Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
Das Wachstum der Weltwirtschaft wird sich leicht abgeschwächt fortsetzen. Trotz zunehmender konjunktureller Risiken erwarten wir für ThyssenKrupp eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung. Im Geschäftsjahr 2007/2008 wollen wir einen Umsatz von rund 53 Mrd € erreichen. Beim Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – liegt unsere Zielmarke bei über 3 Mrd €.
Besondere Ereignisse nach Bilanzstichtag
Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.
Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Geschäftsjahren
ThyssenKrupp wird auf die drei Tätigkeitsfelder Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen fokussiert bleiben. Hier sehen wir weltweit unsere Stärken durch wettbewerbsfähige Produkte, hohes Fertigungs-Know-how, hervorragende Mitarbeiter und exzellente Kontakte zu unseren Kunden. Der Anteil der Dienstleistungen am Umsatz wird in allen Segmenten zunehmen, weil die Kunden immer häufiger über die eigentlichen Produkte hinaus Beratungsleistungen und Service vor Ort wünschen. Auch die Internationalität der Geschäfte wird entsprechend dem langjährigen Trend weiter steigen. ThyssenKrupp ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit einer starken Position im europäischen Heimatmarkt.
Globales Wachstum setzt sich fort
Das globale Wachstum zeigt sich weiterhin robust. Allerdings erwarten wir nach 5,2 % im Jahr 2007 für 2008 ein Wachstum des Welt-Bruttoinlandsprodukts von etwas unter 5 %. Auch danach dürfte sich das weltwirtschaftliche Wachstum fortsetzen, auch wenn die Zuwachsraten geringer ausfallen. Die Risiken für das globale Wachstum haben sich durch die von der US-Immobilienkrise ausgelösten Unsicherheiten, die weltweit gestiegenen Notenbankzinsen und auf Grund der Rohstoffpreisentwicklung erhöht.
Im Euroraum dürfte sich der konjunkturelle Aufschwung 2008 leicht verlangsamt fortsetzen. Vor allem die bisher sehr rege Investitionstätigkeit wird sich abkühlen. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für Deutschland ab. Zudem erwarten wir etwas geringere Wachstumsimpulse von den Exporten. Positiv dürfte dagegen die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wirken, die zu einer Belebung des privaten Verbrauchs insbesondere in Deutschland beitragen sollte.
In den USA wird die schwierige Lage am Wohnimmobilienmarkt den privaten Verbrauch belasten. Insbesondere eine verbesserte Situation bei den Exporten dürfte 2008 allerdings zu einer moderaten Wachstumsbeschleunigung führen. In Japan ist 2008 wie 2007 mit einem moderaten Wachstum zu rechnen.
Wachstumszentren bleiben auch 2008 die sich entwickelnden Länder in Asien sowie in Mittel- und Osteuropa. In China setzt sich der dynamische Wachstumsprozess fort. Kräftige Investitionen, ein steigender Konsum sowie hohe Exporte sorgen für ein zweistelliges Wirtschaftswachstum. Auch die indische Wirtschaft wird 2008 auf Grund der guten Binnennachfrage ein unvermindert hohes Wachstum aufweisen. In den meisten Ländern Mittel- und Osteuropas wird das Wachstumstempo 2008 ebenfalls kaum nachlassen. Russland profitiert vom anhaltenden Rohstoffboom.
Erfreuliche Perspektiven in wichtigen Absatzmärkten
In den für ThyssenKrupp wichtigen Kundenmärkten erwarten wir eine überwiegend positive Entwicklung.
Die Perspektiven für den Weltstahlmarkt beurteilen wir weiterhin günstig. Insbesondere die Nachfrage aus China, Indien und der GUS wird auch in den nächsten Jahren überdurchschnittlich zunehmen. Doch auch in den übrigen Regionen dürfte es Zuwächse geben. Die globale Walzstahlmarktversorgung wird 2008 voraussichtlich um knapp 7 % steigen; dies entspricht einem Anstieg der Rohstahlproduktion auf gut 1,4 Mrd t. Der Rohstoff- und Energiebedarf wird ebenfalls weiter wachsen und die Kosten der Stahlerzeugung beeinflussen. Die europäische Stahlindustrie erwartet für das Jahr 2008 eine Stabilisierung der Stahlkonjunktur auf hohem Niveau. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2007/2008 ist wegen der im Markt bestehenden Lagerüberhänge mit einer ruhigeren Nachfrage zu rechnen, die entsprechende Auswirkungen auf die Produktion haben wird. Einen Unsicherheitsfaktor stellt die künftige Entwicklung der Drittlandsimporte der EU dar. Sollten die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Exportkontrolle greifen, könnte hier eine gewisse Entspannung eintreten.
Im Markt für Edelstahl Rostfrei sind zu Beginn des Geschäftsjahres 2007/2008 die Lagerbestände bei Händlern und Service-Centern noch immer leicht überhöht, zeigen aber abnehmende Tendenz. Wir erwarten deshalb, dass die Buchungstätigkeit auch aus dem Handel und seitens der Service-Center im Verlauf des ersten Geschäftsjahresquartals wieder zunehmen wird. Die Auftragsbestände bei den Produzenten sind derzeit jedoch noch auf so niedrigem Niveau, dass auch in diesem Quartal noch mit Kapazitätseinschränkungen zu rechnen ist. Unter der Voraussetzung einer geringeren Volatilität bei den Rohstoff- und insbesondere den Nickelpreisen werden Auftragseingänge und Lieferungen im Verlauf des Geschäftsjahres zunehmend zur Normalität zurückkehren.
Die globale Automobilkonjunktur ist weiter aufwärts gerichtet. Weltweit erwarten wir für 2008 einen Produktionsanstieg um 3 % auf 74,7 Mio Fahrzeuge. Die Zuwächse konzentrieren sich überwiegend auf China und Indien sowie auf die Länder Mittel- und Osteuropas. Im Nafta-Raum wird nach dem Rückgang der Automobilproduktion 2007 wieder mit einer leichten Zunahme gerechnet. Die westeuropäischen Automobilhersteller werden 2008 nicht ganz die Stückzahlen des Vorjahres erreichen. Die deutsche Fahrzeugproduktion dürfte leicht unter die Marke von 6 Mio Personen- und Nutzfahrzeuge fallen.
Im Maschinenbau zeichnen sich für 2008 regionale Abkühlungstendenzen ab. Während in China eine ungebrochene Investitionsdynamik weiterhin für hohe Zuwächse sorgt, führt die Abschwächung der Investitionstätigkeit in den Industrieländern zu einem deutlich geringeren Expansionstempo. In Westeuropa dürften sich die Wachstumsraten daher mehr als halbieren. Für Deutschland ist 2008 mit einem Zuwachs der Maschinenbauproduktion von 6 % zu rechnen. Auf Grund der guten Auftragslage wird sich die positive Entwicklung im Großanlagenbau fortsetzen.
Im Bausektor sind weiterhin die größten Steigerungen in den Ländern Asiens sowie in Mittel- und Osteuropa zu erwarten. In den USA wirkt die Schwäche des Immobiliensektors nach; daher wird für 2008 wiederum ein geringer Rückgang der Bauproduktion prognostiziert. Für die deutsche Bauwirtschaft rechnen wir nur mit einer leichten Zunahme, da die positiven Wachstumsimpulse aus dem Wirtschaftsbau nachlassen.
Chancenbericht: Strategie des Wachstums
Dank der international orientierten strategischen Positionierung sehen wir für ThyssenKrupp gute Chancen, in den kommenden Jahren in eine neue Größenordnung hineinzuwachsen. Neben einer Umsatzsteigerung bedeutet dies vor allem ein qualitatives Wachstum, das nachhaltige Ertragsstärke und hohe Produktivität mit der Stabilisierung unseres technologischen Vorsprungs auf vielen unserer Produktfelder verbindet. Durch einen Ausbau des technischen Know-hows bei Produkten und Verfahren können wir das Unternehmensprofil speziell in Märkten mit hohen Anforderungen der Abnehmer konsequent weiter schärfen. Dies gilt für alle Produktfelder, auf denen unsere fünf Segmente zur Leistungsspitze zählen – ob es sich um Chancen im innovativen Marineschiffbau, bei neuartigen Werkstoffen oder weltweiten Industriedienstleistungen handelt.
Chancenmanagementsystem auf allen Ebenen
Auf allen Stufen des Konzerns sind wir aktiv dabei, die Chancen des Unternehmens auszuloten und zu nutzen. Entsprechend der auf die Kunden ausgerichteten Organisation von ThyssenKrupp werden die identifizierten Chancen in erster Linie von unseren am Markt tätigen Segmenten direkt wahrgenommen. Die Konzern-Holding stellt dafür den strategischen Rahmen zur Verfügung und sichert die Finanzierung und die Liquidität der Segmente. Die Einzelplanungen münden in das strategische chancenorientierte Gesamtkonzept des Konzerns, das den künftigen Entwicklungsweg von ThyssenKrupp beschreibt. Näheres zu Chancen, strategischen Zielen und Entwicklungslinien lesen Sie auch in unserem Strategiekapitel.
Zum Chancenmanagement zählen die vielfältigen Maßnahmen, durch konsequente eigene Anstrengungen die Leistung im gesamten Konzern zu steigern. Unser kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der seit sechs Jahren als ThyssenKrupp best-Programm konzernweit institutionalisiert ist, wird künftig weiterhin zur Leistungssteigerung beitragen und den Wert unseres Unternehmens nachhaltig erhöhen. Über Einzelheiten informiert Sie das Kapitel Unternehmssteuerung - Ziele und Strategie.
Chancen in den Segmenten
Steel sieht seine Chancen vor allem im hochprofitablen Marktsegment des Qualitätsflachstahls im High-End-Bereich. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistung und umfassender Service bieten auch künftig neue Möglichkeiten, in enger Zusammenarbeit mit den Kunden profitabel und produktiv zu arbeiten. Der mit rund 60 % sehr hohe Anteil von Langfristverträgen am Umsatzvolumen macht deutlich, wie eng die Kundenbindung ist. Dies macht die Erlöse des Segments über die zyklischen Schwankungen des Stahlmarkts hinweg – verglichen mit dem allgemeinen Marktpreisniveau – wesentlich stabiler.
Vor allem die in Bau befindlichen bzw. geplanten Werke in Brasilien und den USA werden neue transatlantische Chancen eröffnen. Die Kapazität des integrierten Hüttenwerks, das wir zurzeit an der Bucht von Sepetiba im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro errichten, ist für die Erzeugung von 5 Mio t Brammen ausgelegt. Das Areal bietet darüber hinaus Reserven für weitere Ausbauschritte. Von der brasilianischen Produktion sind 3 Mio t für das neue Werk in Mount Vernon im US-Bundesstaat Alabama bestimmt.
An diesem Standort errichten die Segmente Steel und Stainless gemeinsam einen Werkskomplex mit Schmelz-, Walz- und Veredelungskapazitäten. Als Kernstück des Werks ist der Bau einer gemeinsam genutzten Warmbreitbandstraße geplant. Dieses neue Werk wird uns den US-Markt für Stahl- und Edelstahlerzeugnisse weiter öffnen.
Mit seiner breiten Palette anspruchsvoller Werkstoffe von rostfreiem Stahl über Nickellegierungen bis zu Titan will das Segment Stainless seine Chancen als wettbewerbsfähiger Werkstoffspezialist auf dem Weltmarkt nutzen. Dazu gehört der Ausbau der Dienstleistungen, beispielsweise durch die unterschiedlichsten Formen der Anarbeitung. Seine kundennahe Präsenz wird Stainless weiter stärken, indem es das weltweite Vertriebs- und Service-Center-Netz effektiv optimiert. Strategische Chancen werden auch durch die intensivierte Erschließung des attraktiven Nafta-Marktes erwartet.
Im Rohstoffabbau sowie in der Technik zur Veredelung von Rohstoffen bieten sich dem Segment Technologies beachtliche Wachstumschancen, da die Prognosen für die nächsten Jahre eine hohe Nachfrage vorhersagen. Ölsandgewinnung, innovative Raffinerietechniken, Kohlevergasung sowie CO2-freie Kraftwerke – das Segment verfügt hierfür über anspruchsvolle Lösungen. Dazu gehören ebenfalls unsere Großwälzlager, die in der Windkrafttechnologie eingesetzt werden. Wachstumspotenziale bestehen auch im asiatischen Raum. Der rasante Ausbau der Infrastruktur sowie der Wunsch nach wachsender Mobilität bieten interessante Perspektiven für unsere Geschäftsbereiche.
Auf den nachhaltigen Ausbau seiner gegenwärtigen Weltmarktposition setzt das Segment Elevator. Ein immer dichteres Netz kundennaher Niederlassungen soll das bisherige Geschäft sichern. Wachstumschancen dürften beispielsweise in Asien liegen, wo Elevator angesichts der dortigen Wirtschaftsdynamik mit vielen neuen Aufträgen rechnet. Gute Aussichten bietet auch die globale Servicestrategie, die weltweit für einheitlich hohe Standards in der Wartung von Aufzügen und Fahrtreppen sorgt.
Für Services liegen die Chancen zum einen im weiteren internationalen Wachstum, insbesondere in Osteuropa, Nordamerika und Asien, zum anderen im verstärkten Ausbau und in der Vernetzung seiner Service-Palette. Das Segment konzentriert sich dabei konsequent auf Werkstoff- und Industriedienstleistungen sowie die Rohstoffversorgung für produzierende und verarbeitende Unternehmen. Über die reine Materiallieferung hinaus reicht das Spektrum von der Anarbeitung über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zu komplexen globalen Supply-Chain-Management-Lösungen, zum Beispiel für die Luftfahrtindustrie. Ergänzt wird das Angebot um verschiedene produktionsunterstützende Dienstleistungen und innovative technische Systemlösungen. Das Segment profitiert verstärkt vom Trend vieler Kunden, anspruchsvolle Aufgaben an externe, international erfahrene Dienstleister zu vergeben.
Aussichtsreiche Internationalisierung
Alle unsere Segmente werden ihre Aktivitäten künftig noch stärker international ausrichten. Als Technologiekonzern wollen wir an der Entwicklung der aufstrebenden Staaten in Südamerika, Asien und Europa mitwirken und sie beim Aufbau der Infrastruktur unterstützen. Energie, Umwelt, Mobilität – wir sehen hier große Chancen, mit leistungsfähigen Werkstoffen, innovativen Komponenten und kompletten Systemlösungen unseren Beitrag zur Entwicklung dieser Regionen zu leisten.
Klimaschutz als Marktchance
Wegen der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes bereitet der Konzern eine "Energy, Climate, Innovation"-Initiative vor, um im Dienste der Umwelt Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns auszuschöpfen, die eigenen Emissionen zu verringern und neue marktfähige Produkte zur Minderung von Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Beim künftigen Schlüsselthema Klimaschutz sehen wir uns mit unseren Produkten gut positioniert.
Steuerliche Chancen
Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 beeinflusst ab 2007/2008 positiv die Besteuerung der ThyssenKrupp AG. Die vorgesehene Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes führt in Verbindung mit den sonstigen Maßnahmen zu einer Reduzierung der nominellen Steuerbelastung im körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organkreis der ThyssenKrupp AG von bislang 39,4 % auf etwa 31 % des dort erzielten inländischen Gewinns. Die neu eingeführte Beschränkung des Zinsabzugs wird wegen der von uns erwarteten guten Ertragslage im Inland voraussichtlich nicht zur Anwendung kommen. In anderen europäischen Staaten, in denen der Konzern auch erfreuliche Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, sind ebenfalls Steuersatzsenkungen beschlossen (z.B. Spanien und Niederlande) bzw. werden erörtert (z.B. Italien). Insgesamt wird sich so die Konzernsteuerquote mit Wirkung ab 2007/2008 deutlich absenken.
Erwartete Ertragslage anhaltend positiv
Falls sich die Konjunktur wie erwartet entwickelt, gehen wir für 2007/2008 und 2008/2009 von einer insgesamt positiven Geschäftsentwicklung aus. Risiken können sich aus der Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere der Euro-/US-Dollar-Parität, sowie der Energie- und Rohstoffkosten ergeben.
Umsatz: Nach derzeitigem Stand planen wir für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von insgesamt rund 53 Mrd €. Die Planungen für die einzelnen Segmente sehen wie folgt aus:
- Steel – eine Umsatzsteigerung, die aus dem Anstieg der Versandmenge bei höherem Preisniveau resultiert, das auch steigende Preise für Energie und Einsatzstoffe beinhaltet.
- Stainless – ein leichter Umsatzrückgang, der vor allem auf einen erwarteten Erlösrückgang zurückzuführen ist. Geplante mengen- und strukturbedingte Verbesserungen können diesen nicht vollständig kompensieren.
- Technologies – eine Umsatzsteigerung in allen Business Units. Eine wesentliche Grundlage dafür ist die vorgesehene Abarbeitung der hohen Auftragsbestände im Projektgeschäft.
- Elevator – eine Steigerung des Umsatzes. Zu dieser Entwicklung, die durch den hohen Auftragsbestand hinreichend abgesichert ist, werden alle Business Units beitragen.
- Services – ein Umsatz auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Das erwartete niedrigere Preisniveau im Edelstahl- und NE-Metall-Bereich wird durch eine Ausweitung des Geschäftsvolumens aller Business Units kompensiert.
Für 2008/2009 erwarten wir eine weiterhin positive Umsatzentwicklung, sofern nicht unvorhergesehene konjunkturelle Einbrüche unsere Geschäfte beeinträchtigen.
Mittelfristig soll der Umsatz auf 60 Mrd € steigen. Längerfristig, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nordamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, liegt unser Umsatzziel in der Größenordnung von 65 Mrd €.
Ergebnis und Dividende: Für 2007/2008 planen wir ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von über 3 Mrd €.
Für 2008/2009 erwarten wir, dass sich die positive Umsatzentwicklung auch im Ergebnis niederschlägt.
Mittelfristig wollen wir ein Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – von nachhaltig 4 Mrd € erreichen. Auf längere Sicht, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nordamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, erwarten wir 4,5 bis 5,0 Mrd €.
Im Rahmen der von uns verfolgten Dividendenkontinuität werden wir weiterhin eine angemessene Dividende ausschütten.
Mitarbeiter: Nach jetziger Planung werden wir zum 30. September 2008 mehr als 196.000 Mitarbeiter beschäftigen; dies bedeutet eine Zunahme um 3 %. Im darauf folgenden Geschäftsjahr soll die Zahl der Arbeitsplätze um weitere 2 % steigen. Das Beschäftigungswachstum dürfte allerdings fast ausschließlich im Ausland erfolgen, da unser Konzern im Zuge der Internationalisierung immer mehr Fertigungen und Service-Stützpunkte in der Nähe zu seinen Kunden aufbaut.
Unser Ausbildungsangebot für Jugendliche wird auf dem gewohnt hohen Stand bleiben; wir wollen auch in den kommenden Jahren über unseren eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um möglichst vielen Jugendlichen die Chance zu einem Start ins Berufsleben zu geben. Insgesamt wird der Personalaufwand des Konzerns 2007/2008 erneut über 9 Mrd € liegen; im darauf folgenden Geschäftsjahr könnte er weiter steigen.
Forschung und Entwicklung: Im angelaufenen Geschäftsjahr werden wir wiederum mehr als 800 Mio € ausgeben, um neue Produkte und Prozesse zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Für das darauf folgende Geschäftsjahr ist von einer weiteren Erhöhung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auszugehen. Dies zeigt die hohe Bedeutung von Innovationen für unser Unternehmen. Um das konzernweite Know-how möglichst effektiv zu nutzen, werden wir auch 2007/2008 segmentübergreifende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Form zahlreicher Projekte gezielt fördern. Ein Beispiel dafür ist InCar als Entwicklungsprojekt von Steel und Technologies zur Realisierung eines integrativen Technologieträgers.
Um unsere Innovationskompetenz weiter zu stärken und die vorhandenen Potenziale auszu-schöpfen, wollen wir 2007/2008 ein neues konzernweites Innovationsprogramm starten. Dabei werden wir durch Wissens- und Erfahrungstransfer im Konzern noch systematischer Synergien nutzen. Dieser umfassende Ansatz soll die Effektivität und die Effizienz unserer Forschung und Entwicklung steigern und so dazu beitragen, die Talente und das Wissen unserer Mitarbeiter noch schneller in Innovationen zu verwandeln. Für diese Aufgaben sind hochqualifizierte Mitarbeiter besonders wichtig. Wir werden deshalb auch 2007/2008 zahlreiche neue Mitarbeiter – insbesondere mit ingenieurwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Ausbildung – für unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilungen einstellen.
Beschaffung: Der Materialaufwand wird 2007/2008 und 2008/2009 wieder mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Hierzu tragen auch die nach wie vor hohen Rohstoffpreise bei. Außerdem hat sich der Anteil der zugekauften Güter und Dienstleistungen erhöht, weil wir nicht nur einfache Komponenten, sondern zunehmend auch komplexere Produkte und Dienstleistungen von leistungsfähigen externen Lieferanten beziehen. Versorgungsengpässe sind angesichts unserer langfristigen und internationalen Lieferantenbeziehungen nicht zu erwarten. Dies betrifft Rohstoffe ebenso wie Komponenten, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Dienstleistungen. Unterstützt durch unser strategisches Lieferantenmanagement werden wir die besten Lieferanten identifizieren und auswählen, um mit diesen langfristige Partnerschaften einzugehen.
Energie: Wir gehen davon aus, dass 2007/2008 das derzeitige Öl- und Erdgaspreisniveau weiter steigen könnte. Auch die Strombeschaffungskosten dürften zulegen. In den weiteren Jahren könnte dann Strom noch teurer werden, weil die gestiegenen Kosten für Kohle, Öl, Gas und Emissionsrechte spürbar werden. Entsprechend werden sich die Beschaffungskosten für energieintensive Produkte, z.B. Technische Gase für unsere Stahlwerke, erhöhen. Um der Verteuerung von Erdgas zu begegnen, werden wir versuchen, weiterhin langfristige Erdgasverträge abzuschließen und den Marktzugang auszubauen. Zusätzliche Kosten entstehen auch, weil in der zweiten Handelsperiode des europäischen Emissionshandels (2008-2012) die uns erteilten Emissionsrechte nicht ausreichen dürften.
Umweltschutz: Für den laufenden Umweltschutz werden wir nach jetzigen Planungen in den Geschäftsjahren 2007/2008 und 2008/2009 jeweils über 500 Mio € ausgeben. Der größte Anteil entfällt auf die Luft- und Wasserreinhaltung. Für die neuen Werksprojekte in Brasilien und den USA haben wir erhebliche Investitionen für Umweltschutzanlagen geplant, um die Umwelt dauerhaft zu entlasten. Alle Segmente werden noch stärker als bisher Reststoffe verwerten; dies senkt die Rohstoffkosten und schont die natürlichen Ressourcen. Einen Schwerpunkt bildet die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen: Dazu wollen wir überall in unseren Betrieben die Umstellung auf solche Produktionsprozesse und Anlagen weiter vorantreiben, die möglichst wenig Energie verbrauchen.
Erwartete Finanz- und Liquiditätslage
Mit rund 10,3 Mrd € liegt das vom Aufsichtsrat bewilligte Investitionsvolumen auf Grund der Investitionen in Brasilien und den USA wesentlich über dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre. Für 2007/2008 planen wir Sach- und Finanzinvestitionen von 4,9 Mrd €, die um 3,4 Mrd € höher liegen als die planmäßigen Abschreibungen. Zur Finanzierung dieser Investitionen verfügt ThyssenKrupp über ausreichend Mittel. Auch für das darauf folgende Geschäftsjahr steht die Finanzierung unseres anspruchsvollen Investitionsprogramms auf einer gesicherten Basis.