Geschäftsverlauf in den Segmenten
In unseren fünf Segmenten Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services konzentrieren wir uns neben der Herstellung von Produkten zunehmend auf Systemlösungen und innovative Dienstleistungen. Alle Segmente haben die gute Weltkonjunktur für weiteres Wachstum genutzt.
Steel
| 2005/2006 | 2006/2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 12.343 | 12.718 | ||
| Umsatz | Mio € | 12.087 | 13.209 | ||
| Steelmaking | Mio € | 1.004 | 1.403 | ||
| Industry | Mio € | 5.846 | 6.390 | ||
| Auto | Mio € | 4.375 | 4.800 | ||
| Processing | Mio € | 2.433 | 2.695 | ||
| Konsolidierung | Mio € | -1.571 | -2.079 | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 1.406 | 1.662 | ||
| Mitarbeiter (30.09.) | 38.840 | 39.559 |
Weiterhin erfolgreich auf Wachstumskurs
Das Segment Steel konzentriert sich auf das hochattraktive Marktsegment des Qualitätsflachstahls im High-End-Bereich. Intelligente Werkstofflösungen, produktspezifische Anarbeitung, Dienstleistungen und umfassender Service prägen das Leistungsprofil.
Steel blieb im Geschäftsjahr 2006/2007 auf Wachstumskurs und hat sich weiterhin sehr erfolgreich entwickelt. Die Nachfrage nach hochwertigem Qualitätsflachstahl war außerordentlich stark; teilweise konnten wir sie aus Kapazitätsgründen nicht in vollem Umfang bedienen. Der Auftragseingang stieg erlösbedingt um 3 % auf 12,7 Mrd €. Die gebuchten Mengen gaben im Schlussquartal aus saisonalen und lagerzyklischen Gründen nach. Insgesamt ging die georderte Menge um 6 % zurück.
Die Rohstahlproduktion übertraf mit 14,5 Mio t die Vorjahresmenge um 4 %. Der auf die Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann entfallende Anteil stieg um 20 %; dieser starke Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr war im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es damals störungsbedingte Produktionsausfälle gab. In den eigenen Stahlwerken gelang es, die Erzeugung trotz einer Großreparatur am Hochofen Schwelgern 1 durch eine Vielzahl von Optimierungsmaßnahmen leicht auszuweiten. Um eine maximale Nutzung der Warmbandkapazitäten sicherzustellen, wurden weiterhin Brammen zugekauft. Die Walzstahlerzeugung für Kunden konnte um 4 % auf 15,8 Mio t gesteigert werden. Alle wesentlichen Produktionsanlagen waren voll ausgelastet.
Der Umsatz des Segments Steel nahm um 9 % auf 13,2 Mrd € nochmals deutlich zu. Dies war im Wesentlichen auf die am Markt durchgesetzten Preiserhöhungen im Quartals- und Kontraktgeschäft sowie auf einen höherwertigen Produktmix zurückzuführen. Der Versand erreichte 14,1 Mio t und übertraf das Vorjahresniveau leicht um 1 %.
Mit einem Gewinn von 1.662 Mio € konnten wir erneut ein Rekordergebnis erzielen. Darin enthalten sind Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 76 Mio €, die den neu zugeordneten Bereich Metal Forming betrafen. Ohne diese Sondereffekte betrug der Gewinn vor Steuern 1.738 Mio €. Bei einem hohen Versandniveau gelang es, die gestiegenen Kosten von Rohstoffen und Energie in den Verkaufspreisen an den Markt weiterzugeben. Außerdem ergaben sich positive Ergebniseffekte aus der Umsetzung von Maßnahmenprogrammen zur Effizienzsteigerung in allen Business Units.
Steelmaking
In der Business Unit Steelmaking sind die Metallurgie in Duisburg, die Logistikaktivitäten sowie die strategischen Projekte des Segments zusammengefasst. Hauptaufgabe ist die Versorgung der drei marktorientierten Business Units Industry, Auto sowie Processing mit kostengünstigem und qualitativ hochwertigem Vormaterial. Der Umsatz mit Roheisen, Brammen und Energie an externe Abnehmer übertraf, da die gestiegenen Kosten weitergegeben wurden, das Vorjahresniveau. Bei den Transportgesellschaften blieben die Umsatzerlöse annähernd konstant.
Steelmaking wies nach einem positiven Ergebnis im Vorjahr einen Verlust aus. Wesentliche Gründe waren die Anlaufkosten der Neubauprojekte in Brasilien und den USA.
Industry
Die Business Unit Industry ist Partner einer Vielzahl von Stahl verarbeitenden Industriebranchen, die im Berichtsjahr sehr gut beschäftigt waren. Der Umsatz nahm im Vorjahresvergleich um 9 % zu. Durchgängig konnten höhere Preisabschlüsse bei Quartals- und Langfristverträgen realisiert werden. Dagegen blieb der Absatz in Summe knapp hinter der Vorjahresmenge zurück. Allerdings ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahr beträchtlich gewachsen. Dies wurde in erster Linie von den Profit-Centern der Division Industrie von ThyssenKrupp Steel getragen. Ausschlaggebend waren höhere Erlöse und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, durch die negative Effekte aus Kostensteigerungen auf der Vormaterialseite und leicht rückläufige Versandmengen überkompensiert werden konnten.
Unsere europäischen Stahl-Service-Center verzeichneten mengen- und erlösbedingt einen überdurchschnittlichen Umsatzzuwachs. Wesentliche Ursachen waren eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Vormaterialversorgung, Produktivitätssteigerungen sowie die vollständige Weitergabe der höheren Einstandspreise. Das Ergebnis hat sich in einem guten Marktumfeld nahezu verdoppelt.
Der Bereich Bauelemente konnte die höheren Vormaterialpreise dank der verbesserten Baukonjunktur in Europa und insbesondere in Deutschland weitestgehend an den Markt weitergeben. Die Absatzmengen bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres. Dennoch war ein Gewinnrückgang zu verzeichnen, der durch Wertminderungsaufwendungen bedingt war.
Auto
Der Umsatz der Business Unit Auto stieg um 10 %, insbesondere durch die positive Entwicklung im Geschäft der Division Auto von ThyssenKrupp Steel. Die Absatzmengen konnten bei knappen Kapazitäten ausgeweitet werden. Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite wurde durch Preiserhöhungen im Kontraktgeschäft und Maßnahmen zur Performancesteigerung gegengesteuert. Das Ergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr verbessert werden.
Bei Tailored Blanks nahmen Umsatz und Ergebnis wegen der gestiegenen Versandmengen sowie durch den Hochlauf der Auslandsstandorte in China und Schweden gegenüber dem Vorjahr deutlich zu.
Die nordamerikanischen Stahl-Service-Aktivitäten verzeichneten dagegen angesichts verminderter Abrufe seitens der Automobilindustrie kräftige Mengeneinbußen und einen niedrigeren Gewinn. Positive Preiseffekte konnten dies nicht ausgleichen. Der Gewinnrückgang ist außerdem auf Wertminderungsaufwendungen für Teile des Anlagevermögens und den niedrigen US-Dollar-Kurs im Vergleich zum Euro zurückzuführen.
Der mit Beginn des Geschäftsjahres 2006/2007 bei Steel integrierte Bereich Metal Forming, der Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie fertigt, konnte seinen Umsatz im Berichtsjahr ausweiten. Geringeren Werkzeugumsätzen stand ein besseres Geschäft mit Serienbauteilen in Europa gegenüber. Überdies wirkten sich die Übernahmen von Chassis-Aktivitäten in China und Brasilien im vergangenen und laufenden Jahr positiv aus. Metal Forming wies vor allem durch die im Berichtsjahr verkrafteten Wertminderungsaufwendungen einen hohen Verlust aus. Auch das operative Ergebnis blieb durch Anlaufkosten für neue Produkte und Standorte negativ. Die eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen konnten die höheren Kosten nicht ausgleichen.
Processing
Die Business Unit Processing umfasst die Produktbereiche Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband. Der Umsatzanstieg von 11 % wurde von einem kräftigen Gewinnsprung begleitet.
Im Weißblechmarkt, der insbesondere in Europa durch Überkapazitäten und eine stagnierende Nachfrage gekennzeichnet ist, konnten wir weitere Marktanteile gewinnen. In einem sich leicht abschwächenden Markt war der Gewinn gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
Hoesch Hohenlimburg erzielte – gestützt durch eine sehr hohe Nachfrage nach Mittelband – Mengenrekorde bei Produktion und Versand. Bei ebenfalls höheren Erlösen stieg der Gewinn signifikant. Belastet wurde das Ergebnis durch höhere Vormaterialkosten, die sich durch Produktivitätssteigerungen nicht ausgleichen ließen.
Das Geschäft mit kornorientiertem Elektroband wurde ausgeweitet. Ein höherer Versand in Drittlandsmärkten konnte den Minderabsatz in Europa kompensieren. Durch die gute Erlösentwicklung und den Ausbau des Anteils höherwertiger Elektrobandgüten nahm der Gewinn erheblich zu.
Wesentliche Ereignisse
Die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2005/2006 von der damaligen ThyssenKrupp Automotive AG geführte Umformtechnik-Gruppe wurde mit wirtschaftlicher Wirkung vom 01. Oktober 2006 in das Segment Steel als neuer Bereich Metal Forming integriert. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt gegenwärtig in Europa; in Übersee sind wir im Begriff, weitere Aktivitäten aufzubauen. In Brasilien konnte 2006/2007 eine Chassis-Fertigung übernommen werden. Ein weiteres neues Werk in der Türkei, das Karosserieteile für Pkw und Lieferfahrzeuge fertigt, hat im August 2007 den Betrieb aufgenommen. Die Integration von Metal Forming in das Segment Steel bietet ein hohes Potenzial für den Ausbau der Technologiekompetenz entlang der Prozesskette vom Werkstoff bis zum fertigen Bauteil.
Im Bereich Stahl-Service Europa sind wichtige Entscheidungen zur Expansion des Geschäfts gefallen. In Deutschland wird ein neues Service-Center im Krefelder Innenhafen entstehen. Es ist geplant, dort die Produktion der drei bestehenden Standorte Bochum, Breyell und Leverkusen zusammenzufassen. Unser Ziel ist es, die Qualitäts- und Kostenstandards deutlich zu verbessern. Gleichzeitig bauen wir die Anarbeitungskapazität aus. In Polen nahm 2006/2007 ebenfalls ein neues Service-Center seinen Betrieb auf. Damit haben wir einen weiteren Schritt in Richtung Internationalisierung vollzogen und die Möglichkeit geschaffen, das Wachstum der Kunden in Osteuropa zu begleiten.
Die ThyssenKrupp Tailored-Blanks-Gruppe hat ein neues Werk in Bursa im Westen der Türkei errichtet. Die Produktion ist im September 2007 angelaufen. Durch dieses Engagement ist das Unternehmen als erster Hersteller von lasergeschweißten Platinen in der überproportional wachsenden türkischen Automobilindustrie präsent.
Im Bereich Bauelemente wurden in Deutschland die beiden Standorte Hof und Leipzig geschlossen; die Erzeugung konzentriert sich künftig auf die Werke in Kreuztal-Eichen/Siegerland und Oldenburg/ Holstein. In Ungarn bauen wir einen neuen Standort auf. Neue Vertriebsstützpunkte entstanden auch in Russland und Großbritannien. Darüber hinaus wurde die Gesellschafterstruktur bei den Unternehmen Isocab N.V. (Belgien), Isocab France S.A. (Frankreich) und Decapanel S.A.S (Frankreich) zum 01. Oktober 2007 bereinigt, indem Restanteile erworben wurden.
Investitionen
Die Investitionen des Segments Steel erreichten im Berichtsjahr 1.659 Mio € bei Abschreibungen von 615 Mio €.
Planmäßig verlaufen die Aktivitäten im Stahlwerksbauprojekt von ThyssenKrupp CSA in Brasilien, die den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit substanziell beeinflussen. Der größte Teil der Aufträge wurde bereits vergeben, und auf dem Grundstück wurden Gründungs- und Fundamentierungsarbeiten durchgeführt. Insgesamt entfielen 51 % der Gesamtinvestitionen auf dieses Projekt im Bundesstaat Rio de Janeiro. Das zweite große Strategieprojekt – die Errichtung eines Stahl- und Weiterverarbeitungswerks in Alabama – hatte 2006/2007 noch keinen Einfluss auf den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, da erst die vorbereitenden Maßnahmen für den Baubeginn stattfanden.
Bei ThyssenKrupp Steel stand weiter die Modernisierung der Roheisenbasis in Duisburg im Vordergrund. Schwerpunkt war der Neubau des Hochofens 8. Der Hochofen soll im Dezember 2007 angeblasen werden. Weitere Investitionsmittel flossen in den Wiederaufbau der elektrolytischen Beschichtungsanlage 2 in Duisburg-Beeckerwerth. Außerdem haben wir den Ausbau der Warmbandstraßen und Feuerbeschichtungsanlagen vorangetrieben.
ThyssenKrupp Electrical Steel investierte wesentliche Mittel in Kapazitätserweiterungen. In Isbergues, Frankreich, wurde ein stillgelegter Entspannungsglühofen wieder in Betrieb genommen; das Werk Gelsenkirchen baute die vorhandenen Entkohlungskapazitäten aus. Diese Maßnahmen konnten die Produktivität und die Produktion höherwertiger Elektrobandgüten weiter steigern.
Stainless
| 2005/2006 | 2006/2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 7.292 | 7.684 | ||
| Umsatz | Mio € | 6.437 | 8.748 | ||
| ThyssenKrupp Nirosta | Mio € | 2.682 | 3.839 | ||
| ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni | Mio € | 2.505 | 3.244 | ||
| ThyssenKrupp Mexinox | Mio € | 559 | 707 | ||
| Shanghai Krupp Stainless | Mio € | 364 | 454 | ||
| ThyssenKrupp Stainless International | Mio € | 1.186 | 1.570 | ||
| ThyssenKrupp VDM | Mio € | 998 | 1.463 | ||
| Zentralbereich/Konsolidierung | Mio € | – 1.857 | – 2.529 | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 423 | 777 | ||
| Mitarbeiter (30.09.) | 12.197 | 12.182 |
Ergebnis nahezu verdoppelt
Im Segment Stainless sind unsere Aktivitäten im Bereich der Rostfrei-Flach-Produkte sowie der Hochleistungswerkstoffe Nickellegierungen und Titan gebündelt. Durch hohe Lieferperformance, Flexibilität und weit reichenden Service unterstützt Stainless ihre Kunden bei der Herstellung hochqualitativer Endprodukte.
Der wertmäßige Auftragseingang erreichte 7,7 Mrd € und lag damit um 5 % über dem Vorjahreswert. Der mengenmäßige Auftragseingang blieb allerdings deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Gründe dafür waren im Wesentlichen die Entwicklung der Nickelpreise und das höhere Importvolumen. Die bereits seit Anfang 2006 bestehende hohe Kundennachfrage führte auch zu Beginn des Berichtsjahres zu weiter anziehenden Basispreisen. Mit den gleichzeitig stark steigenden Nickelpreisen erhöhten sich ebenfalls die Legierungszuschläge. Die Überkapazitäten Asiens, insbesondere Chinas, in Verbindung mit dem im Vergleich zu den asiatischen Heimatmärkten relativ attraktiven Preisniveau in Europa führten zu steigenden Importen nach Europa, wobei davon besonders der italienische Rostfrei-Markt betroffen war. Diese Situation nutzten die europäischen Händler und unabhängigen Service-Center zur Auffüllung ihrer Bestände. Damit reduzierten sich die Nachdispositionen des Handels auf das absolut notwendige Minimum. Der seit Anfang Juni 2007 stark fallende Nickelpreis veranlasste den Handel, sich zur Minimierung von drohenden Abwertungsrisiken möglichst schnell von seinen hohen Beständen zu trennen. Dies reduzierte das Buchungsvolumen in der zweiten Geschäftsjahreshälfte nochmals erheblich.
Trotz der deutlich rückläufigen Auftragsmengen stieg der Umsatz im Segment Stainless im Vergleich zum Vorjahr um 36 % auf 8,7 Mrd €. Bei rückläufigen Warmband- und Kaltbandmengen erklärt sich dies im Wesentlichen durch den enormen Anstieg der Legierungszuschläge – insbesondere bei Nickel – sowie durch ein höheres Basispreisniveau. Der Bereich Nickellegierungen profitierte nicht nur vom Nickelpreisanstieg, sondern auch von der bisher stabilen Nachfrage im Anlagenbau sowie im Öl- und Gasgeschäft. Allerdings ließen auch hier im Verlauf des Geschäftsjahres die eingebuchten Aufträge infolge des hohen Nickelpreises nach.
Beim Ergebnis vor Steuern verzeichnete Stainless 2006/2007 eine beachtliche Steigerung auf 777 Mio €, das höchste Ergebnis seit Bestehen des Segments. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 423 Mio €. Der Anstieg ist sowohl auf ein wesentlich höheres Basispreisniveau als auch auf die bis Mitte 2007 positiv wirkende Nickelpreisentwicklung und die erfolgreiche Umsetzung von Programmen zur Effizienzsteigerung in den operativen Gesellschaften zurückzuführen. Der ab Juni 2007 einsetzende drastische Rückgang beim Nickelpreis wirkte sich in der Folge spürbar negativ auf den Auftragseingang und die Auslastung der weltweiten Produktionskapazitäten aus. Darüber hinaus machte der enorme Nickelpreisrückgang erhebliche Abwertungen bei den Vorratsbeständen im 4. Geschäftsjahresquartal erforderlich.
ThyssenKrupp Nirosta
Die Business Unit ThyssenKrupp Nirosta buchte im Berichtsjahr geringere Auftragseingänge, während sie den Umsatz auf Grund des höheren Preisniveaus erheblich erhöhen konnte. Dank des verbesserten Preisniveaus sowie der Effekte aus den umgesetzten internen Programmen konnten wir den Gewinn beachtlich anheben. Die erhöhten Aufwendungen durch Maßnahmen zur Erhaltung der Lieferbereitschaft und zur Schadensminderung infolge des Großbrandes im Werk Krefeld wurden durch Versicherungsleistungen kompensiert. Im Verlauf des Geschäftsjahres sind die vom Brand betroffenen Produktionsanlagen wieder angelaufen und die Produktionshilfe seitens unserer chinesischen Business Unit Shanghai Krupp Stainless wurde abgeschlossen.
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni erzielte bei rückläufigen Auftragseingängen einen hohen Umsatzzuwachs. Getragen von höheren Basispreisen sowie den realisierten Effekten aus den eingeleiteten Maßnahmenprogrammen stieg der Gewinn deutlich, obwohl Restrukturierungsaufwendungen im Bereich des Stahlwerks Terni und im Zusammenhang mit der Produktionsverlagerung von Turin nach Terni das Ergebnis belastet haben. Sowohl das Titangeschäft als auch die Schmiedeaktivitäten leisteten nennenswerte Ergebnisbeiträge.
ThyssenKrupp Mexinox
Bei ThyssenKrupp Mexinox gingen im nordamerikanischen Markt die Bestellmengen leicht zurück, während gleichzeitig der Umsatz stieg. In dem insgesamt stabilen Marktumfeld der Nafta-Region erzielte das Unternehmen trotz eines leicht rückläufigen Versandvolumens ein wesentlich höheres Ergebnis.
Shanghai Krupp Stainless
Shanghai Krupp Stainless profitierte in der ersten Hälfte des Berichtsjahres weiterhin von der Produktionsunterstützung für ThyssenKrupp Nirosta, die die brandbedingten Ausfälle im Werk Krefeld begrenzte. Der Umsatz lag erheblich über dem Vorjahreswert, während die Auftragseingänge aus China nachgaben. Nach einem Verlust im Vorjahr erwirtschaftete Shanghai Krupp Stainless nun einen Gewinn. Das verbesserte Ergebnis ist in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld auf verstärkte Exportaktivitäten und Lohnarbeiten für ThyssenKrupp Nirosta zurückzuführen. Hinzu kamen Kostenvorteile aus der Inbetriebnahme der Warmband-Glüh- und Beizlinie.
ThyssenKrupp Stainless International
Die mengenmäßigen Auftragseingänge von ThyssenKrupp Stainless International waren im abgelaufenen Geschäftsjahr rückläufig, während sich die wertmäßigen Auftragsbuchungen sowie der Umsatz positiv entwickelten. Die Business Unit profitierte von einem ausgeweiteten Service-Center-Geschäft und erreichte nahezu das Vorjahresergebnis.
ThyssenKrupp VDM
ThyssenKrupp VDM verzeichnete einen höheren wertmäßigen Auftragseingang und preisbedingt einen gestiegenen Umsatz, obwohl die mengenmäßigen Auftragseingänge – bedingt durch eine gewisse Bestellzurückhaltung der Kunden wegen des hohen Nickelpreises – hinter den Erwartungen zurückblieben. Infolge der anhaltend positiven Marktverfassung in den Bereichen Öl- und Gasindustrie sowie chemischer Anlagenbau und auf Grund der durchgeführten Maßnahmen zur Kostenreduzierung lag der Gewinn deutlich über dem Vorjahresniveau.
Wesentliche Ereignisse
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hatte Anfang Juni 2007 angekündigt, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit das Werk Turin zu schließen und im Vorfeld dazu schrittweise Produktionskapazitäten von Turin nach Terni zu verlagern. Dieser Prozess soll bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007/2008 abgeschlossen sein.
Investitionen
Stainless investierte 2006/2007 insgesamt 327 Mio € in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bei Abschreibungen von 152 Mio €. Bei ThyssenKrupp Nirosta wurden die durch den Großbrand im Juni 2006 zerstörten Anlagen neu errichtet; sie konnten früher als geplant die Produktion aufnehmen. Im Stahlwerk Krefeld der Gesellschaft wurde damit begonnen, zur Optimierung der Stahlwerksproduktion die AOD-Konverteranlage zu modernisieren. Um der wachsenden Nachfrage im attraktiven Kundensegment "Weiße Ware" Rechnung zu tragen, wird die Anarbeitungskapazität des Service-Centers EBOR in Sachsenheim nochmals weiter ausgebaut. Bei ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband stand die Erweiterung der Glühkapazität im Vordergrund.
Bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni gehen die Restrukturierungsmaßnahmen weiter. Einige Projekte wurden bereits 2006/2007 eingeleitet, die Realisierung erstreckt sich jedoch teilweise bis in das Geschäftsjahr 2007/2008. Ein wesentlicher Teil des Maßnahmenpakets besteht darin, die Produktion aus dem Werk Turin nach Terni zu verlagern und danach das Werk Turin zu schließen. Der Standort Turin weist deutliche Nachteile hinsichtlich Logistik, Energiekosten, Infrastruktur und Umweltauflagen auf. Bedeutende Investitionen entfallen auf den Ausbau der Warm- und Kaltbandkapazität sowie auf die Ausweitung des Produktportfolios. Wenn die Restrukturierungs- und Erweiterungsmaßnahmen abgeschlossen sind, wird das Werk Terni als integriertes Rostfrei-Werk einen Zuschnitt auf Weltklasse-Niveau haben. Im Stahlwerk Terni ist zurzeit ein vod-Konverter in Bau, der im Frühjahr 2008 den Betrieb aufnehmen wird. Mit diesem Aggregat können wir künftig Werkstoffe herstellen, die über die konventionelle Technologie nicht zu fertigen sind – beispielsweise Ferrite mit hohen Chrom- und niedrigen Kohlenstoff-Gehalten, die in weiten Bereichen teure Chromnickelstähle ersetzen können. Zudem macht es dieser vod-Konverter künftig möglich, die Qualität der Schmiedeblöcke für die Freiformschmiede weiter zu verbessern. Dem Markttrend folgend werden zurzeit die Voraussetzungen dafür geschaffen, künftig Schmiedeblöcke bis 500 t Gewicht und damit Schmiedeprodukte mit einem Stückgewicht von rund 250 t herzustellen. Solche Blöcke sind vor allem im Energiesektor und für den Bau von großen Warmwalzwerken zunehmend gefragt. Um die Kapazität für die Herstellung von Titanblöcken auszuweiten, hat ThyssenKrupp Titanium in Essen in die Errichtung neuer Umschmelzöfen investiert.
Im Vordergrund der Investitionen von ThyssenKrupp VDM stand der Ausbau der Produktionskapazitäten für Nickellegierungen, vor allem für den Energiesektor und die Luftfahrtindustrie. Mit dem Bau einer Schmiedepresse mit Wärmöfen und der Erweiterung der Umschmelzaggregate wollen wir das Stangengeschäft – insbesondere in großen Abmessungen – verstärkt ausweiten. In Unna wurde mit dem Bau einer Schmiedepresse mit Wärmöfen und Umschmelzaggregaten begonnen. Die Schmiedepresse wird im 2. Quartal 2008 in Betrieb gehen. In den Produktbereichen Bleche und Draht lag der Schwerpunkt bei Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen. Die Verlagerung der Drahtfertigung von Bärenstein nach Werdohl ist nahezu abgeschlossen und ermöglicht nunmehr eine moderne, langfristig wettbewerbsfähige und effiziente Fertigung.
Shanghai Krupp Stainless investierte im Wesentlichen in den Aufbau von Anarbeitungskapazitäten. Eine neue Streckbiege- und Richtmaschine soll die zunehmende Nachfrage nach besonderer Planheit von Bändern und Blechen decken. Wegen der steigenden Nachfrage nach dekorativem Oberflächenschliff wurde die vorhandene Schleif- und Polieranlage umgebaut.
ThyssenKrupp Stainless International hat weiter in den Ausbau der Distributions- und Service-Aktivitäten investiert. In Polen und in Großbritannien entstanden neue Service-Center, in der Türkei wird das bestehende Service-Center an einen Standort verlagert, der unter Logistikgesichtspunkten geeigneter ist, und dabei auch in seiner Kapazität erweitert.
Technologies
| 2005/2006 | 2006/2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 13.160 | 14.844 | ||
| Umsatz | Mio € | 11.366 | 11.523 | ||
| Plant Technology | Mio € | 2.266 | 2.624 | ||
| Marine Systems | Mio € | 1.932 | 2.021 | ||
| Mechanical Components | Mio € | 4.058 | 3.793 | ||
| Automotive Solutions | Mio € | 3.018 | 3.182 | ||
| Transrapid | Mio € | 17 | 49 | ||
| Zentralbereich/Konsolidierung | Mio € | 75 | – 146 | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 410 | 544 | ||
| Mitarbeiter (30.09.) | 54.757 | 54.762 |
Rekordergebnis erzielt
ThyssenKrupp Technologies ist ein hochtechnologieorientierter Anlagenbauer und Komponentenhersteller, der außerdem maßgeschneiderte Dienstleistungen für Kunden erbringt. Ziel ist die Entwicklung innovativer Produkte mit hohem Kundennutzen. Hieran arbeiten weltweit 7.300 Ingenieure.
Das Segment Technologies setzte auch im Geschäftsjahr 2006/2007 die außerordentlich positive Geschäftsentwicklung mit ungebremster Wachstumsdynamik fort. Das Ordervolumen übertraf mit 14,8 Mrd € das erfreulich hohe Niveau des Vorjahres nochmals deutlich. Auch der Umsatz lag mit 11,5 Mrd € trotz Unternehmensverkäufen und hohen Belastungen aus Wechselkurseffekten über dem Vorjahreswert. Durch die erfreuliche Bestelltätigkeit stieg der Auftragsbestand auf rund 15 Mrd €, wodurch mehr als ein Jahresumsatz des Segments bereits heute gesichert ist.
Der Gewinn von Technologies übertraf die Zielvorgaben beträchtlich und stieg um 33 % auf 544 Mio €. Zu diesem Anstieg trugen insbesondere die Business Units Plant Technology, Automotive Solutions und Transrapid bei. Den größten Gewinnbeitrag erwirtschaftete wiederum die Business Unit Mechanical Components.
Plant Technology
Hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie eine Vielzahl von Infrastrukturprojekten besonders in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, Nordafrikas und Osteuropas brachten starke Impulse für die Nachfrage nach Spezial- und Großanlagen von Plant Technology. Beim Auftragseingang konnte unter anderem durch Großaufträge das hohe Vorjahresniveau auf einen neuen Rekordwert gesteigert werden. So bestellten Kunden Polymeranlagen, Düngemittelkomplexe, Elektrolyseanlagen, Kokereianlagen, Umschlagsysteme, Ölsandgewinnungseinrichtungen und Zementanlagen. Mit einem Umsatz von 2,6 Mrd € hat Plant Technology den Wert des Vorjahres kräftig übertroffen. Zu verdanken war dies vornehmlich den höheren Umsätzen auf Grund der guten Auftragsentwicklung beim Chemieanlagenbau und bei fördertechnischen Anlagen. Plant Technology erzielte ein herausragendes Ergebnis.
Marine Systems
Marine Systems buchte 2006/2007 einen Auftragseingang, der leicht unter dem Niveau des Vorjahres lag. Zu den Großaufträgen zählten das Fregattenbauprogramm F125 für die Deutsche Marine, neun Yachten sowie zwei Zoll-swath-Schiffe. Sehr gut entwickelte sich das Reparatur- und Servicegeschäft mit deutlich über dem Vorjahr liegenden Auftragsvolumina. Der Umsatz von Marine Systems entwickelte sich mit 2,0 Mrd € leicht positiv gegenüber dem Vorjahreswert. Beim Gewinn erreichte die Business Unit das Vorjahresniveau.
Mechanical Components
Bei Mechanical Components setzte sich die positive Nachfrageentwicklung mit einem über dem Umsatz liegenden Auftragseingang fort. Der Umsatz gab mit 3,8 Mrd € auf Grund von Veräußerungen und der Dollar/Euro-Umrechnung leicht nach. Signifikante Umsatzsteigerungen bei Großwälzlagern und Ringen, in erster Linie dank des ungebremsten Wachstums im Bereich der Windenergieanlagen, haben dies nicht ganz ausgleichen können. Mechanical Components hat 2006/2007 wieder einen deutlichen Gewinn erzielt.
Automotive Solutions
Erfreulich entwickelte sich die Auftragslage in der Business Unit Automotive Solutions. Zum spürbar gestiegenen Auftragseingang trugen alle Operating Groups bei. Vor allem das Geschäft mit Karosserierohbauanlagen, Werkzeugen und Montagesystemen erreichte höhere Auftragswerte. Auch der Umsatz lag mit 3,2 Mrd € über dem Niveau des Vorjahres. Automotive Solutions hat das Ergebnis deutlich verbessert und erreichte einen zweistelligen Millionengewinn.
Transrapid
Transrapid erzielte im Wesentlichen auf Grund von Abrechnungen aus dem chinesischen Lizenzvertrag einen Umsatz von 49 Mio € mit positiven Gewinnbeiträgen.
Wesentliche Ereignisse
Bereits im 1. Quartal 2006/2007 konnte der Verkauf des Karosserie- und Fahrwerksgeschäfts von ThyssenKrupp Budd mit einem Umsatzvolumen von rund 1 Mrd € erfolgreich abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang trennten wir uns auch von der Beteiligung an der mexikanischen Aventec. Damit ist der komplette Ausstieg aus dem defizitären nordamerikanischen Karosserie- und Fahrwerksgeschäft vollzogen.
Außerdem hat Technologies verschiedene Randaktivitäten abgegeben, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören. Dies betrifft u.a. die Gießerei von ThyssenKrupp Fundições in Brasilien, die Produktion von Wagenhebern sowie die Komponentenfertigung für gepanzerte Fahrzeuge bei B+V Industrietechnik.
In der Business Unit Marine Systems wurde das Naval Electronics Business von EADS in die gemeinsam geführten Aktivitäten von Atlas Elektronik eingebracht. Hierdurch wurde die technologische Basis von Atlas Elektronik als führendem Anbieter in der europäischen Marineelektronikindustrie gestärkt. Im Zuge dieser Transaktion hat sich der von ThyssenKrupp gehaltene Anteil an Atlas Elektronik von 60 % auf nun 51 % reduziert.
Im Rahmen der Ausbaustrategie für das Servicegeschäft hat Plant Technology die A-C Equipment Services Corp. mit Sitz in Milwaukee, USA, erworben. Mit dem Marktführer im Bereich Ofenservice und -reparaturen wird die Business Unit zu einem Komplettdienstleister in diesem stark wachsenden nordamerikanischen Marktsegment.
Investitionen
Im Segment Technologies erreichten die Investitionen im Berichtsjahr 581 Mio €. Die Abschreibungen betrugen 341 Mio €. Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag auf der Erweiterung vorhandener Fertigungskapazitäten. Alle Unternehmen von Technologies haben zudem erheblich in die Rationalisierung und Effizienzsteigerung der Produktionsprozesse investiert.
Mechanical Components nahm in den USA eine automatisierte Bearbeitungslinie für gebaute Nockenwellen für einen nordamerikanischen Kunden in Betrieb und investierte in Brasilien angesichts der großen Nachfrage in eine neue Bearbeitungslinie für Midrange-Kurbelwellen. In dieser Linie wird ein neues Fertigungskonzept umgesetzt, dessen Leistung erheblich über der herkömmlich betriebener Anlagen liegt. Der nach wie vor hohe Bedarf im Bereich erneuerbarer Energien hat Mechanical Components veranlasst, die Ringwalzkapazitäten sowohl am Standort Deutschland als auch in China weiter auszubauen. Wegen des anhaltenden Bedarfs an Windkraftanlagen haben wir in mehreren Werken ein umfangreiches Investitionsprogramm begonnen, um zusätzliche Kapazitäten für die Fertigung von Großwälzlagern zu schaffen.
Automotive Solutions investierte in verschiedene Produktionsanlagen für innovative Produkte wie DampTronic-Stoßdämpfer und hoch beanspruchte Federn. Auf dem stark wachsenden brasilianischen Markt hat die Business Unit ihre Montagekapazitäten ausgeweitet.
Darüber hinaus haben wir verschiedene Finanzinvestitionen getätigt. So erwarb Plant Technology die Restanteile an einer mexikanischen Engineeringgesellschaft und übernahm eine Servicegesellschaft in den USA, um den Anlagenservice in Nordamerika effektiv betreiben und weiter ausbauen zu können.
Elevator
| 2005/2006 | 2006/2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 4.690 | 5.281 | ||
| Umsatz | Mio € | 4.298 | 4.712 | ||
| Central/Eastern/Northern Europe | Mio € | 1.282 | 1.389 | ||
| Southern Europe/Africa/Middle East | Mio € | 571 | 774 | ||
| Americas | Mio € | 1.804 | 1.821 | ||
| Asia/Pacific | Mio € | 453 | 505 | ||
| Escalators/Passenger Boarding Bridges | Mio € | 306 | 347 | ||
| Accessibility | Mio € | 167 | 190 | ||
| Corporate/Konsolidierung | Mio € | – 285 | – 314 | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 391 | – 113 | ||
| Mitarbeiter (30.09.) | 36.247 | 39.501 |
Expansionskurs fortgesetzt
Das Segment Elevator betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformliften. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette, von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß. Weltweite Kundennähe sichert ein dichtes Niederlassungs- und Servicenetz.
Elevator konnte im Geschäftsjahr 2006/2007 trotz negativer Wechselkurseffekte sowohl im Neuanlagen- als auch im Servicegeschäft den Expansionskurs weiter fortsetzen. Der Auftragseingang stieg um 13 % auf 5,3 Mrd €. Der Umsatz nahm um 10 % auf 4,7 Mrd € zu. Während das Wachstum im Neuanlagengeschäft vor allem auf die nach wie vor starke Entwicklung in Nordamerika zurückzuführen ist, wurde das Wartungsgeschäft in allen Regionen ausgebaut. Die Ausweitung des Servicebereichs ist auch dem Erfolg der konsequent verfolgten Global-Service-Strategie zu verdanken. Damit stellt Elevator weltweit einheitlich hohe Dienstleistungsstandards sicher.
Das Segment Elevator weist im Berichtsjahr einen Verlust von 113 Mio € aus. Dies geht auf die Ergebnisbelastung aus dem von der EU-Kommission verhängten Bußgeld wegen des Vorwurfs wettbewerbswidrigen Verhaltens auf nationaler Ebene in den Benelux-Ländern und in Deutschland im Markt für Aufzüge und Fahrtreppen zurück. Ohne diesen Effekt konnte Elevator den Gewinn des vergangenen Geschäftsjahres mit 367 Mio € nahezu bestätigen und dabei negative Wechselkurseffekte kompensieren.
Central/Eastern/Northern Europe
Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe übertraf das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahres deutlich. Zu der guten Geschäftslage trugen speziell das Neuanlagen- und das Modernisierungsgeschäft in Frankreich bei. Ebenfalls sehr erfreulich entwickelten sich die Auftragseingänge in Osteuropa, hauptsächlich durch die russischen Aktivitäten. Das Ergebnis der Business Unit Central/Eastern/Northern Europe blieb jedoch merklich unter dem Vorjahresniveau. Auch ohne Berücksichtigung der EU-Strafe wurde das Vorjahresniveau nicht erreicht. Der Gewinnanstieg bei den Produktionsaktivitäten konnte die Ergebnisrückgänge auf dem britischen und den osteuropäischen Märkten nicht ausgleichen. In Großbritannien machte sich dabei vor allem die hohe Wettbewerbsintensität im Neuanlagenbereich bemerkbar.
Southern Europe/Africa/Middle East
Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East verzeichnete einen höheren Auftragseingang und insbesondere einen signifikant höheren Umsatz. Das Umsatzwachstum war vor allem auf das starke Neuanlagen- und Dienstleistungsgeschäft in Spanien zurückzuführen. Auch der südeuropäische Raum trug erheblich zur positiven Geschäftsentwicklung bei; zudem wirkten sich Neukonsolidierungen von Gesellschaften in diesen Ländern positiv aus. Die Business Unit konnte den Gewinn des Vorjahres deutlich übertreffen, wobei der Gewinnzuwachs maßgeblich aus den spanischen und portugiesischen Aktivitäten resultierte. Aber auch die neu erworbenen italienischen Gesellschaften leisteten einen guten Ergebnisbeitrag.
Americas
Die Business Unit Americas konnte sowohl den Umsatz als auch den Auftragseingang verbessern und damit die negativen Wechselkurseffekte mehr als ausgleichen. Daran hatten sowohl das Neuanlagen- als auch das Dienstleistungsgeschäft in Nordamerika einen großen Anteil. Auch in Brasilien war die Geschäftsentwicklung sehr erfreulich und hat die etwas schwächeren Aktivitäten in den anderen Ländern Lateinamerikas deutlich überkompensiert. Die Business Unit steigerte ihr Ergebnis trotz negativer Wechselkurseinflüsse signifikant. Der höhere Umsatz, verbesserte Margen sowie Effizienzsteigerungen führten in Nordamerika zu einem spürbar höheren Ergebnis. Auch in Brasilien konnte das Ergebnis nochmals ausgeweitet werden.
Asia/Pacific
Die Business Unit Asia/Pacific erzielte trotz negativer Wechselkurseffekte einen höheren Auftragseingang und Umsatz. In China war das Wachstum der unverändert hohen Nachfrage nach Neuinstallationen zu verdanken. Das Geschäftsvolumen in Australien konnte insbesondere im Neuanlagenbereich ausgeweitet werden. Obwohl das Marktumfeld in Südkorea weiterhin schwierig war, blieben Auftragseingang und Umsatz stabil – maßgeblich bedingt durch das expandierende Dienstleistungsgeschäft. Die Business Unit verzeichnete im Berichtsjahr einen Verlust. Zwar erhöhten die chinesischen, australischen und südostasiatischen Aktivitäten ihre Ergebnisbeiträge. Dies reichte jedoch nicht aus, den nochmaligen Ergebnisrückgang in Südkorea auszugleichen.
Escalators/Passenger Boarding Bridges
Die Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges konnte sowohl den Auftragseingang als auch den Umsatz erheblich ausbauen. Während das Fahrtreppengeschäft wegen des preisintensiven Wettbewerbs unter dem Vorjahresniveau blieb, lag das Geschäftsvolumen bei Fluggastbrücken angesichts des Wachstums im Luftverkehr deutlich darüber. Auf Grund der verhängten EU-Strafe wies die Business Unit einen Verlust aus. Operativ wurde hingegen ein Gewinn erzielt, der allerdings unter dem Niveau des Vorjahres lag. Der Bereich Fluggastbrücken konnte das Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen, und auch im Fahrtreppengeschäft ging das Ergebnis wegen der schwierigen Wettbewerbssituation zurück.
Accessibility
Die Business Unit Accessibility blieb auf Expansionskurs und übertraf das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahres deutlich. In den Hauptmärkten Europas waren die Zuwächse beim Geschäftsvolumen zum Teil erheblich. In den USA wurde trotz negativer Wechselkurseffekte das Vorjahresniveau erreicht. Die Business Unit erhöhte den Gewinn erheblich. Die Ergebnissteigerungen resultieren aus den europäischen Aktivitäten.
Wesentliche Ereignisse
Im Vordergrund der Akquisitionsstrategie von Elevator stand auch 2006/2007, das weltweite Vertriebs- und Servicegeschäft zu stärken. Durch die Übernahme mehrerer regionaler Wartungs- und Servicegesellschaften in Italien hat das Segment Elevator die Marktposition in diesem wichtigen europäischen Aufzugsmarkt weiter gefestigt. Neben Südeuropa stand der osteuropäische Raum im Fokus der Expansionsstrategie: In Kroatien und Slowenien gab es kleinere Akquisitionen; in Rumänien und Litauen wurden eigene Tochtergesellschaften gegründet.
Die Übernahme der Geschäftsaktivitäten eines Aufzugsunternehmens in Kalifornien hat die Position von Elevator im Großraum San Francisco weiter ausgebaut. Mit dem Erwerb des Geschäfts eines der größten Händler von Home-Elevator-Produkten wurde außerdem die Marktpräsenz in den südöstlichen Bundesstaaten der USA erheblich verstärkt.
Investitionen
Im Segment Elevator betrugen die Investitionen im Berichtsjahr 122 Mio € bei Abschreibungen von 62 Mio €. Die Sachinvestitionen dienten im Wesentlichen dem Erhalt der Betriebsbereitschaft. Im Rahmen der Standardisierung der Komponenten wurde speziell in die Modernisierung der Fertigungstechnologien in den Aufzugswerken in Madrid, Spanien, und Angers, Frankreich, investiert. Die Finanzinvestitionen betrafen den Erwerb von Beteiligungen sowie von zahlreichen kleineren Wartungspaketen. In diesem Zusammenhang ist die Erschließung des italienischen Marktes hervorzuheben.
Services
| 2005/2006 | 2006/2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 14.602 | 16.823 | ||
| Umsatz | Mio € | 14.204 | 16.711 | ||
| Materials Services International | Mio € | 6.449 | 7.926 | ||
| Materials Services North America | Mio € | 2.330 | 2.340 | ||
| Industrial Services | Mio € | 1.716 | 1.899 | ||
| Special Products | Mio € | 3.650 | 4.600 | ||
| Auslaufbereich/Konsolidierung | Mio € | 59 | – 54 | ||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 482 | 704 | ||
| Mitarbeiter (30.09.) | 40.163 | 43.012 |
Umsatz und Ergebnis mit neuen Höchstwerten
Das Segment konzentriert sich konsequent auf Werkstoff- und Industriedienstleistungen sowie die Rohstoffversorgung für produzierende sowie verarbeitende Unternehmen. Dabei werden neben der Distribution und dem Verkauf von Walz- und Edelstahl, Rohren, ne-Metallen und Kunststoffen auch Dienstleistungen angeboten, die von der Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die Industriedienstleistungen umfassen über komplexe Instandhaltungsaktivitäten hinaus auch produktionsbegleitende Dienstleistungen wie innerbetriebliche Logistik, Vormontage und die Just-in-sequence-Versorgung von Produktionsunternehmen. Hinzu kommen die weltweite Belieferung mit metallurgischen Rohstoffen sowie innovative technische Systemlösungen.
Erfolgreiche Expansionsmaßnahmen und Portfoliooptimierungen sowie Effizienzsteigerungsprogramme und Vertriebsinitiativen zeigten im Berichtsjahr – in Verbindung mit einer nach wie vor guten Roh- und Werkstoffkonjunktur – positive Wirkung. 2006/2007 war für Services erneut ein Rekordjahr. Bei Umsatz und Ergebnis wurden neue Höchstwerte erzielt. Der Umsatz nahm um 18 % auf 16,7 Mrd € zu, das Ergebnis stieg sogar um 46 % auf 704 Mio €.
Materials Services International
Materials Services International ist auch 2006/2007 erfolgreich gewachsen. Der Umsatz nahm erneut zu. Nachfrage- und preisbedingt bewegte sich das Geschäft mit Walzstahl auf hohem Niveau. Der Edelstahlmarkt jedoch geriet durch verstärkte Asienimporte und einen erheblichen Preisrückgang bei Nickel im 3. Quartal des Geschäftsjahres unter Druck. Bei ne-Metallen war der Markt durch lange Lieferzeiten und ein hohes Preisniveau gekennzeichnet. Das Kunststoffgeschäft entwickelte sich insgesamt positiv, ohne dabei die gravierenden Mengen- und Preisbewegungen des Metallmarktes zu zeigen. Mit der Ausrichtung auf hochwertige Werkstoffe insbesondere für die Luftfahrtindustrie sowie der Übernahme zusätzlicher Service-Verträge konnte die Business Unit den Absatz deutlich steigern. Insgesamt hat die Bedeutung integrierter Werkstoffdienstleistungen im Berichtsjahr weiter zugenommen. Die Vermarktungskonzepte, die neben der reinen Werkstoffversorgung zusätzliche Dienstleistungen von der Anarbeitung bis hin zu Supply-Chain-Lösungen beinhalten, trugen Früchte.
Einen sehr erfreulichen Geschäftsverlauf nahmen die Werkstoffaktivitäten in Deutschland. Die Kapazitäten von Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Anlagenbau und Automobilzulieferindustrie waren dank der starken Binnen- und Auslandsnachfrage gut ausgelastet. Auch die Auslandsgesellschaften profitierten von der positiven Werkstoffkonjunktur. In Frankreich, Spanien, im Benelux-Raum, in Großbritannien und Skandinavien lag der Absatz über dem Vorjahresniveau. In Osteuropa haben wir die Wachstumsstrategie erfolgreich fortgesetzt – unter anderem durch den Einstieg in den slowakischen Markt und den Geschäftsausbau in Russland.
Vor dem Hintergrund der insgesamt günstigen Werkstoffkonjunktur konnte Materials Services International den Gewinn nennenswert steigern.
Materials Services North America
Die Business Unit Materials Services North America erreichte wiederum das hohe Umsatzniveau des Vorjahres. In einigen Regionen wurde das Wachstum durch strategische Maßnahmen gezielt ausgebaut; auch das Service-Portfolio konnte besonders im Bereich Supply-Chain-Management erweitert werden.
Die Werkstoffkonjunktur in Nordamerika entwickelte sich etwas schwächer als in Europa. Zwar blieb die Nachfrage – mit Ausnahme der Automobilindustrie – in den wesentlichen Märkten auf einem hohen Niveau. Jedoch lagen die Preise, vor allem für Flachstahlprodukte, unter denen anderer Märkte, was die Einfuhrmöglichkeiten deutlich erschwerte. Bei ne-Metallen gab es erhebliche Preissprünge.
Insbesondere wegen der Preis- und Wechselkurseffekte konnte Materials Services North America das sehr gute Vorjahresergebnis nicht ganz erreichen.
Industrial Services
Die Business Unit Industrial Services hat ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erheblich gesteigert. In Deutschland wirkten sich vor allem die verstärkten Vertriebsaktivitäten, gestützt durch die gute Konjunkturentwicklung, positiv aus. Über die angestammten Branchen hinaus konnte insbesondere das Geschäft mit der Energiewirtschaft und der Chemieindustrie ausgebaut werden. Auch die neuen Aktivitäten in Südamerika trugen deutlich zum Umsatzwachstum bei. Künftig werden in Brasilien die kompletten Stahlwerksdienstleistungen für das neue Stahlwerk des Segments Steel übernommen. In Nordamerika wurde der Umsatz trotz der ungünstigeren Wechselkurse leicht gesteigert.
Die Business Unit Industrial Services hat ihr Ergebnis verdoppelt. Dies resultierte vornehmlich aus dem Inlandsgeschäft, aber auch bei den ausländischen Aktivitäten wurden sehr gute Ergebnisse erwirtschaftet. Hervorzuheben ist vor allem die positive Entwicklung in Brasilien und Norwegen sowie beim Stahlwerks- und Anlagenservice, die im Wesentlichen durch Effizienzsteigerungsprogramme bedingt war. Das Ergebnis wurde nicht zuletzt durch den Verkauf von SIR Industrieservice positiv beeinflusst. Insgesamt konnte die Business Unit ihre operative Performance in allen Bereichen deutlich steigern.
Special Products
Die Business Unit Special Products übertraf das sehr hohe Umsatzniveau des Vorjahres wiederum erheblich. Vor allem das Walzstahlgeschäft mit China und Brasilien konnte ausgebaut werden. Die beträchtlichen Investitionen in Projekte zur Erschließung neuer Rohstoffquellen führten zu einem Nachfrageüberhang bei Rohren; auf Grund der eingeschränkten Verfügbarkeit war das Großrohrgeschäft im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächer.
Das technische Systemgeschäft profitierte von den weltweit hohen Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen, vor allem in Deutschland, Osteuropa und auch in den USA. Die hohen Umsätze des Vorjahres konnten daher noch einmal deutlich übertroffen werden. Die Bereiche Bautechnik mit Hochwasserschutz und Hafenausbau sowie Gleistechnik mit Anlagen für den Straßen- und Eisenbahnverkehr haben ihr Systemgeschäft national und international spürbar ausgeweitet. Im Bereich der Rohstoffversorgung sind vor allem das Geschäft mit metallurgischen Produkten und ne-Metallen sowie die Bereiche Mineralien und Technische Gase hervorzuheben. Das Koksgeschäft war leicht rückläufig.
Stärker als den Umsatz steigerte die Business Unit ihren Gewinn im Vergleich zum bereits sehr hohen Vorjahresniveau. Hierzu haben alle Bereiche der Business Unit beigetragen.
Wesentliche Ereignisse
Die Schwerpunkte der Akquisitionspolitik von Services lagen im Berichtsjahr insbesondere im weiteren Ausbau des US- und Osteuropageschäfts. Aber auch in Deutschland, in den übrigen westeuropäischen Ländern sowie in Asien haben wir die Aktivitäten gestärkt. In Spanien und Deutschland wurden einige Randaktivitäten veräußert. Das Portfolio wurde weiter auf die Kernaktivitäten Werkstoffdienstleistungen sowie industrielle Prozessdienstleistungen und Rohstoffversorgung fokussiert.
Services erweiterte sein Werkstoffdienstleistungsgeschäft für die Luftfahrtindustrie und erwarb von Alcoa in Pittsburgh den Geschäftsbereich "Aerospace Service Business". Dieser Bereich ist spezialisiert auf den Handel und die Lagerung von Aluminium-Werkstoffen sowie auf hochwertige Anarbeitungsdienstleistungen für den Flugzeugbau. In Nordamerika gelang es so, die bereits erfolgreich etablierten Werkstoffdienstleitungen für die Luftfahrtindustrie zu intensivieren. Über die Aktivitäten in Deutschland und Großbritannien haben wir zudem einen nachhaltigen Vertriebskanal zur Luftfahrtindustrie in Europa geschaffen.
In Osteuropa wird Services seine Marktposition ausbauen und hat dazu einen Vertrag zur mehrheitlichen Übernahme von Ferostav unterzeichnet. Die Gesellschaft ist einer der größten Stahlhändler in der Slowakei und bietet Werkstoffdienstleistungen in den Bereichen Stahlbleche, Betonstahl, Stabstahl, Formstahl, Breitflanschträger und Rohre an. Die Kunden kommen schwerpunktmäßig aus dem Baugewerbe und der Maschinenbauindustrie.
Durch den Erwerb von Stokvis Plastics mit einem Zentrallager und fünf Service-Centern in den Niederlanden und Belgien konnte unser Kunststoff-Dienstleistungsgeschäft die führende Position auf dem europäischen Markt weiter verbessern. Stokvis Plastics hat sich auf den Verkauf, die Distribution und Anarbeitung von halbfertigen Kunststoffprodukten sowie maßgeschneiderte Lösungen rund um Kunststoffplatten, Folien und Rohrleitungssysteme spezialisiert. Darüber hinaus wurde in Vietnam, einer der wachstumsstärksten Regionen in Asien, mit einem lokalen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen zum Handel mit Werkstoffen gegründet. Mittelfristig ist ein systematischer Aufbau zum Vollsortimenter geplant.
Im Bereich der Industriedienstleistungen verstärkte sich Services in Deutschland und Tschechien. Dort haben wir Aktivitäten in den Bereichen Industriewartung, Oberflächentechnik sowie Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik übernommen.
Investitionen
Die Investitionen im Segment Services betrugen 282 Mio € bei Abschreibungen von 156 Mio €. Die Sachinvestitionen flossen überwiegend in die Geschäftsexpansion. Im Inland waren es vor allem der Neubau einer Niederlassung für Werkstoffdienstleistungen in Wörth sowie der Ausbau der gleistechnischen Systemlösungen. Im Ausland haben wir im Nafta-Raum die IT-Infrastruktur auf sap-Basis weiterentwickelt und in Russland die Anarbeitungszentren ausgebaut. Services investierte zudem in die Logistikoptimierung der Kunststoffaktivitäten. Die übrigen Sachinvestitionen dienten dazu, die Betriebsbereitschaft zu erhalten, neue Vertriebskanäle zu erschließen, Anarbeitungskapazitäten zu steigern und das Supply-Chain-Management-Geschäft – speziell in Nordamerika – auszubauen.
Corporate
Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die einzelnen Segmenten nicht zugeordnet werden können. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral geführt und verwertet werden. Darüber hinaus ist hier der Auslaufbereich von ThyssenKrupp Budd zugeordnet. Da die operativen Aktivitäten dieses Bereichs mittlerweile veräußert sind, ging der Umsatz von Corporate zurück und lag im Berichtsjahr bei 288 Mio € nach 1.469 Mio € im Vorjahr.
Die Aufwendungen im Bereich Corporate betrugen 205 Mio € vor Steuern. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Verbesserung um 241 Mio €. Diese Entwicklung ist mit 205 Mio € auf den Wegfall des negativen Ergebnisbeitrags der zwischenzeitlich veräußerten nordamerikanischen Automotive-Aktivitäten zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich der Entfall der im Vorjahr vereinnahmten Break-up Fee von Dofasco in Höhe von 153 Mio € aus. Im Berichtsjahr erhöhte sich das Ergebnis von Corporate um 115 Mio € durch den Verkauf von Immobilien im Rahmen der Konzentration der Verwaltungsstandorte in Deutschland. Das Zinsergebnis verbesserte sich um 83 Mio € als Folge geänderter Konzernstruktur.