- Unternehmensinformation
- Grundlagen der Berichterstattung
- Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
- Management Incentivepläne
- Bürgschaften und Garantien
- "Special Purpose Entities"
- Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
- Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
- Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
- Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
- Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
ThyssenKrupp AG
Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 01. Oktober 2007 bis 31. März 2008 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 08. Mai 2008 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2008 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2006/2007 veröffentlicht. Im 1. Quartal 2007/2008 wendete der Konzern vorzeitig die Regelungen von IFRS 8 "Operating Segments" zur Segmentberichterstattung an; die Erstanwendung hatte keinen Einfluss auf die bisherige Abgrenzung der Segmente.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:
Im Januar 2008 hat das IASB die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 "Business Combinations" und IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements" veröffentlicht. Wichtigster Änderungspunkt ist die Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens. Es wird das Wahlrecht eingeführt, den Goodwill aus einem Erwerb nach der "Full Goodwill Method" voll aufzudecken, d.h. auch in Höhe des Anteils, der den Minderheiten zuzurechnen ist. Darüber hinaus sind Erwerbe bzw. teilweise Veräußerungen von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktion zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Außerdem sind die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Die geänderten Standards sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen; eine frühere gemeinsame Anwendung ist zulässig für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2007 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns haben wird.
Ebenfalls im Januar 2008 hat das IASB eine Änderung von IFRS 2 "Share-based Payment" veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nur Dienstzeitbedingungen (service conditions) und Leistungsbedingungen (performance conditions) sind. Außerdem wird präzisiert, dass die Bilanzierungsregeln zur vorzeitigen Planbeendigung unabhängig davon gelten, ob der Plan vom Unternehmen selbst oder einer anderen Partei beendet wird. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Februar 2008 hat das IASB einen Änderungsstandard zu "IAS 32 Financial Instruments: Presentation und IAS 1 Presentation of Financial Statements – Puttable Financial Instruments and Obligations Arising on Liquidation" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Klassifizierung bestimmter Arten von Finanzinstrumenten als Eigen- oder Fremdkapital. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben für die von der Regelung betroffenen Finanzinstrumente gefordert. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
01 Emissionshandelsgesetz
Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2005-2007 sowie für insgesamt 107,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2008-2012 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die erworbenen Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen den Bestand an Rechten pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.
02 Erwerbe und Veräusserungen
Am 11. Januar 2008 hat ThyssenKrupp im Segment Services den Erwerb aller Anteile an der britischen Apollo Metals Ltd. abgeschlossen. Die Apollo-Gruppe bietet mit zehn Standorten in acht Ländern hochwertige Produkte wie Aluminium, Edelstahl und NE-Metalle in Verbindung mit wertschöpfungsstarken An- und Verarbeitungsleistungen hauptsächlich für die Luft- und Raumfahrtindustrie und deren Lieferketten an. Durch den Erwerb entsteht aus den weitgehend in Europa und Fernost operierenden Unternehmen der Apollo-Gruppe und den schwerpunktmäßig in den USA angesiedelten Aktivitäten von ThyssenKrupp Services ein weltweit agierender Bereich mit 30 Standorten in 13 Ländern.
Der durch Zahlungsmittel geleistete Gesamtkaufpreis inklusive der Anschaffungsnebenkosten betrug 89 Mio €. Die immateriellen Vermögenswerte betreffen nahezu ausschließlich Kundenverträge einschließlich zugehöriger Kundenbeziehungen. Die vorläufige Kaufpreisaufteilung führte zu einem Firmenwert von 38 Mio €, der nicht separierbare Werte wie Know-How der Belegschaft, neue Kundenbeziehungen und Synergieeffekte aus der Integration von Apollo beinhaltet.
Auf Basis der vorläufigen Werte zum Erwerbszeitpunkt wirkte sich der Erwerb der Apollo-Gruppe wie folgt auf den Konzernabschluss aus:
| Buchwerte | Anpassungen | Zeitwerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Firmenwert | 0 | 38 | 38 | |||
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 0 | 7 | 7 | |||
| Sachanlagen | 3 | 0 | 3 | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 5 | 0 | 5 | |||
| Aktive latente Steuern | 0 | 1 | 1 | |||
| Vorräte | 52 | 0 | 52 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 33 | 0 | 33 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 | 0 | 3 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 3 | 0 | 3 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 10 | 0 | 10 | |||
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 109 | 46 | 155 | |||
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2 | 0 | 2 | |||
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 24 | 0 | 24 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24 | 0 | 24 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 2 | 0 | 2 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 13 | 0 | 13 | |||
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 65 | 0 | 65 | |||
| Erworbenes Reinvermögen | 44 | 46 | 90 | |||
| Anteile anderer Gesellschafter | 1 | 0 | 1 | |||
| Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) | 89 | |||||
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 89 |
Seit Zugehörigkeit zum Konzern hat die Apollo-Gruppe Umsätze von 48 Mio € und ein Ergebnis vor Steuern von 5 Mio € generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des 1. Halbjahres enthalten sind.
Hätte der Erwerb stattdessen bereits zum 01. Oktober 2007 stattgefunden, so hätte die Apollo-Gruppe mit Umsätzen von 97 Mio € und einem Ergebnis vor Steuern von 13 Mio € zum Konzernerfolg beigetragen.
Darüber hinaus tätigte der Konzern im 1. Halbjahr 2007/2008 weitere Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| 1. Halbjahr 2007/2008 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwerte zum Erwerbs- zeitpunkt |
Anpassungen | Zeitwerte zum Erwerbs- zeitpunkt |
||||
| Firmenwert | 0 | 50 | 50 | |||
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 1 | 12 | 13 | |||
| Sachanlagen | 37 | 5 | 42 | |||
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 0 | – 26 | – 26 | |||
| Aktive latente Steuern | 2 | 0 | 2 | |||
| Vorräte | 45 | 0 | 45 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 56 | 0 | 56 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 | 0 | 2 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 4 | 0 | 4 | |||
| Laufende Ertragsteueransprüche | 3 | 0 | 3 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 44 | 0 | 44 | |||
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 194 | 41 | 235 | |||
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 1 | 0 | 1 | |||
| Passive latente Steuern | 3 | 3 | 6 | |||
| Verzinsliche langfristige Finanzverbindlichkeiten | 4 | 3 | 7 | |||
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 8 | 0 | 8 | |||
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 39 | 0 | 39 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 41 | 0 | 41 | |||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7 | 0 | 7 | |||
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 21 | 1 | 22 | |||
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 124 | 7 | 131 | |||
| Erworbenes Reinvermögen | 70 | 34 | 104 | |||
| Anteile anderer Gesellschafter | 19 | 1 | 20 | |||
| Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) | 84 | |||||
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 84 | |||||
Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliobereinigung im 1. Halbjahr 2007/2008 Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| 1. Halbjahr 2007/2008 |
||
|---|---|---|
| Firmenwert | 2 | |
| Sachanlagen | 60 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 4 | |
| Aktive latente Steuern | 2 | |
| Vorräte | 53 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 40 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 4 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 5 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 16 | |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 186 | |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 29 | |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 3 | |
| Passive latente Steuern | 2 | |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 14 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2 | |
| Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 42 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 6 | |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 17 | |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 141 | |
| Abgehendes Reinvermögen | 45 | |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 43 | |
| Verkaufspreise | 88 | |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 88 |
Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung ist im Dezember 2007 im Segment Technologies der Verkauf der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede eingeleitet worden, die geschmiedete Automobilteile für den PKW- und LKW-Bereich entwickelt und produziert. Diese Transaktion erfüllte nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit wurden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Der Verkauf wurde im 2. Quartal 2007/2008 zu einem Barverkaufspreis von 85 Mio € bei gleichzeitigem Abgang von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 8 Mio € vollzogen.
Ende November 2007 sind die Anteile von ThyssenKrupp an der RAG Aktiengesellschaft auf die RAG-Stiftung übertragen worden.
03 Aufwand aus aktienbasierter Vergütung
Management Incentivepläne
Im Januar 2008 gewährte ThyssenKrupp 32.440 Wertrechte für die 6. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Daneben sind im 2. Quartal 2007/2008 die im Rahmen der 3. Tranche des Mid Term Incentiveplans gewährten Rechte mit einer Zahlung von 54,1 Mio € abgerechnet worden. Insgesamt enthält das Ergebnis des 2. Quartals 2007/2008 Aufwendungen in Höhe von 5,4 (2. Quartal 2006/2007: 9,3) Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan. Damit beliefen sich die Aufwendungen für den Mid Term Incentiveplan im 1. Halbjahr 2007/2008 auf 3,6 (1. Halbjahr 2006/2007: 33,4) Mio €.
Das Programm zum rabattierten Aktienkauf für das Geschäftsjahr 2006/2007 wurde im 2. Quartal 2007/2008 mit dem Erwerb von 229.664 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Gleichzeitig wurde im März 2008 für das Geschäftsjahr 2007/2008 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Insgesamt resultieren aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf Aufwendungen von 1,3 Mio € im 2. Quartal 2007/2008 (2. Quartal 2006/2007: Ertrag von 0,1 Mio €) bzw. von 5,3 Mio € im 1. Halbjahr 2007/2008 (1. Halbjahr 2006/2007: 4,8 Mio €).
04 Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
Tabelle: Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Eine quartalsweise Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie des Planvermögens wird grundsätzlich nicht vorgenommen.
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| 1. Halbjahr 2006/2007 USA/Kanada |
1. Halbjahr 2007/2008 USA/Kanada |
2. Quartal 2006/2007 USA/Kanada |
2. Quartal 2007/2008 USA/Kanada |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 7 | 5 | 3 | 2 | ||||
| Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen | 29 | 29 | 14 | 15 | ||||
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen (reimbursement rights) | – 3 | – 2 | – 1 | – 1 | ||||
| Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen | – 39 | 0 | 0 | 0 | ||||
| Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | – 6 | 32 | 16 | 16 |
05 Eigenkapital
Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 17. Juli 2009 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Auf Basis dieser Ermächtigung hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 31. Januar 2008 beschlossen, eigene Aktien bis zu rund 3 % des Grundkapitals an der Börse zu erwerben. Im Zeitraum vom 01. Februar bis 07. März 2008 hat die ThyssenKrupp AG 14.791.100 Aktien oder rund 2,9 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 35,34 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 523 Mio €.
06 Sonstige Verpflichtungen einschliesslich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Maximales Haftungs- volumen 31.03.2008 |
Rückstellung 31.03.2008 |
|||
|---|---|---|---|---|
| Anzahlungsgarantien | 105 | 0 | ||
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 69 | 1 | ||
| Kreditaufträge | 31 | 0 | ||
| Restwertgarantien | 45 | 1 | ||
| Sonstige Haftungserklärungen | 129 | 2 | ||
| Insgesamt | 379 | 4 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
"Special Purpose Entities"
ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft ist somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einzubeziehen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages werden im Konzernabschluss weiterhin als künftige Mindestmietzahlungen aus "operating lease" unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen berücksichtigt und werden im aktuellen Geschäftsjahr ca. 62 Mio € betragen. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Mit Entscheidung vom 20. November 2007 hat die EU-Kommission ein Gesetz der Republik Italien aus dem Jahr 2005, das neben anderen Unternehmen auch der ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni S.p.A. beim Strombezug bestimmte Vergünstigungen gewährt, als unzulässige Staatsbeihilfen eingestuft. Die EU-Kommission hat Italien aufgefordert, auf Grund dieser gesetzlichen Regelung gezahlte Beihilfen von den betroffenen Unternehmen zurückzufordern. Italien hat gegen die Entscheidung der Kommission am 31. Januar 2008 Klage eingereicht. Am 06. Februar 2008 hat die ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni ebenfalls Klage gegen diese Entscheidung eingereicht. Ob und in welcher Höhe möglicherweise Rückforderungsansprüche durch den italienischen Staat gestellt werden bzw. bisher von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni geltend gemachte Ansprüche von Italien beglichen werden, kann zur Zeit nicht abschließend beurteilt werden. Sollte der Ausgang des Rechtsstreits eine ungünstige Entwicklung nehmen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus ein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss von ThyssenKrupp ergibt.
Im Vergleich zum 30. September 2007 erhöhte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 0,9 Mrd € auf 3,0 Mrd €. Darüber hinaus wurden im Segment Steel weitere langfristige Kalklieferverträge abgeschlossen, aus denen Abnahmeverpflichtungen von 0,2 Mrd € resultieren. Zusätzlich erhöhten sich auf Grund geänderter Einschätzungen über die Preisbedingungen für Eisenerz und Eisenerzpellets bestehende Abnahmeverpflichtungen um 3,8 Mrd € auf 10,5 Mrd €.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
07 Derivative Finanzinstrumente
Die Nominal- und Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Nominalwert 30.09.2007 |
Buchwert 30.09.2007 |
Nominalwert 31.03.2008 |
Buchwert 31.03.2008 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | ||||||||
| Aktiva | ||||||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 3.950 | 182 | 3.754 | 285 | ||||
| Zinsderivate* | 757 | 4 | 798 | 50 | ||||
| Warenderivate | 854 | 68 | 839 | 69 | ||||
| Insgesamt | 5.561 | 254 | 5.391 | 404 | ||||
| Passiva | ||||||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 5.181 | 241 | 5.005 | 445 | ||||
| Zinsderivate* | 208 | 6 | 151 | 7 | ||||
| Warenderivate | 827 | 86 | 585 | 73 | ||||
| Insgesamt | 6.216 | 333 | 5.741 | 525 |
08 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Im 1. Halbjahr 2007/2008 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 1,1 Mio €.
Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Halbjahr 2007/2008 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,9 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im selben Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 0,1 Mio € von der ESG Legierungen GmbH bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. März 2008 bestanden keine offenen Positionen.
09 Segmentberichterstattung
Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2006/2007 und das 1. Halbjahr 2007/2008 sowie für das 2. Quartal 2006/2007 und das 2. Quartal 2007/2008:
| Steel | Stainless | Technologies | Elevator | Services | Corporate | Konsoli- dierung |
Konzern | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Halbjahr 2006/2007 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 5.752 | 3.878 | 5.541 | 2.169 | 7.885 | 221 | 0 | 25.446 | ||||||||
| Konzerninterne Umsätze | 755 | 500 | 55 | 2 | 421 | 12 | – 1.745 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 6.507 | 4.378 | 5.596 | 2.171 | 8.306 | 233 | – 1.745 | 25.446 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 870 | 616 | 256 | – 293 | 332 | – 136 | – 11 | 1.634 | ||||||||
| 1. Halbjahr 2007/2008 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 6.117 | 3.372 | 5.816 | 2.346 | 7.767 | 51 | 0 | 25.469 | ||||||||
| Konzerninterne Umsätze | 736 | 421 | 35 | 2 | 332 | 9 | – 1.535 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 6.853 | 3.793 | 5.851 | 2.348 | 8.099 | 60 | – 1.535 | 25.469 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 749 | – 7 | 365 | 209 | 267 | – 181 | – 14 | 1.388 | ||||||||
| 2. Quartal 2006/2007 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 2.995 | 2.114 | 2.766 | 1.087 | 4.120 | 32 | 0 | 13.114 | ||||||||
| Konzerninterne Umsätze | 394 | 293 | 38 | 1 | 214 | 7 | – 947 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 3.389 | 2.407 | 2.804 | 1.088 | 4.334 | 39 | – 947 | 13.114 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 471 | 291 | 108 | – 390 | 140 | – 43 | – 5 | 572 | ||||||||
| 2. Quartal 2007/2008 | ||||||||||||||||
| Außenumsätze | 3.245 | 1.723 | 3.012 | 1.163 | 4.034 | 22 | 0 | 13.199 | ||||||||
| Konzerninterne Umsätze | 394 | 232 | 17 | 1 | 198 | 4 | – 846 | 0 | ||||||||
| Umsatzerlöse gesamt | 3.639 | 1.955 | 3.029 | 1.164 | 4.232 | 26 | – 846 | 13.199 | ||||||||
| Ergebnis vor Steuern | 396 | 38 | 186 | 90 | 135 | – 97 | – 6 | 742 |
10 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Der gewichtete Durchschnitt der Aktien reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Zeitraum vom 01. Februar bis 07. März 2008.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
11 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Halbjahr 2007/2008 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 135 (1. Halbjahr 2006/2007: 8) Mio €.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im 1. Halbjahr 2007/2008 beträgt 31 (1. Halbjahr 2006/2007: 8) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Halbjahr 2007/2008 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzverbindlichkeiten von 70 (1. Halbjahr 2006/2007: 0) Mio €.
12 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
ThyssenKrupp Elevator hat am 03. April 2008 die Arbeitnehmerseite darüber informiert, die Werkstandorte in Gratkorn/Österreich und Valencia/Spanien schließen zu wollen. Ursache für die Schließung ist im Wesentlichen der marktseitige Wegfall der in diesen Werken gefertigten Komponenten und Systeme. Es wird mit einem Aufwand in Höhe von ca. 40 Mio € gerechnet.
Am 16. April 2008 erwarb ThyssenKrupp Access Manufacturing LLC die Geschäftsaktivitäten von The National Wheel-O-Vator Company (NWOV), beide USA, im Rahmen eines Asset Deals. NWOV betätigt sich seit 1982 in der Produktion von im Wesentlichen Home Elevator und vertikalen Plattformliften. Durch den Erwerb beabsichtigt ThyssenKrupp Elevator seine führende Marktstellung in den USA in den vorgenannten Produktbereichen deutlich auszubauen. 2007 erwirtschaftete NWOV mit rund 180 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 31 Mio €.
Im Segment Steel hat die Geschäftsführung von ThyssenKrupp Sofedit am 06. Mai 2008 formale Konsultationen über ein Projekt zur Restrukturierung des Unternehmens mit dessen Arbeitnehmervertretungen aufgenommen. Das Projekt umfasst die Aufgabe zweier Standorte (Amilly und Vendôme), die Restrukturierung des Standorts Auxi-le-Château sowie die Verlagerung der Hauptverwaltung in Saint-Quentin-en-Yvelines (Nähe Paris) zum größten Produktionsstandort in Le-Theil-sur-Huisne, um notwendige Kosteneinsparungen zu realisieren und die Kapazitäten an das rückläufige einheimische Produktionsvolumen der französischen Automobilhersteller anzupassen. Es werden Aufwendungen von ca. 100 Mio € erwartet.




