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Prognose 2016/2017

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2016 / 2017 die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch hohe Unsicherheiten gekennzeichnet sind, und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Unsicherheiten ergeben sich aufgrund geopolitischer Krisenherde und betreffen zudem insbesondere

  • den zukünftigen politischen Kurs der USA und das Ausmaß der erwarteten Abschwächung der chinesischen Wirtschaft als wichtige Faktoren für das weltweilte Wachstum und als bedeutende Absatzmärkte Anhaltend hoher Importdruck mit starkem Lagerabbau in Deutschland und Kaufzurückhaltung der Kunden insbesondere im 1. Quartal und starkem Verfall der Werkstoffpreise bis deutlich ins 2. Quartal hinein
  • die negativen Auswirkungen des Brexit-Referendums auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und auf die Exportperspektive unserer Automobilkunden nach Großbritannien
  • die Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten sowie als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften
  • die weltweiten Überkapazitäten der Stahlindustrie, den entsprechenden Wettbewerbs- und Im-portdruck auf dem europäischen Markt sowie die Wirksamkeit laufender und eventuell folgender Handelsschutzmaßnahmen.

Insgesamt blicken wir dennoch vorsichtig optimistisch auf die voraussichtliche Geschäftsentwick-lung 2016 / 2017 und erwarten eine deutliche Verbesserung bei Ergebnis und Wertbeitrag und einen leicht positiven Free Cashflow vor M & A.

Ein wesentlicher Treiber für die Zielerreichung im laufenden Geschäftsjahr werden wiederum die Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen von „impact“ sein: Für 2016 / 2017 streben wir erneut EBIT-Effekte aus „impact“ von 850 Mio € an, die den beschriebenen Risiken und Markteffekten entgegenwirken, die Basis für unser profitables strukturelles Wachstum bilden sowie Freiräume für Maßnahmen schaffen, die notwendig sind, um unsere IT-Infrastruktur und -Prozesslandschaft zukunftsfähig zu machen.

Wesentliche Annahmen

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen kommt und dass die wirtschaftlichen Auswirkungen aus dem zukünftigen Kurs der USA und die Abschwächung des chinesischen Wachstums ebenso wie die Auswirkungen des Brexit-Referendums überschaubar bleiben. Für das aktuelle Geschäftsjahr unterstellen wir ein moderates Wachstum im Euro-Raum, eine etwas höhere Wachstumsdynamik in den USA, ein leicht schwächeres Wachstum in China sowie eine wieder verbesserte Konjunkturentwicklung in vielen Schwellenländern.

Weltweit wird die Stahlnachfrage nur geringfügig wachsen. Sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Für die Marktversorgung in Brasilien wird ein Durchschreiten der Talsohle ausgehend von einem niedrigen Niveau, in China nochmals ein Rückgang erwartet. Der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte hoch bleiben. Wir nehmen an, dass es keine weiteren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird, dass die jüngsten deutlichen Preissteigerungen bei der Kokskohle an den Markt weitergegeben werden und dass der Wettbewerb intensiv bleibt.

Die weltweite Automobilproduktion dürfte bei hohen Unsicherheiten und einer regional sehr heterogenen Entwicklung sowie einer insgesamt nachlassenden Dynamik moderat weiter wachsen. In China sollten die Stückzahlen 2017 – nach einem sehr starken Wachstum im Jahr 2016 – weiter leicht zunehmen. In der NAFTA wird die Fertigung 2017 voraussichtlich ebenfalls moderat zulegen; ein deutlicher Rückgang in den USA wird durch eine sehr dynamische Entwicklung in Mexiko kompensiert. In Westeuropa dürfte die Produktion – bei einem Rückgang in Deutschland und einem Anstieg in Frankreich – insgesamt stagnieren. Die Automobilfertigung in Brasilien sollte sich nach einem erneut starken Rückgang 2016 im Prognosezeitraum auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität sowie der hohe Bestand an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein abgedeckt sind.

Bei Industrial Solutions deckt der Auftragsbestand bereits einen großen Teil des geplanten Umsatzes ab. Unsere Auslastung im Zementanlagenbau und bei Produktionssystemen für die Automobilindustrie ist sehr gut. Der weitere Verlauf einer beginnenden Unterauslastung in Teilen des Anlagenbaus für die Chemie- und Mining-Industrie sowie im Marine-Geschäft hingegen ist stark abhängig von der Vergabeentscheidung unserer Kunden bei Großaufträgen.

Mehr zu den künftig erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Makro- und Branchenumfeld“.

Erwartung 2016 / 2017: Deutlicher Anstieg bei Ergebnis und Wertbeitrag bei leicht positivem FCF vor M & A

Der Konzernumsatz und alle Industriegütergeschäfte sollten auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich zulegen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns wird voraussichtlich bei rund 1,7 Mrd € liegen (Vorjahr: 1.469 Mio €). Geplante EBIT-Effekte aus „impact“ in Höhe von 850 Mio € wirken den beschriebenen Markteffekten entgegen; sie sind die Basis für das profitable Wachstum und schaffen Freiräume für notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

Industriegütergeschäfte

  • Bei Components Technology erwarten wir eine Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 335 Mio €) aus einer leichten Steigerung des Umsatzes und der Marge (Vorjahr: 4,9 %) auch infolge des weiteren Hochlaufs der neuen Werke und unterstützt durch Effizienzsteigerungsprogramme.
  • Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 860 Mio €) aus einem leichten Umsatzwachstum und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnah-men (Vorjahr: 11,5 %).
  • Bei Industrial Solutions liegt der kurzfristige Fokus auf der Trendumkehr bei der Entwicklung von Auftragseingang und Cashflow. Dabei gehen wir von einem rückläufigen Bereinigten EBIT (Vorjahr: 355 Mio €) aus und erwarten nach dem schwachen Auftragseingang des Vorjahres einen leicht rückläufigen Umsatz. Im Anlagenbau werden wir durch umfangreiche Effizienzmaßnahmen den unteren Rand des Korridors für unser Margenziel von 6 bis 7 % verteidigen. Bei Marine Systems rechnen wir hingegen nach Auslaufen von ergebnisstarken Projekten sowie durch Unterauslastung vorübergehend mit einem deutlichen Margen- und Ergebnisrückgang. Die Marge im Mix der abzurechnenden Projektmeilensteine wird dadurch insgesamt temporär merklich unter dem Zielkorridor liegen.

Werkstoffgeschäfte

  • Bei Materials Services erwarten wir in einem etwas günstigeren Marktumfeld ein Bereinigtes EBIT deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 128 Mio €) durch entfallende Substanzverluste und insbesondere aus Fortschritten bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen und den Vertriebsinitiativen sowie bei der weiteren Umsetzung des industriellen Konzepts bei AST.
  • Bei Steel Europe erwarten wir ein etwas günstigeres Marktumfeld bei allerdings weiterhin ho-hem Importdruck und stark gestiegenen Rohstoffpreisen. Dabei gehen wir infolge von Effizienzmaßnahmen, Differenzierungsinitiativen und steigenden Mengen von einem Bereinigten EBIT deutlich über dem Vorjahreswert aus (Vorjahr: 315 Mio €).
  • Bei Steel Americas erwarten wir in einem volatilen Preisumfeld mit steigenden Rohstoffkosten ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau (Vorjahr: – 33 Mio €). Unsere Effizienzprogramme und operativen Fortschritte wirken negativen Kosteneffekten aus einem stärkeren Brasilianischen Real entgegen. Unser langfristiger Brammenliefervertrag in die USA sichert uns eine Grundauslastung in einem soliden Marktumfeld; zusätzlich erwarten wir einen steigenden Versand in den sich stabilisierenden brasilianischen Markt.

Unser Ziel ist, mit einem deutlich positiven Jahresüberschuss das Eigenkapital zu stärken; für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 erwarten wir bei anhaltenden Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 261 Mio €).

Der tkVA des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich verbessern (Vorjahr: – 85 Mio €).

Die Investitionen des Konzerns werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1,5 Mrd € belaufen (Vorjahr: 1.387 Mio €).

Wir erwarten bei mengen- und preisbedingt erhöhter Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen unserer Werkstoffgeschäfte insgesamt einen leicht positiven FCF vor M & A (Vorjahr: 198 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen sowie die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung werden wir – auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Quelle: Geschäftsbericht 2015/2016, S. 98-100

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