Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
ThyssenKrupp – Kurs gehalten
Vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden globalen Wachstumsdynamik hat ThyssenKrupp im 1. Halbjahr 2007/2008 Kurs gehalten. Bei Auftragseingang und Umsatz wurde erwartungsgemäß das hohe Vorjahresniveau erzielt, der Konzerngewinn fiel höher aus als erwartet. Das Konzernergebnis vor Steuern erreichte 1.388 Mio €. Es war insbesondere durch Vorlaufkosten von 128 Mio € für den Bau der neuen Stahlwerke und Restrukturierungsaufwendungen im Segment Steel von 10 Mio € sowie Erträge aus Unternehmensverkäufen von 27 Mio € beeinflusst. Das im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Konzernergebnis ist vor allem auf den drastischen Rückgang der Edelstahlpreise zurückzuführen.
Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2007/2008 lauten:
- Der Auftragseingang lag mit 27,4 Mrd € auf dem Niveau des Vorjahres.
- Der Umsatz war mit 25,5 Mrd € gegenüber dem Vorjahreshalbjahr nahezu unverändert.
- Das EBITDA erreichte 2.280 Mio € nach 2.538 Mio € im Vorjahr.
- Das Ergebnis vor Steuern betrug 1.388 Mio €; im 1. Halbjahr des Vorjahres waren es 1.634 Mio € gewesen.
- Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 1,76 € auf 1,85 €.
- Die Netto-Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. März 2008 auf 1.988 Mio €. Dies entspricht einer Zunahme um 2.211 Mio € gegenüber dem 30. September 2007, als Netto-Finanzforderungen in Höhe von 223 Mio € bestanden. Am 31. März 2007 hatten die Netto-Finanzverbindlichkeiten 897 Mio € betragen.
Ausblick stabil
Zurzeit verzeichnen wir in Teilen einzelner Business Units unseres US-Geschäfts – Mechanical Components, Materials Services North America – erste Auswirkungen der Eintrübung der Konjunkturperspektiven. Gleichzeitig belasten die gestiegenen Rohstoffpreise stärker als erwartet. Dennoch können wir unsere Erwartungen für das Geschäftsjahr 2007/2008 bestätigen. Wir planen unverändert ein Ergebnis vor Steuern – vor Sondereffekten, unter anderem Vorlaufkosten für die Stahlwerke in Brasilien und den USA – von über 3 Mrd €. Zudem gehen wir nach derzeitigem Stand von einem Umsatz in Höhe von insgesamt 53 Mrd € aus.
Bei den Erwartungen für das Konzernergebnis ist zu berücksichtigen, dass wir im Segment Steel die stark gestiegenen Rohstoffkosten – insbesondere bei Eisenerz und Kokskohle – auf Grund unserer Kontraktstruktur im laufenden Geschäftsjahr nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. Die Nachfrage nach unseren Stahlprodukten entwickelt sich sehr erfreulich, was sich bei kurzfristigeren Kontrakten auch in entsprechend steigenden Preisen äußert und unsere Erwartungen eines weiteren guten Stahljahres bestätigt.
Im Segment Stainless stabilisieren sich die Basispreise weiter. Die Nachfrage unserer Endkunden ist gut, die Service-Center agieren derzeit etwas verhaltener. Inzwischen erwarten wir für die zweite Hälfte des Berichtsjahres einen positiven Ergebnisbeitrag des Segments. Auf Grund des schwachen US-Dollar sind erste Anzeichen einsetzender Importe aus dem US-Dollar-Raum zu erkennen, die die weitere Erholung der Preise in der zweiten Jahreshälfte dämpfen könnten.
Bei Technologies profitieren wir insbesondere vom Aufbau der Infrastruktur und der Urbanisierung in den Wachstumsregionen der Welt. Unser hoher Auftragsbestand, der bis weit in die Folgejahre reicht und eine steigende Ergebnisqualität verzeichnet, verleiht uns große Planungssicherheit.
Das Segment Elevator leistet dank seines hohen Dienstleistungsanteils nach wie vor einen sehr stabilen Ergebnisbeitrag.
Services profitiert vom steigenden Materialbedarf in den Wachstumsregionen. Durch die weiter stark zunehmenden Roh- und Werkstoffpreise erwarten wir in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres einen überproportionalen Ergebnisbeitrag.
Für 2008/2009 erwarten wir eine weiterhin positive Umsatzentwicklung, sofern nicht unvorhersehbare konjunkturelle Einbrüche unsere Geschäfte beeinträchtigen. Eine positive Umsatzentwicklung wird sich auch im Ergebnis niederschlagen.
Mittelfristig streben wir für ThyssenKrupp ein Umsatzniveau von 60 Mrd € an; gleichzeitig soll das Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten nachhaltig 4 Mrd € erreichen. Längerfristig, insbesondere nach der Inbetriebnahme der Stahlwerke von Steel und Stainless in Nordamerika sowie der Investitionen der anderen Segmente in weiteren Regionen, erwarten wir einen Umsatz in der Größenordnung von 65 Mrd € und ein Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten von 4,5 bis 5,0 Mrd €.
Globale Wachstumsdynamik verlangsamt
Das globale Wachstum hat sich in den letzten Monaten spürbar abgeschwächt. Vor allem die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten und die Anzeichen einer Rezession in den USA haben die weltwirtschaftliche Entwicklung belastet. Negativ wirkten sich zudem die steigenden Rohstoff- und Ölpreise aus.
In den USA haben sich die Konjunkturperspektiven zuletzt merklich eingetrübt. Im Schlussquartal 2007 lag das Bruttoinlandsprodukt nur noch geringfügig über dem Vorquartal. Während der private Verbrauch noch zulegte, gaben die Investitionen auf Grund der rückläufigen Entwicklung im Wohnungsbau nach. Die Schwäche der US-Wirtschaft hat sich im 1. Quartal 2008 beschleunigt. Im Euroraum verlor die Konjunkturdynamik etwas weniger an Fahrt. In Deutschland hat sich das Wachstumstempo zum Jahresende hin wegen des rückläufigen privaten Konsums verlangsamt. Positiv entwickelten sich dagegen weiterhin die Unternehmensinvestitionen und der Außenhandel. Zu Beginn des Jahres 2008 hat das moderate Wachstum angehalten.
In den sich entwickelnden Ländern Asiens, Lateinamerikas sowie Mittel- und Osteuropas setzte sich die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung mit kaum vermindertem Tempo fort. Die Wirtschaft Chinas expandierte zuletzt mit zweistelligen Raten. Ein hohes Wachstum verzeichnete auch Brasilien. In Russland und insbesondere in den neuen EU-Mitgliedsstaaten blieb die Konjunktur dank einer soliden Binnennachfrage robust.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Branchen ergaben sich folgende Entwicklungen:
- Trotz der Abschwächung der Weltkonjunktur hat der internationale Stahlmarkt weiter expandiert. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden weltweit 5,6 % mehr Rohstahl erzeugt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Rund die Hälfte des absoluten Zuwachses entfiel auf China. In der Europäischen Union blieb die Erzeugung leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Stahlerzeugungskapazitäten in Deutschland waren weiterhin voll ausgelastet. Bei anhaltend guter Beschäftigung der Stahlverarbeiter erreichte der Qualitätsflachstahlversand der europäischen Anbieter ein außerordentlich hohes Niveau. Auch die Ordereingänge haben sich kräftig erholt. Teilweise haben die Stahlabnehmer in Anbetracht steigender Stahlpreise über ihren tatsächlichen Bedarf hinaus bestellt. Verstärkt wurde der Nachfrageüberhang durch rückläufige Importe aus Drittländern. Der weltweite Höhenflug der Stahlspotpreise im Verlauf des 1. Quartals 2008 war vor allem durch die gestiegenen Kosten und die hohe Nachfrage bei Eisenerz bedingt. Vor dem Hintergrund des nachlassenden Importdrucks und der wieder weitgehend normalisierten Lagersituation konnten die europäischen Stahlproduzenten die Kosten teilweise an den Markt weitergeben. Im Quartalsgeschäft zum 01. April 2008 wurden die Preise signifikant angehoben.
- Bei den rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten hat sich die Nachfrage im europäischen Markt erholt. Nach einer Phase sehr schwacher Auftragseingänge und Lieferungen in den Sommermonaten 2007 sind seit dem 4. Kalenderquartal 2007 die Auftragsbuchungen wieder deutlich gestiegen. Im Zuge dieser Entwicklung erhöhten sich zuletzt auch die Lieferungen der europäischen Produzenten, die im 1. Quartal des Jahres 2008 bereits wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums lagen. Insbesondere der lagerhaltende Handel hat zunehmend gekauft, um die stark abgebauten Bestände wieder auf Normalniveau zu bringen. Der auf relativ hohem Niveau stabilisierte Nickelpreis trug ebenfalls dazu bei, etwas langfristiger zu disponieren. Im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung der Auftragseingangssituation bei gleichzeitig stabilen oder leicht sinkenden Legierungszuschlägen gelang es den europäischen Produzenten, die Basispreise zum Jahresende und im Verlauf des 1. Quartals 2008 wieder spürbar anzuheben. Im Nafta-Raum ließ dagegen eine verhaltene Edelstahl-Nachfrage das Basispreisniveau kontinuierlich zurückgehen. Auch in China sowie in den anderen asiatischen Märkten blieb die Endkundennachfrage abwartend. Dadurch bewegen sich die Lagerbestände dort weiterhin auf hohem Niveau. Obwohl einige chinesische Produzenten zwischenzeitlich versucht hatten, durch temporäre Produktionskürzungen die Marktnachfrage und damit auch die Bedingungen für Preiserhöhungen zu verbessern, blieben die Auftragseingänge verhalten. Der Markt für Nickellegierungen und Titan war vergleichsweise stabil.
- Der internationale Fahrzeugmarkt entwickelte sich regional weiterhin stark differenziert. Die größten Zuwächse gab es zu Jahresbeginn wieder in den Emerging Markets. In Nordamerika hat sich die Nachfrage dagegen, ausgehend von einem ohnehin niedrigen Niveau, weiter abgeschwächt. In den USA waren im 1. Quartal 2008 die Verkäufe von Personenkraftwagen und insbesondere von leichten Nutzfahrzeugen rückläufig; auch die Fahrzeugproduktion gab deutlich nach. Mit hohen Zuwachsraten hat sich die positive Automobilkonjunktur in Brasilien fortgesetzt. In der Europäischen Union wurden dagegen etwas weniger Pkw neu zugelassen als im Vorjahr. Während in einigen westeuropäischen Ländern Steueränderungen die Nachfrage belastet haben, stiegen die Zulassungen in den neuen EU-Ländern beträchtlich an. In Deutschland erholte sich der Inlandsmarkt nach den schwachen Vorjahreszahlen ein wenig. Bei anhaltend hohen Exporten lag die Pkw-Produktion knapp unter dem Vorjahresniveau.
- Im globalen Maschinenbau haben die Wachstumskräfte nach der positiven Entwicklung im vergangenen Jahr zu Jahresbeginn 2008 nachgelassen. In den USA beeinträchtigt die konjunkturelle Abschwächung die Nachfrage nach Investitionsgütern. Dagegen ist in China bisher keine Abkühlung erkennbar. Der deutsche Maschinenbau ist mit einem guten Auftragspolster in das neue Jahr gestartet. 2007 waren die Auftragseingänge um 16 % gewachsen, und auch zu Beginn 2008 nahmen die Bestellungen dank der anhaltend guten Investitionsgüterkonjunktur weiter zu.
- Die globale Bauproduktion wird weiterhin von den Ländern Asiens sowie Mittel- und Osteuropas getragen. In den USA belastet die rückläufige Nachfrage im Wohnungsbau. In der deutschen Bauwirtschaft, insbesondere im Bereich Wirtschaftsbau, hat sich die Auftragslage in den letzten Monaten wieder verbessert.
| 1. Halbjahr 2006/2007 | 1. Halbjahr 2007/2008 | 2. Quartal 2006/2007 | 2. Quartal 2007/2008 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 27.263 | 27.354 | 13.962 | 14.084 | ||||
| Umsatz | Mio € | 25.446 | 25.469 | 13.114 | 13.199 | ||||
| EBITDA | Mio € | 2.538 | 2.280 | 1.031 | 1.197 | ||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 1.634 | 1.388 | 572 | 742 | ||||
| Mitarbeiter (31.03.) | 187.919 | 195.828 | 187.919 | 195.828 |
Auftragseingang und Umsatz weiterhin stabil
Auftragseingang und Umsatz haben sich im 1. Halbjahr 2007/2008 erwartungsgemäß entwickelt. Vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden globalen Wachstumsdynamik erreichten die Auftragseingänge mit 27,4 Mrd € das Vorjahresniveau. Während die Segmente Technologies und Services geringere Neubestellungen verzeichneten, waren diese bei Stainless nahezu stabil und bei Steel und Elevator deutlich aufwärts gerichtet.

Der Konzernumsatz erreichte mit 25,5 Mrd € ebenfalls den Wert des Vorjahres. Steel konnte bei stabilen Absatzmengen erlösbedingt einen höheren Umsatz erzielen. Bei Stainless war der Versand ebenfalls unverändert, niedrige Edelstahlpreise führten jedoch zu einem deutlichen Umsatzrückgang. Technologies hat sein Geschäft auf Grund der guten Auftragslage und trotz negativer Wechselkurseinflüsse ausgebaut. Dank der erfolgreichen Expansion in Südeuropa konnte auch Elevator den Umsatz ausweiten. Bei Services belastete vor allem das schwächere Werkstoffgeschäft in Nordamerika, dennoch wurde nahezu das Umsatzvolumen des Vorjahres erreicht.
Konzernergebnis über Plan
Nach 646 Mio € im 1. Quartal 2007/2008 erzielte ThyssenKrupp im 2. Quartal 2007/2008 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 742 Mio €. Das Ergebnis im 1. Halbjahr erreichte damit 1.388 Mio € nach 1.634 Mio € im Vorjahreshalbjahr, in dem eine von der EU-Kommission gegen ThyssenKrupp Elevator verhängte Kartellstrafe von rund 480 Mio € als Sondereffekt verkraftet wurde. Der Gewinn im 1. Halbjahr 2007/2008 lag über unseren Planungen.
Das Ergebnis des 1. Halbjahres 2006/2007 konnte erwartungsgemäß nicht erreicht werden. Insbesondere das Segment Stainless musste auf Grund des dramatischen Verfalls der Edelstahlpreise einen drastischen Ergebnisrückgang hinnehmen. Den größten Ergebnisbeitrag leistete das Segment Steel; der Gewinn ging jedoch u.a. wegen der Vorlaufkosten des neuen Stahlwerks in Brasilien und gestiegener Rohstoffkosten zurück. Technologies konnte dagegen das Vorjahresergebnis ausbauen. Elevator steigerte den Gewinn, auch wenn man die EU-Kartellstrafe des Vorjahres berücksichtigt. Bei Services lag der Gewinn im Wesentlichen auf Grund schwächerer Werkstoffpreise unter dem hohen Vorjahreswert.

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtszeitraum mit 25,5 Mrd € nahezu unverändert auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Gleichzeitig erhöhten sich die Umsatzkosten um 424 Mio €, hauptsächlich als Folge gestiegener Materialaufwendungen auf Grund von Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie. Insgesamt sank hierdurch die Brutto-Umsatzmarge von 19 % auf 17 %.
Der Anstieg der Verwaltungskosten um 131 Mio € stand überwiegend im Zusammenhang mit Projektaufwendungen betreffend die Errichtung des Stahlwerks in Brasilien. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 472 Mio € betraf mit rund 480 Mio € die nur im Vorjahreshalbjahr enthaltene EU-Kartellstrafe gegen ThyssenKrupp Elevator. Die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Erträge um 200 Mio € resultierte mit 119 Mio € überwiegend aus einer nur im Vergleichshalbjahr erfassten Versicherungsentschädigung wegen eines Brandschadens.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verminderten sich um 278 Mio € verbunden mit einer Abnahme der Steuerquote von 45 % auf 32 %. Der deutliche Rückgang der Steuerquote war durch die Steuersatzsenkung in Deutschland und die nur im Vergleichshalbjahr im Ergebnis vor Steuern enthaltene, steuerlich aber nicht abzugsfähige EU-Kartellstrafe gegen ThyssenKrupp Elevator beeinflusst. Nach Abzug der Steueraufwendungen ergab sich ein um 32 Mio € erhöhter Periodenüberschuss von 937 Mio €. Wird hiervon der auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallende Gewinn von 37 Mio € abgezogen, ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 1,85 € nach 1,76 € im Vergleichshalbjahr des Vorjahres.
Netto-Finanzverbindlichkeiten/-forderungen und Investitionen
Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen am 31. März 2008 bei 1.988 Mio €, während am 30. September 2007 Netto-Finanzforderungen von 223 Mio € bestanden hatten. Der Anstieg der Netto-Finanzverbindlichkeiten um 2.211 Mio € ist wesentlich durch erhöhte Investitionsausgaben – insbesondere für das neue Stahlwerk in Brasilien –, die Dividendenzahlung und den Erwerb eigener Aktien beeinflusst. Die Finanzkrise hat sich auf die Finanzierungen von ThyssenKrupp im Berichtszeitraum nur unwesentlich ausgewirkt.

Im 1. Halbjahr 2007/2008 haben wir insgesamt 1.957 Mio € investiert, 41 % mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Davon wurden 1.761 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 196 Mio €.
Bau neuer Werke in Brasilien und den USA schreitet voran
Die Segmente Steel und Stainless arbeiten zielstrebig an der Umsetzung ihrer transatlantischen Wachstumsstrategien. In Brasilien errichtet Steel ein neues Brammenwerk. Der Baufortschritt wesentlicher Hauptgewerke wie Hafen, Kokerei, Rohstoffhandling, Sinteranlage, Kraftwerk, Medienversorgung und Infrastruktur entspricht dem sehr ehrgeizigen Zeitplan. Eingetretene kleinere Verspätungen können aufgeholt werden. Bei Hochöfen und Stahlwerk sind die eingetretenen Verzögerungen durch weitere Beschleunigungsmaßnahmen nicht mehr in vollem Umfang aufholbar. Die für März 2009 geplante Inbetriebnahme wird sich daher um vier bis sechs Monate verschieben. Hauptgründe für die Verspätungen liegen in der weltweit boomenden Investitionsgüterkonjunktur, die zu Lieferverzögerungen unserer Lieferanten führte, in Lieferengpässen im engen brasilianischen Markt für Baustoffe sowie in außerordentlich starken und langen Regenfällen im 2. Quartal 2007/2008, die zu Verzögerungen der Montage- und Schweißarbeiten auf der Baustelle führten.
Beim Investitionsbudget zeichnet sich eine Erhöhung um 500 bis 700 Mio € ab. Die wesentliche Ursachen sind zusätzliche Investitionen in Nebengewerke. Ferner führten deutliche Preissteigerungen sowohl im brasilianischen Markt für Bau- und Montageleistungen als auch im internationalen Markt für technische Ausrüstungsgegenstände und technische Optimierungen der Anlagen zu der Budgetüberschreitung. Die gute Projektrendite wird durch diese Vorgänge nicht wesentlich reduziert.
Die neuen Mitarbeiter werden wie geplant eingestellt; das Trainingsprogramm für die ersten Ingenieure und Techniker mit Hüttenwerkserfahrungen läuft bereits erfolgreich. Bisher waren oder sind 138 Personen in Duisburg zur Ausbildung.
Mit großen Schritten werden die Investitionen zum Ausbau der Verarbeitungs- und Veredelungskapazitäten an den deutschen Standorten umgesetzt. Das Brammenlager im Hafen Walsum ist inzwischen fertig. Im Warmbandwerk Bochum ging Ende Februar 2008 ein neuer Hubbalkenofen in Betrieb. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wird die Warmbandstraße in Beeckerwerth umgebaut. Die Investitionen zur Leistungssteigerung an zwei Feuerbeschichtungsanlagen in Duisburg sind abgeschlossen, der Hochlauf verläuft erfolgreich. Der neue Hochofen 8, mit dem die Roheisenbasis in Deutschland modernisiert wurde, ist seit dem 08. Dezember 2007 in Betrieb und erreicht mittlerweile fast seine volle Leistung von täglich 5.600 t Roheisen.
Auch der Bau des neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks von Steel und Stainless bei Mobile in Alabama/USA liegt im Plan. Steel hat inzwischen eine Vielzahl von Verträgen mit Lieferanten abgeschlossen. Insbesondere sind die Aufträge für die Kernaggregate Warmbandstraße, Kaltbandwerk und vier Feuerbeschichtungslinien vergeben worden und befinden sich derzeit im Detailengineering. Bei der Grundstücksvorbereitung wurden gute Fortschritte gemacht. Die Bauarbeiten sind in Teilen fertig gestellt, und mit den Pfahlgründungen wurde begonnen. Das konkrete Absatzkonzept, mit dem eine stärkere Erschließung des Nafta-Marktes für hochwertigen Qualitätsflachstahl gesichert werden soll, steht bereits, und ein neues Vertriebsteam wird derzeit mit Mitarbeitern aus Deutschland und den USA aufgebaut.
Bei Stainless begannen Anfang März die Pfahlgründungen. Damit wird das Fundament für die späteren Produktionsanlagen und die Werkshallen gelegt. Für das Kaltwalzwerk vergab ThyssenKrupp Stainless USA inzwischen einen Großteil der Aufträge für Produktionsanlagen. Dies betrifft eine Warmband- sowie eine Kaltband-Glüh- und Beizlinie, drei Kaltwalzgerüste, ein Dressiergerüst sowie mehrere Adjustageanlagen und einen Großteil der benötigten Krananlagen. Ebenso wurde die Stahlkonstruktion der Hallen des Kaltwalzwerks einschließlich Adjustageanlagen und Versand bestellt. Der Auftrag für das Stahlwerk wird endverhandelt; zurzeit erfolgt das Engineering.
Auf die Personalausschreibungen bei ThyssenKrupp Steel und ThyssenKrupp Stainless sind nahezu 17.000 Bewerbungen eingegangen. Der Auswahlprozess hat begonnen, und im Juni werden die ersten Trainingsmaßnahmen starten.




