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Geschäftsverlauf in den Segmenten

Steel in Zahlen
1. Halbjahr
2006/2007
1. Halbjahr
2007/2008
2. Quartal
2006/2007
2. Quartal
2007/2008
Auftragseingang Mio € 6.633 7.174 3.510 3.986
Umsatz Mio € 6.507 6.853 3.389 3.639
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 870 749 471 396
Mitarbeiter (31.03.) 39.005 40.636 39.005 40.636

Das Segment Steel hat im 1. Halbjahr 2007/2008 das Geschäft im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode erneut ausweiten können. Der wertmäßige Auftragseingang nahm um 8 % auf 7,2 Mrd € zu. Dies war auch auf eine Belebung des mengenmäßigen Ordervolumens – insbesondere im 2. Quartal des Geschäftsjahres – zurückzuführen. Zusätzlich wirkten sich die am Markt durchgesetzten Preiserhöhungen aus. Der Umsatz stieg um 5 % auf 6,9 Mrd €, was bei stabilen Absatzmengen auf Erlösverbesserungen zurückzuführen war. Steel erwirtschaftete einen Gewinn von 749 Mio € nach 870 Mio € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus den Vorlaufkosten für das Stahlwerksprojekt in Brasilien sowie gestiegenen Vormaterialkosten im operativen Geschäft.

Die Business Unit Corporate umfasst die Verwaltungsfunktionen der ThyssenKrupp Steel AG und führt die Strategieprojekte in Brasilien und den USA. Der im Berichtszeitraum höhere Verlust als im 1. Halbjahr 2006/2007 ging vor allem auf die Vorlaufkosten für das Stahlwerk in Brasilien zurück.

Die Rohstahlerzeugung der Business Unit Steelmaking, bei der die Metallurgie in Duisburg sowie die Logistikaktivitäten angesiedelt sind, lag im Berichtszeitraum um 3 % unter der entsprechenden Vorjahresproduktion. Wegen der planmäßigen Neuzustellung des Hochofens Schwelgern 1 musste die Fahrweise im Stahlwerksbereich angepasst werden. Zum Teil konnte die fehlende Roheisenproduktion durch den erfolgreichen Hochlauf des im Dezember 2007 in Betrieb genommenen neuen Hochofens 8 ausgeglichen werden. Der Umsatz von Steelmaking war etwas niedriger als in der Vorjahresperiode; auf Basis gestiegener Erlöse für Lieferungen an die nachgelagerten Produktionsstufen konnte ein höherer Gewinn erzielt werden.

Industry

Die Business Unit Industry verzeichnete im 1. Halbjahr eine Umsatzausweitung, die in erster Linie aus höheren Versandmengen resultierte. Der Gewinn war insgesamt niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung in den einzelnen Profitcentern verlief dabei unterschiedlich. Im Industriekundengeschäft konnte bei weiterhin guter Marktlage der Absatz gesteigert werden. Die Erlöse blieben im Durchschnitt stabil, doch infolge der erheblich höheren Vormaterialkosten, die durch Effizienzsteigerungen nicht kompensiert werden konnten, wurde der Vorjahresgewinn deutlich unterschritten. Der Bereich Grobblech steigerte dank der sehr guten Marktverfassung den Umsatz erheblich, wobei der Anstieg ausschließlich erlösbedingt war. Das gute Vorjahresergebnis verbesserte sich nochmals signifikant. Vor allem wegen höherer Mengen konnte das zum Geschäftsjahresbeginn neu gebildete Competence Center Color/Construction seinen Umsatz ausweiten, musste aber einen Gewinnrückgang hinnehmen. Beides – weniger Gewinn und zugleich höhere Umsätze – galt auch für die europäischen Stahl-Service-Center. Vor allem das neue Stahl-Service-Center in Polen hat zusätzliches Geschäft gebracht. Insgesamt leistete die Business Unit Industry erneut den größten Beitrag zum Segmentergebnis.

Auto

In der Business Unit Auto nahm der Umsatz im 1. Halbjahr 2007/2008 wegen gestiegener Erlöse zu. In den zum 01. Januar 2008 neu verhandelten Jahreskontrakten der ThyssenKrupp Steel AG mit Automobilherstellern und -zulieferern wurden höhere Preise erreicht. Dagegen war der Absatz rückläufig. Insbesondere bei Feinblech und feuerbeschichteten Blechen ging der Versand zurück. Erlössteigerungen und die fortlaufende Umsetzung von Programmen zur Performancesteigerung konnten die höheren Kosten bei Rohstoffen und Energie nicht ausgleichen. Der Gewinn war niedriger als im Vorjahr. Tailored Blanks gelang es, den Gewinn vor allem durch konsolidierungsbedingt höhere Absatzmengen zu steigern. Mit Wirkung zum 01. März 2008 wurden die Mehrheit der Anteile und die industrielle Führung der Geschäfte der TWB-Gruppe mit Produktionsstätten in den USA und Mexiko übernommen. Unsere amerikanischen Stahl-Service-Aktivitäten verzeichneten deutliche Mengeneinbußen; hinzu kamen negative Effekte auf Grund des weiter gestiegenen Euro-Kurses, wobei die Preise in US-Dollar unverändert hoch blieben. Der Umsatz war niedriger als ein Jahr zuvor. Nach einem Verlust im Vorjahr wurde jetzt ein Gewinn erzielt. Der seit Beginn des vergangenen Geschäftsjahres zum Segment Steel gehörende Bereich Metal Forming steigerte den Umsatz. Die zunehmende Präsenz in außereuropäischen Märkten und der Türkei, aber auch die operativen Zuwächse im europäischen Markt waren hier maßgeblich. Der Bereich blieb jedoch im Verlust.

Processing

Alle in der Business Unit Processing gebündelten Aktivitäten konnten den Umsatz und insgesamt auch den Gewinn steigern. Bei Weißblech waren dafür in erster Linie gestiegene Absatzmengen ausschlaggebend, während bei Mittelband der Anstieg erlösbedingt war. Mittelband konnte das Ergebnis verbessern. Im Bereich Weißblech ging der Gewinn dagegen zurück, was im Wesentlichen auf die erheblich gestiegenen Vormaterialpreise zurückzuführen war, die nicht vollständig durch entsprechende Erlösanpassungen kompensiert werden konnten. Unverändert sehr erfreulich entwickelten sich die Elektrobandaktivitäten in einem von Nachfrageüberhang gekennzeichneten Markt. Der Umsatz nahm vor dem Hintergrund gestiegener Versandmengen und Erlöse zu, und auch der Gewinn konnte ausgebaut werden.

Stainless in Zahlen
1. Halbjahr 2006/2007 1. Halbjahr 2007/2008 2. Quartal 2006/2007 2. Quartal 2007/2008
Auftragseingang Mio € 4.098 4.151 2.185 2.001
Umsatz Mio € 4.378 3.793 2.407 1.955
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 616 – 7 291 38
Mitarbeiter (31.03.) 12.218 12.042 12.218 12.042

ThyssenKrupp Stainless verzeichnete im 1. Halbjahr 2007/2008 eine höhere Nachfrage. Der mengenmäßige Auftragseingang stieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 40 % auf 1,1 Mio t. Allerdings war das Vorjahr durch hohe Importe, hohe Lagerbestände bei Händlern und Service-Centern und nicht zuletzt durch die Kaufzurückhaltung von Handel und Verbrauchern auf Grund des hohen Nickelpreises gekennzeichnet. Wertmäßig lagen die Auftragseingänge mit 4,2 Mrd € nur leicht über dem Vorjahreswert. Dies war insbesondere auf die niedrigeren Nickelpreise zurückzuführen, die die Edelstahlpreise deutlich sinken ließen. Nickelpreisbedingt sank auch der wertmäßige Auftragseingang bei Nickellegierungen, während er bei Titanhalbzeugen mengenbedingt kräftig zunahm.

Die Gesamtlieferungen von ThyssenKrupp Stainless lagen im Berichtszeitraum mit insgesamt rund 1,2 Mio t etwa auf Vorjahresniveau. Während Rostfrei-Warmband sowie Nickellegierungen Lieferrückgänge verzeichneten und Rostfrei-Kaltband das Vorjahresniveau erreichte, nahmen die Lieferungen von Titan deutlich zu. Der Umsatz von ThyssenKrupp Stainless gab wegen der niedrigeren Verkaufspreise um 13 % auf 3,8 Mrd € nach.

Das Segment Stainless verzeichnete im 1. Halbjahr 2007/2008 einen drastischen Ergebnisrückgang um 623 auf -7 Mio €. Dieser Einbruch beruhte im Wesentlichen auf der im 1. Geschäftsjahresquartal noch bestehenden teilweisen Unterauslastung der Werke sowie auf dem deutlich niedrigeren Basispreisniveau. Zusätzlich belasteten höhere Stromkosten bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni infolge der negativen Entscheidung der EU-Kommission zur Rechtmäßigkeit verlängerter Energieausgleichszahlungen. Darüber hinaus war das Ergebnis durch die wegen des starken Euro geschwächte Wettbewerbssituation bei Exporten in den US-Dollarraum beeinträchtigt. Der seit Dezember 2007 erkennbare Trend steigender Basispreise hat sich zwischenzeitlich allerdings zunehmend positiv ausgewirkt und führte zu Beginn des 2. Quartals zu einer Ergebniswende.

ThyssenKrupp Nirosta

In der Business Unit ThyssenKrupp Nirosta hat sich im 1. Halbjahr 2007/2008 bei einem stabilen Endkundengeschäft die Nachfrage aus dem Handelsbereich wieder spürbar belebt. Das ließ vor allem die Bestellmengen deutlich steigen. Auch der wertmäßige Auftragseingang erhöhte sich merklich. Beim Umsatz lag ThyssenKrupp Nirosta jedoch preisbedingt unter dem Vorjahresniveau. Bedingt durch das schwache Preisniveau sowie die zeitweise Unterauslastung der Kapazitäten im 1. Geschäftsjahresquartal sank das Ergebnis signifikant.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni verzeichnete im 1. Geschäftshalbjahr eine gestiegene Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen Erzeugnissen. Insbesondere die Bestellungen der Service-Center und Händler führten zu einem höheren Auftragseingang. Der Umsatz gab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich nach. Dies war auch auf den Produktionsverlust des Werkes Turin nach dem tragischen Brandunfall im vergangenen Dezember zurückzuführen. Die Produktion in Turin wurde inzwischen eingestellt und nach Terni verlagert. ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni wies im 1. Halbjahr 2007/2008 einen Verlust aus. Ausschlaggebend für den kräftigen Rückgang war die spürbar schwächere Verfassung des italienischen Marktes. Zusätzlich mussten höhere Stromkosten verkraftet werden, da die EU-Kommission die Rechtmäßigkeit einer Verlängerung von Energieausgleichszahlungen negativ beschieden hatte. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch Aufwendungen belastet, die im Zusammenhang mit der eingeleiteten Produktionsverlagerung von Turin nach Terni sowie den Auswirkungen aus dem Unglück in Turin im Dezember 2007 standen.

ThyssenKrupp Mexinox

ThyssenKrupp Mexinox erzielte trotz der Marktabschwächung in der Nafta-Region einen mengenmäßig leicht höheren Auftragseingang. Die schwächeren Erlöse verursachten allerdings einen wertmäßig niedrigeren Auftragseingang und Umsatz. Das Ergebnis gab spürbar nach.

Shanghai Krupp Stainless

Shanghai Krupp Stainless verzeichnete im 1. Halbjahr 2007/2008 deutlich höhere Bestellmengen. Neue Order kamen insbesondere aus dem Handelsbereich, der seine niedrigen Lagerbestände auffüllte. Auf Grund der gestiegenen Nachfrage wurde die Produktion ferritischer Edelstähle ausgebaut. Auftragseingang und Umsatz gaben erlösbedingt nach. Der Gewinn von Shanghai Krupp Stainless lag erheblich unter dem Vorjahreswert. Der Ergebnisrückgang war neben dem unverändert schwierigen Marktumfeld in China darauf zurückzuführen, dass die im Vorjahreshalbjahr als Werkshilfe geleisteten Lohnarbeiten für ThyssenKrupp Nirosta entfallen sind.

ThyssenKrupp Stainless International

Die schwache Marktlage auf den internationalen Edelstahlmärkten führte bei ThyssenKrupp Stainless International zu einem erheblich geringeren Auftragseingang und Umsatz. Das Ergebnis ging deutlich zurück.

ThyssenKrupp VDM

Im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM blieben Auftragseingang und Umsatz auf dem Niveau des Vergleichszeitraums. Mit dem Bau einer neuen Schmiede vergrößert sich insbesondere das Produktangebot für die Luftfahrtindustrie. ThyssenKrupp VDM konnte in einem noch relativ stabilen Marktumfeld und dank einer verbesserten Ertragslage der US-Aktivitäten den Gewinn ausbauen.

Technologies in Zahlen
1. Halbjahr
2006/2007
1. Halbjahr
2007/2008
2. Quartal
2006/2007
2. Quartal
2007/2008
Auftragseingang Mio € 6.511 6.320 3.083 3.108
Umsatz Mio € 5.596 5.851 2.804 3.029
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 256 365 108 186
Mitarbeiter (31.03.) 53.274 53.637 53.274 53.637

Im 1. Halbjahr 2007/2008 setzte sich die gute Geschäftsentwicklung bei Technologies fort. Mit 3,1 Mrd € im 2. Quartal konnte der hohe Auftragseingang des Vorjahres wieder erreicht werden. Der Halbjahreswert lag leicht unter dem Vorjahresniveau, das durch die Einbuchung von Großaufträgen sehr positiv beeinflusst war. Auf Grund der guten Projektlage im Großanlagenbau sind weitere größere Auftragsvergaben in den folgenden Quartalen zu erwarten. Der guten Auftragsentwicklung folgend übertraf der Umsatz des 1. Halbjahres mit 5,9 Mrd € das Vorjahresniveau um 5 %, obwohl sich der Wechselkurs des US-Dollar gegenüber dem Euro negativ auswirkte. Bei einem Auftragsbestand von 15,6 Mrd € zum 31. März 2008 wird derzeit mehr als ein Jahresumsatz durch den Bestand gesichert. Der Gewinn von 365 Mio € bedeutet einen absoluten Spitzenwert und eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Hierzu trugen vor allem die gute Auftragslage bei Plant Technology, Unternehmensverkäufe und geringere Kosten in der Führungsgesellschaft bei.

Im Zuge der weiteren Optimierung des Segmentportfolios wurde im 2. Quartal 2007/2008 ein Best Owner für das Werk Ravensburg von ThyssenKrupp Drauz Nothelfer gefunden, dessen Stärken im Engineering und der Montage von Rohbauanlagen und im Werkzeugbau liegen. Bei dem Erwerber handelt es sich um die EBZ Systec GmbH, die sich auf Engineering-Dienstleistungen im Karosseriebau, Umformtechnik und Informationstechnologie spezialisiert hat. Zudem wurde im Rahmen der generellen Neuordnung des Yachtgeschäfts bei ThyssenKrupp Marine Systems ein Vertrag zum Verkauf der Werft Nobiskrug mit Sitz in Rendsburg geschlossen. Käufer ist Eagle River Capital Ltd., ein Unternehmensverbund, dessen Schwerpunkt auf Herstellung und Vertrieb von Schiffskomponenten, Engineering und Dienstleistungen sowie Facility Management liegt.

Plant Technology

Der Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology konnte den hohen Auftragseingang des 1. Halbjahres 2006/2007 nicht erreichen, lag aber insgesamt wieder auf einem guten Niveau. Insbesondere im Chemieanlagenbau und bei fördertechnischen Anlagen war der Vorjahreszeitraum durch die Einbuchung von Großaufträgen sehr positiv beeinflusst. Der Zementanlagenbau erzielte nahezu das hohe Niveau des Vorjahres. Insgesamt wird die gute Auftrags- und Projektlage von Plant Technology nach wie vor durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise sowie eine weltweit hohe Nachfrage nach Zement begründet. Auf Grund des stark angestiegenen Auftragsbestands und der Auftragseingänge wurde der hohe Halbjahresumsatz des Vorjahres in allen Bereichen deutlich übertroffen. Dank der guten Geschäftsentwicklung konnte Plant Technology das hohe Gewinnniveau des Vorjahreszeitraums nochmals deutlich steigern. Die positive Entwicklung wird generell von den globalen Megatrends in den Sektoren Klima, Umwelt, Energie und Infrastruktur getragen, für die intelligente Produkte und Lösungen angeboten werden.

Marine Systems

Marine Systems verbuchte im 1. Halbjahr 2007/2008 einen geringeren Auftragseingang. Während das Reparatur- und Servicegeschäft weiterhin eine sehr hohe Nachfrage verzeichnete, konnten die übrigen Bereiche, im Wesentlichen wegen Projektverschiebungen, die Vorjahreswerte nicht erreichen. Der Umsatz der Business Unit lag insgesamt leicht unter dem Vorjahresniveau. Deutlichen Zuwächsen im Reparatur- und Servicegeschäft standen geringere Umsätze im Über- und Unterwasserschiffbau gegenüber. Marine Systems erwirtschaftete einen Gewinn, der unter dem des Vorjahres lag. Höhere Ergebnisse im Reparatur- und Servicebereich konnten Rückgänge im Überwasserschiffbau nicht ganz kompensieren.

Mechanical Components

Positiv entwickelte sich in der Business Unit Mechanical Components die Nachfrage für Hightech-Komponenten für die Automobil- und Maschinenbauindustrie. Trotz des Verkaufs der Präzisionsschmiede, der rückläufigen Nachfrage bei den nordamerikanischen Gießereien und des schwachen US-Dollarkurses stieg der Auftragseingang. Auch der Umsatz nahm leicht zu. Insbesondere im Geschäft mit Großwälzlagern und Ringen für die Windenergiebranche wuchs die Nachfrage anhaltend. Mechanical Components erreichte einen Gewinn, der deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums lag. Wesentlich hierfür waren die gute Geschäftsentwicklung bei Großwälzlagern und Ringen sowie der Ertrag aus der Unternehmensveräußerung.

Automotive Solutions

In der Business Unit war die Auftragseingangs- und Umsatzentwicklung durch einen deutlichen Zuwachs im Geschäft mit Achsmodulen, Lenkungen, Karosserierohbauanlagen, Werkzeugen und Montagesystemen gekennzeichnet. Automotive Solutions erzielte im 1. Halbjahr 2007/2008 einen Gewinn in Höhe des Vorjahres. Dabei konnte der Gewinn im Bereich Dämpfer, Federn und Achsmodule nicht ganz das Vorjahresniveau erreichen, das durch einen Veräußerungsgewinn im 2. Quartal 2006/2007 positiv beeinflusst war. Dagegen stiegen die Gewinne im Geschäft mit Lenksäulen und -systemen.

Transrapid

Transrapid wies bei einem Umsatz in Vorjahreshöhe einen leichten Gewinn aus.

Elevator in Zahlen
1. Halbjahr
2006/2007
1. Halbjahr
2007/2008
2. Quartal
2006/2007
2. Quartal
2007/2008
Auftragseingang Mio € 2.610 2.930 1.311 1.464
Umsatz Mio € 2.171 2.348 1.088 1.164
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € – 293 209 – 390 90
Mitarbeiter (31.03.) 37.758 40.873 37.758 40.873

Elevator hat im 1. Halbjahr des Berichtsjahres seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Sowohl das Auftragseingangs- als auch das Umsatzvolumen konnten trotz negativer Wechselkurseffekte und des Preis- und Margendrucks im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgeweitet werden. Der Auftragseingang stieg um 12 % auf 2,9 Mrd €. Der Umsatz nahm um 8 % auf nunmehr 2,3 Mrd € zu. Im gleichen Zeitraum erzielte Elevator einen Gewinn von 209 Mio €. Operativ, d.h. ohne die EU-Kartellstrafe von rund 480 Mio €, wurde das Ergebnis des Vorjahres um 12 % übertroffen.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe konnte das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahres deutlich übertreffen. In Frankreich entwickelte sich das Geschäftsvolumen wegen des weiterhin sehr erfreulichen Modernisierungsgeschäfts positiv. In Deutschland, in den Benelux-Staaten sowie in Nord- und Osteuropa wurden die Geschäftsaktivitäten ebenfalls weiter ausgebaut. Lediglich in Großbritannien ging der Umsatz zurück. Der Gewinn der Business Unit lag – ohne Berücksichtigung der damaligen EU-Kartellstrafe – auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Ergebnissteigerungen in Deutschland und Frankreich wurden durch Ergebnisrückgänge in Großbritannien aufgezehrt.

Southern Europe/Africa/Middle East

Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East weitete den Auftragseingang und Umsatz im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich aus. Diese positive Entwicklung ging im Wesentlichen auf die Aktivitäten in Spanien und Italien zurück. Während in Spanien das Geschäft sowohl im Neuanlagen- als auch im Dienstleistungsgeschäft weiter expandierte, wurde das Wachstum in Italien vor allem von den neuerworbenen Gesellschaften getragen. Auch der Gewinn der Business Unit erhöhte sich beträchtlich. Hierzu trugen insbesondere die spanischen Aktivitäten bei.

Americas

Trotz stark negativer Wechselkurseffekte hat die Business Unit Americas das sehr gute Auftragseingangsniveau des Vorjahres erheblich übertroffen und den Umsatz leicht gesteigert. Die positive Entwicklung war insbesondere auf die nordamerikanischen Aktivitäten zurückzuführen. Das Geschäft in Brasilien entwickelte sich ebenfalls sehr erfreulich und übertraf die konstante Entwicklung in den übrigen Ländern Lateinamerikas. Der Gewinn der Business Unit lag trotz der negativen Wechselkursentwicklung erneut über dem Niveau des Vorjahres.

Asia/Pacific

Die Business Unit Asia/Pacific konnte trotz ebenfalls negativer Wechselkurseffekte den Auftragseingang spürbar und den Umsatz leicht steigern. Zu der guten Geschäftslage trug maßgeblich das unverändert starke Wachstum im Neuanlagenbereich in China bei. In Korea blieben Auftragseingang und Umsatz hingegen unterhalb des Vorjahresniveaus. Im Gegensatz zum Vorjahr erzielte die Business Unit im 1. Halbjahr 2007/2008 einen Verlust. Ursache hierfür waren im Wesentlichen Aufwendungen für die Restrukturierung der koreanischen Aktivitäten.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

In der Business Unit lagen sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz unter dem Vorjahreswert. Das Fahrtreppengeschäft steigerte den Auftragseingang leicht, während der Umsatz konstant blieb. Das Fluggastbrückengeschäft lag bei Auftragseingang und Umsatz, bedingt durch periodische Verschiebungen von Großaufträgen, deutlich hinter dem jeweiligen Vorjahreswert zurück. Die Business Unit erwirtschaftete insgesamt ein negatives Ergebnis. Während die Fahrtreppenaktivitäten Gewinn erzielen konnten, kam es bei den Fluggastbrücken zu einem Verlust.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility setzte ihren Expansionskurs erfolgreich fort. Die europäischen Geschäftsaktivitäten wurden erheblich ausgeweitet und konnten den Rückgang in den USA, hervorgerufen durch die Krise beim Einfamilienhausbau, deutlich überkompensieren. Der Gewinn des Vorjahreszeitraums wurde ebenfalls leicht ausgebaut.

Services in Zahlen
1. Halbjahr
2006/2007
1. Halbjahr
2007/2008
2. Quartal
2006/2007
2. Quartal
2007/2008
Auftragseingang Mio € 8.799 8.273 4.592 4.322
Umsatz Mio € 8.306 8.099 4.334 4.232
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 332 267 140 135
Mitarbeiter (31.03.) 43.411 46.318 43.411 46.318

Das Segment Services erzielte im 1. Halbjahr 2007/2008 einen Umsatz von 8,1 Mrd €, das waren 3 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gewinn blieb mit 267 Mio € unter dem Rekordwert von 2006/2007. Nachdem im 1. Quartal noch ein Rückgang von 60 Mio € zu verzeichnen war, lag das Ergebnis des 2. Quartals lediglich um 5 Mio € unter dem Vorjahreswert.

Materials Services International

Die Business Unit Materials Services International verzeichnete im 1. Halbjahr eine insgesamt stabile Nachfrage und konnte das Umsatzniveau des Vorjahres durch die Einbeziehung der neuerworbenen Gesellschaften Ferostav und Apollo Metals knapp übertreffen. Der Druck auf die Verkaufspreise hat mit Beginn des 2. Quartals nachgelassen; dies galt für die meisten Produktgruppen. Der massive Preisverfall bei Edelstahl konnte zum Ende des 1. Quartals gestoppt werden, allerdings liegt das Preisniveau unter dem des Vorjahres. Im Kunststoffgeschäft blieben die Umsätze trotz milder Witterung hinter den Erwartungen zurück. Auf dem osteuropäischen Markt, der von einem äußerst hohen Wettbewerbsdruck geprägt wird, haben sich Nachfrage und Preise im Verlauf des Berichtszeitraums wieder verbessert. Der Gewinn von Materials Services International lag wegen der deutlich geringeren Margen nennenswert unter dem des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Die Business Unit ist aber unverändert der ergebnisstärkste Bereich des Segments.

Materials Services North America

Die Abkühlung der US-Konjunktur hat die Entwicklung auf dem nordamerikanischen Werkstoffmarkt beeinflusst. Während im 1. Halbjahr 2007/2008 die Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Investitionsgüterindustrie – den Hauptkunden der Business Unit – noch befriedigend war, fragten die Automobilindustrie und die Bauindustrie deutlich weniger nach. Besonders betroffen waren Flach- und Edelstahlprodukte, während NE-Metalle unverändert auf gutem Niveau nachgefragt wurden. Die Gesamtsituation wurde von einem hohen Margen- und Wettbewerbsdruck begleitet. Hinzu kam die starke Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro, so dass die Business Unit einen Umsatz- und vor allem einen Gewinnrückgang verzeichnete.

Industrial Services

Die Business Unit Industrial Services steigerte den Umsatz durch eine verbesserte Auslastungs- und Auftragslage leicht. Dies galt insbesondere für die Kundenbranchen Maschinenbau und Energiewirtschaft in Deutschland sowie für die Regionen Brasilien und Nordamerika. Trotz der Abwertung des US-Dollar wurde das Vorjahresniveau in Nordamerika erreicht. Bedingt durch Einmaleffekte lag das Ergebnis der Business Unit noch knapp unter dem Vorjahreswert, operativ stieg der Gewinn jedoch weiter an.

Special Products

Special Products hat den sehr guten Umsatzwert des Vorjahres wieder erreicht. Einbußen infolge eines reduzierten internationalen Walzstahlgeschäfts wurden durch hohe Nachfrage und verbesserte Preise bei metallurgischen Rohstoffen, Koks und Mineralien überkompensiert. Auch im Bereich Technik legte der Umsatz im 2. Quartal zu. Insbesondere wegen der Entwicklung des Rohstoffgeschäfts konnte die Business Unit das Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal deutlich übertreffen.

 

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Darüber hinaus wurde hier der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet. Wegen der zwischenzeitlich erfolgten Veräußerung der Aktivitäten dieses Bereichs ist der Corporate-Umsatz gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres zurückgegangen.

Das Ergebnis von Corporate lag im 1. Halbjahr 2007/2008 bei -181 Mio €. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Geschäftsjahr 2006/2007 ist das eine Veränderung um -45 Mio €. Während das Vorjahr durch positive Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Abgang der Aktivitäten von ThyssenKrupp Budd begünstigt war, ist das Ergebnis des Betrachtungszeitraums durch die Marktbewertung des Cross-Currency-Swaps belastet. Gegenläufig wirkte die positive Entwicklung bei den Risikovorsorgen für Grundstücksaltlasten im Bereich Real Estate.

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.