,1 Mrd € 8 Prozent niedriger als im Vorjahr (2,3 Mrd €). Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 2,0 Mrd € zurück (Vorjahr 2,1 Mrd €). Vergleichbar gerechnet nahmen Auftragseingang und Umsatz ebenfalls um 8 bzw. 4 Prozent ab. Das Bereinigte EBIT verbesserte sich dennoch deutlich um 61 Mio € auf 79 Mio € (Vorjahr 18 Mio €). Hier wirkten sich die Maßnahmen aus dem Effizienzprogramm „Best-in-Class Reloaded“ positiv auf das Ergebnis aus, hinzu kamen Entlastungen bei den Rohstoffkosten.

Sowohl Auftragseingang mit 475 Mio € (Vorjahr 609 Mio €) als auch Umsatz mit 502 Mio € (Vorjahr 538 Mio €) liegen bei Steel Americas bedingt durch die Veräußerung der ThyssenKrupp Steel USA mit 22 Prozent bzw. 7 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Auf vergleichbarer Basis stiegen Auftragseingang um 5 und Umsatz um 9 Prozent. Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahresquartal (-19 Mio €) konnte Steel Americas ein ausgeglichenes Bereinigtes EBIT erwirtschaften. Wesentliche Gründe für diese deutliche Verbesserung sind gesunkene Rohstoffkosten sowie positive Preiseffekte im nordamerikanischen Flachstahlmarkt.

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