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Unternehmensmeldungen, Kapitalmarktrelevante Presseinformationen, 12.05.2017, 07:00

Fortsetzung der guten operativen Entwicklung / Zweistellige Zuwachsraten beim Auftragseingang / Bereinigtes EBIT +35 Prozent / Gesamtjahresausblick angepasst

Der Industrie- und Technologiekonzern thyssenkrupp ist weiter auf Wachstumskurs: Auftragseingang, Umsatz und Bereinigtes Ergebnis liegen sowohl im 1. Halbjahr als auch im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 über dem Vorjahreszeitraum. „Operativ sind wir gut unterwegs. Alle Geschäfte haben zweistellige Zuwachsraten beim Auftragseingang erzielt. Unsere Industriegütergeschäfte Components Technology und Elevator Technology konnten dabei im 2. Quartal neue Höchstwerte erreichen“, sagt thyssenkrupp Vorstandschef Dr. Heinrich Hiesinger. Das Anlagengeschäft erreichte nach einem bereits starken 1. Quartal im 2. Quartal den höchsten Auftragseingang seit drei Jahren und bestätigt damit die Trendwende mit einer starken Projektpipeline.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns stieg im 1. Halbjahr um 35 Prozent auf 756 Mio € (Vorjahr 560 Mio €). Das 2. Quartal verbesserte sich um 31 Prozent auf 427 Mio € (Vorjahr 326 Mio €). Wie erwartet stark ist das Wachstum im Halbjahresvergleich bei Components Technology (+12 Prozent auf 176 Mio €) und Elevator Technology (+8 Prozent auf 422 Mio €). Außerdem zeigten sich deutlich positive Ergebniseffekte aus der Erholung der Preise bei Materials Services (+160 Mio € auf 173 Mio €) und Steel Americas1 (+190 Mio € auf 51 Mio €). Dieser Trend gilt zwar auch bei Steel Europe, aufgrund der längerfristigen Verträge wirkt sich die Preiserhöhung hier allerdings zeitverzögert ab dem 2. Quartal aus. Durch die stark gestiegenen Rohstoffkosten, hauptsächlich bei Kokskohle, werden diese positiven Preiseffekte im europäischen Stahlgeschäft teilweise aufgezehrt (Bereinigtes EBIT +4 Mio € auf 119 Mio € im 1. Halbjahr; dabei +27 Mio € auf 92 Mio € im 2. Quartal). „Die Rohstoffmärkte und damit die Werkstoffgeschäfte unterliegen starken Schwankungen, die wir nicht beeinflussen können. Deshalb konzentrieren wir uns strategisch auf den Ausbau der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte. Das ermöglicht uns, in Zukunft stabilere Ergebnisse zu erwirtschaften und profitabel zu wachsen“, fasst Hiesinger die Strategie des Konzernumbaus zusammen.

Auftragseingang und Umsatz lagen sowohl im 1. Halbjahr (+17 Prozent/+9 Prozent) als auch im 2. Quartal (+33 Prozent/+12 Prozent) über den Vorjahreswerten. Bei den Industriegütergeschäften entwickelte sich Components Technology unter anderem bei Pkw-Komponenten und Komponenten für schwere Nutzfahrzeuge in Westeuropa und China positiv. Bei Elevator Technology stieg der Umsatz vor allem in den USA, China und Süd-Korea.

Die Werkstoffgeschäfte profitierten hauptsächlich von der Erholung der Preise. Auch im Geschäftsbereich Steel Europe spiegelt sich diese Entwicklung bereits in einem durchschnittlich höheren Erlösniveau gegenüber dem Vorjahreshalbjahr wider.

Wie bereits angekündigt, hat der strategisch wichtige Verkauf von CSA im 2. Quartal einen negativen Ergebniseffekt in Höhe von 0,9 Mrd € auf das Nettoergebnis. Ausschließlich wegen dieses einmaligen Effekts erzielte der Konzern nach den ersten sechs Monaten einen Periodenfehlbetrag von -855 Mio € (2. Quartal -870 Mio €). Nach Abzug der Minderheitenanteile lag der Wert bei -871 Mio €; das Ergebnis je Aktie betrug -1,54 €. Auf Basis der fortgeführten Aktivitäten, d.h. ohne Steel Americas, erwirtschaftete thyssenkrupp einen Periodenüberschuss im 1. Halbjahr von 58 Mio € (2. Quartal 64 Mio €).

Der Free Cashflow vor M&A lag mit -1.949 Mio € im 1. Halbjahr wie erwartet unter dem Vorjahreswert (-1.212 Mio €). Vor allem die gestiegenen Roh- und Werkstoffpreise führten zu einer temporär erhöhten Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen. Der Cashflow des 2. Quartals entwickelte sich mit -212 Mio € bereits besser als das Vorjahresquartal (-365 Mio €) und deutlich besser als das Vorquartal (-1.736 Mio €).

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns stiegen entsprechend auf 5,8 Mrd €. Im 2. Halbjahr erwartet thyssenkrupp einen deutlichen Rückgang infolge des dann positiven Free Cashflows vor M&A. Daneben wird sich die Zahlung des Kaufpreises für CSA mit Vollzug der Transaktion positiv auswirken. Unter Berücksichtigung der freien Liquidität von 6,6 Mrd € sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Das Eigenkapital ist gegenüber dem 31. Dezember 2016 von 3,3 Mrd € auf 2,3 Mrd € gesunken. Ursache dafür war der negative Ergebniseffekt von 0,9 Mrd € im Zusammenhang mit dem Verkauf von CSA.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016/2017 passt thyssenkrupp die Prognose an. Gründe dafür sind die Effekte aus der guten operativen Entwicklung, dem Verkauf von CSA sowie den jüngsten Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten (insbesondere Kokskohle):

Das Bereinigte EBIT soll auf 1,8 Mrd € steigen (bisher 1,7 Mrd €; Vorjahr 1.469 Mio €). Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten soll dabei voraussichtlich bei 1,7 Mrd € liegen.

Den Jahresüberschuss prognostiziert das Unternehmen bei positivem operativen Ergebnis ausschließlich auf Grund des negativen Ergebniseffektes im Rahmen des Verkaufs von CSA insgesamt deutlich negativ (bisher deutliche Steigerung ggü. Vorjahr; Vorjahr 261 Mio €).

Durch die infolge der eingetretenen Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten und mengen- und preisbedingt deutlich erhöhte Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen der Werkstoffgeschäfte wird ein insgesamt negativer FCF vor M&A im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet (vorher leicht positiv; Vorjahr 198 Mio €).

1Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung hat sich thyssenkrupp im Februar 2017 mit Ternium über den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA verständigt. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden und soll bis zum 30. September 2017 vollzogen werden. Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis der Business Area Steel Americas als „nicht fortgeführte Aktivität“.

www.thyssenkrupp.com

Twitter: @thyssenkrupp

Unternehmensblog: www.engineered.thyssenkrupp.com

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