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ThyssenKrupp AG
Konzern-Anhang

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 01. Oktober 2007 bis 31. März 2008 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 08. Mai 2008 zur Veröffentlichung freigegeben.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2008 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2006/2007 veröffentlicht. Im 1. Quartal 2007/2008 wendete der Konzern vorzeitig die Regelungen von IFRS 8 "Operating Segments" zur Segmentberichterstattung an; die Erstanwendung hatte keinen Einfluss auf die bisherige Abgrenzung der Segmente.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im Januar 2008 hat das IASB die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 "Business Combinations" und IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements" veröffentlicht. Wichtigster Änderungspunkt ist die Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens. Es wird das Wahlrecht eingeführt, den Goodwill aus einem Erwerb nach der "Full Goodwill Method" voll aufzudecken, d.h. auch in Höhe des Anteils, der den Minderheiten zuzurechnen ist. Darüber hinaus sind Erwerbe bzw. teilweise Veräußerungen von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktion zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Außerdem sind die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Die geänderten Standards sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen; eine frühere gemeinsame Anwendung ist zulässig für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2007 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns haben wird.

Ebenfalls im Januar 2008 hat das IASB eine Änderung von IFRS 2 "Share-based Payment" veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nur Dienstzeitbedingungen (service conditions) und Leistungsbedingungen (performance conditions) sind. Außerdem wird präzisiert, dass die Bilanzierungsregeln zur vorzeitigen Planbeendigung unabhängig davon gelten, ob der Plan vom Unternehmen selbst oder einer anderen Partei beendet wird. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Februar 2008 hat das IASB einen Änderungsstandard zu "IAS 32 Financial Instruments: Presentation und IAS 1 Presentation of Financial Statements – Puttable Financial Instruments and Obligations Arising on Liquidation" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Klassifizierung bestimmter Arten von Finanzinstrumenten als Eigen- oder Fremdkapital. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben für die von der Regelung betroffenen Finanzinstrumente gefordert. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Seit dem 01. Januar 2005 unterliegt ThyssenKrupp dem europaweit geltenden Emissionshandelsgesetz. Der Konzern hat von der Emissionshandelsstelle (DEHSt) Zuteilungsbescheide für insgesamt 56,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2005-2007 sowie für insgesamt 107,0 Mio Tonnen CO2-Emissionen für den Zeitraum 2008-2012 erhalten. Die Bescheide entfallen im Wesentlichen auf das Segment Steel. Die erworbenen Rechte werden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Übersteigen die tatsächlichen CO2-Emissionen den Bestand an Rechten pro Jahr, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für den Nachkauf der Rechte gebildet.

Am 11. Januar 2008 hat ThyssenKrupp im Segment Services den Erwerb aller Anteile an der britischen Apollo Metals Ltd. abgeschlossen. Die Apollo-Gruppe bietet mit zehn Standorten in acht Ländern hochwertige Produkte wie Aluminium, Edelstahl und NE-Metalle in Verbindung mit wertschöpfungsstarken An- und Verarbeitungsleistungen hauptsächlich für die Luft- und Raumfahrtindustrie und deren Lieferketten an. Durch den Erwerb entsteht aus den weitgehend in Europa und Fernost operierenden Unternehmen der Apollo-Gruppe und den schwerpunktmäßig in den USA angesiedelten Aktivitäten von ThyssenKrupp Services ein weltweit agierender Bereich mit 30 Standorten in 13 Ländern.

Der durch Zahlungsmittel geleistete Gesamtkaufpreis inklusive der Anschaffungsnebenkosten betrug 89 Mio €. Die immateriellen Vermögenswerte betreffen nahezu ausschließlich Kundenverträge einschließlich zugehöriger Kundenbeziehungen. Die vorläufige Kaufpreisaufteilung führte zu einem Firmenwert von 38 Mio €, der nicht separierbare Werte wie Know-How der Belegschaft, neue Kundenbeziehungen und Synergieeffekte aus der Integration von Apollo beinhaltet.

Auf Basis der vorläufigen Werte zum Erwerbszeitpunkt wirkte sich der Erwerb der Apollo-Gruppe wie folgt auf den Konzernabschluss aus:

Mio €
Buchwerte Anpassungen Zeitwerte
Firmenwert 0 38 38
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 7 7
Sachanlagen 3 0 3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5 0 5
Aktive latente Steuern 0 1 1
Vorräte 52 0 52
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33 0 33
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 3 0 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 3 0 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10 0 10
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 109 46 155
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2 0 2
Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 24 0 24
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24 0 24
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2 0 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 13 0 13
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 65 0 65
Erworbenes Reinvermögen 44 46 90
Anteile anderer Gesellschafter 1 0 1
Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) 89
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 89

Seit Zugehörigkeit zum Konzern hat die Apollo-Gruppe Umsätze von 48 Mio € und ein Ergebnis vor Steuern von 5 Mio € generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des 1. Halbjahres enthalten sind.

Hätte der Erwerb stattdessen bereits zum 01. Oktober 2007 stattgefunden, so hätte die Apollo-Gruppe mit Umsätzen von 97 Mio € und einem Ergebnis vor Steuern von 13 Mio € zum Konzernerfolg beigetragen.

Darüber hinaus tätigte der Konzern im 1. Halbjahr 2007/2008 weitere Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio €
1. Halbjahr 2007/2008
Buchwerte
zum
Erwerbs-
zeitpunkt
Anpassungen Zeitwerte
zum
Erwerbs-
zeitpunkt
Firmenwert 0 50 50
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 12 13
Sachanlagen 37 5 42
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 – 26 – 26
Aktive latente Steuern 2 0 2
Vorräte 45 0 45
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 56 0 56
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2 0 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 4 0 4
Laufende Ertragsteueransprüche 3 0 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 44 0 44
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 194 41 235
Sonstige langfristige Rückstellungen 1 0 1
Passive latente Steuern 3 3 6
Verzinsliche langfristige Finanzverbindlichkeiten 4 3 7
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 8 0 8
Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 39 0 39
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 41 0 41
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7 0 7
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 21 1 22
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 124 7 131
Erworbenes Reinvermögen 70 34 104
Anteile anderer Gesellschafter 19 1 20
Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) 84
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 84

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliobereinigung im 1. Halbjahr 2007/2008 Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio €
1. Halbjahr
2007/2008
Firmenwert 2
Sachanlagen 60
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4
Aktive latente Steuern 2
Vorräte 53
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 186
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 29
Sonstige langfristige Rückstellungen 3
Passive latente Steuern 2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 14
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Verzinsliche kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 42
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 17
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 141
Abgehendes Reinvermögen 45
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 43
Verkaufspreise 88
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 88

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung ist im Dezember 2007 im Segment Technologies der Verkauf der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede eingeleitet worden, die geschmiedete Automobilteile für den PKW- und LKW-Bereich entwickelt und produziert. Diese Transaktion erfüllte nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit wurden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Der Verkauf wurde im 2. Quartal 2007/2008 zu einem Barverkaufspreis von 85 Mio € bei gleichzeitigem Abgang von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 8 Mio € vollzogen.

Ende November 2007 sind die Anteile von ThyssenKrupp an der RAG Aktiengesellschaft auf die RAG-Stiftung übertragen worden.

Management Incentivepläne

Im Januar 2008 gewährte ThyssenKrupp 32.440 Wertrechte für die 6. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Daneben sind im 2. Quartal 2007/2008 die im Rahmen der 3. Tranche des Mid Term Incentiveplans gewährten Rechte mit einer Zahlung von 54,1 Mio € abgerechnet worden. Insgesamt enthält das Ergebnis des 2. Quartals 2007/2008 Aufwendungen in Höhe von 5,4 (2. Quartal 2006/2007: 9,3) Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan. Damit beliefen sich die Aufwendungen für den Mid Term Incentiveplan im 1. Halbjahr 2007/2008 auf 3,6 (1. Halbjahr 2006/2007: 33,4) Mio €.

Das Programm zum rabattierten Aktienkauf für das Geschäftsjahr 2006/2007 wurde im 2. Quartal 2007/2008 mit dem Erwerb von 229.664 Aktien mit Rabatt abgeschlossen. Gleichzeitig wurde im März 2008 für das Geschäftsjahr 2007/2008 erneut ein Programm beschlossen, das wiederum ausgewählten Führungskräften des Konzerns die Möglichkeit gibt, ThyssenKrupp Aktien bis zu einem festgelegten Betrag mit Rabatt zu erwerben. Insgesamt resultieren aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf Aufwendungen von 1,3 Mio € im 2. Quartal 2007/2008 (2. Quartal 2006/2007: Ertrag von 0,1 Mio €) bzw. von 5,3 Mio € im 1. Halbjahr 2007/2008 (1. Halbjahr 2006/2007: 4,8 Mio €).

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Tabelle: Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Eine quartalsweise Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie des Planvermögens wird grundsätzlich nicht vorgenommen.

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
1. Halbjahr
2006/2007
USA/Kanada
1. Halbjahr
2007/2008
USA/Kanada
2. Quartal
2006/2007
USA/Kanada
2. Quartal
2007/2008
USA/Kanada
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 7 5 3 2
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten Zuschussverpflichtungen 29 29 14 15
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen (reimbursement rights) – 3 – 2 – 1 – 1
Aufwand/(Ertrag) aus Planabgeltungen und Plankürzungen – 39 0 0 0
Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre – 6 32 16 16

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:

Tabelle: Eigenkapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Januar 2008 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 17. Juli 2009 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Auf Basis dieser Ermächtigung hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG am 31. Januar 2008 beschlossen, eigene Aktien bis zu rund 3 % des Grundkapitals an der Börse zu erwerben. Im Zeitraum vom 01. Februar bis 07. März 2008 hat die ThyssenKrupp AG 14.791.100 Aktien oder rund 2,9 % des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 35,34 € zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von 523 Mio €.

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
Maximales
Haftungs-
volumen
31.03.2008
Rückstellung
31.03.2008
Anzahlungsgarantien 105 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 69 1
Kreditaufträge 31 0
Restwertgarantien 45 1
Sonstige Haftungserklärungen 129 2
Insgesamt 379 4

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

"Special Purpose Entities"

ThyssenKrupp hat eine Anlage zur Produktion von Koks gemietet. Die Anwendung der Interpretation SIC 12 "Consolidation – Special Purpose Entities" auf die Betreibergesellschaft dieser Anlage hat ergeben, dass diese eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, für die eine Konsolidierungspflicht besteht. Die Vollkonsolidierung dieser Gesellschaft hat jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hingegen führte die Überprüfung der Eigentümergesellschaft, die ebenfalls eine "Special Purpose Entity" im Sinne der Interpretation ist, zu dem Ergebnis, dass der Konzern diese Gesellschaft nicht beherrscht. Die Gesellschaft ist somit nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einzubeziehen. Die Verpflichtungen des Konzerns im Rahmen des Miet- und Abnahmevertrages werden im Konzernabschluss weiterhin als künftige Mindestmietzahlungen aus "operating lease" unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen berücksichtigt und werden im aktuellen Geschäftsjahr ca. 62 Mio € betragen. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf ca. 45 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Miet- bzw. Abnahmevertrages.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Mit Entscheidung vom 20. November 2007 hat die EU-Kommission ein Gesetz der Republik Italien aus dem Jahr 2005, das neben anderen Unternehmen auch der ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni S.p.A. beim Strombezug bestimmte Vergünstigungen gewährt, als unzulässige Staatsbeihilfen eingestuft. Die EU-Kommission hat Italien aufgefordert, auf Grund dieser gesetzlichen Regelung gezahlte Beihilfen von den betroffenen Unternehmen zurückzufordern. Italien hat gegen die Entscheidung der Kommission am 31. Januar 2008 Klage eingereicht. Am 06. Februar 2008 hat die ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni ebenfalls Klage gegen diese Entscheidung eingereicht. Ob und in welcher Höhe möglicherweise Rückforderungsansprüche durch den italienischen Staat gestellt werden bzw. bisher von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni geltend gemachte Ansprüche von Italien beglichen werden, kann zur Zeit nicht abschließend beurteilt werden. Sollte der Ausgang des Rechtsstreits eine ungünstige Entwicklung nehmen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich daraus ein wesentlicher Einfluss auf den Konzernabschluss von ThyssenKrupp ergibt.

Im Vergleich zum 30. September 2007 erhöhte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 0,9 Mrd € auf 3,0 Mrd €. Darüber hinaus wurden im Segment Steel weitere langfristige Kalklieferverträge abgeschlossen, aus denen Abnahmeverpflichtungen von 0,2 Mrd € resultieren. Zusätzlich erhöhten sich auf Grund geänderter Einschätzungen über die Preisbedingungen für Eisenerz und Eisenerzpellets bestehende Abnahmeverpflichtungen um 3,8 Mrd € auf 10,5 Mrd €.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

Die Nominal- und Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2007
Buchwert
30.09.2007
Nominalwert
31.03.2008
Buchwert
31.03.2008
Derivative Finanzinstrumente
Aktiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 3.950 182 3.754 285
Zinsderivate* 757 4 798 50
Warenderivate 854 68 839 69
Insgesamt 5.561 254 5.391 404
 
Passiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 5.181 241 5.005 445
Zinsderivate* 208 6 151 7
Warenderivate 827 86 585 73
Insgesamt 6.216 333 5.741 525
* inklusive Zins-/Währungsderivate

Im 1. Halbjahr 2007/2008 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 1,1 Mio €.

Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Halbjahr 2007/2008 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,9 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im selben Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 0,1 Mio € von der ESG Legierungen GmbH bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. März 2008 bestanden keine offenen Positionen.

Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2006/2007 und das 1. Halbjahr 2007/2008 sowie für das 2. Quartal 2006/2007 und das 2. Quartal 2007/2008:

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Mio €
Steel Stainless Technologies Elevator Services Corporate Konsoli-
dierung
Konzern
1. Halbjahr 2006/2007
Außenumsätze 5.752 3.878 5.541 2.169 7.885 221 0 25.446
Konzerninterne Umsätze 755 500 55 2 421 12 – 1.745 0
Umsatzerlöse gesamt 6.507 4.378 5.596 2.171 8.306 233 – 1.745 25.446
Ergebnis vor Steuern 870 616 256 – 293 332 – 136 – 11 1.634
 
1. Halbjahr 2007/2008
Außenumsätze 6.117 3.372 5.816 2.346 7.767 51 0 25.469
Konzerninterne Umsätze 736 421 35 2 332 9 – 1.535 0
Umsatzerlöse gesamt 6.853 3.793 5.851 2.348 8.099 60 – 1.535 25.469
Ergebnis vor Steuern 749 – 7 365 209 267 – 181 – 14 1.388
 
2. Quartal 2006/2007
Außenumsätze 2.995 2.114 2.766 1.087 4.120 32 0 13.114
Konzerninterne Umsätze 394 293 38 1 214 7 – 947 0
Umsatzerlöse gesamt 3.389 2.407 2.804 1.088 4.334 39 – 947 13.114
Ergebnis vor Steuern 471 291 108 – 390 140 – 43 – 5 572
 
2. Quartal 2007/2008
Außenumsätze 3.245 1.723 3.012 1.163 4.034 22 0 13.199
Konzerninterne Umsätze 394 232 17 1 198 4 – 846 0
Umsatzerlöse gesamt 3.639 1.955 3.029 1.164 4.232 26 – 846 13.199
Ergebnis vor Steuern 396 38 186 90 135 – 97 – 6 742

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

Tabelle: Ergebnis je Aktie

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Durchschnitt der Aktien reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Zeitraum vom 01. Februar bis 07. März 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2007/2008 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 135 (1. Halbjahr 2006/2007: 8) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im 1. Halbjahr 2007/2008 beträgt 31 (1. Halbjahr 2006/2007: 8) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2007/2008 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzverbindlichkeiten von 70 (1. Halbjahr 2006/2007: 0) Mio €.

ThyssenKrupp Elevator hat am 03. April 2008 die Arbeitnehmerseite darüber informiert, die Werkstandorte in Gratkorn/Österreich und Valencia/Spanien schließen zu wollen. Ursache für die Schließung ist im Wesentlichen der marktseitige Wegfall der in diesen Werken gefertigten Komponenten und Systeme. Es wird mit einem Aufwand in Höhe von ca. 40 Mio € gerechnet.

Am 16. April 2008 erwarb ThyssenKrupp Access Manufacturing LLC die Geschäftsaktivitäten von The National Wheel-O-Vator Company (NWOV), beide USA, im Rahmen eines Asset Deals. NWOV betätigt sich seit 1982 in der Produktion von im Wesentlichen Home Elevator und vertikalen Plattformliften. Durch den Erwerb beabsichtigt ThyssenKrupp Elevator seine führende Marktstellung in den USA in den vorgenannten Produktbereichen deutlich auszubauen. 2007 erwirtschaftete NWOV mit rund 180 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 31 Mio €.

Im Segment Steel hat die Geschäftsführung von ThyssenKrupp Sofedit am 06. Mai 2008 formale Konsultationen über ein Projekt zur Restrukturierung des Unternehmens mit dessen Arbeitnehmervertretungen aufgenommen. Das Projekt umfasst die Aufgabe zweier Standorte (Amilly und Vendôme), die Restrukturierung des Standorts Auxi-le-Château sowie die Verlagerung der Hauptverwaltung in Saint-Quentin-en-Yvelines (Nähe Paris) zum größten Produktionsstandort in Le-Theil-sur-Huisne, um notwendige Kosteneinsparungen zu realisieren und die Kapazitäten an das rückläufige einheimische Produktionsvolumen der französischen Automobilhersteller anzupassen. Es werden Aufwendungen von ca. 100 Mio € erwartet.