Engagement, Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Verantwortung für Gesellschaft, Umwelt und Klima zu übernehmen, gehört für ThyssenKrupp zu den selbstverständlichen Aufgaben eines erfolgreichen Wirtschaftsunternehmens. Wir fördern Kunst und Kultur, stärken das Verständnis für Technik in der Öffentlichkeit und bieten unseren Kunden innovative Produkte sowie unseren Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze. Durch unsere umweltfreundlichen Leistungen für den Weltmarkt engagieren wir uns für nachhaltigen Klimaschutz. Dies alles unterstützt auch das konkrete Geschäft unseres Konzerns.
Engagement in der Gesellschaft
ThyssenKrupp beteiligt sich an vielfältigen Projekten – sei es in Kultur, Bildung und Sport oder im sozialen, karitativen und humanitären Bereich. Dabei orientieren wir uns an Kriterien, die aus dem Wert- und Verantwortungsverständnis des Konzerns entstanden sind. Wir fördern humanitäre Projekte, unterstützen beispielsweise die Philharmonien in Essen und Duisburg und engagieren uns bei ausgewählten Sportwettbewerben wie dem jährlichen Rhein-Ruhr-Marathon.
Zukunftsthema Innovation
Neben einer umfangreichen Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und Hochschulen im In- und Ausland bestehen intensive Beziehungen zu sieben Schwerpunktuniversitäten in Deutschland. An mehreren Universitäten – darunter die Tongji-Universität in Shanghai – unterstützen wir einzelne Lehrstühle. Alle Kontakte und Kooperationen fördern den Austausch zwischen Lehre, Forschung und Praxis, was sowohl der Wissenschaft als auch den anwendungsorientierten Entwicklungsprojekten des Konzerns zugute kommt.
Für Forschung und Entwicklung hat ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr 841 Mio € ausgegeben. Mehr als 3.500 Wissenschaftler und Techniker haben in 85 Entwicklungszentren und -abteilungen an neuen oder verbesserten Produkten und Verfahren gearbeitet. Einzelheiten zu unseren Projekten und Erfolgen können Sie im Kapitel "Innovationen" nachlesen.
IdeenPark mit 280.000 Besuchern
Unsere Initiative "Zukunft Technik entdecken" hat auch 2007/2008 den Dialog über Technik quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Altersklassen gefördert. Zur Zielgruppe gehören vor allem junge Menschen als Ingenieure von morgen. Für sie war besonders der IdeenPark interessant, der als Technik-Erlebniswelt im Mai 2008 in Stuttgart stattfand. Bei kostenlosem Eintritt informierten sich mehr als 280.000 Menschen über faszinierende Technik, befragten Experten oder führten selbst kleine Projekte durch. Etwa 500 Ingenieure, Forscher und Studierende stellten ihre Ideen vor. Mit diesen Aktivitäten wollen wir die Technikakzeptanz bei jungen Menschen fördern, auf die unsere Gesellschaft, aber auch wir als Technologiekonzern angewiesen sind.
Mitarbeiter als Erfolgsträger
Talent, Kreativität und Engagement unserer Mitarbeiter und Führungskräfte prägen den unternehmerischen Erfolg von ThyssenKrupp. Deshalb bilden wir intensiv Jugendliche aus und werben um vielversprechende Nachwuchskräfte an Universitäten und Hochschulen. Außerdem bestehen zahlreiche Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten für unsere Fach- und Führungskräfte. Ausführliche Informationen zu unserer Belegschaft stehen im Kapitel "Mitarbeiter".
Am 30. September 2008 waren rund 57 % unserer Mitarbeiter außerhalb Deutschlands beschäftigt. Für einen weltweit tätigen Konzern wie ThyssenKrupp sind deshalb international ausgerichtete Weiterbildungsmaßnahmen und Kontakte unserer Mitarbeiter besonders wichtig. Diese Maßnahmen werden spezifisch nach Aufgaben und persönlichen Umständen gestaltet; sie finden deshalb in erster Linie in unseren operativ tätigen Segmenten statt.
Ein herausragendes Beispiel ist die weltweite Fortbildungsplattform "SEED Campus" im Segment Elevator. In Trainingszentren in Europa und Asien werden erfahrene und neu eingestellte Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet. Am Fast-Track- Programm des neugegründeten SEED Campus Asia Pacific nahmen ab Februar 2008 die ersten elf Teilnehmer aus verschiedenen Ländern Asiens teil. Die Einstiegsprogramme im SEED Campus Europe wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr von 44 Teilnehmern aus 21 Ländern genutzt, darunter Spanien, Italien, Deutschland, Kasachstan, Indien, China, Brasilien und die USA.
Auch das Segment Technologies fördert den internationalen Austausch stark. So wurde beispielsweise in Russland eine strategisch angelegte Kooperation mit der Technischen Staatlichen Universität von Nizhni Novgorod geschlossen. Darüber hinaus richtet sich ein internationales Traineeprogramm an Nachwuchskräfte aus acht Ländern und ermöglicht ihnen 80 unternehmensübergreifende Rotationen.
Konsequent wird dieser Ansatz im internationalen Development Center fortgesetzt, das für den Wechsel in die oberen Führungsebenen fit macht.
Ein wichtiges Ziel im beruflichen Entwicklungsprozess der Mitarbeiter von Stainless ist es, einen weltweiten Einblick in die Aktivitäten der Unternehmen des Segments zu erhalten. Durch nationale wie internationale Job-Rotation-Stationen wollen wir dazu die interkulturellen Kompetenzen stärken. Dies gilt schon für junge Nachwuchskräfte im Rahmen ihres Trainee-Programms – abgestimmt auf die jeweilige individuelle Entwicklungsstufe.
Auch das Segment Steel will seine Mitarbeiter frühzeitig für die zunehmende Internationalität der Aktivitäten sensibilisieren und bietet allen Potenzialträgern im Nachwuchsbereich interessante und attraktive Traineestationen in ausländischen Gesellschaften an.
Soziale Standards in den Arbeitsbeziehungen
ThyssenKrupp handelt weltweit sozial verantwortlich gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; die jeweiligen nationalen arbeitsrechtlichen Standards werden beachtet. Dabei bekennen wir uns zum Grundsatz der Chancengleichheit und zur Vielfalt der Menschen und Kulturen überall in der Welt. Eine präventive Gesundheitspolitik, die Sicherheit am Arbeitsplatz und gute Arbeitsbedingungen sind maßgebliche Bestandteile unserer Führungsverantwortung. In Rahmenkonzernbetriebsvereinbarungen sind diese Aspekte als Leitlinien verankert.
Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat mit dem Konzernbetriebsrat und dem Europäischen Betriebsrat eine weltweit geltende Vereinbarung geschlossen, in der die Diskriminierung von Belegschaftsangehörigen strikt abgelehnt wird. Die in diesem "Code of Conduct" allgemein kommunizierte Haltung ist mit ein Grund dafür, dass Toleranz und gegenseitiger Respekt die Zusammenarbeit der Belegschaftsangehörigen an unseren Standorten weltweit bestimmen.
Nachhaltiger Umweltschutz
Höhere Ressourcen- und Energieeffizienz
Die natürlichen Ressourcen zu schonen und Energie möglichst effizient zu nutzen, schützt die Umwelt und macht zugleich unseren Konzern wirtschaftlicher. Deshalb liegen Nachhaltigkeit und Klimaschutz im langfristigen Interesse von ThyssenKrupp. Auch im Berichtsjahr haben wir bei Luftreinhaltung, Gewässerschutz sowie Lärm- und Landschaftsschutz wieder erhebliche Fortschritte erzielt. Für den laufenden Betrieb der eigenen Umweltschutzeinrichtungen haben wir mit 511 Mio € fast genauso viel aufgewendet wie im Vorjahr. Die Umweltschutzinvestitionen beliefen sich auf 71 Mio € – ein Plus von 15 %. Der Zuwachs ging vor allem auf den neugebauten Hochofen 8 in Duisburg zurück, der mit modernster Umweltschutztechnik ausgerüstet ist.
| 2003/2004 | 2004/2005 | 2005/2006 | 2006/2007 | 2007/2008 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Luftreinhaltung | 124 | 141 | 141 | 183 | 182 | |||||
| Gewässerschutz | 177 | 165 | 168 | 204 | 201 | |||||
| Lärm- und Landschaftsschutz | 12 | 15 | 16 | 24 | 16 | |||||
| Recycling und Verwertung von Reststoffen | 64 | 81 | 87 | 109 | 112 | |||||
| Insgesamt | 377 | 402 | 412 | 520 | 511 |

Beim Bau des neuen Duisburger Hochofens hatte das Segment Steel im Laufe der Bauzeit rund 80 Mio €, also fast ein Drittel der Investitionssumme, für Umweltschutzeinrichtungen ausgegeben. Sämtliche Emissionen unterschreiten die Grenzwerte der jeweils gültigen Umweltrichtlinien deutlich. Die Staubemissionen liegen mehr als 20 % unter den bisher üblichen Werten. Weltweit erstmalig wurde eine Entstaubung der Waggonentladung für unsere Rohstoffe entwickelt und gebaut. Hier haben unsere Ingenieure für Umweltschutz-Anlagen den Stand der Technik fortgeschrieben. Messungen, die zusammen mit den zuständigen Behörden durchgeführt worden waren, belegten, dass der neue Hochofen praktisch keinen Staub mehr unkontrolliert an die Umgebung abgibt. Die Lärmemissionen konnten ebenfalls drastisch verringert werden.
Das neue Stahl- und Verarbeitungswerk von Steel und Stainless in Alabama wird über eine hochmoderne Säureregenerationsanlage verfügen, die viel weniger Nitrat als bisher üblich ins Abwasser gelangen lässt. Die Anlage bereitet die Säuren aus den Arbeitsprozessen der Glüh- und Beizlinien äußerst wirkungsvoll auf. Es handelt sich sowohl ökonomisch als auch ökologisch um die beste derzeit verfügbare Technologie.
In Brasilien haben wir beim Bau des neuen Hüttenwerks drei Projekte unter dem so genannten "UN Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung" gestartet. Sie werden die Wärme in der Kokerei zurückgewinnen, das Konvertergas nutzen und in einem hocheffizienten Gas-und-Dampf-Kraftwerk Strom aus Hochofengas und der Wärme aus der Kokerei erzeugen. Mit seiner effizienten Gas- und Dampfturbinentechnik im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess kombiniert das Kraftwerk die Prinzipien eines Gasturbinen- mit denen eines Dampfkraftwerks und erreicht damit einen sehr hohen Wirkungsgrad. Es wird das erste Kraftwerk seiner Art in ganz Amerika sein.
Die Projekte durchlaufen zurzeit das vorgeschriebene Verfahren zur UN-Anerkennung und werden voraussichtlich Emissionen im Volumen von 4,7 Mio t CO2 während der zehnjährigen Laufzeit vermeiden. Für diese Minderungen können handelbare Emissionsgutschriften ausgestellt werden.
Unser Segment Steel nutzte die neue Ofentechnik "Direct Flame Impingement (DFI)-Oxyfuel", bei der der Stahl mit einer Sauerstoff-Brenngas-Flamme erhitzt wird, erstmals in einer Feuerbeschichtungsanlage sowie einer Bandverzinkungs- und Aluminierungsanlage. Dort brachte das Verfahren von Anfang an hervorragende Ergebnisse: Es steigerte Leistungen, Produktqualität sowie Energieeffizienz und minderte die direkten CO2-Emissionen um 5 %.
Im Kaltbandwerk Krefeld hat das Segment Stainless eine neue Abluftreinigungsanlage in Betrieb genommen, die Stickoxidemissionen reduziert. Außerdem haben wir mit dem Bau einer Säureregenerationsanlage begonnen, um die in der Produktion verwendeten Säuren zurückzugewinnen und die Abwasser weniger mit Schadstoffen zu belasten.
Für geringere Emissionen beim Eisenguss nutzt ThyssenKrupp Waupaca seit 2007 ein neues Ofensystem mit Wärmerückgewinnung zum Schmelzen des Eisens. Es hat insgesamt zu einem Rückgang der Betriebskosten der Gießerei geführt. In der US-Gussindustrie gilt Waupaca mit diesem neuen System als Technologieführer bei der Reinigung von Abgasströmen und der Wärmerückgewinnung.
In Dortmund wird gegenwärtig die 37 Hektar große Oberfläche einer ehemaligen Deponie qualifiziert abgedichtet und anschließend rekultiviert. Die Bauarbeiten begannen bereits 2006 und werden voraussichtlich Mitte 2010 abgeschlossen sein. Wir werden dafür 11 Mio € investieren.
Attraktive Lösungen und Innovationen für den Umweltschutz
Unser Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit spiegelt sich auch wesentlich in Produkten und Verfahren wider, die es unseren Kunden ermöglichen, bei ihren Aktivitäten schonend mit der Umwelt umzugehen. Insbesondere Stahl und Hochleistungslegierungen leisten einen wesentlichen Beitrag zur kosteneffizienten Klimavorsorge, indem sie diese in vielen Bereichen erst ermöglichen.
- Deutliche Effizienzsteigerung und CO2-Minderung sind die Herausforderungen für die Kohlekraftwerke der Zukunft. Ein Weg dahin sind extrem hohe Dampftemperaturen, die einen höheren Wirkungsgrad bieten, aber für Kessel und Turbine auch neue Werkstoffe erfordern. Das Segment Stainless hat deshalb gemeinsam mit Kraftwerksbetreibern und Herstellern von Kraftwerkskesseln eine Legierungsvariante entwickelt, die bereits heute ihre Eignung für ein 700-Grad-Kraftwerk in einer Pilotanlage bewiesen hat.
- Ein Forschungsprojekt von ThyssenKrupp, RWE Power und Fraunhofer-Gesellschaft will die Entwicklungszeit neuer Werkstoffe weiter verkürzen. Dabei werden hochwertige Werkstoffe in Laborexperimenten so erforscht, dass sich das Verhalten belasteter Bauteile durch Simulationsrechnungen voraussagen lässt. Der Vorteil: Die Forscher können mögliche Schwachstellen bereits im Vorfeld aufdecken und alternative Lösungen erarbeiten; so lassen sich umweltschonendere Kraftwerke beispielsweise auch schneller bauen.
- Im Flugzeugbau verringern unsere Titanlegierungen als innovative Hochleistungswerkstoffe Gewicht und Treibstoffkosten.
- Durch unsere innovativen Gieß- und Walztechnologien erzeugen wir hochwertiges Elektroband, das Energieverluste z.B. in Transformatoren und Generatoren um bis zu 19 % verringert.
- Mit Nickel W14 steht ein neuer Werkstoff für Hochtemperatur-Supraleiter in Generatoren von Windkraftanlagen zur Verfügung. Solche Supraleiter erschließen für Windkraftanlagen den Leistungsbereich von 10 MW bis 12 MW und machen damit Strom aus Windkraft wirtschaftlicher.
- In Korea ging die weltweit erste großtechnische Anlage zur Produktion von Propylenoxid nach dem innovativen HPPO-Verfahren in Betrieb. Die Anlage hat eine Kapazität von 100.000 t jährlich. Propylenoxid dient als Ausgangsstoff beispielsweise für Kühlflüssigkeiten und Desinfektionsmittel. Das neue Verfahren – entwickelt und lizenziert von Evonik Industries und unserem Konzernunternehmen Uhde – ist äußerst umweltfreundlich: Es bietet eine hohe Ausbeute, und außer Wasser entstehen keine Nebenprodukte. Herkömmliche Produktionswege belasten dagegen das Abwasser stark. Angesichts der sich ständig verschärfenden Umweltauflagen gehört diesem innovativen und koppelproduktfreien Verfahren die Zukunft.
- Der Anlagenbauer Uhde aus dem Segment Technologies baut drei Anlagen zur Diesel- und Benzinentschwefelung, mit denen die Produktion auf schwefelarme Kraftstoffarten umgestellt wird. Damit konnte der Engineering-Spezialist in den letzten sieben Jahren Anlagen dieser Art mit einer Gesamtkapazität von mehr als 33 Mio Tonnen planen und realisieren.
Klimaschutz als eine Unternehmensaufgabe
Klimaschutz ist eine wichtige Herausforderung auch für ThyssenKrupp. Wir stellen uns ihr, indem wir in der eigenen Produktion auf umweltschonende Verfahren achten und gleichzeitig Werkstoffe, Komponenten und Anlagen produzieren, die klimaschädliche Gase vermeiden oder unschädlich machen.
ULCOS: Forschungen zur CO2-Minimierung
Weil bei der Roheisenproduktion im Hochofen unter anderem große Mengen Koks als Reduktionsmittel eingesetzt werden müssen, entstehen derzeit bei der Produktion von einer Tonne Stahl 1,5 t CO2. Da wir beim Reduktionsmitteleinsatz die theoretische Untergrenze von 414 kg Kohlenstoff pro Tonne Roheisen fast erreicht haben, ist auch der Spielraum zur Verringerung von CO2-Emissionen weitestgehend ausgeschöpft.
Deshalb sucht unser Segment Steel als Kernmitglied gemeinsam mit 47 weiteren europäischen Unternehmen und Institutionen aus 15 europäischen Ländern im Forschungsprojekt ULCOS (Ultra Low CO2 Steelmaking) nach neuen Technologien zur Stahlerzeugung, bei denen nur halb soviel CO2 wie bisher entsteht. Das Programm wird von den beteiligten Unternehmen und der Europäischen Union finanziert. In einer ersten Projektphase hat das Konsortium vier hierzu geeignete Konzepte identifiziert. In einem zweiten Schritt sollen jetzt Demonstrationsanlagen entstehen, so dass geprüft werden kann, inwieweit sich die Technologien für den großindustriellen Einsatz weiterentwickeln lassen. Dies alles erfordert Zeit: Bis zur tatsächlichen Umsetzung der Technik im industriellen Maßstab könnten noch 15 bis 20 Jahre vergehen.
Umstellung auf Gasantrieb
Als eine Antwort auf die schrumpfenden Erdölreserven und die hohe CO2-Belastung der Umwelt haben wir außerdem erste Versuche mit bivalenten Antriebssystemen für unsere Wagenflotten gestartet. Der Motor der entsprechenden Fahrzeuge kann durch einfaches Umschalten wahlweise mit Benzin oder mit Erdgas betrieben werden.
Lachgas als Klimakiller
Elf von unserem Segment Technologies entwickelte EnviNOX®-Anlagen sind gegenwärtig in Bau oder Betrieb, um klimaschädliches Lachgas in Stickstoff, Sauerstoff und Wasser umzuwandeln. Sie werden künftig jährliche Treibhausgas-Emissionen verhindern, deren Wirkung vergleichbar mit 8,5 Mio t CO2 ist. Lachgas entsteht beispielsweise bei der Herstellung von Salpetersäure – rund 7 kg Lachgas je Tonne Salpetersäure, die bisher mit dem Abgas in die Atmosphäre gingen. Wenn bereits alle der mehr als 300 weltweit installierten Salpetersäureanlagen mit dem EnviNOX®-System ausgerüstet wären, würden jedes Jahr Treibhausgase vermieden, die 120 Mio t CO2 entsprächen.
Die Konzentration von Lachgas in der Atmosphäre ist zwar bisher beinahe tausendfach geringer als die von Kohlendioxid. Seine Treibhauswirkung ist aber etwa 300-mal so stark. Stetig steigt es in die Atmosphäre auf und reichert sich dort an – vor allem als Abbauprodukt von Stickstoffdünger, durch die Verbrennung von Biomasse und eben als Emission der Salpetersäureproduktion. Erschwerend kommt hinzu, dass Lachgas dort durch die Sonnenstrahlen in Moleküle gespalten wird, die die Ozonschicht angreifen. Umso wichtiger ist deshalb der Umweltschutz durch unser EnviNOX®-Verfahren.
Weitere Einzelheiten zu Produkten und Verfahren, mit denen wir Umwelt und Klima schützen, können Sie im Innovationskapitel lesen.






