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Unternehmensmeldungen, 04.12.2000, 01:00

Dortmunder OberflächenCentrum: Schulterschluss von Industrie und Forschung

Mit einer offiziellen Feier hat die Thyssen Krupp Stahl(TKS) am Montag, dem 4. Dezember 2000, nach 14-monatiger Bauzeit das Dortmunder OberflächenCentrum, kurz DOC, auf dem Gelände der Dortmunder Westfalenhütte eingeweiht.

Das DOC ist das größte Forschungszentrum für die Oberflächenveredelung von Flachstahl in Europa. Hier werden die an den verschiedenen Standorten des Unternehmens gewachsenen Entwicklungsaktivitäten auf diesem Gebiet gebündelt und erweitert. Gleichzeitig wurde im DOC ein industrienaher Brückenkopf von anwendungsorientierten Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) integriert. Als industrieller Partner ist der renommierte Anlagenhersteller SMS-Demag eingebunden. Ziel dieser Kooperation - die vor allem im Rahmen von Projekten organisiert ist - ist es, effizient innovative Verfahren der Oberflächentechnik zu entwickeln und in die industrielle Praxis umzusetzen. "Das DOC verknüpft das Know-how von Experten aus Industrie, Entwicklung und Forschung in Sachen Oberflächenveredelung", so TKS Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Kohler. "Mit dieser strategischen Investition wollen wir die zukünftigen technologischen Entwicklungen auf diesem Gebiet an vorderster Front mitbestimmen und für unsere Kunden ein Partner ersten Ranges für intelligente Stahlprodukte sein". Das DOC ist als GmbH organisiert, deren Hauptgesellschafter die Thyssen Krupp Stahl AG ist.

Im Rahmen eines Gesamtinvestitionsvolumens von rund 40 Millionen DM hat die Thyssen Krupp Stahl AG auf einem 9.000 Quadratmeter großen Gelände einen neuen, hochmodernen Komplex errichtet, der sich neben einem vorhandenen Bürogebäude in ein zweigeschossiges Technikum sowie zwei Versuchshallen gliedert. In Halle 1 befinden sich verschiedene Simulationseinrichtungen sowie die neuartige Bandpilotanlage, mit der neue Produkte und Behandlungsverfahren für die kontinuierliche Oberflächenveredelung entwickelt werden. Halle 2 ist mit Laser-, PVD- und Plasmabeschichtungsanlagen der Fraunhofer-Institute ausgestattet, die mit bis zu 20 Mitarbeitern innovative Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F&E) durchführen. Weitere TKS-Abteilungen aus dem F&E-Bereich wie Werkstoffentwicklung, Anwendungstechnik, sowie Metallographie und Oberflächenanalytik liegen in unmittelbarer räumlicher Nähe und schaffen damit weitere Synergien.

"In enger Zusammenarbeit mit den operativen Geschäftsfeldern von TKS werden die vielfältigen, bereits industriell eingeführten Produkte und dazugehörigen Oberflächentechnologien im DOC konsequent weiterentwickelt und optimiert", betont Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsmitglied für das Ressort Technik 2 der Thyssen Krupp Stahl AG. "Außerdem werden in einer private public partnership von TKS und FhG im Verbund mit weiteren industriellen Partnern und Instituten erhebliche Aktivitäten entwickelt, um neuartige, bisher nicht für die Stahlbandveredelung eingesetzte OV-Technologien wie Gasphasenabscheidung, Plasma- und Strahlprozesse mit ihrem großen Potential für die Entwicklung neuer Schichtsysteme und damit neuer, verbesserter Produkte, nutzbar zu machen."

"Wir haben in ThyssenKrupp Stahl einen verlässlichen Partner gefunden, der wie kaum ein anderer innovativen Entwicklungen und neuen Wegen aufgeschlossen gegenüber steht und, sobald diese für gut befunden sind, schnell und unbürokratisch handelt", sieht auch Prof. Dr. Eckhard Beyer, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Dresden, der Zusammenarbeit optimistisch entgegen. Über die Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft hinaus entsteht ein enges Netzwerk, das zum Beispiel die Dortmunder Hochschulen und das Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf einbindet.

"Aufbauend auf dem Personalbestand von 36 Mitarbeitern in den entsprechenden TKS-Abteilungen wird die Belegschaft um weitere 40 zusätzliche hochqualifizierte Mitarbeiter und 5 Auszubildende erhöht", freut sich TKS-Vorstandsvorsitzender Kohler. "Das DOC schafft Arbeitsplätze im Stahlbereich und stärkt zugleich die Forschungs- und Entwicklungskompetenz in der Region Dortmund." Mit diesen Perspektiven, so Kohler, kann Dortmund weiter mit Zuversicht nach vorn blicken.

Dortmund, 4. Dezember 2000

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