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Strategie

Strategische Neuausrichtung

Das Geschäftsjahr 2017 / 2018 war für thyssenkrupp ein Jahr wichtiger strategischer Weichenstellungen. Ende Juni haben wir mit Tata Steel einen Vertrag über den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem 50 / 50-Joint Venture unterzeichnet. Wir erwarten, dass sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mehrere klare Vorteile für uns ergeben werden:

  • Unserem Stahlbereich eröffnen wir dauerhafte Zukunftsperspektiven in einem herausfordernden Marktumfeld.
  • Für den Konzern werden sich mit Start des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen – insbesondere die Eigenkapitalquote und das Capital Employed – deutlich verbessern; durch den Übergang von Pensionsverbindlichkeiten aus bestehenden oder ehemaligen Stahlaktivitäten werden sich die Rückstellungen für Pensionen des Konzerns nahezu halbieren.
  • Den verbleibenden Geschäften werden wir mehr Spielraum verschaffen, um flexibel agieren und Wachstumschancen ergreifen zu können.

Mit Abschluss des Joint-Venture-Vertrages haben wir die Voraussetzung geschaffen, die seit 2011 verfolgte strategische Ausrichtung des Konzerns weiterzuentwickeln. Am 30. September 2018 hat die thyssenkrupp AG die Teilung des Konzerns in zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen beschlossen: Die Industriegüter- und die Werkstoffgeschäfte sollen künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang geführt werden. Die Teilung verbindet industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarktes. Der Vorstand ist überzeugt davon, dass sich die Geschäfte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren können. Beide Unternehmen sollen den Namen thyssenkrupp weiterführen, aber ihre Strategie jeweils eigenständig und unabhängig voneinander weiterentwickeln.

  • thyssenkrupp Industrials wird aus drei Einheiten bestehen: dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Anlagenbau. Elevator Technology bleibt in seiner heutigen Aufstellung unverändert. Components Technology wird auf das Automobilgeschäft konzentriert. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden aus diesem Bereich ausgegliedert und als werkstoffnahe Geschäfte thyssenkrupp Materials zugeordnet. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der z.B. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bisher bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Damit werden die Automobilkompetenzen in einem Bereich gebündelt. Die dritte Säule der Industriegeschäfte wird in Zukunft der fokussierte Anlagenbau sein. thyssenkrupp Industrials wird demnach ein reines Industriegüterunternehmen. Die global aufgestellten Geschäfte haben attraktives Wachstumspotenzial durch Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung. Davon wollen wir mit unserer Ingenieurkompetenz, Service-Know-how und digitalen Innovationen profitieren.
  • thyssenkrupp Materials wird aus den folgenden Einheiten bestehen: dem Werkstoffhandel Materials Services, dem 50 %-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern, dem Schmiedegeschäft sowie dem Marinegeschäft. Damit entsteht ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint. Im Werkstoffhandel und im Stahlgeschäft haben wir führende Marktpositionen in Europa; mit unserem Schmiedegeschäft, der Produktion von Großwälzlagern sowie im Marineschiffbau gehören wir zu den weltweit führenden Anbietern. Mit der Neuaufstellung können wir diese Marktpositionen ausbauen und aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen nutzen.

Die Teilung in zwei Unternehmen wird als Abspaltung erfolgen. Aktionäre der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung an zwei Unternehmen beteiligt sein: zum einen an der thyssenkrupp Materials AG (bisher thyssenkrupp AG) und zum anderen an der thyssenkrupp Industrials AG. An der thyssenkrupp Materials AG werden die bestehenden Aktionäre weiterhin 100 % halten, an der thyssenkrupp Industrials AG zunächst eine deutliche Mehrheit. Der verbleibende Anteil wird anfänglich als Rückbeteiligung von der thyssenkrupp Materials AG gehalten und dient zur Stärkung der Kapitalausstattung der thyssenkrupp Materials AG. Damit soll beiden Unternehmen ein guter Start ermöglicht werden.
Unabhängig von der beabsichtigten Teilung wird thyssenkrupp weiter kontinuierlich an der Verbesserung der Leistungsfähigkeit all seiner Geschäftsbereiche arbeiten. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm „impact“ bündeln wir erforderliche Initiativen und Maßnahmen. Die Anfang August 2018 ausgegebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele für die einzelnen Business Areas gelten weiter und sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erreicht werden (siehe Kapitel „Ziele“). Auch an dem Sparprogramm, das wir im Geschäftsjahr 2016 / 2017 für die Verwaltungskosten angestoßen haben, halten wir fest. Das zeigt insbesondere in der Konzernzentrale bereits Erfolge: insgesamt konnten hier die Kosten im Berichtsjahr um mehr als 158 Mio € auf – 377 Mio € reduziert werden. Bis zum Geschäftsjahr 2020 / 2021 sollen sie noch einmal deutlich sinken.

Geschäftschancen

Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp aus globalen Megatrends, die mehr und bessere Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das rasante Wachstum der Megastädte und die Globalisierung erhöht sich weltweit die Nachfrage („mehr“). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen („besser“). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Gleichzeitig verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.

Geschäftschancen für thyssenkrupp – unsere "Mehr und besser"-Strategie

Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten – so wollen wir den Bedarf nach „mehr“ auf immer „bessere“ Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; letzteres bringen wir in unserem Claim „engineering.tomorrow.together.“ auf den Punkt.

Quelle: Geschäftsbericht 2017/2018, S. 34-36

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