das abgelaufene Geschäftsjahr war das bisher erfolgreichste seit Bestehen Ihres Unternehmens. ThyssenKrupp hat erneut hervorragend gewirtschaftet und konnte in allen wesentlichen Kennzahlen neue Spitzenwerte verzeichnen: Im Vergleich zum bereits sehr guten Vorjahr stieg der Umsatz um 10 % auf 51,7 Mrd €, das Ergebnis vor Steuern legte um 27 % auf 3,3 Mrd € zu, der Wertbeitrag ThyssenKrupp Value Added wuchs um 40 % auf 2,1 Mrd €. An diesem Erfolg wollen wir Sie, die Anteilseigner des Unternehmens, angemessen beteiligen: Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Januar 2008 vorschlagen, pro Stückaktie eine Dividende von 1,30 € auszuschütten. Das ist eine Steigerung um 30 % gegenüber dem Vorjahr.
Rekordjahr 2006/2007 im Rückblick
Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, und das ist auch bei ThyssenKrupp nicht anders. Steel, Stainless, Technologies und Services haben 2006 / 2007 die bisher höchsten Ergebnisse erzielt. Elevator musste bei guter operativer Entwicklung ein Bußgeld in Höhe von 480 Mio € verkraften, das die EU-Kommission im Februar 2007 wegen des Vorwurfs wettbewerbswidrigen Verhaltens im Markt für Aufzüge und Fahrtreppen verhängt hatte. Zum einen konnten die Segmente die erfreuliche Konjunktur in den für sie wichtigen Weltregionen nutzen. Zum anderen trugen die internen Programme zur Leistungs-, Produktivitäts- und Effizienzsteigerung Früchte, allen voran das konzernweite Wertsteigerungsprogramm ThyssenKrupp best. Alle fünf Konzernsegmente konnten im Berichtsjahr ihre weltweiten Marktpositionen zum Teil beträchtlich ausbauen und ihre Geschäfte erweitern. Basis dafür ist die breite Palette von Produkten und Dienstleistungen, die drei Dinge gemeinsam haben – sie sind qualitativ hochwertig, technologisch anspruchsvoll und kundenindividuell zugeschnitten.
Der Erfolg 2006/2007 spiegelt sich auch im Kurs der ThyssenKrupp Aktie wider: Mit einem Anstieg von 68 % im Verlauf des Geschäftsjahres ließ sie den DAX und auch den DJ STOXX weit hinter sich.
Umfassende Informationen über die Geschäftsentwicklung und die wesentlichen Ereignisse im Berichtsjahr, über unsere Zukunftspläne, unsere Innovationskompetenz und auch unsere Mitarbeiter finden Sie im vorliegenden Geschäftsbericht. Ich würde mich freuen, wenn neben den Inhalten auch das neue Gestaltungskonzept und das beiliegende Magazin Ihre Zustimmung fänden.
In diesem Brief, meine Damen und Herren, möchte ich auf zwei Zukunftsfragen eingehen, die sicher auch Sie beschäftigen: Welche Ziele hat sich ThyssenKrupp für die nächsten Jahre gesetzt, und wie wollen wir diese Ziele erreichen?
ThyssenKrupp in mittel- und langfristiger Perspektive
Vor dem Hintergrund unserer strategischen Weichenstellungen und der Konjunkturprognosen haben wir unsere mittel- und langfristigen Ziele überprüft und zeitnah kommuniziert. Mittelfristig, bis etwa 2010, streben wir einen Umsatz von 60 Mrd € an; das Ergebnis vor Steuern – vor wesentlichen Sondereffekten – soll nachhaltig 4 Mrd € erreichen. Längerfristig, bis etwa 2012, wollen wir bei einem Umsatz von 65 Mrd € ein Ergebnis vor Steuern – ebenfalls vor wesentlichen Sondereffekten – von 4,5 bis 5,0 Mrd € erzielen. Für unsere zentrale Steuerungsgröße, den ThyssenKrupp Value Added, rechnen wir mittelfristig mit einer Größenordnung von 2,5 Mrd € und längerfristig mit etwa 3,0 Mrd €.
ThyssenKrupp wird diese Ziele als fokussiertes Konglomerat erreichen, das von drei Säulen getragen wird: Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen. Diese drei Tätigkeitsschwerpunkte, denen die fünf Konzernsegmente zugeordnet sind, machen unser Geschäftsmodell aus; sie stehen ebenso für den bisherigen wie für den künftigen Erfolg unseres Hauses.
Strategien zum Erfolg
Bei zahlreichen Produkten und Dienstleistungen belegen wir inzwischen vordere Positionen im internationalen Wettbewerb; diese werden wir in den nächsten Jahren in allen wichtigen Märkten weiter ausbauen.
In den Segmenten Steel und Stainless heißt die strategische Vorgabe Wachstum "am Stamm". Investitionen von insgesamt fast 7 Mrd € fließen in erster Linie in ein neues Brammenwerk in Brasilien, in einen neuen Produktions- und Vertriebsstandort in den USA sowie in die Kapazitätsoptimierung in unserem integrierten Stahlwerk in Duisburg. Kernstück des neuen Werkskomplexes in den USA wird eine Warmbreitbandstraße sein, die von Steel und Stainless gemeinsam genutzt wird. Steel investiert darüber hinaus in Kaltwalz- und Oberflächenveredelungsanlagen. Stainless wird dort ein Elektrostahlwerk und eigene Kaltwalzkapazitäten errichten. Diese Maßnahmen werden uns in die Lage versetzen, unsere Wachstumschancen in den Kernmärkten Nordamerika und Europa zu nutzen. Wir werden unsere weltweiten Spitzenpositionen als Produzent hochwertigen Qualitätsflachstahls und rostfreier Edelstahlflachprodukte weiter festigen.
Die Segmente Technologies, Elevator und Services verfolgen eine kombinierte Strategie: organisches Wachstum plus Akquisitionen. Der technologieorientierte Anlagen- und Komponentenbauer Technologies sieht seine Chancen in den zukunftsträchtigen Bereichen Klima, Umwelt, Infrastruktur und Mobilität – bereits heute verfügt das Segment über maßgeschneiderte, auf intelligenten Technologien basierende Problemlösungen. Auch das Segment Elevator hat sich dem Thema Mobilität verschrieben. Wachstumschancen werden vor allem in Asien und Osteuropa gesehen, wobei Elevator ein besonderes Augenmerk dem Servicegeschäft widmen wird. Bei Services liegt der Fokus der Wachstumsstrategie auf den Werkstoff- und den Industriedienstleistungen, mit den regionalen Schwerpunkten Osteuropa und Mittlerer Osten.
Mehr über unsere strategische Ausrichtung und die wesentlichen Investitionsvorhaben erfahren Sie in diesem Geschäftsbericht. 2005 hat ThyssenKrupp das Desinvestitionsprogramm 33+ abgeschlossen und ist auf einen nachhaltigen und profitablen Wachstumskurs eingeschwenkt. Dafür ist ein Investitionsvolumen von bis zu 20 Mrd € vorgesehen, wovon in den beiden vergangenen Jahren bereits mehr als 5 Mrd € abgearbeitet worden sind. Diese Investitionen werden wesentlich dazu beitragen, die angepeilten längerfristigen Umsatz- und Ergebnisziele zu erreichen. Wer ThyssenKrupp schon länger begleitet, der weiß, dass unsere Pläne stets anspruchsvoll sind und immer eine solide finanzielle Basis haben. Daran wird sich auch künftig nichts ändern.
Unsere Mitarbeiter – der Schlüssel zum Erfolg
Die wichtigsten Investitionen sind die in unsere Mitarbeiter und deren Innovationskompetenz. Deshalb bilden wir Jahr für Jahr junge Menschen aus, und zwar immer über den eigenen Bedarf hinaus. Wir erweitern ständig unser Weiterbildungsangebot, fördern die Kreativität durch den konzernweiten Ideenwettbewerb und einen konsequenten Wissenstransfer. Im Berichtsjahr hat die ThyssenKrupp Academy ihre Tätigkeit aufgenommen und mittlerweile mehr als 20 maßgeschneiderte Fachprogramme für Top-Führungskräfte aufgelegt. Auch die Frage eines qualifizierten Nachwuchses für die Zukunft liegt uns sehr am Herzen. Deshalb engagieren wir uns dafür, die junge Generation frühzeitig für Technik und Innovation zu begeistern und für technische sowie naturwissenschaftliche Berufe zu interessieren. Im Mai 2008 wird der bereits dritte ThyssenKrupp IdeenPark – diesmal in Stuttgart – stattfinden und Sie alle sind dazu herzlich eingeladen.
Unser unternehmerisches Handeln wird von einem Motiv durchgängig geprägt – es ist die Verantwortung für das Unternehmen und seine Zukunft. Das bedeutet zugleich Verantwortung gegenüber unseren Kunden – wir wollen ihnen optimale Produkte und Services bieten; gegenüber den Mitarbeitern – wir sorgen für anspruchsvolle Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive; gegenüber der Gesellschaft, als deren engagiertes Mitglied wir uns sehen. Im Mittelpunkt steht selbstverständlich die Verantwortung, die wir Ihnen gegenüber haben, unseren Aktionärinnen und Aktionären. Wir wollen Ihr Investment in ThyssenKrupp nachhaltig profitabel gestalten und so dem Vertrauen gerecht werden, das Sie in uns setzen. Bleiben Sie dem Unternehmen weiterhin verbunden, denn die Zukunft von ThyssenKrupp ist es wert.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz
Vorsitzender des Vorstands
Düsseldorf, November 2007





