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Unternehmensmeldungen, 10.12.2010, 13:02

„ThyssenKrupp Home Alabama“: ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA weihen neues Stahl- und Weiterverarbeitungswerk im Südosten der USA offiziell ein

Nach dreijähriger Bauzeit ist heute das neue Stahl- und Weiterverarbeitungswerk von ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA im Südosten der USA offiziell eingeweiht worden. „ThyssenKrupp stößt mit der Inbetriebnahme des Werkes in Alabama sowie dem im Sommer gestarteten Stahlwerk in Brasilien in eine neue Dimension der Konzerngeschichte vor“, betonte Dr. Ekkehard Schulz bei der Eröffnung in Calvert. „Diese beiden Projekte sind die Eckpfeiler unserer transatlantischen Wachstumsstrategie: Wir setzen auf profitables Wachstum in internationalen Zukunftsmärkten. Deshalb sind die Investitionen in unsere Werke in den USA und Brasilien auch echte Zukunftsinvestitionen“, so der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG auf der Veranstaltung, an der 3.000 Mitarbeiter, Kunden und Gäste aus Politik und Wirtschaft teilnahmen.

Die Errichtung des Stahl- und Weiterverarbeitungswerks in Alabama ist eine der bisher größten ausländischen Investitionen in den USA. ThyssenKrupp hat in den gesamten Werkskomplex fünf Milliarden US-Dollar investiert, davon 3,6 Milliarden in die Anlagen beim Qualitätsflachstahl und 1,4 Milliarden in den Stainless-Bereich. Am Ende werden in Calvert dauerhaft 2.700 Mitarbeiter beschäftigt sein. Dazu kommt ein Vielfaches an indirekten Arbeitsplätzen. „Wir bewegen uns mit den Verarbeitungsanlagen hier in Alabama auf allerhöchstem internationalen Niveau und nehmen eine Benchmark-Position bei den Stahl-Produktionsstätten in den USA ein“, unterstrich Dr. Schulz in seiner Rede.

Vom neuen Standort in Alabama aus wollen ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA ihre Wettbewerbsposition in Nordamerika ausbauen. Der Markt für Qualitätsflachstahl im NAFTA-Raum zeichnet sich durch ein großes, langfristig wachsendes Hochwertsegment aus. Diesen Markt mit Kunden in den Abnehmerbranchen Servicecenter, Auto-, Bau-, Geräte- und Röhrenindustrie will ThyssenKrupp stärker erschließen und einen Marktanteil von mehr als fünf Prozent erreichen. Edelstahl-Flachprodukte von ThyssenKrupp werden bereits über Vertriebsgesellschaften auf dem NAFTA-Markt vermarktet. Der aktuelle Marktanteil liegt bei mehr als 15 Prozent. Dieser soll durch ThyssenKrupp Stainless USA ebenfalls deutlich gesteigert werden. „Wir sind sicher, dass uns dies gelingt: ThyssenKrupp verfügt überall auf der Welt über eine hohe Reputation und ist für seine Qualitätsprodukte bekannt“, sagte Dr. Schulz. „Die Kunden in den USA warten auf uns.“

Im Mai 2007 war die Entscheidung für den Bau des Greenfield-Werks in den USA gefallen. Für den Standort Calvert in der Provinz Mobile sprachen die ausgezeichneten logistischen Voraussetzungen mit dem direkten Zugang zum Golf von Mexiko und damit der Anbindung für die Versorgung mit Vormaterial aus Brasilien. Weitere Vorteile waren die kurzen Wege zu den Kunden in den industriellen Zentren im Süden der USA, in Mexiko und in Kanada, die gute Verfügbarkeit von Personal sowie die breite Unterstützung durch Politik und Verbände in Alabama.

Der erste Spatenstich auf dem 14 Quadratkilometer großen Grundstück erfolgte am 2. November 2007. Während des Aufbaus waren bis zu 30.000 Arbeiter zeitgleich auf dem Gelände tätig. Bei den Fundamentarbeiten wurden rund 8,5 Millionen Kubikmeter Erde bewegt, etwa 75.000 Grundpfeiler gesetzt und mehr als 750.000 Kubikmeter Beton gegossen. Die gesamte Hallenfläche beträgt ca. 630.000 Quadratmeter. Für die Errichtung des Werkes wurde so viel Stahl benötigt wie für zehn Eiffel-Türme.

Für die Produktion von Qualitätsflachstahl wird das Werk mit jährlich drei Millionen Tonnen Brammen aus Brasilien versorgt, die zum eigens erweiterten Hafen von Mobile transportiert und von dort über den Tombigbee-River zum eigenen Werkshafen gefahren werden. Kernstück des Werks ist eine Warmbreitbandstraße mit einer Kapazität von über fünf Millionen Tonnen im Jahr. Hier wurde im Juli das erste Coil produziert. Das Kaltwalzwerk ist seit September in Betrieb. Die Veredelungsanlagen der ThyssenKrupp Steel USA werden schrittweise fertig gestellt. Die ersten Kaltband-Produkte wurden schon an die Kunden ausgeliefert.

Die Warmbreitbandstraße wird künftig auch von der ThyssenKrupp Stainless USA genutzt. Der Edelstahl-Bereich war im September 2010 mit einem Kaltwalzgerüst und einer jährlichen Kapazität von rund 100.000 Tonnen gestartet. Weitere Anlagen wie die Warmband Glüh- und Beizlinie, die ab Herbst 2011 produzieren soll, werden aktuell geplant oder gebaut. Für den gleichen Zeitraum ist die Inbetriebnahme eines weiteren Kaltwalzgerüsts in der Breite von 72 Zoll geplant. Derzeit erhält die ThyssenKrupp Stainless USA das Vormaterial aus den europäischen Werken. Künftig werden die Edelstahl-Brammen im eigenen Stahlwerk in Calvert produziert. Mit dem Bau wird jetzt begonnen. Ein Teil der dort produzierten Edelstahl-Warmbänder ist später für die Versorgung der ThyssenKrupp Mexinox in San Luis Potosí (Mexiko) vorgesehen. Die Inbetriebnahme des Elektrostahlwerks soll im Dezember 2012 erfolgen. Die Kapazität beträgt bis zu eine 1 Million Jahrestonnen.

Beim Bau und Betrieb der Anlagen in Calvert werden die anspruchsvollen amerikanischen und europäischen Umwelt-Standards übertroffen. ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA setzen auf umfassende Energierückgewinnungs- und Wiederverwertungstechnologien. Dazu gehört beispielsweise eine innovative Wasseraufbereitungsanlage. Darüber hinaus investiert ThyssenKrupp in die Qualifikation der Mitarbeiter, unter anderem durch das Erich Heine-Ausbildungszentrum. Wie an allen Standorten weltweit betätigt sich ThyssenKrupp auch in Alabama als „Good Corporate Citizen“. So werden in der Region Bildung und soziale Projekte gefördert sowie Partnerschaften mit Organisationen, Schulen und Universitäten entwickelt.

„Der Süden der USA ist ein Wachstums-Motor für das gesamte Land und das neue Werk von ThyssenKrupp in Alabama hilft, die wirtschaftliche Führungsposition für diese Region zu sichern“, sagte Alabamas Gouverneur Bob Riley bei der Einweihung. „Diese Großinvestition in unserem Bundesstaat bietet neue Möglichkeiten für weiteres Wachstum, gibt Mitarbeitern sowie ihren Familien gute Jobs und macht Alabama und die gesamte Region noch wettbewerbsfähiger“, erklärte Riley. „Zeitgleich die drei Projekte USA, Brasilien und den Neubau unserer Konzernzentrale in Deutschland umzusetzen, war eine Mammut-Aufgabe. Aber wir haben es gestemmt“, betonte CEO Dr. Schulz. „Wir sind hier angekommen oder um es mit anderen Worten zu sagen: ,Steel Home Alabama’ oder noch besser ,ThyssenKrupp Home Alabama’“.

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