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Produkte und Lösungen, 19.07.2000, 02:00

Krupp Fördertechnik: Weltrekorde am Äquator

Freeport McMoRan Copper & Gold hat vor kurzem im Tagebau Grasberg in Irian Jaya, Indonesien, ein Abraum-Fördersystem der Krupp Fördertechnik GmbH, Essen, in Betrieb genommen. Das System umfasst unter anderem einen der beiden größten weltweit in Betrieb befindlichen Kreiselbrecher und eine Transportraupe, deren Tragfähigkeit die der größten bislang bekannten Raupen noch einmal um 50 Prozent übertrifft. Bei der Konstruktion haben die Ingenieure von Krupp Fördertechnik zahlreiche innovative Lösungen gefunden, mit denen sie das System optimal an Lage und natürliche Gegebenheiten des Tagebaus angepasst haben.

Der Tagebau Grasberg liegt in der Nähe des dritten Breitengrades südlich des Äquators und birgt eines der reichsten Gold- und Kupfervorkommen der Welt. Das Verhältnis von Abraum zu Nutzmineralien beträgt drei zu eins. Angesichts der mit zunehmender Teufe stark wachsenden Abraummengen entschied sich Freeport 1997, hierfür ein kontinuierliches Fördersystem zu installieren. Es besteht aus einer semimobilen Brechanlage mit einem Kreiselbrecher 63-114, drei Bandanlagen, einem semimobilen Absetzer und einer Transportraupe T1250.

Der Kreiselbrecher zerkleinert stündlich bis zu 10.000 Tonnen Abraum auf eine bandgerechte Größe. Er ist weitgehend baugleich mit einem Brecher von Krupp Fördertechnik, den Freeport bereits 1998 in Betrieb genommen hat. Gemeinsam sind die beiden Aggregate die beiden größten Brecher ihrer Art weltweit.

Der Absetzer mit einer Gesamtlänge von 160 Metern verstürzt den Abraum mit seinem 127 Meter langen Ausleger in eine Tiefe von 400 Meter. Wegen der großen Abwurfhöhe kann der Absetzer vergleichsweise lange kippen, ohne geschwenkt oder verfahren zu werden. Deshalb entschied sich Freeport für ein semimobiles System ohne eigenes Fahrwerk und Schwenkwerk, dessen Oberbau sich auf ein Portal abstützt. Wenn nötig fährt die Transportraupe unter das Portal und bringt den Absetzer in eine neue Position.

Die semimobile Lösung bringt spürbare Kostenvorteile für den Kunden: Weil das Gewicht des Absetzers die Tragfähigkeit der Transportraupe nicht überschreiten durfte, hat Krupp Fördertechnik die gesamte Tragkonstruktion des Abwurfauslegers als leichte, mit Seilen horizontal und vertikal verspannte Rohrkonstruktion ausgelegt. Insgesamt erzielte man so eine Gewichtsersparnis von mehr als 50 Prozent gegenüber konventionell konstruierten Systemen. Der Preis für den Absetzer verringerte sich ebenfalls, genauso wie die Kosten für Betrieb und Wartung.

Die Transportraupe hat eine Tragfähigkeit von 1.250 Tonnen und ist dabei nur 180 Millimeter höher als die größte bislang gebaute Raupe mit einer Tragfähigkeit von 850 Tonnen. Installierte Motorleistung und Kettenzug sind etwa doppelt so hoch wie bei einer 850 Tonnen-Raupe. Die kompakte Bauweise war unter anderem deshalb notwendig, weil auch bereits vorhandene, ältere Brechanlagen mit der Raupe versetzt werden sollen, so dass die Außenkonturen an die freien Querschnitte der bereits im Tagebau vorhandenen Systeme angepasst werden mussten.

Die Lage des Tagebaus Grasberg in rund 4.000 Meter Höhe hat die Krupp Födertechnik-Konstrukteure vor weitere besondere Herausforderungen gestellt: Wegen enger Tunnel auf dem Weg zum Einsatzort teilten sie die Ringsegmente des Brechers in Halbschalen und die Stahlkonstruktion für den Fachwerkausleger des Absetzers nicht nur quer, sondern auch in Längsrichtung in Segmente. Ebenfalls in Segmenten erreichte die Plattform der Transportraupe den Tagebau, wo die 60 Millimeter dicken Platten anschließend unter erschwerten Bedingungen in 4.000 Meter Höhe verschweißt wurden.

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