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Unternehmensmeldungen, Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 12.02.2019, 07:00

thyssenkrupp gibt Führungsstrukturen für zukünftige Unternehmen bekannt / Wachstumskurs im 1. Quartal fortgesetzt / Jahresprognose bestätigt

  • Nächster Meilenstein für Teilung: effiziente Führungsstrukturen mit klarer Orientierung an Geschäftsanforderungen beider Unternehmen entwickelt
  • Vorbereitungen zur Teilung des Konzerns liegen voll im Plan
  • 1. Quartal 2018/2019: Auftragseingang und Umsatz weiter gesteigert
  • Operatives Ergebnis wie erwartet unter Vorjahr; Nettogewinn steigt auf 145 Mio €
  • Gesamtjahresprognose bestätigt

thyssenkrupp hat den nächsten Schritt auf dem Weg zur geplanten Teilung des Unternehmens gemacht. Der Konzern hat heute die Führungsstrukturen der beiden künftigen Unternehmen bekanntgegeben und damit den Rahmen für die konkrete Ausgestaltung von thyssenkrupp Industrials und thyssenkrupp Materials gesteckt.

Guido Kerkhoff, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG: „Mit der Teilung schaffen wir strategische Klarheit und ermöglichen es den Geschäften, sich dynamischer zu entwickeln. Die neuen Führungsstrukturen sind dafür eine wichtige Voraussetzung. Die neue Aufstellung ist auf die jeweiligen Geschäftsanforderungen zugeschnitten und trägt den unterschiedlichen Marktlogiken Rechnung. Damit werden beide thyssenkrupps schlanker, schneller und besser.“

Die beiden thyssenkrupps sollen effizienter sein und besser am Markt agieren können. Ziel ist eine schnellere Umsetzung von Projekten und Innovationen. Zudem sollen sie besser auf Marktentwicklungen reagieren können und näher an den Kunden sein. Dafür werden beide Unternehmen ihren Geschäften möglichst große Entscheidungsfreiheit geben. Zugleich werden sie – insbesondere bei thyssenkrupp Industrials – auch gemeinsame Stärken über die Geschäftsbereiche hinweg bestmöglich nutzen. Das heißt: Beide Unternehmen werden schlanker. In beiden zukünftigen Unternehmen werden die Führungsstrukturen deutlich vereinfacht.

Bei beiden Unternehmen werden die Vorstandressorts auf jeweils drei reduziert und zentrale Funktionen zusammengelegt. Von den heute 17 Konzern- und Servicefunktionen wird es bei thyssenkrupp Industrials künftig nur noch 14, bei thyssenkrupp Materials nur noch 10 geben. Die bisherige Matrixstruktur wird aufgelöst. Künftig wird es neben den Geschäftsbereichen auf Headquarter-Ebene keine Regionalstruktur geben. Die Aufgaben in den Regionen werden die operativen Einheiten oder die zentralen Funktionen erfüllen. Auch die Shared-Service-Einheiten werden geschäftsnah zugeordnet und stärker fokussiert.

Der Konzern rechnet mit vergleichsweise geringen Dissynergien durch die Teilung. Durch gegenläufige Maßnahmen sollte ein Kostenaufbau weitestgehend vermieden werden können. Die bereits geplanten Maßnahmen zur Reduzierung der Verwaltungskosten werden fortgeführt. Im Geschäftsjahr 2020/2021 sollen die zentralen Verwaltungskosten für beide Unternehmen insgesamt bei unter 300 Mio € liegen (Geschäftsjahr 2017/2018: rund 380 Mio €).

Wie mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, wird es aufgrund der Teilung keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Unterschiedliche Ausgestaltung der Führungsstrukturen

Bei thyssenkrupp Industrials werden die Aufzüge, das Automobilzuliefergeschäft und der Anlagenbau gebündelt – also die Geschäfte, die von Megatrends getrieben werden. Was hier zählt, ist vor allem Innovationsstärke. Das „Engineering“ in thyssenkrupp macht da den Unterschied. Das ist der Schlüssel zu nachhaltigen Lösungen und zu langfristigem Wachstum: In den Großstädten, bei der Mobilität und der Infrastruktur der Zukunft.

Hier kommt es deshalb darauf an, die Stärken von thyssenkrupp zu stärken. Auch gilt es gerade in diesen Geschäften, die Performance konsequent zu steigern. Beide Ziele werden in einer deutlich fokussierten Aufstellung von Industrials einfacher möglich sein als heute. Alle drei Geschäftsbereiche von thyssenkrupp Industrials folgen ähnlichen Marktlogiken.

Die zukünftige Führungsstruktur wird daher ein differenziertes Modell. Einerseits wird Verantwortung in die Organisation delegiert. Andererseits werden bestimmte Themen auch zentralisiert, wo gezielt Synergien zu heben sind – zum Beispiel im Bereich Recruiting, Talent Management oder Innovation. Die Zentrale und die Business Areas werden künftig zum Teil in integrierten Teams zusammenarbeiten.

Mit der thyssenkrupp Materials AG entsteht ein Unternehmen, das führende Marktpositionen in den Werkstoffgeschäften einnimmt. Hier werden Materials Services, die Beteiligung am Stahl-Joint-Venture und das Marinegeschäft zusammengefasst. Dazu kommen die Schmiedeaktivitäten und die Großwälzlager. Diese Geschäfte eint, dass sie in reifen Märkten tätig sind, in denen wir uns durch unsere langjährigen Kundenbeziehungen und durch hohe Qualitäts- und Technologiestandards differenzieren. Die Geschäfte innerhalb von thyssenkrupp Materials sind allerdings recht unterschiedlich in ihren Anforderungen. Hier gibt es weniger Synergien. Die Geschäfte sind eigenständig und können sich unabhängig voneinander entwickeln.

Daher wird es hier nur eine sehr schlanke Zentrale geben. Wir beschränken das Headquarter zum einen auf die wesentlichen, rechtlich erforderlichen Tätigkeiten und darauf, mit einem konsequenten Performance-Controlling eine weiterhin gute Entwicklung der Geschäfte sicherzustellen. Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Zentrale, das Portfolio von Materials weiterzuentwickeln. Daher werden wir hier zum Beispiel die Funktionen Strategie und M&A zusammenlegen.

Weiterer Fahrplan für die Teilung

Für die Teilung des Konzerns hatte sich thyssenkrupp einen ehrgeizigen Zeitplan gegeben. Die Hauptversammlung soll im Januar 2020 final über die Pläne abstimmen. Mit der Verkündung der Führungsstrukturen kommen die Vorbereitungen zügig und planmäßig voran. Über die Besetzung der beiden Vorstandsteams soll im Frühjahr 2019 entschieden werden. Im Mai werden die Details zu Finanzstruktur, Markenauftritt und Strategie der beiden neuen Unternehmen bekanntgegeben. Zum Start des nächsten Geschäftsjahres am 1. Oktober 2019 sollen beide Unternehmen ihre operative Arbeit aufnehmen.

Wachstumskurs im 1. Quartal 2018/2019 fortgesetzt

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 konnte thyssenkrupp nahtlos an die positive Entwicklung der Vorquartale anknüpfen. Trotz zunehmender konjunktureller Unsicherheiten sind Auftragseingang und Umsatz der fortgeführten Geschäfte[1] weiter gewachsen. So verzeichnete thyssenkrupp im 1. Quartal 2018/2019 neue Aufträge im Wert von 8,1 Mrd € – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 7,9 Mrd €. Das operative Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten (Bereinigtes EBIT) betrug 168 Mio € und blieb damit erwartungsgemäß unter dem hohen Wert des Vorjahresquartals.

[1] Gesamtkonzern ohne die Stahlaktivitäten, die ins Joint Venture mit Tata Steel eingebracht werden sollen.

„Das anhaltende Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz zeigt: thyssenkrupp ist in attraktiven Märkten unterwegs und unsere fundamentalen Wachstumstreiber sind intakt. Die Zahlen zeigen aber auch, dass wir unsere Programme zur Steigerung der Performance in allen Geschäftsbereichen weiter vorantreiben müssen. Das tun wir mit Nachdruck und wir sind zuversichtlich: Bereits im Laufe des Geschäftsjahres werden wir auf dem Weg zu unseren Wachstums- und Margenzielen für das Geschäftsjahr 2020/2021 erkennbare Fortschritte machen“, sagte Guido Kerkhoff.

Auftragseingang und Umsatz steigen in allen fortgeführten Geschäften

Zur erfreulichen Auftragsentwicklung der fortgeführten Aktivitäten im 1. Quartal haben insbesondere die Industriegütergeschäfte beigetragen. Elevator Technology verbuchte dank mehrerer Großprojekte in der Region Asien-Pazifik mit 2,1 Mrd € erneut einen Rekordwert. Auch bei den anderen Industriegütergeschäften zog der Auftragseingang deutlich an. Components Technology konnte insbesondere Zuwächse bei den Industriekomponenten verzeichnen. Der Anlagenbau konnte insbesondere Aufträge im Chemieanlagenbau und Mining verzeichnen. Und auch das Marinegeschäft konnte Auftragszuwächse für sich gewinnen. Materials Services blieb auf Vorjahresniveau. Mit Blick auf die Umsatzentwicklung trugen alle fortgeführten Geschäfte zum Anstieg im 1. Quartal bei. Wachstumstreiber war hier insbesondere das Aufzugsgeschäft in Europa und den USA.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Geschäfte lag im 1. Quartal bei 168 Mio € und damit wie erwartet unter dem starken Vorjahr (265 Mio €). Bei Components Technology führten unter anderem höhere Anlaufkosten von Kundenprojekten und eine schwächere Performance bei Federn und Stabilisatoren zu Einbußen beim Ergebnis (-36 Prozent auf 49 Mio €). Aufgrund höherer Materialkosten in China und von Zöllen auf Werkstoffimporte in den USA lag das Ergebnis auch bei Elevator Technology unter Vorjahr (-7 Prozent auf 204 Mio €). Bei Industrial Solutions verringerte sich das Bereinigte EBIT insbesondere wegen niedrigerer Margen bei aktuell in der Umsetzung befindlichen Projekten auf -23 Mio € (Vorjahr: 13 Mio Euro). Marine Systems blieb mit einer schwarzen Null stabil, während Materials Services im Wesentlichen aufgrund rückläufiger Preise das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres nicht halten konnte (-57 Prozent auf 22 Mio €).

Das historische Niedrigwasser des Rheins sowie eine zeitweise geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie im Zuge der Einführung neuer Abgasnormen hat im 1. Quartal 2018/2019 auch das Ergebnis der nicht fortgeführten Business Area Steel Europe stark belastet. Das Bereinigte EBIT belief sich auf 38 Mio € nach 163 Mio € im Vorjahreszeitraum.

Deutliche Verbesserung im Nettoergebnis

Unter dem Strich weist thyssenkrupp im 1. Quartal 2018/2019 einen Periodenüberschuss von 145 Mio € aus. Im Vorjahr (93 Mio €) hatte insbesondere die US-Steuerreform das Nettoergebnis einmalig negativ belastet. Nach Abzug der Minderheitenanteile lag der Nettogewinn im 1. Quartal 2018/2019 bei 136 Mio € (Vorjahr 81 Mio €); das Ergebnis je Aktie betrug 0,22 € (Vorjahr 0,13 €).

Der Free Cashflow vor M&A der fortgeführten Aktivitäten fiel erwartungsgemäß niedriger aus als vor einem Jahr und belief sich auf -1,6 Mrd € (Vorjahr -1,1 Mrd €). Grund für den Mittelabfluss war insbesondere eine saisonal-typische erhöhte Mittelbindung insbesondere bei Materials Services. Diese führte auch bei den nicht fortgeführten Stahl-Aktivitäten zu negativen Effekten beim Free Cashflow. Die Netto-Finanzschulden des Konzerns stiegen entsprechend auf 4,7 Mrd € (Stand 30. September 2018: 2,4 Mrd €). Unter Berücksichtigung der freien Liquidität von 4,9 Mrd € ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem 30. September 2018 um 148 Mio € auf 3,4 Mrd € leicht verbessert. Positiv wirkte sich insbesondere der erzielte Periodenüberschuss aus. Negative Effekte hatte das gesunkene Zinsniveau, das eine Neubewertung der Pensionsverpflichtungen erforderte.

Prognose 2018/2019: Bereinigtes EBIT soll auf mehr als 1 Mrd € steigen

thyssenkrupp hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2018/2019 bestätigt, gleichzeitig nehmen aber konjunkturelle und politische Unsicherheiten zu. Für das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten strebt der Konzern einen Wert über 1 Mrd € an (Vorjahr: 706 Mio €). Der FCF vor M&A der fortgeführten Aktivitäten sollte sich infolge der Ergebnissteigerung deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern, wird insgesamt jedoch weiter negativ erwartet (Vorjahr: -678 Mio €). Die Entwicklung wird dabei insbesondere vom Auftragseingang und Zahlungsprofil einzelner Großprojekte bei Marine Systems abhängen.

Der Jahresüberschuss soll gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen (2017/2018: 60 Mio €). Es wird erwartet, dass die Aufwendungen aus der Vorbereitung zur Teilung des Konzerns durch die Ergebnissteigerungen der fortgeführten Aktivitäten sowie durch die positiven Effekte zum Closing des Stahl-Joint-Ventures deutlich überkompensiert werden.

Hier finden Sie aktuelles Footage-Material.

www.thyssenkrupp.com

Twitter: @thyssenkrupp

Company blog: https://engineered.thyssenkrupp.com

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