Geschäftsverlauf in den Segmenten
In den fünf Konzernsegmenten – Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services – nehmen wir globale Herausforderungen an und wandeln sie in Chancen. Unsere Hochtechnologiewerkstoffe und Anlagen, Komponenten und Systeme bieten Antworten auf viele wirtschaftliche und technische Fragen der Zukunft.
Steel
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 12.718 | 14.199 | |||
| Umsatz | Mio € | 13.209 | 14.358 | |||
| Corporate | Mio € | 60 | 58 | |||
| Steelmaking | Mio € | 1.354 | 1.531 | |||
| Industry | Mio € | 6.390 | 6.976 | |||
| Auto | Mio € | 4.800 | 5.106 | |||
| Processing | Mio € | 2.695 | 2.906 | |||
| Konsolidierung | Mio € | – 2.090 | – 2.219 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 1.662 | 1.540 | |||
| Mitarbeiter (30.09.) | 39.559 | 41.311 |
Gestiegene Kosten nicht vollständig kompensiert
Das Segment Steel konzentriert sich auf hochwertigen Qualitätsflachstahl und ist damit im Kernmarkt Europa hervorragend aufgestellt. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistungen und umfassender Service bis zum fertigen Bauteil prägen das Leistungsprofil.
In einem schwieriger gewordenen gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat sich das Segment Steel erfolgreich behauptet. Die Nachfrage nach hochwertigen Qualitätsflachstahlerzeugnissen ist weiter gestiegen und konnte nicht in vollem Umfang erfüllt werden. Der Auftragseingang nahm im Berichtsjahr um 12 % auf 14,2 Mrd € zu, der Umsatz um 9 % auf 14,4 Mrd €. Diese Zuwächse waren primär auf gestiegene Erlöse zurückzuführen, aber auch die Versandmengen lagen über denen des Vorjahres; im letzten Quartal des Berichtsjahres war der Absatz etwas verhaltener.
Bei der ThyssenKrupp Steel AG lagen die Nettoerlöse im Geschäftsjahresdurchschnitt rund 8 % über den Vorjahreswerten, ohne allerdings die erheblichen Verteuerungen bei Rohstoffen und Energie vollständig auffangen zu können. Durch den hohen Anteil von Jahreskontrakten, die bisher überwiegend auf das Kalenderjahr bezogen waren, wird sich der positive Effekt der gestiegenen Stahlpreise erst mit einer zeitlichen Verzögerung in den Durchschnittserlösen niederschlagen. In Gesprächen mit unseren Kunden konnten wir im letzten Quartal des Berichtsjahres die meisten Jahresverträge mit höheren Preisen an die gestiegenen Rohstoffkosten anpassen. Sie orientieren sich nun auch zeitlich an den Verträgen mit unseren Rohstofflieferanten, so dass wir künftig zeitnah auf geänderte Rohstoffpreise reagieren können.
Der Gewinn vor Steuern lag zwar mit 1.540 Mio € um 122 Mio € unter dem Vorjahreswert, übertraf aber durch die positive Entwicklung bei hochwertigen Spezialerzeugnissen unsere Erwartungen. Effizienzsteigerungen und zusätzliche Kostensenkungsprogramme in allen Business Units konnten die Verteuerungen bei Rohstoffen und Energie nur teilweise kompensieren. Darüber hinaus belasteten die Vorlaufkosten der neuen Werke in Brasilien und den USA sowie die Restrukturierungsaufwendungen bei Metal Forming das Ergebnis erheblich.
Corporate
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2007/2008 wurden die bei der ThyssenKrupp Steel AG angesiedelten Verwaltungsfunktionen und die strategischen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA in der neuen Business Unit Corporate zusammengefasst. Sie gehörten zuvor zur Business Unit Steelmaking. Wegen der gestiegenen Vorlaufkosten insbesondere für den Stahlwerksbau in Brasilien hat sich der Verlust gegenüber dem vergleichbar gerechneten Vorjahr erhöht.
Steelmaking
Die Business Unit Steelmaking umfasst die Metallurgie in Duisburg und sämtliche Logistikaktivitäten. Sie versorgt hauptsächlich die marktorientierten Business Units mit qualitativ hochwertigem Vormaterial. Einschließlich des Anteils der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann erreichte die Rohstahlerzeugung 14,2 Mio t; das waren 2 % weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang war im Wesentlichen auf die leicht verzögerte Neuzustellung des Hochofens Schwelgern 1 in Duisburg zurückzuführen. Wegen der hohen Nachfrage haben wir auch im Berichtsjahr wieder Brammen extern zugekauft. Im Dezember 2007 ging der neue Hochofen 8 nach nur 28 Monaten Bauzeit in Betrieb. Er hat eine Tagesleistung von 5.600 t und ersetzte den Hochofen 4, der nun als Reserveaggregat dient.
Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Umsatz der Business Unit kräftig zu, da die stark gestiegenen Rohstoffkosten an die Kunden weiterbelastet werden konnten. Auch bei der Vermarktung der Nebenerzeugnisse konnten preisbedingte Umsatzsteigerungen erzielt werden. Die Transportgesellschaften verzeichneten ebenfalls überwiegend höhere Umsatzerlöse, zum Teil mengenbedingt oder durch gestiegene Frachtraten. Der Gewinn von Steelmaking war deutlich höher als im vergleichbar gerechneten Vorjahr.
Industry
Die Business Unit Industry produziert für das gesamte Spektrum der Stahl verarbeitenden Industrien mit Ausnahme der Automobilbranche. Der Auftragseingang mit diesen Kundengruppen nahm im Vorjahresvergleich zu; beim Umsatz ergab sich ein Plus von 9 % auf 7,0 Mrd €. Bei anhaltend guter Beschäftigung unserer Kunden stieg auch der Versand. Der Gewinn der Business Unit lag unter dem hohen Vorjahresniveau.
Das Profit Center Industrie/Distribution/Services erzielte einen Umsatzzuwachs insbesondere bei Warmband und Feinblech. In den Quartals- und Halbjahresabschlüssen ließen sich höhere Preise realisieren, und auch die meisten Jahresverträge konnten auf Grund der extremen Rohstoffkostenentwicklung vorzeitig vom 01. Juli 2008 an auf neue Konditionen umgestellt werden. Das Ergebnis war jedoch niedriger als im Vorjahr, da sich der Kostenanstieg nicht voll kompensieren ließ.
Das Profit Center Grobblech profitierte von einer unverändert erfreulichen Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Material, die wir im Rahmen der Produktionsmöglichkeiten vor allem in der zweiten Geschäftsjahreshälfte nicht vollständig bedienen konnten. Der Versand blieb annähernd konstant. Gestiegene Erlöse in einzelnen Produktbereichen glichen zumindest teilweise die erhöhten Kosten aus. Der Gewinn ging leicht zurück.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2007/2008 wurden die Aktivitäten bei organisch beschichteten Feinblechen und Bauelementen im neuen Competence Center Color/Construction zusammengefasst. Obwohl die Nachfrage der Hausgeräteindustrie nach bandbeschichteten Produkten schwächer war, stieg der Versand im Vergleich zum Vorjahr. In dem hart umkämpften Color-Markt war es allerdings schwierig, die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Die Construction Group erhöhte in Deutschland und im gesamten westeuropäischen Markt vor allem mengenbedingt ihren Umsatz; schwieriger war das Geschäft in den mittel- und osteuropäischen Märkten. Das Ergebnis von Color/Construction lag unter dem Vorjahreswert.
Das europäische Stahl-Service-Geschäft erzielte ebenfalls höhere Umsätze und Verkaufsmengen, was vor allem auf den erfolgreichen Hochlauf einer neuen Gesellschaft in Polen zurückzuführen war. Nach einem schwierigen 1. Geschäftsjahresquartal konnte der Bereich im weiteren Jahresverlauf die spürbar gestiegenen Vormaterialpreise an die Kunden weitergeben. Dennoch ließ sich das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres nicht wieder erreichen.
Auto
Die Business Unit Auto ist Partner und Lieferant der global aufgestellten Automobilindustrie. Der Umsatz nahm um 6 % auf 5,1 Mrd € zu; dies war bei rückläufigem Versandvolumen auf höhere Preise im Kontraktgeschäft zurückzuführen. Vor dem Hintergrund der steigenden Rohstoffkosten schlossen wir mit dem überwiegenden Teil der Kunden der Division Auto zum 01. Juli 2008 vorzeitig neue Verträge mit modifizierten Vertragslaufzeiten und höheren Preisen ab. Den erheblichen Kostenzuwächsen haben wir durch zusätzliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung entgegengewirkt. Das hat sich positiv auf den Gewinn der Business Unit ausgewirkt.
Tailored Blanks konnte Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr nochmals steigern. Dazu trug insbesondere die erstmalige Vollkonsolidierung der TWB-Gruppe in den USA ab dem 01. März 2008 bei. Aber auch im übrigen operativen Geschäft stieg preisbedingt der Umsatz.
Die Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika verzeichneten dagegen kräftige mengen-, aber auch währungsbedingte Einbußen. Drastische Produktionskürzungen in der nordamerikanischen Automobilindustrie führten zu stark verminderten Abrufen, so dass der Umsatz zurückging. Positive Preiseffekte konnten dies nicht ausgleichen. Dennoch war der Gewinn höher als im Vorjahr, in dem Wertminderungsaufwendungen für Teile des Anlagevermögens das Ergebnis belastet hatten.
Bei Metal Forming konnten wir Umsatz und Absatz spürbar steigern. Das operative Ergebnis war positiv. Durch den Restrukturierungsaufwand von 134 Mio € im Berichtsjahr wies der Bereich jedoch erneut einen deutlichen Verlust aus.
Processing
In der Business Unit Processing sind unsere Aktivitäten bei Weißblech, Mittelband und kornorientiertem Elektroband gebündelt. Auch diese Geschäfte waren durch die signifikanten Preissteigerungen auf der Vormaterialseite geprägt. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 8 % auf 2,9 Mrd €. Wir konnten das schon gute Vorjahresergebnis insbesondere dank der positiven Entwicklung bei kornorientiertem Elektroband nochmals übertreffen. Auch Weißblech verbesserte das Ergebnis. Der Bereich Mittelband erwirtschaftete dagegen einen etwas niedrigeren Gewinn als im Vorjahr.
Weißblech erreichte wieder den Rekordabsatz des Vorjahres. Zugunsten eines höheren Absatzes auf dem europäischen Markt, auf dem das Angebot knapp war, hat der Bereich seine Lieferungen in Länder außerhalb der EU gekürzt. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung wurden erfolgreich umgesetzt.
Die gute Nachfrage nach Mittelband führte erneut zu höheren Produktions- und Versandmengen, und auch der Umsatz nahm zu. Vom 4. Geschäftsjahresquartal an konnte der Bereich Erlösanpassungen in Halbjahres- und Jahresverträgen vorziehen. Die erheblichen Vormaterialverteuerungen ließen sich jedoch nicht im notwendigen Umfang an die Kunden weitergeben.
Das Geschäft mit kornorientiertem Elektroband profitierte weiterhin von der steigenden Nachfrage nach Stromerzeugungs- und Übertragungsanlagen. Bei im Vorjahresvergleich verbessertem Versand konnten die Erlöse angehoben werden.
Wesentliche Ereignisse
Die Integration des Bereichs Metal Forming bietet ein hohes Potenzial für den Ausbau der Technologiekompetenz entlang der Prozesskette vom Werkstoff bis zum fertigen Bauteil. Da die Ergebnissituation aber bisher nicht zufriedenstellend war, wurde ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm eingeleitet. In Frankreich ist vorgesehen, die Anzahl der Standorte von ThyssenKrupp Sofedit von derzeit neun auf fünf zu reduzieren. Zudem sollen die Verwaltung und das Entwicklungszentrum an den größten Produktionsstandort Le Theil verlagert werden. Für zwei Standorte laufen Verkaufsverhandlungen mit Investoren. Mit den Arbeitnehmervertretungen wurde eine Rahmenvereinbarung über Personalanpassungen getroffen. Auch für die deutschen Standorte und für das britische Unternehmen ThyssenKrupp Tallent wurde ein Restrukturierungskonzept erarbeitet. Parallel dazu wird Metal Forming seine europäischen Werke durch Investitionen stärken und seine Aktivitäten in den BRIC-Staaten ausbauen. Im September 2008 wurde der Bau eines zweiten Werks in der Türkei genehmigt.
Das Segment Steel hat zum 01. März 2008 seine Tailored-Blanks-Aktivitäten in Mexiko in die US-amerikanische TWB Company eingebracht und damit den Anteil am Kapital auf 55 % aufgestockt. Mit der Übernahme der industriellen Führung integrieren wir TWB in das weltweite Tailored-Blanks- Netzwerk und entsprechen damit dem Wunsch der Automobilindustrie nach einem global präsenten Zulieferer. In der Türkei hat ThyssenKrupp Tailored Blanks im Berichtsjahr die Produktion erfolgreich hochgefahren; in Tschechien nahm ein neu gebautes Werk im Juni 2008 den Probebetrieb auf.
Die Finanzbeteiligung an der Bertrandt AG wurde Anfang September 2008 an eine Tochtergesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg veräußert, weil sie strategisch nicht mehr zu unseren Automotive-Kompetenzen passte.
Investitionen
Die Investitionen des Segments Steel erreichten im Berichtsjahr 2.596 Mio € bei Abschreibungen von 639 Mio €.
Die Investitionsausgaben waren maßgeblich von den beiden strategischen Großprojekten in Brasilien und den USA beeinflusst. Allein auf die Errichtung des neuen Stahlwerks im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro entfielen Anlagenzugänge von 1,7 Mrd €. Für den Bau des Weiterverarbeitungswerks bei Mobile in Alabama wurden im Berichtsjahr rund 210 Mio € aufgewendet. Einzelheiten zum Projektfortschritt finden Sie im Kapitel "Unternehmenssteuerung – Ziele und Strategie".
In Deutschland stand weiterhin die Modernisierung der Roheisenbasis am Standort Duisburg im Vordergrund. Im Dezember 2007 wurde der neue Hochofen 8 angeblasen, und auch der neuzugestellte Großhochofen in Schwelgern konnte im April 2008 nach einer Stillstandszeit von 70 Tagen seinen Betrieb wieder aufnehmen. Darüber hinaus floss ein Großteil der Investitionsmittel in den Ausbau der Warmbandstraßen, vor allem am Standort Bochum, wo im März 2008 ein neuer Hubbalkenofen in Betrieb ging. Im Grobblechbereich bildete der weitere Ausbau der Wasservergütung für hochfeste und verschleißresistente Stähle einen Schwerpunkt.
Weitere Investitionsschwerpunkte lagen in den Bereichen Elektroband, Mittelband und Stahl-Service Europa. Bei Elektroband bauten wir die Kapazität für höherwertige und zukunftsträchtige Güten an den Standorten Gelsenkirchen und Isbergues, Frankreich, weiter aus. Für Mittelband wird angestrebt, die Jahreskapazität auf 1,1 Mio t zu steigern. Stahl-Service Europa errichtet derzeit ein neues Service- Center in Krefeld, um dort die Produktion kleinerer Standorte in Nordrhein-Westfalen zu konzentrieren. Dies wird sowohl Produktivität als auch Kapazität deutlich verbessern und somit Wettbewerbsvorteile bringen.
Stainless
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 7.684 | 7.460 | |||
| Umsatz | Mio € | 8.748 | 7.420 | |||
| ThyssenKrupp Nirosta | Mio € | 3.839 | 3.234 | |||
| ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni | Mio € | 3.244 | 2.688 | |||
| ThyssenKrupp Mexinox | Mio € | 707 | 591 | |||
| Shanghai Krupp Stainless | Mio € | 454 | 284 | |||
| ThyssenKrupp Stainless International | Mio € | 1.570 | 1.187 | |||
| ThyssenKrupp VDM | Mio € | 1.463 | 1.177 | |||
| Zentralbereich/Konsolidierung | Mio € | – 2.529 | – 1.741 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 777 | 126 | |||
| Mitarbeiter (30.09.) | 12.182 | 12.212 |
Kräftiger Gewinnrückgang
Das Segment Stainless konzentriert sich auf nichtrostende Edelstahl-Flachprodukte sowie die Hochleistungswerkstoffe Nickellegierungen und Titan. Auf diesen Gebieten nehmen wir Spitzenpositionen ein.
Mengenmäßig hat sich die Auftragslage des Segments deutlich verbessert. Der Auftragseingang stieg um 28 % und erreichte 2,3 Mio t. Aber hier ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreszeitraum durch eine ausgeprägte Kaufzurückhaltung von Handel und Verbrauchern gekennzeichnet war. Ursachen dafür waren extrem hohe Importe aus Asien, hohe Lagerbestände bei Händlern und Service-Centern sowie drastische innerjährliche Veränderungen des Nickelpreises. Infolge der niedrigen Basis- und Nickelpreise nahmen die Auftragseingänge wertmäßig um 3 % auf 7,5 Mrd € ab. Ebenfalls wegen des niedrigen Nickelpreises sank auch der wertmäßige Auftragseingang im Produktbereich der Nickellegierungen. Bei Titanhalbzeugen ging der wertmäßige Auftragseingang gleichfalls zurück.
Mit insgesamt 2,3 Mio t lagen die Gesamtlieferungen von Stainless im Berichtsjahr um 3 % höher als im Vorjahr. Der Absatz von Nickellegierungen war leicht rückläufig, während die Lieferungen bei Titan zunahmen. Der Umsatz verminderte sich um 15 % auf 7,4 Mrd €, was vor allem auf die niedrigeren Verkaufspreise zurückging.
Nach dem Rekordergebnis des Vorjahres musste das Segment Stainless einen deutlichen Ergebniseinbruch um 651 Mio € auf 126 Mio € hinnehmen. Ausschlaggebend dafür waren in erster Linie ein im Jahresdurchschnitt deutlich niedrigeres Basispreisniveau sowie eine teilweise Unterauslastung der Werke im 1. und 4. Geschäftsjahresquartal. Dank der Ende 2007 einsetzenden leichten Markterholung entwickelte sich das Ergebnis zunächst positiv – eine Entwicklung, die allerdings Ende des 3. Geschäftsjahresquartals zum Stillstand kam. Ursache war vor allem die schwächere Nachfrage im Handelsbereich. Bis zum Ende des Geschäftsjahres führte dies zu fallenden Basispreisen sowie entsprechenden Produktionsanpassungen.
Auf Grund des eingetretenen dramatischen Preisverfalls für Nickel und legierten Schrott sowie der genannten Preisentwicklung auf den Absatzmärkten mussten erhebliche Ergebniseinbußen gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden. Der Ergebniseinbruch wurde durch ein erfolgreiches Bestandsmanagement sowie durch Erträge gemindert, die aus der Marktbewertung von Derivaten zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus offenen Einkaufsgeschäften und Vorratsbeständen resultierten. Darüber hinaus hat der anhaltend starke Euro die Wettbewerbssituation bei Exportgeschäften in den US-Dollar-Raum geschwächt. Auch höhere Stromkosten insbesondere in Italien und Deutschland haben das Ergebnis belastet.
ThyssenKrupp Nirosta
Die Business Unit ThyssenKrupp Nirosta konnte im Berichtszeitraum in Europa von einer wiederbelebten Nachfrage im Handel und einem noch relativ stabilen Endkundengeschäft profitieren. Diese insgesamt positive Entwicklung spiegelte sich im Wesentlichen mit deutlich höheren Mengen im Auftragseingang wider. Beim Umsatz lag die Business Unit mit 3,2 Mrd € jedoch preisbedingt unter Vorjahresniveau. Das signifikant niedrigere Ergebnis war im Wesentlichen auf ein deutlich schwächeres Preisniveau zurückzuführen.
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni
Auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni schlug sich die im Jahresverlauf schwächer werdende Nachfrage nach Edelstahlerzeugnissen, vor allem seitens der Service-Center und Händler, im Auftragseingang nieder. Diese Nachfrageschwäche war unter anderem ausgelöst durch das hohe Importvolumen nach Europa, das insbesondere den italienischen Rostfrei-Markt beeinflusste. Der Umsatz der italienischen Business Unit gab wegen des niedrigeren Versandvolumens und des zurückgegangenen Transaktionspreisniveaus auf 2,7 Mrd € nach. Zudem kam es in Folge des Unglücks in Turin im Dezember 2007 zu Produktionsausfällen im dortigen Werk.
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni wies für 2007/2008 einen Verlust aus. Der drastische Ergebnisrückgang beruhte im Wesentlichen auf einem schwächeren italienischen Edelstahlmarkt. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch Mehrkosten belastet, die mit der Entscheidung der EU-Kommission zur Nichtverlängerung von Energieausgleichszahlungen verbunden waren. Außerdem entstanden Aufwendungen aus der eingeleiteten Produktionsverlagerung von Turin nach Terni sowie aus dem Brandunglück in Turin im Dezember 2007. Die Schmiedeaktivitäten konnten dank eines stabilen Marktumfeldes das Ergebnis des Vorjahres übertreffen.
Bei ThyssenKrupp Titanium stiegen die Auftragseingänge mengenmäßig stark an. Auch der Versand war höher, während der Umsatz leicht zurückging.
ThyssenKrupp Mexinox
ThyssenKrupp Mexinox konnte sich in einem schwierigen Marktumfeld in der Nafta-Region behaupten. Die Bestellungen lagen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Preisbedingt gab der wertmäßige Auftragseingang jedoch nach und der Umsatz fiel auf 591 Mio €.
Für den spürbaren Gewinnrückgang war die schwache Verfassung des US-Marktes ausschlaggebend. Das stabile Marktumfeld auf dem mexikanischen Heimatmarkt konnte diese Negativeffekte jedoch abschwächen.
Shanghai Krupp Stainless
Bei Shanghai Krupp Stainless befand sich der Auftragseingang mengenmäßig unter dem Niveau des Vorjahres.
Der Umsatz blieb mit 284 Mio € unter dem Wert des Vorjahres, und auch der Gewinn lag deutlich niedriger. Dieser Rückgang basierte auf einem nach wie vor schwachen und schwierigen Marktumfeld in China – bedingt durch zunehmende Überkapazitäten – sowie entfallenen Lohnarbeiten.
ThyssenKrupp Stainless International
Die Business Unit ThyssenKrupp Stainless International verzeichnete auf Grund des schwierigen Marktumfeldes und des niedrigen Transaktionspreises geringere mengen- sowie wertmäßige Auftragseingänge. Der Umsatz verminderte sich auf 1,2 Mrd €.
Nach einem Gewinn im Vorjahr erwirtschaftete die Business Unit im Berichtsjahr einen Verlust. Der deutliche Ergebniseinbruch resultierte aus der insgesamt schwachen Verfassung der internationalen Edelstahlmärkte, in deren Folge auch Margen und Versandmengen zurückgingen.
ThyssenKrupp VDM
Im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM gingen wertmäßiger Auftragseingang und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Drahtfertigung wurde erfolgreich von Bärenstein nach Werdohl verlagert. Mit dem Bau der neuen Schmiede, die im Mai 2008 ihren Betrieb aufgenommen hat, vergrößerte ThyssenKrupp VDM das Produktangebot insbesondere für die Luftfahrtindustrie.
Die Business Unit konnte das Ergebnisniveau des Vorjahres nicht halten. Auf den europäischen Märkten führten – begünstigt durch den schwachen US-Dollar – die verstärkten Exporte US-amerikanischer Anbieter zu einem hohen Preisdruck. Zudem bewirkte der starke Euro, dass das Erlösniveau für Exporte in den US-Dollar-Raum nicht mehr wettbewerbsfähig war.
Wesentliche Ereignisse
Im Dezember 2007 ereignete sich im Werk Turin ein Brandunglück.
Im Rahmen der Umsetzung der strategischen Neuausrichtung des Standortes Terni wurde das Werk in Turin vorzeitig stillgelegt.
Investitionen
Stainless investierte im Berichtsjahr insgesamt 387 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bei Abschreibungen von 157 Mio €.
Im Bereich Rostfrei-Flach stand im Mittelpunkt des Investitionsprogramms, unsere bestehende Marktposition in Europa und Nordamerika zu sichern und weiter auszubauen. Hierzu zählt auch der Bau des neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks bei Mobile in Alabama/USA, für das im Berichtsjahr rund 103 Mio € aufgewendet wurden. Die Arbeiten liegen im Zeitplan: Das "Piling", also das Einbringen tragender Stützpfähle, sowie die Erstellung der Hallenfundamente für das Kaltwalzwerk sind abgeschlossen. Die Errichtung der ersten Hallen begann Ende August 2008. Die Aufträge für die Produktionsanlagen sind weitgehend erteilt. Auf Einzelheiten zum Projektfortschritt gehen wir im Kapitel "Unternehmenssteuerung – Ziele und Strategie" ein.
Die Schwerpunkte der Investitionen von ThyssenKrupp Nirosta bildeten die Erweiterung des Endkundengeschäfts durch den Ausbau der EBOR-Service-Center-Aktivitäten, der Bau einer Säureregenerationsanlage am Standort Krefeld sowie Maßnahmen zur Erhaltung der Betriebsbereitschaft und zur Modernisierung einzelner Anlagen. Mit dem Ausbau von EBOR haben wir erfolgreich den Weg fortgesetzt, die Anarbeitungskapazitäten auszuweiten und damit die Wertschöpfungstiefe im Bereich hochwertiger, oberflächenbearbeiteter RSH-Flachprodukte zu vergrößern. Die neue Anlage in Krefeld zur Regeneration von Altsäuren soll die im Abwasser enthaltenen Nitrate weiter reduzieren. In den Stahlwerken Krefeld und Bochum wird die umfangreiche Sanierung der AOD-Anlagen auch in den nächsten Jahren weiter fortgeführt.
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni will mit seinen Investitionen das Werk Terni schrittweise zu einem der modernsten und effizientesten Produktionsstandorte der Welt ausbauen. Ein Teil der Einzelprojekte startete bereits 2006/2007, die genannte Realisierung wird sich jedoch bis ins Geschäftsjahr 2008/2009 erstrecken. Nach der Schließung des Werkes in Turin wurde damit begonnen, einzelne Anlagen nach Terni zu verlagern. Ein zusätzliches Investitionsprogramm erhöht die Warm- und Kaltbandkapazität bei gleichzeitiger Erweiterung des Produktportfolios. Dies verbessert die Balance zwischen Rohstahl- und Warm-/Kaltbandkapazität und ermöglicht es, der im Langzeittrend steigenden europäischen Nachfrage zu folgen. Das Investitionsprogramm beinhaltet im Wesentlichen den Austausch der Dünnbrammengießanlage gegen eine konventionelle Stranggießanlage. Der Austausch soll die Warmbandqualität verbessern und gleichzeitig die vorhandene Rohstahlkapazität besser nutzen. Darüber hinaus schafft der Einbau von zwei Inline-Walzgerüsten in die kürzlich errichtete Warmbandglüh-Beizlinie die Voraussetzungen für eine höhere Kaltbandkapazität. Das Investitionspaket beinhaltet darüber hinaus die Schaffung weiterer Kapazitäten im Glüh-/Beizbereich sowie den Ausbau der Adjustage und des Versands. Zur Erweiterung des Produktportfolios um ferritische Güten mit hohen Chrom- und geringen Kohlenstoff-Anteilen und zur Optimierung der Arbeitsprozesse wurde im Stahlwerk von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni eine VOD-Anlage errichtet, die im Frühjahr 2008 in den Regelbetrieb gegangen ist. Diese VOD-Anlage wird darüber hinaus dazu beitragen, die Qualität der gegossenen Schmiedeblöcke zu verbessern, und schafft die notwendigen Voraussetzungen für die Ausdehnung der Blockgewichte auf 500 Tonnen.
Wesentlich für den Ausbau der Società delle Fucine war außerdem die Investition in einen Manipulator, der ein schnelleres Schmieden mit geringerem Personal- und niedrigerem Energieeinsatz ermöglicht. Dadurch steigt die Effizienz der Schmiede, bei gleichzeitiger Verschiebung des Produktmix zu höherwertigen Produkten und größeren Stückgewichten, vor allem für den Energiesektor.
Im Werk von ThyssenKrupp Mexinox wird derzeit ein bestehendes Sendzimirgerüst stufenweise komplett modernisiert. Das Projekt erstreckt sich noch über die kommenden zwei Geschäftsjahre.
In China hat Shanghai Krupp Stainless mit einer Rondenstanzanlage die Anarbeitungskapazitäten erweitert und kann so seinen Kunden gestanzte, runde Blechplatinen zur Weiterverarbeitung anbieten.
ThyssenKrupp Stainless International baute mit weiteren Service-Centern das internationale Distributions- und Service-Center-Netzwerk aus. Im wachsenden türkischen Markt entsteht ein neues Service-Center im Großraum Istanbul, das die bisherigen Aktivitäten bündelt. Das neue Service-Center wird im 1. Quartal 2009 den Betrieb aufnehmen. Wie bei Shanghai Krupp Stainless wird im Service-Center in Polen eine Rondenstanzanlage gebaut, um den gestiegenen Anforderungen der Endkunden vor allem aus dem Bereich der Weißen Ware gerecht zu werden.
Um am Marktwachstum, insbesondere in anspruchsvollen Marktsegmenten, erfolgreich teilnehmen zu können, haben wir bei den Hochleistungswerkstoffen die bestehenden Produktionsstrukturen optimiert und die Kapazitäten weiter ausgebaut. Größtes Einzelprojekt bei ThyssenKrupp VDM ist die Errichtung einer kompletten Freiform-Schmiede am Standort Unna. Darüber hinaus konnte das Leistungsspektrum im Service-Bereich deutlich erweitert werden. Wegen der stark wachsenden Marktnachfrage nach Titanerzeugnissen wurde am Standort Essen die Blockkapazität in zwei Schritten mehr als verdoppelt. Wesentliche Investition war hier ein moderner Elektronenstrahl-Schmelzofen, dessen Vorteil darin liegt, als Einsatzmaterial sowohl Titanschwamm als auch -schrott verarbeiten zu können.
Technologies
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 14.844 | 13.490 | |||
| Umsatz | Mio € | 11.523 | 12.412 | |||
| Plant Technology | Mio € | 2.624 | 3.217 | |||
| Marine Systems | Mio € | 2.021 | 2.007 | |||
| Mechanical Components | Mio € | 3.793 | 3.924 | |||
| Automotive Solutions | Mio € | 3.182 | 3.247 | |||
| Transrapid | Mio € | 49 | 41 | |||
| Zentralbereich/Konsolidierung | Mio € | – 146 | – 24 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 544 | 741 | |||
| Mitarbeiter (30.09.) | 54.762 | 54.043 |
Erfolgreichstes Geschäftsjahr
Das Segment Technologies ist ein hochtechnologieorientierter Anlagenbauer und Komponentenhersteller. Darüber hinaus werden maßgeschneiderte Dienstleistungen erbracht. Technologies erreicht mit seiner innovativen System- und Engineering-Kompetenz weltweit herausragende Marktpositionen.
Das Segment setzte auch im Berichtsjahr seine außerordentlich positive Entwicklung mit unveränderter Wachstumsdynamik fort. Das Ordervolumen erreichte mit 13,5 Mrd € wieder ein erfreulich hohes Niveau. Das außergewöhnlich hohe Auftragsniveau des Vorjahres, das durch das Fregattenprojekt der Deutschen Marine stark begünstigt war, konnte jedoch nicht erreicht werden. Nach wie vor zeigte sich auf Grund zahlreicher Infrastrukturprojekte und Explorationsvorhaben im Rohstoffbereich eine sehr gute Projektlage im Großanlagenbau. Der Auftragsbestand ist zum 30. September 2008 nochmals gestiegen, und zwar auf rund 16 Mrd €; damit ist derzeit mehr als ein Jahresumsatz abgesichert. Dank der guten Auftragsentwicklung stieg im Berichtsjahr auch der Umsatz: Trotz negativer US-Dollar- Kurseinflüsse und Unternehmensverkäufe nahm er um 8 % auf 12,4 Mrd € zu.
Das Geschäftsjahr 2007/2008 war das profitabelste Jahr in der Geschichte des Segments. Der Gewinn verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 197 Mio € auf 741 Mio €. Das aktive Portfoliomanagement und die damit einhergehende Konzentration auf ertragsstarke Geschäftsfelder zeigen zunehmend Wirkung und bestätigen die Nachhaltigkeit der Technologies-Strategie. Weiterhin konnte das Segment von der guten Auftragssituation bei Plant Technology, höheren Gewinnen bei Mechanical Components sowie geringeren Kosten und höheren Beteiligungserträgen in der Segmentführungsgesellschaft profitieren. Alle Business Units im Segment sind inzwischen gut profitabel und konnten teilweise hervorragende Gewinne erwirtschaften, wobei die größten Beiträge erneut die Business Units Mechanical Components und Plant Technology leisteten.
Plant Technology
Die sehr gute Auftrags- und Projektlage von Plant Technology wurde von den hohen Rohstoff- und Energiepreisen sowie einer weltweit hohen Nachfrage nach Zement getragen, was den Auftragseingang gegenüber dem hohen Vorjahresniveau nochmals steigerte. Mit 5,1 Mrd € erreichten wir dabei einen neuen Rekordwert. So bestellten Kunden unter anderem Propylen- und Polypropylenanlagen, Düngemittelkomplexe, Kohlevergasungsanlagen, Kokereianlagen, Umschlagsysteme, Ölsandgewinnungseinrichtungen und Zementanlagen. Im Chemieanlagenbau konnten wir beispielsweise einen Großauftrag über eine Mega-Düngemittelanlage in Algerien gewinnen.
Wegen der guten Auftragslage in allen Bereichen wurde mit 3,2 Mrd € der Vorjahresumsatz nochmals kräftig übertroffen. Plant Technology erzielte 2007/2008 ein herausragendes Ergebnis. Die beachtliche Steigerung war auf höhere Umsätze bei margenstarken Aufträgen, eine gute Beschäftigung und deutlich verbesserte Auftragsergebnisse zurückzuführen.
Marine Systems
Bei Marine Systems lag der Auftragseingang deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, das durch Großaufträge im Rahmen des Fregattenprogramms der Deutschen Marine stark positiv beeinflusst war. Während die Nachfrage im Reparatur- und Servicegeschäft weiterhin hoch war, konnte insbesondere der Überwasserschiffbau die Vorjahreswerte nicht erreichen.
Mit einem Umsatz von 2 Mrd € wurde der Vorjahreswert nahezu erreicht. Der Gewinn der Business Unit lag unter dem Vorjahresniveau. Besonders hervorzuheben war die sehr gute Geschäftsentwicklung im Reparatur- und Servicegeschäft. Ergebnisbelastungen ergaben sich dagegen aus komplexen Megayacht-Aufträgen.
Mechanical Components
Die Nachfrage der Maschinenbauindustrie nach Hightech-Komponenten der Business Unit Mechanical Components entwickelte sich im Geschäftsjahr 2007/2008 insgesamt positiv. Trotz der Abgabe der Präzisionsschmiede erreichte der Auftragseingang wieder das hohe Niveau des Vorjahres.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr und erreichte 3,9 Mrd €. Zuwächse bei Großwälzlagern und Ringen, insbesondere auf Grund des ungebremsten Wachstums im Bereich Windenergieanlagen, konnten die Nachfragerückgänge auf den US-Märkten – verbunden mit einem stark negativen US-Dollar/ Euro-Kurseffekt – mehr als ausgleichen. Mechanical Components erzielte einen deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn. Wesentlich hierfür waren die gute Geschäftsentwicklung bei Großwälzlagern und Ringen sowie der Ertrag aus einer Unternehmensveräußerung. Ergebnisdämpfend wirkten allerdings die rückläufige Nachfrage in den USA, gestiegene Vormaterialpreise bei den nordamerikanischen Gießereien und bei Exporten die fortgesetzte Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro.
Automotive Solutions
Der Auftragseingang bei Automotive Solutions konnte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert werden. Hierzu trugen alle Bereiche bei. Insbesondere das Geschäft mit Karosserierohbauanlagen und Montagesystemen sowie das Montagegeschäft mit Achsmodulen zeigten ein ansteigendes Ordervolumen.
Mit 3,2 Mrd € wurde auch der Umsatz des Vorjahres leicht übertroffen. Die Business Unit erzielte einen zweistelligen Millionen-Euro-Gewinn und erwirtschaftete damit ein besseres Ergebnis als im Vorjahr. Damit zeigen die erfolgten Umstrukturierungen ihre ersten Früchte.
Transrapid
Transrapid erzielte im Wesentlichen auf Grund von Abrechnungen aus dem chinesischen Lizenzvertrag einen Umsatz in Höhe von 41 Mio €; der Ergebnisbeitrag war positiv.
Wesentliche Ereignisse
Das Segment Technologies setzte auch 2007/2008 die Portfoliooptimierung konsequent fort. Im Mittelpunkt standen die Verkäufe der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede an die indische Sona-Group, des ThyssenKrupp Drauz Nothelfer Werkes in Ravensburg an EBZ Systec sowie der Rendsburger Werft Nobiskrug an Eagle River Capital.
Plant Technology hat seine Marktstellung im Großanlagenbau durch den Erwerb der restlichen 50-%-Beteiligung an Uhde Shedden mit Standorten in Australien und Thailand verstärkt. Die Gesellschaft ist im Bereich Engineering, insbesondere in der Öl-, Gas-, Chemie- und Petrochemieindustrie, tätig und deckt den australischen und südostasiatischen Raum ab.
Marine Systems hat sich neu aufgestellt. Mit dieser Umstrukturierung wird der Standort Hamburg für Neubau und Reparatur im zivilen Bereich gestärkt und ausgebaut. Dies gilt ebenso für den Standort Emden im Bereich des Marine-Überwasser-Schiffbaus. In den USA wurde das Geschäft von Gray EOT erworben. Gray produziert und vertreibt Ausrüstungen für Ölförderanlagen.
Mechanical Components hat sich als erster Hersteller mit einem eigenen Werk für Großwälzlager auf dem stark wachsenden indischen Markt niedergelassen. Zum 01. Oktober 2007 wurden die Aktivitäten der italienischen Forteq erworben. Diese Akquisition verstärkt die Marktposition bei Laufwerken und Laufwerkskomponenten für Erdbewegungsmaschinen. Mitte 2008 hat Berco Undercarriage Trading den Betrieb in Shanghai aufgenommen.
Mit dem Zusammenschluss der Engineering-Spezialisten ThyssenKrupp Krause und ThyssenKrupp Drauz Nothelfer haben wir die Ingenieur- und Projektkompetenz für Werkzeuge und Anlagen im Bereich Automobilbau verbessert. Die nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Minderheitsbeteiligung an der Bertrandt AG, einem Ingenieurdienstleister der Automobilindustrie, wurde veräußert.
Nach der Beendigung des Transrapid-Projekts München haben ThyssenKrupp und Siemens die Transrapid-Aktivitäten neu strukturiert. Wegen der reduzierten vertrieblichen und planerischen Aktivitäten wurde das in Berlin ansässige Büro des Gemeinschaftsunternehmens Transrapid International zum 01. Oktober 2008 geschlossen. Die Kernkompetenzen der Transrapid-Technologie bleiben erhalten. Beide Unternehmen halten weiterhin am System Transrapid fest und führen die Verhandlungen mit interessierten Kunden zum Beispiel in den USA und China weiter.
Investitionen
Im Segment Technologies erreichten die Investitionen im Berichtsjahr 763 Mio € bei Abschreibungen von 347 Mio €.
Mehr als die Hälfte der Investitionen diente dazu, die Fertigungskapazitäten für bestehende und neue Produkte zu erweitern. Darüber hinaus lagen die Schwerpunkte auf der Sicherung der Betriebsbereitschaft sowie auf Maßnahmen zur Stärkung der Effizienz. Investiert wurde überwiegend in Deutschland, Nord- und Südamerika, China und Indien.
Plant Technology hat angesichts einer sehr erfolgreichen Markt- und Geschäftsentwicklung das weltweite Engineering-Netzwerk an Standorten mit Kostenvorteilen ausgebaut. Ein strategischer Fokus lag auf der Intensivierung des Servicegeschäfts. Service-Center in Kundennähe werden zukünftig Reparaturen und Neuanfertigungen von Kernkomponenten in den von uns gelieferten Anlagen durchführen.
Bei Mechanical Components standen Investitionen für höhere Produktionskapazitäten und Effizienz im Vordergrund. Im Bereich der gebauten Nockenwellen wurde in die Flexibilisierung der Endmontage investiert. Bei Kurbelwellen wurde die Effizienz des Schmiedens insbesondere für so genannte Low-Cost-Pkw-Kurbelwellen deutlich erhöht.
Wegen der unverändert stark wachsenden Nachfrage nach Großwälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen haben wir ein Sonderinvestitionsprogramm gestartet, um die Fertigungskapazitäten dieser renditestarken Bereiche weltweit erheblich auszubauen. Die Investitionsstrategie berücksichtigt gezielt die internationalen Märkte und setzt auf den Ausbau bestehender Werke in Amerika, Europa und vor allem in Asien.
Bei Automotive Solutions dienten die Investitionen der strategischen Optimierung. So wurden neue Montageeinrichtungen für die Fertigung mechanisch verstellbarer Lenksäulen beschafft und vorhandene Linien umgebaut. Die Montage von DampTronic-Stoßdämpfern wurde optimiert. Investitionen in neue automatisierte Linien werden sowohl die Fertigungskapazitäten als auch die Prozesssicherheit erhöhen.
Elevator
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 5.281 | 5.535 | |||
| Umsatz | Mio € | 4.712 | 4.930 | |||
| Central/Eastern/Northern Europe | Mio € | 1.389 | 1.482 | |||
| Southern Europe/Africa/Middle East | Mio € | 774 | 827 | |||
| Americas | Mio € | 1.821 | 1.892 | |||
| Asia/Pacific | Mio € | 505 | 495 | |||
| Escalators/Passenger Boarding Bridges | Mio € | 347 | 332 | |||
| Accessibility | Mio € | 190 | 215 | |||
| Corporate/Konsolidierung | Mio € | – 314 | – 313 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | – 113 | 434 | |||
| Mitarbeiter (30.09.) | 39.501 | 42.992 |
Wachstum fortgesetzt
Das Segment Elevator ist weltweit einer der führenden Hersteller und Serviceanbieter für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte. Als Dienstleistungsspezialist garantiert es mit seinem dichten Niederlassungs- und Servicenetz weltweit hohe Servicequalität.
Elevator hat 2007/2008 seinen Expansionskurs fortgesetzt. Trotz stark negativer Wechselkurseffekte, insbesondere aus der Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro, und eines nach wie vor anhaltenden Preis- und Margendrucks konnte das Geschäftsvolumen erneut ausgeweitet werden. Der Auftragseingang stieg um 5 % auf 5,5 Mrd €, der Umsatz um 5 % auf 4,9 Mrd €.
Das Segment erzielte im Berichtsjahr einen Gewinn von 434 Mio €. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – unter Eliminierung der EU-Kartellstrafe im Vorjahr von 480 Mio € – entspricht dies einem Plus von 18 %. Operative Verbesserungen konnten die negativen Wechselkurseffekte sowie die Belastungen aus den Werksschließungen in Österreich und Spanien deutlich überkompensieren.
Central/Eastern/Northern Europe
In der Business Unit Central/Eastern/Northern Europe hat sich der Auftragseingang leicht verbessert; der Umsatz stieg auf 1,5 Mrd €. Zur guten Geschäftslage trugen insbesondere die Aktivitäten in Osteuropa bei. Diese Region verzeichnete einen erheblich höheren Auftragseingang und Umsatz im Neuanlagengeschäft. In Deutschland konnten wir das hohe Niveau bei Auftragseingang und Umsatz erneut leicht steigern. In Frankreich ließ sich das hohe Auftragseingangsniveau des Vorjahres nicht ganz halten; dennoch wuchs der Umsatz auf Grund eines starken Modernisierungsgeschäfts deutlich.
Das Gewinn-Niveau der Business Unit blieb ohne Berücksichtigung der EU-Kartellstrafe aus dem Vorjahr stabil. Operative Verbesserungen konnten die Belastungen durch die beschlossene Werksschließung in Gratkorn, Österreich, ausgleichen.
Southern Europe/Africa/Middle East
Einen im Vergleich zum Vorjahr höheren Auftragseingang und Umsatz erzielte die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East. In Spanien gelang es, den Auftragseingang sowohl im Neuanlagen- als auch im Dienstleistungsgeschäft signifikant auszuweiten. Der Umsatz der Geschäftsaktivitäten auf dem spanischen Markt blieb hingegen leicht unterhalb des hohen Vorjahresniveaus. Rückgänge im Neuanlagengeschäft konnten durch das expansive Dienstleistungsgeschäft nahezu kompensiert werden. In Italien nahm das Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr merklich zu, dank weiterer Akquisitionen. Die Türkei und die Golfregion erreichten ebenfalls sehr erfreuliche Zuwächse.
Die Business Unit konnte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr beträchtlich steigern, wozu die Aktivitäten in Spanien maßgeblich beitrugen. Belastet wurde das Ergebnis allerdings durch die Schließung eines Produktionsstandorts in Spanien.
Americas
Auf Grund stark negativer Wechselkurseffekte bei der Business Unit Americas blieb der Auftragseingang leicht unter dem hohen Niveau des Vorjahres. Der Umsatz übertraf hingegen mit 1,9 Mrd € sogar nochmals den Vorjahreswert. Die Aktivitäten in Nordamerika überstiegen wechselkursbereinigt beim Auftragseingang und Umsatz sowohl im Neuanlagengeschäft als auch im Dienstleistungsgeschäft spürbar die guten Vorjahreswerte. Das Geschäft in Südamerika, insbesondere in Brasilien, entwickelte sich insgesamt sehr erfreulich.
Trotz der negativen Wechselkursentwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro lag der Gewinn der Business Unit erneut beachtlich über dem des Vorjahres. Dies war auf weitere Effizienzsteigerungen, vor allem in Nordamerika, sowie ein höheres Geschäftsvolumen in Südamerika, insbesondere in Brasilien, zurückzuführen.
Asia/Pacific
Die Business Unit Asia/Pacific erwirtschaftete trotz negativer Wechselkurseffekte einen höheren Auftragseingang und verzeichnete ein stabiles Umsatzniveau. Deutliche Zuwächse in China, Indien und Australien konnten das rückläufige Geschäft in Südkorea kompensieren. In Südostasien stieg zwar der Auftragseingang, das Umsatzniveau des Vorjahres ließ sich hingegen nicht ganz erreichen.
Wie im Vorjahr erzielte die Business Unit einen Verlust, bedingt durch die Restrukturierung der koreanischen Aktivitäten. Alle anderen Regionen der Business Unit Asia/Pacific konnten das Ergebnisniveau halten bzw. leicht steigern.
Escalators/Passenger Boarding Bridges
Bei Escalators/Passenger Boarding Bridges gingen im Vergleich zum Vorjahr sowohl Auftragseingang als auch Umsatz leicht zurück. Während das Fahrtreppengeschäft den Auftragseingang deutlich und den Umsatz leicht ausbaute, konnte bei Fluggastbrücken das hohe Niveau des Vorjahres nicht gehalten werden.
Die Business Unit erwirtschaftete einen Verlust. Das erfreuliche Ergebnis im Fahrtreppengeschäft konnte den Verlust im Fluggastbrückengeschäft nicht ausgleichen.
Accessibility
Die Business Unit Accessibility setzte ihren stetigen Wachstumskurs fort und steigerte Auftragseingang und Umsatz beachtlich. Hierzu trugen sowohl die Aktivitäten in Europa als auch in Nordamerika bei. In den USA schlug sich der rückläufige Markt für Einfamilienhäuser im Geschäftsvolumen nieder. Der Rückgang konnte allerdings durch den Erwerb der Geschäftsaktivitäten des Unternehmens The National-Wheel-O-Vator kompensiert werden.
Die Business Unit konnte den Gewinn des Vorjahres weiter ausbauen. Sowohl die Aktivitäten in Europa als auch in Nordamerika steigerten das Ergebnis, letztere akquisitionsbedingt.
Wesentliche Ereignisse
Das Segment Elevator hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den kontinuierlichen Ausbau seines Vertriebs- und Servicegeschäfts weiter vorangetrieben und zahlreiche kleinere regionale Gesellschaften erworben. In Italien stärkten mehrere kleinere Akquisitionen das Wachstum, vor allem im Servicebereich. In angestammten Märkten – wie den USA, Deutschland, Spanien und Portugal – ergänzten Erwerbe von lokalen Gesellschaften die bestehenden Kundendienstaktivitäten. Auch in Dänemark expandierte Elevator mit einer kleineren, aber strategisch wichtigen Akquisition.
Die Expansionsstrategie im Bereich Accessibility mit Produkten wie Treppen- und Plattformlifte sowie Aufzüge für Einfamilienhäuser ging weiter voran.
Investitionen
Elevator investierte im Berichtsjahr 136 Mio € bei Abschreibungen von 57 Mio €. Die Investitionen des Segments standen auch 2007/2008 im Zeichen einer nachhaltigen Wachstumsstrategie und der Stärkung von Positionen.
Bei Sachinvestitionen wurden im Wesentlichen Ersatzinvestitionen getätigt. Im Rahmen von Finanzinvestitionen erwarb ThyssenKrupp Elevator selektiv kleine Wartungsunternehmen, um vor allem den italienischen Markt weiter zu erschließen. Ein zusätzlicher Investitionsschwerpunkt lag in der Stärkung der Business Unit Accessibility. In den USA wurde mit dem Erwerb der Geschäftsaktivitäten von The National-Wheel-O-Vator die Marktstellung im Bereich Home Elevator und vertikale Plattformlifte ausgebaut. Mit einer weiteren Akquisition in Großbritannien hat die Business Unit ihre Kompetenz im Bereich gerader Treppenlifte gestärkt und ihre Marktposition in diesem wichtigen europäischen Markt weiter gefestigt.
Services
| 2006/2007 | 2007/2008 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 16.823 | 17.453 | |||
| Umsatz | Mio € | 16.711 | 17.336 | |||
| Materials Services International | Mio € | 7.926 | 8.539 | |||
| Materials Services North America | Mio € | 2.340 | 1.833 | |||
| Industrial Services | Mio € | 1.899 | 2.086 | |||
| Special Products | Mio € | 4.600 | 4.929 | |||
| Auslaufbereich/Konsolidierung | Mio € | – 54 | – 51 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 704 | 750 | |||
| Mitarbeiter (30.09.) | 43.012 | 46.486 |
Wieder Rekordjahr bei Umsatz und Ergebnis
Das Segment Services konzentriert sich konsequent auf Werkstoff- und Industriedienstleistungen sowie auf die Rohstoffversorgung für produzierende sowie verarbeitende Unternehmen. Hauptmärkte des Segments sind Europa und die Nafta-Region. Besonders gute Wachstumschancen sieht Services in Osteuropa, aber auch in Asien.
Das Geschäftsjahr 2007/2008 war für Services das dritte Rekordjahr in Folge. Mit einem Umsatz von 17,3 Mrd € und einem Ergebnis von 750 Mio € erreichte das Segment wieder neue Bestmarken. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 4 %, das Ergebnis um 7 %. Neben der guten Roh- und Werkstoffkonjunktur haben zu diesem guten Abschneiden entscheidend effiziente Programme zur Portfoliooptimierung und zur nachhaltigen Leistungssteigerung beigetragen. Hinzu kamen Wachstumsinitiativen in allen Business Units.
Materials Services International
Die Business Unit Materials Services International konnte bei einer positiven Werkstoffkonjunktur ihren Umsatz mit 8,5 Mrd € gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahr weiter ausbauen. Die Nachfrage im Walzstahl- und Röhrengeschäft war trotz gestiegener Preise gut. Ein Teil des Umsatzzuwachses war auch den neu erworbenen Gesellschaften – unter anderem Ferostav und die Apollo Metals Group – zu verdanken, die erstmals in den Abschluss einbezogen waren.
In Deutschland blieb die Geschäftsentwicklung weiterhin aufwärts gerichtet. Die Kunden im Walzstahlbereich zeigten eine erhöhte Nachfrage. Das Dienstleistungsgeschäft rund um die Anarbeitung war insgesamt erfreulich ausgelastet. Dagegen gestaltete sich das Preisniveau bei Edelstahl eher unbefriedigend. Anders war die Situation bei NE-Metallen. Die weltweit gute Nachfrage hielt dort die Preise auf stabil hohem Niveau. Erst zum Ende des Geschäftsjahres flaute das Geschäft merklich ab. Bei Kunststoffen waren in Deutschland wegen des schwachen Privatbausektors Umsatzrückgänge hinzunehmen.
Positiv entwickelte sich der Umsatz im Ausland. Dies lässt sich vor allem auf neue Aktivitäten in den Niederlanden, in Italien sowie in Dänemark zurückführen. Auf dem osteuropäischen Markt haben sich Nachfrage und Preise im Verlauf des Geschäftsjahres weiter verbessert. In Russland, Bulgarien, Tschechien und Polen wirkte sich das verstärkte Wachstum aus. Die Business Unit hat ihre Branchenorientierung auf den Maschinenbau sowie die Bau- und die Luftfahrtindustrie konsequent weiter ausgebaut.
Materials Services International übertraf erneut das bereits hervorragende Ergebnis des Vorjahres und blieb unverändert der ergebnisstärkste Bereich des Segments.
Materials Services North America
Materials Services North America konnte mit 1,8 Mrd € das Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen, was auf die stark negativen Wechselkurseffekte sowie die Schwäche des nordamerikanischen Werkstoffmarktes zurückzuführen war. Steigende Inflationsraten, getrieben insbesondere durch hohe Energiekosten, und die andauernde Finanzkrise dämpften die private Nachfrage. Insbesondere die US-Automobilindustrie und der private Wohnungsbau litten darunter. Die Werkstoffnachfrage aus der Luft- und Raumfahrt sowie dem Energiesektor blieb dagegen weiterhin auf zufriedenstellendem Niveau.
Insgesamt verzeichneten alle relevanten Märkte einen verstärkten Wettbewerbs- und Margendruck. Die Nachfrage nach Walzstahl-Flachprodukten und Edelstahl war schwach, und auch bei NE-Metallen kühlte sich das Geschäft ab. Durch die Unterzeichnung eines neuen Zehnjahresvertrags mit Boeing Commercial Airplane im Juni 2008 erhielt das Dienstleistungsgeschäft für die Luftfahrtindustrie allerdings einen zusätzlichen Schub. Der Vertrag über ein integriertes Supply-Chain-Management umfasst die weltweite Einkaufskoordinierung, Terminüberwachung sowie Lagerhaltung und Anarbeitung für alle Aluminium- und Titanprodukte. Außerdem optimieren wir den werksinternen Materialfluss und koordinieren 700 Produktionsstätten und Subunternehmen.
Insgesamt konnte die Business Unit ihre hervorragende Position im nordamerikanischen Werkstoffhandel bestätigen und ihren Marktanteil trotz schrumpfender Nachfrage behaupten, ohne allerdings das Gewinn-Niveau des Vorjahres zu erreichen.
Industrial Services
Die Business Unit Industrial Services baute ihren Umsatz auf 2,1 Mrd € aus. Der erfreuliche Zuwachs hatte mehrere Gründe: die gute Entwicklung im Inland – insbesondere beim Maschinenbau und in der Energiewirtschaft –, das überproportionale Wachstum in Brasilien sowie das erfreuliche US-Geschäft, das trotz der Euro-/US-Dollar-Relation ein Umsatzplus erwirtschaftete.
Der Trend, Nebenprozesse im Produktionsprozess extern zu vergeben, hielt bei den Kunden an. Bestimmendes Thema im deutschen Markt war der steigende Margendruck durch Mindestlöhne. Lohnkostenvorteile allein bildeten für unsere Kunden aber immer weniger einen Grund für Outsourcing. Stattdessen waren es vor allem Qualitäts- und Know-how-Vorteile, die dazu motivierten, Gewerke extern zu vergeben. Die Business Unit Industrial Services hat sich auf diesen Trend eingestellt und bietet den Kunden integrierte Systemlösungen und innovative Betreibermodelle. So wuchs das Geschäft gleichmäßig über alle Dienstleistungsarten, Regionen und Branchen weiter. Die Business Unit fokussierte sich im Berichtsjahr weiterhin auf die Zielindustrien Automobil, Chemie/Petrochemie, Energie, Bau und die metallerzeugende Industrie.
Insgesamt konnte die Business Unit ihre operative Leistung in allen Bereichen erneut steigern und das Rekordergebnis des Vorjahres nennenswert übertreffen.
Special Products
Die Business Unit Special Products überschritt mit 4,9 Mrd € erneut den hohen Umsatzwert des Vorjahres. Im internationalen Walzstahlgeschäft führten insbesondere die chinesischen Exportsteuern sowie die zeitweilig extrem hohen Frachtraten dazu, dass die Beschaffungspreise ex China für Europa zeitweise nicht wettbewerbsfähig waren. Diese Entwicklung wurde aber durch verstärkte innerasiatische Geschäfte nahezu kompensiert. Im Bereich Rohre verschoben sich einige Großprojekte in das nächste Geschäftsjahr. Das Nachfrage- und Preisniveau bei metallurgischen Rohstoffen, Koks und Mineralien blieb unverändert hoch.
Der Energiehandel, der Handel mit Industriemineralien sowie der Bereich Technische Gase entwickelten sich wiederum sehr erfreulich. Auch der Bereich Ferrolegierungen hat das Umsatzniveau des Vorjahres erneut deutlich übertroffen, und die Preise blieben überwiegend auf einem sehr hohen Niveau. Das Geschäft mit Metallen konnte hingegen nicht ganz an das außerordentlich gute Vorjahr anknüpfen. Der Bereich Technik legte beim Umsatz weiter zu und profitierte dabei von einer zunehmenden Infrastruktur-Nachfrage in zahlreichen europäischen sowie außereuropäischen Regionen. Speziell die Auftragsvergabe durch öffentliche Bauträger im Inland wie auch im Ausland stieg stark an.
Insbesondere wegen der guten Entwicklung des Rohstoffgeschäfts sowie der technischen Bereiche war der Gewinn der Business Unit noch höher als das Rekordergebnis des Vorjahres.
Wesentliche Ereignisse
Services setzte seine Wachstumsstrategie in strategisch interessanten Regionen und Märkten weiter fort. Bereits zu Beginn des Berichtsjahres erwarb das Segment 80 % der Anteile an Ferostav, dem drittgrößten Stahlhändler der Slowakei. Dadurch haben wir die bereits sehr gute Marktposition in Osteuropa weiter ausgebaut.
Anfang 2008 hat das Segment zudem alle Anteile an der britischen Apollo Metals Group übernommen. Apollo bietet hochwertige Produkte wie Aluminium, Edelstahl und NE-Metalle in Verbindung mit wertschöpfungsstarken An- und Verarbeitungsleistungen an – hauptsächlich für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Im Laufe des Geschäftsjahres wurde Apollo mit den übrigen Luft- und Raumfahrtaktivitäten von Services zu ThyssenKrupp Aerospace gebündelt. Der neue Bereich ist mit 30 Standorten in 13 Ländern weltweit der größte Anbieter für Supply-Chain-Management-Lösungen in diesem spezialisierten Sektor.
Im Bereich der Kunststoffdienstleistungen hat Services seine Position durch Akquisitionen in Skandinavien, den Benelux-Ländern und Italien gezielt verstärkt. In Spanien akquirierte das Segment die Mehrheit der Anteile am Werkstoffdienstleister Lamincer. Mit dem Anteilserwerb wurden die Service-Aktivitäten mit Warm-, Mittel- und Kaltband weiter forciert. In Australien übernahm das Segment alle Anteile an Steelcom, einem regionalen Marktführer im Bereich Verkauf und Vermietung von Rammprofilen einschließlich Zubehör sowie der entsprechenden Maschinentechnik.
Investitionen
Die Investitionen im Segment Services betrugen 369 Mio € bei Abschreibungen von 154 Mio €. Die Sachinvestitionen dienten vor allem der Expansion der Geschäftstätigkeit. Im Inland wurde hauptsächlich in den Ausbau der Werkstoffdienstleistungen an verschiedenen Standorten investiert. In Nordamerika standen eine einheitliche IT-Infrastruktur sowie der weitere Ausbau des Supply-Chain-Management-Geschäfts im Vordergrund. In Mittel- und Osteuropa, beispielsweise in Polen, Bulgarien und Serbien, wurden diverse Liegenschaften erworben. Die übrigen Sachinvestitionen sollen im Wesentlichen dazu beitragen, die Betriebsbereitschaft zu erhalten, neue Vertriebskanäle zu erschließen und die Anarbeitungskapazitäten zu optimieren.
Corporate
Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich konzerninterner Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral geführt und verwertet werden. Darüber hinaus wurde hier der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet. Da die Aktivitäten dieses Bereichs mittlerweile veräußert sind, ist der Umsatz von Corporate nach 288 Mio € im Vorjahr auf 124 Mio € zurückgegangen.
Die Aufwendungen im Bereich Corporate betrugen 417 Mio €. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Verschlechterung um 212 Mio €. Während das Vorjahresergebnis durch Erträge aus Immobilienverkäufen in Höhe von 115 Mio € begünstigt war, fielen im Berichtsjahr Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und Gewährleistungen im Zusammenhang mit Unternehmenverkäufen an. Das Zinsergebnis verschlechterte sich im Wesentlichen als Folge eines erhöhten Mittelbedarfs.






