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ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERNDas Geschäftsjahr 2005/2006 war das bisher erfolgreichste in der noch jungen Unternehmensgeschichte von ThyssenKrupp. In einem freundlichen Marktumfeld haben wir erhebliche Fortschritte erzielt. Der Auftragseingang stieg um 17 % auf 50,8 Mrd €, der Umsatz um 10 % auf 47,1 Mrd €. Das Ergebnis vor Steuern erreichte mit 2,6 Mrd € einen neuen Spitzenwert. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDer konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft hat sich 2006 fortgesetzt. Nach gegenwärtigen Einschätzungen nimmt das Welt-Bruttoinlandsprodukt um 5,2 % zu, nach 4,9 % im Jahr zuvor. Das Weltwirtschaftswachstum fällt damit etwas höher aus, als wir es vor einem Jahr erwartet hatten. Weitgehend stabil blieb der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar. Dagegen sind die Energie- und Rohstoffpreise weiter stark gestiegen. Hohes Wirtschaftswachstum in neuen IndustrieländernWachstumszentren waren auch 2006 die sich rasch entwickelnden Länder in Asien, Lateinamerika sowie in Mittel- und Osteuropa. Die chinesische Wirtschaft wird voraussichtlich mit einer Rate von 10,6 % expandieren. Wachstumstreiber sind hohe Exporte und kräftig steigende Investitionen. Auch die Volkswirtschaften in den übrigen südostasiatischen Schwellenländern sowie in Lateinamerika erreichen ein hohes Wachstumstempo. Ungebrochen ist auch die wirtschaftliche Dynamik in den neuen Mitgliedsländern der EU sowie in Russland. Überwiegend günstig blieben die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenfalls in den entwickelten Industrieländern. In Japan setzte sich der moderate Aufwärtstrend dank einer gestiegenen Binnennachfrage fort. In den USA hingegen kühlte sich die Konjunktur im Jahresverlauf leicht ab. Höhere Zinsen, steigende Benzinpreise und Schwächetendenzen im Immobiliensektor belasteten die Konsumausgaben. Brutto-Inlandsprodukt 2006* reale Veränderung zum Vorjahr in %
* Schätzung Der Euroraum hat sich konjunkturell spürbar erholt. Insgesamt wird für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 % erwartet. Auch die deutsche Wirtschaft wird auf Grund anziehender Binnennachfrage um gut 2 % expandieren. Die stärksten Wachstumsimpulse kommen von den Ausrüstungsinvestitionen, während der private Konsum bisher weniger stark zugenommen hat. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENIn allen wichtigen Kundenbranchen hat sich die Konjunktur weltweit belebt. Dies gilt für die Nachfrage nach Qualitäts- und Edelstahl, die sich auf hohem Niveau befindet, ebenso wie für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Bauwirtschaft. Der Aufschwung ist allerdings regional unterschiedlich; überproportional haben wiederum die Länder Asiens zum Wachstum beigetragen. Hohe Nachfrage nach Qualitäts- und EdelstahlDie internationalen Stahlmärkte waren von einer expansiven Mengenkonjunktur bei überwiegend steigenden Preisen geprägt. Weltweit werden 2006 voraussichtlich mehr als 1,23 Mrd t Rohstahl erzeugt. Der Anstieg um 8 % entfällt zu einem erheblichen Teil auf China, das seine Produktion voraussichtlich um 18 % auf 415 Mio t erhöht. Da die inländische Nachfrage nicht in gleichem Maße zunahm, wurde China erstmals Nettoexporteur von Stahl. Auch in Indien ist das Produktionswachstum außerordentlich stark. In der Europäischen Union wird 2006 rund 5 % mehr Rohstahl erzeugt. Vor allem die osteuropäischen Länder, die im vergangenen Jahr ihre Produktion stärker zurückgefahren hatten, verzeichnen wieder einen höheren Ausstoß. In Deutschland nimmt die Rohstahlproduktion voraussichtlich um 4 % auf 46,5 Mio t zu. Die Stahlwerke waren überwiegend voll ausgelastet. In Westeuropa führten der konjunkturbedingt höhere Stahlverbrauch und der damit einhergehende Lageraufbau zu einem kräftigen Anstieg der Nachfrage nach Qualitätsflachstahlerzeugnissen. Die westeuropäischen Produzenten verbuchten bis in den Sommer hinein deutliche Absatzsteigerungen, wobei sich auch die Einfuhren aus Drittländern beträchtlich erhöhten. Dennoch konnten die Preise im Quartals- und Spotgeschäft bei weiter gestiegenen Rohstoffkosten sukzessiv erhöht werden, da die Nachfrage das Angebot vielfach überstieg. Die Stahlmarktentwicklung in Nordamerika war vergleichbar mit der in Europa, wobei der Höhepunkt im Stahlzyklus hier im Frühherbst erreicht zu sein schien. Dies zeigte sich daran, dass das Nachfragewachstum schwächer wurde, das Angebot zunahm und die Preise leicht nachgaben, die allerdings auch das weltweit höchste Niveau erreicht hatten. In Asien schwächte ein wachsender Angebotsüberhang das Preisniveau bereits zum Sommer hin merklich ab. Überschussmengen wurden verstärkt exportiert. Insbesondere China steigerte gegenüber dem Vorjahr sowie im Laufe des Jahres 2006 seine Lieferungen vor allem nach Nordamerika und Europa erheblich. Der Markt für rost-, säure- und hitzebeständige (RSH) Edelstahlflachprodukte entwickelte sich positiv. Nach dem schwachen Vorjahr ist die weltweite Nachfrage deutlich gestiegen. Aktuelle Prognosen gehen für 2006 bei RSH-Kaltflachprodukten von einem Nachfragewachstum um annähernd 10 % auf weltweit 14,7 Mio t aus. Neben der günstigen konjunkturellen Entwicklung trägt hierzu auch die Aufstockung der im Vorjahr stark reduzierten Lagerbestände bei Händlern und Endverbrauchern bei. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung haben sich allerdings einige der in der Edelstahlproduktion eingesetzten Rohstoffe drastisch verteuert. Insbesondere der Preis für Nickel erreichte Rekordhöhen. In Europa hat sich der Markt für RSH-Kaltflachprodukte nach einem Rückgang im Vorjahr wieder spürbar erholt. Neben der höheren Nachfrage haben dazu temporäre und auch dauerhafte Produktionskürzungen beigetragen. Die europäischen Produzenten konnten ihre Auftragseingänge beträchtlich ausweiten und die Basispreise mehrfach erhöhen. Die Produktionskapazitäten aller Rostfrei-Hersteller in Europa waren voll ausgelastet. Es kam zu zeitweiligen Engpässen in der Versorgung der Kunden und zunehmend längeren Lieferzeiten. Das höhere Preisniveau und die knappe Versorgung der Kunden ließen auch die Importe nach einem Rückgang im Vorjahr wieder deutlich steigen. In Nordamerika ist die Nachfrage nach RSH-Kaltflachprodukten ebenfalls kräftig gestiegen und machte dort mehrere Aufbesserungen der Basispreise möglich. Angespannt blieb die Lage in Asien und in China. Hohe Kapazitätsüberhänge und eine schwache Nachfrageentwicklung haben die Preise belastet. Der Markt für Nickellegierungen profitierte von der guten Entwicklung im Anlagenbau sowie in der Öl-, Gas- und Luftfahrt-Industrie. Nach derzeitigen Prognosen dürfte 2006 das weltweite Marktvolumen das hohe Vorjahresniveau nochmals leicht übertreffen. Erfreulich waren auch die starke Nachfrage und die Preisentwicklung bei Titanhalbzeugen. Umsatz nach Kundengruppen 2005/2006 in %
Automobilproduktion wächst in AsienDie internationale Automobilnachfrage hat wie erwartet weiter zugenommen. 2006 wird die weltweite Produktion voraussichtlich um 2,5 % auf 68,7 Mio Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge steigen. Mit rund 80 % entfällt der überwiegende Teil des weltweiten Produktionszuwachses auf die Länder Asiens. Vor allem China hat seine Marktposition weiter ausbauen können und produziert erstmals mehr Fahrzeuge als Deutschland. Insgesamt werden die asiatischen Länder außerhalb Japans mit voraussichtlich ca. 15 Mio Fahrzeugen die Produktion um knapp 10 % ausweiten. In Nordamerika bewegt sich die Automobilproduktion mit 16,2 Mio Fahrzeugen knapp unter der Höhe des Vorjahres. Angesichts der kräftig gestiegenen Benzinpreise musste das Marktsegment der Light Trucks – insbesondere großvolumige Pick-ups und Sport Utility Vehicles – deutliche Absatzeinbußen hinnehmen. In Brasilien steigt die Fahrzeugproduktion 2006 um 4,5 % auf 2,5 Mio Einheiten. Erfreulich entwickelt sich die Automobilkonjunktur in Mittel- und Osteuropa, wo für 2006 ein Produktionsplus von etwa 10 % erwartet wird. Die westeuropäische Fahrzeugproduktion wird 2006 mit knapp 17,4 Mio Fahrzeugen den Vorjahreswert geringfügig unterschreiten. Der deutsche Fahrzeugbau produziert voraussichtlich 5,8 Mio Fahrzeuge, 1 % mehr als im Jahr zuvor. Dazu haben insbesondere die hohe Nachfrage nach Nutzfahrzeugen und der Export von Personenkraftwagen beigetragen. Maschinenbau expandiertVor dem Hintergrund der robusten Weltkonjunktur und gestiegener Investitionen hat sich die Lage des Maschinenbaus verbessert. In den USA, Japan und vor allem in China werden 2006 erhebliche Produktionszuwächse realisiert. Auch im deutschen Maschinenbau hielt die positive Entwicklung an. Die hohen Auftragseingänge sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland lassen einen Anstieg der Maschinenbauproduktion um mehr als 5 % erwarten. Der deutsche Großanlagenbau verzeichnete weiterhin eine lebhafte Nachfrage. Deutsche Bauwirtschaft erholtDie Bauwirtschaft expandiert vor allem in Asien sowie in Mittel- und Osteuropa. In den USA liegt das Wachstum 2006 etwa auf Vorjahreshöhe. Die Perspektiven der deutschen Bauwirtschaft haben sich dagegen aufgehellt. Die höhere Nachfrage aus der Industrie und die Erneuerung der Infrastruktur führten zu einer deutlichen Steigerung des Auftragseingangs. Nach Jahren der Rezession ist nun mit einem leichten Zuwachs der Bauproduktion zu rechnen. ERFOLGREICHER GESCHÄFTSVERLAUF BEI THYSSENKRUPP
In diesem insgesamt positiven Konjunkturumfeld hat ThyssenKrupp 2005/2006 erfolgreich gearbeitet und das bisher beste Ergebnis erzielt. Wesentliche Kenngrößen haben sich, wie in der oben stehenden Tabelle angegeben, weiter verbessert. Kräftiger Anstieg bei Auftragseingang und UmsatzAuftragseingang und Umsatz sind kräftig gestiegen. Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich auf 50,8 Mrd € und lag um 17 % über dem Vorjahreswert. Die Neubestellungen entwickelten sich damit besser, als noch vor einem Jahr zu erwarten war. Vor allem das Werkstoffgeschäft in den Segmenten Steel, Stainless und Services verlief günstiger, als wir vorausgesehen hatten. Der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 10 % auf 47,1 Mrd €. Die hohe Nachfrage und gestiegene Preise für Qualitätsflachstahl- und Edelstahlprodukte ließen den Umsatz von Steel und Stainless stärker als geplant steigen. Auch bei Services wurden dank der guten Werkstoffkonjunktur die Zielgrößen deutlich übertroffen. Das Geschäftsvolumen von Automotive, Technologies und Elevator lag leicht über unseren Erwartungen.
Portfoliooptimierung konsequent fortgesetztThyssenKrupp hat den Prozess der Portfoliooptimierung fortgesetzt. Zu den wesentlichen Akquisitionen zählte 2005/2006 der Beteiligungserwerb von Atlas Elektronik im Segment Technologies. Elevator hat durch eine Vielzahl kleinerer Akquisitionen die Marktposition weltweit gestärkt. Bei Services lag der regionale Schwerpunkt des externen Wachstums in Osteuropa sowie in Nordamerika. Automotive trennte sich von mehreren Aktivitäten, die nicht mehr zu den Kerngeschäften zählen. Dazu gehörten das Geschäft mit Nutzfahrzeugfedern in Europa, Aluminiumgießereien in Europa und Nordamerika sowie die US-Werke zur Herstellung von Fahrzeugteilen. Auch die übrigen Segmente haben Randaktivitäten abgegeben. Das durch Akquisitionen erworbene Umsatzvolumen belief sich im Berichtsjahr bis einschließlich Oktober 2006 auf 0,9 Mrd €, die Desinvestitionen erreichten ein Volumen von 1,9 Mrd €. Seit der Fusion von Thyssen und Krupp sind damit Unternehmen mit einem Umsatz von 8,9 Mrd € veräußert und solche mit einem Umsatz von 7,9 Mrd € erworben worden. Spitzenergebnis erzieltDie Portfoliooptimierung hat zusätzlich zu der hervorragenden Geschäftsentwicklung und den erfolgreichen Effizienzsteigerungsprogrammen die Ergebnisqualität des Konzerns verbessert. Das Konzernergebnis erreichte 2.623 Mio €. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis um 946 Mio € oder 56 % übertroffen. Fast 1 % mehr MitarbeiterDie Zahl der Mitarbeiter hat sich erhöht. Am 30. September 2006 lag sie im Konzern bei 187.586, das sind 1.654 oder fast 1 % mehr als im Vorjahr. Auf Grund der Unternehmensverkäufe verringerte sich vor allem die Zahl der Mitarbeiter bei Automotive. Services verzeichnete akquisitionsbedingt die größten Zuwächse. ERWARTUNGEN ÜBERTROFFENDie hervorragende Geschäftsentwicklung hat unsere Erwartungen, die wir zum Zeitpunkt des Verfassens des letzten Geschäftsberichts hatten, deutlich übertroffen. Den ursprünglich mit 43 Mrd € geplanten Umsatz haben wir um 10 % überschritten. Dazu haben nicht nur der gute Konjunkturverlauf, sondern auch unsere erfolgreichen Marketinganstrengungen beigetragen. Außerdem haben unsere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umfangreiche Produktivitätsreserven erschlossen, die auf der Aufwands- und Ertragsseite die Rentabilität verbesserten und den Unternehmenswert erhöhten. So konnten wir das ursprüngliche Ergebnisziel, das ohne wesentliche Sondereffekte in der Größenordnung von 1,5 Mrd € lag, beträchtlich überschreiten: Der Zuwachs beträgt 1,1 Mrd €, ein Plus von fast 75 %. Unser ROCE liegt mit 17,9 % ebenfalls deutlich höher, als wir zu Beginn des Berichtsjahres erwarten konnten. Als sich diese positiven Entwicklungen im Laufe des Berichtsjahres ausreichend konkret abzeichneten, haben wir unsere Erwartungen entsprechend angehoben und dies auch kommuniziert. DIE WESENTLICHEN ABSATZMÄRKTE UND DIE WETTBEWERBSLAGEThyssenKrupp ist weltweit tätig. In Deutschland erzielen wir 34 % bzw. 15,8 Mrd € des Konzernumsatzes, auf Kunden im Ausland entfallen 66 % bzw. 31,3 Mrd €. Schwerpunkte unseres Auslandsgeschäfts sind die Länder der EU und die Nafta-Region mit Anteilen von 28 % bzw. 22 %. Auf vielen internationalen Märkten nehmen ThyssenKrupp Unternehmen mit ihren Produkten führende Positionen ein. Weltweites MarketingDurch eine Vielzahl von Marketing-Maßnahmen von der Produktgestaltung, der Preispolitik, Vertriebsorganisation bis hin zu produktbezogener Kommunikation und Werbung fördert ThyssenKrupp den weltweiten Absatz seiner Produkte und Dienstleistungen. Operativ verantwortlich sind in einem konzernweit einheitlichen Corporate-Design-Rahmen die Gesellschaften der Segmente, die selbstständig am Markt auftreten. Angesichts des breiten Produkt- und Dienstleistungsspektrums unseres Konzerns und der sehr unterschiedlichen Märkte, auf denen wir tätig sind, ist dadurch eine schnelle Reaktion auf Marktänderungen und Kundenwünsche möglich. In engem Kontakt zu unseren Kunden optimieren die Konzernunternehmen ihr Leistungsangebot und positionieren es gegenüber Konkurrenzangeboten. Ständige Innovationen sichern Qualität und Alleinstellungsmerkmale unserer Leistungspalette. Umsatz nach Absatzgebieten 2005/2006 in %
ERTRAGSLAGE UND DIVIDENDE
Zum dritten Mal in Folge signifikanter GewinnzuwachsThyssenKrupp steigerte den Gewinn vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2005/2006 um 946 Mio € auf 2.623 Mio €. Damit erzielte das Unternehmen zum dritten Mal in Folge einen signifikanten Gewinnzuwachs im dreistelligen Millionenbereich. Wesentliche Faktoren waren das hohe Erlösniveau und die anhaltend hohe Nachfrage nach Stahl- und Edelstahlprodukten. Hiervon profitierten vor allem die Segmente Steel, Stainless und Services. Das Segment Technologies erreichte eine deutliche Gewinnsteigerung insbesondere auf Grund der hohen Nachfrage nach Industrieanlagen und mechanischen Komponenten. Das Segment Elevator steigerte den Gewinn auf hohem Niveau, und dies vor allem in Nordamerika. Das Segment Automotive erwirtschaftete einen hohen Verlust infolge umfangreicher Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen; sein operatives Ergebnis war zwar durch Margendruck und negative Wechselkurseffekte belastet, aber insgesamt positiv. Umsatz und Umsatzkosten stiegen jeweils um knapp 10 %, die Brutto-Umsatzmarge lag mit 17 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten wuchsen unterproportional. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 433 Mio €: Dies war unter anderem eine Folge der Vereinnahmung einer Break-up Fee aus der nicht durchgeführten Übernahme von Dofasco; ferner wurden hier Versicherungsleistungen aus zwei größeren Brandschäden erfasst. Die gegenläufigen Aufwendungen aus den Sachschäden und den Betriebsunterbrechungen sowie Maßnahmen zur Schadensminderung sind in den Umsatzkosten oder im Umsatz enthalten. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 134 Mio € ist in erheblichem Umfang auf Restrukturierungsaufwendungen, insbesondere im Segment Automotive, zurückzuführen. Die Zinserträge waren auf Grund des im Jahresmittel höheren Bestands an liquiden Mitteln höher, während die Zinsaufwendungen durch den unterjährigen Schuldenabbau geringer wurden. Die Aufwendungen für Ertragsteuern betrugen 919 Mio € nach 737 Mio € im Vorjahr. Die Steuerquote sank von 44 % auf 35 %. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass operative Gesellschaften in Ländern mit verringerten gesetzlichen Steuersätzen einen höheren Anteil am steuerlichen Ergebnis erzielten. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr anstelle von negativen Veräußerungsergebnissen ohne Steuerwirkung leicht positive Veräußerungsresultate ohne Steuerwirkung erzielt. Im Berichtsjahr fielen keine Aufwendungen oder Erträge aus nicht fortgeführten Aktivitäten an. In der Vergleichszahl des Vorjahres sind in dieser Position die Verkaufsergebnisse und laufenden Ergebnisse des Bereichs Wohnimmobilien und der Business Unit MetalCutting aus dem Segment Technologies enthalten. Das Vorjahresergebnis ist darüber hinaus durch den Aufwand aus Abschreibung der RAG-Beteiligung gemindert. Der Jahresüberschuss betrug 1.704 Mio € nach 1.079 Mio € im Vorjahr. Der Anteil anderer Gesellschafter am Jahresüberschuss stieg auf 61 Mio € nach 41 Mio € im Vorjahr. Dies ist eine Folge der verbesserten Ergebnislage bei den Gesellschaften mit konzernfremden Minderheiten. Nach Abzug der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter stieg das Ergebnis pro Aktie von 2,08 € pro Aktie im Vorjahr auf 3,24 € pro Aktie im Berichtsjahr. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien betrug im zeitanteilig gewichteten Jahresdurchschnitt 507.731.743 Stück (im Vorjahr 498.628.610). Hierbei ist der Anstieg durch den Verkauf eigener Aktien im November 2005 ebenso zeitanteilig berücksichtigt wie die Verminderung durch den Rückkauf eigener Aktien im Juli und August 2006. Ergebnis der ThyssenKrupp AGDer nach den Regeln des HGB ermittelte Jahresüberschuss der ThyssenKrupp AG betrug im Berichtsjahr 1.118 Mio € nach 920 Mio € im Vorjahr. Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 409 Mio € auf 1.131 Mio € auf Grund der im Vorjahr wesentlich höheren Gewinnausschüttung der ThyssenKrupp Real Estate GmbH, die aus der Veräußerung des Bereichs Wohnimmobilien resultierte. Die Inanspruchnahme der 2004/2005 bei der ThyssenKrupp AG gebildeten Rückstellung für Bewertungsrisiken aus Pensionsverpflichtungen von Organgesellschaften wirkte sich mit 531 Mio € Gewinn erhöhend aus. Die entsprechenden Risiken wurden bei den Organgesellschaften erfasst und haben deren Ergebnisabführungen gemindert. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 15 Mio € nur geringfügig. Nach Abzug der Aufwendungen für die konzernleitende Tätigkeit und für die Altersversorgung ehemaliger Mitarbeiter der ThyssenKrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie der Berücksichtigung des Zinsergebnisses von -162 Mio € ergibt sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1.179 Mio €; im Vorjahr waren es 1.578 Mio €. Das außerordentliche Ergebnis enthält die Break-up Fee von 153 Mio € aus der nicht durchgeführten Übernahme von Dofasco; dem standen Aufwendungen in Höhe von 40 Mio € durch Verschmelzung der ThyssenKrupp Materials & Services GmbH auf die ThyssenKrupp AG gegenüber. Im Vorjahr enthielt das außerordentliche Ergebnis die Abschreibung des Buchwertes der RAG Aktiengesellschaft in Höhe von 512 Mio €. Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag betrug 174 Mio €; er ist von der Inanspruchnahme der zum 30. September 2005 noch vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge beeinflusst. Aus dem sich danach ergebenden Jahresüberschuss von 1.118 Mio € sind 570 Mio € den anderen Gewinnrücklagen zugeführt. Darin enthalten ist eine Zuschreibung auf die Anteile der ThyssenKrupp Steel Beteiligungen GmbH nach § 58 Abs.2a AktG mit einem Eigenkapitalwert von 22 Mio €. Aus dem verbleibenden Gewinn ergibt sich ein Bilanzgewinn von 548 Mio €. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung soll dieser Betrag zur Ausschüttung einer Dividende von 489 Mio € verwendet werden. Ein Betrag von 33 Mio € soll zur Stärkung des Eigenkapitals in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt werden. Der Restbetrag von 26 Mio € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 1,00 € Dividende je StückaktieDie rechtliche Basis für die Ausschüttung bildet der nach HGB ermittelte Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG in Höhe von 548 Mio €; im Vorjahr waren es 448 Mio €. Er setzt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der ThyssenKrupp AG von 1.118 (im Vorjahr 920) Mio € abzüglich einer durch die Verwaltung bereits vorgenommenen Einstellung von 570 Mio € in die anderen Gewinnrücklagen zusammen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, eine Dividende von 1,00 € zu zahlen (im Vorjahr 0,70 € je Stückaktie und eine Sonderausschüttung von 0,10 € je Stückaktie), weitere 33 Mio € in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen und den darüber hinausgehenden Betrag von 26 Mio € auf neue Rechnung vorzutragen. Soweit sich die Anzahl der dividendenberechtigten Aktien bis zum Tag der Hauptversammlung ändern sollte, wird der Gewinnverwendungsvorschlag entsprechend angepasst. Damit ist aus dem Bilanzgewinn von 548 Mio € ein Teilbetrag von insgesamt 489 Mio € zur Ausschüttung auf die zum 30. September 2006 dividendenberechtigten 488.764.592 Aktien vorgesehen. Der Jahresabschluss der ThyssenKrupp AG ist in Kurzform in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
INVESTITIONEN
2005/2006 wurden 2,1 Mrd € investiert, 9 % mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erreichten 1.621 Mio €, die übrigen 456 Mio € entfielen auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen. Die Investitionen überschritten die Abschreibungen in Höhe von 1,4 Mrd € um 0,7 Mrd €. ThyssenKrupp investiert in hohem Maße in seine Wachstumsbereiche und schafft damit die Voraussetzungen dafür, auch künftig wettbewerbsfähig am Markt auftreten zu können. Mehr als die Hälfte der Investitionsmittel fließt in Kapazitäts- und Produktionsausweitungen. Weitere Schwerpunkte sind die Steigerung der technischen Leistungsfähigkeit der vorhandenen Anlagen und die Integration moderner Technologien. Darüber hinaus wird auf die Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung im Kapitel "Finanz- und Vermögenslage" verwiesen. BESCHAFFUNG: ROHSTOFFPREISE WEITER AUF HOHEM NIVEAUDer Materialaufwand betrug im Berichtsjahr insgesamt 29,7 Mrd € und lag damit um 11 % über dem des Vorjahres. Die Zunahme ist sowohl auf die gestiegenen Rohstoffpreise als auch auf das höhere Geschäftsvolumen zurückzuführen. Trotz zum Teil angespannter Märkte war die Versorgung stets sichergestellt. Eisenerz wurde teurerAuf den internationalen Rohstoffmärkten zeigten sich unterschiedliche Preisentwicklungen. Für Eisenfeinerze mussten wegen der weiterhin hohen Nachfrage um 19 % höhere Preise hingenommen werden. Bei Pellets – das sind gepresste kleine Stücke aus hochkonzentriertem Eisenerz – konnten wir dagegen eine Preisreduzierung von 3 % erreichen. Wir beziehen unsere Erze und Pellets hauptsächlich von Lieferanten aus Brasilien, Australien und Kanada. Materialaufwand in Mrd €
Die Versorgung mit Kokskohle hat sich im Berichtsjahr deutlich entspannt. Zum einen haben die internationalen Kohleunternehmen im Berg- und Tagebau ihre Produktion erhöht, zum anderen waren die Vorräte der Verbraucher weltweit höher als früher. Vor diesem Hintergrund konnten wir mit Beginn des neuen Kohlewirtschaftsjahres am 01. April 2006 Preisermäßigungen von rund 10 % erzielen. Bei der Einblaskohle waren es sogar rund 35 %. Die deutliche Entspannung auf dem von China dominierten Koksmarkt hat seit 2005 die Preise für international gehandelten Hochofenkoks merklich zurückgehen lassen. Trotz eines leichten, im Frühjahr 2006 eingesetzten Wiederanstiegs liegen sie immer noch deutlich unter den Spitzenwerten von Ende 2004 bzw. Anfang 2005. Auf dem Nickelmarkt waren hingegen Anzeichen von Unterversorgung zu erkennen. Die Notierungen stiegen im Berichtszeitraum von 11.600 US-Dollar je Tonne im November 2005 auf 20.685 US-Dollar je Tonne im Mai 2006 und weiter bis auf 29.700 US-Dollar je Tonne im August 2006. Der Zuschlag für sofort gelieferte Ware betrug bis zu 5.050 US-Dollar je Tonne. Beim Chrom gingen die Weltmarktpreise kurzfristig zurück, um aber Mitte 2006 wieder das vorherige Niveau zu erreichen. Die Preise für Ferromolybdän haben sich nach kurzfristigen Ausschlägen auf etwa 60 US-Dollar je Kilogramm reduziert. Ähnliches war bei Vanadium zu beobachten. Dagegen sind die Preise für Aluminium und Zink teilweise drastisch gestiegen. Der Zinkpreis hatte sich von Oktober 2005 bis Mai 2006 mehr als verdoppelt und lag Ende 2005/2006 um 129 % höher als zu Beginn des Geschäftsjahres. Bei unlegiertem Stahlschrott bewegten sich die Preise wellenartig: Zu Beginn des Berichtsjahres gingen sie auf 180 € je Tonne zurück, erhöhten sich dann aber bis auf 236 € je Tonne im Juli 2006 und zeigten anschließend eine leicht fallende Tendenz. Für legierten Schrott blieben die Einkaufspreise bis Frühjahr 2006 stabil, da auf dem Markt ausreichende Mengen verfügbar waren. Auf Grund der guten Edelstahlkonjunktur ist die Nachfrage nach legiertem Schrott später deutlich gestiegen, was auch die Preise nach oben trieb. Auftragsbündelung und Jahreskontrakte verbesserten EinkaufspositionVielen Preissteigerungen konnten wir durch eine stärkere Bündelung der Aufträge und den Abschluss von Jahreskontrakten erfolgreich entgegenwirken. Dies galt beispielsweise bei Zukaufteilen in den Bereichen Elektro- und Maschinenbau, Pneumatik und Hydraulik, die nicht von Metallpreisen abhängen. Im Maschinen- und Anlagenbau erhöhten sich wegen der sehr guten Auslastung der Zulieferbetriebe zwar die Lieferzeiten für Teile aus dem Sondermaschinen- und Großmaschinenbau. Aber das Preisniveau blieb trotzdem stabil. Bei den übrigen Produkten sowie den direkten und indirekten Dienstleistungen half vor allem das Aufspüren neuer internationaler Lieferanten, Preise zu halten oder gar zu senken. Auch die Bündelung von Einkaufsmengen stärkte unsere Verhandlungsposition. Konkrete Kostenvorteile brachte nicht zuletzt auch das Projekt Inhouse-Sourcing, bei dem die Fertigungen innerhalb des Konzerns mit den am Markt etablierten Wettbewerbern konkurrieren. Gefördert und unterstützt werden die Einkaufsaktivitäten mit den neu im Konzern eingeführten strategischen Tools des Lieferantenmanagement, einer Bewertung und Entwicklung strategischer Lieferanten, sowie des Global Sourcing, einer systematischen Untersuchung der Bedarfsgruppen und der Identifizierung neuer Bezugsquellen. Darüber hinaus wird der globale Einkauf durch die ThyssenKrupp Beschaffungsplattform erleichtert. Das über das Internet zugängliche Programm-Modul Strategic Sourcing ermöglicht weltweite Ausschreibungen und Auktionen. Im Berichtsjahr wurde bereits ein Bedarfsvolumen von mehr als 500 Mio € über das Internet ausgeschrieben. Online-Ausschreibungen werden derzeit von Konzernunternehmen in Deutschland, Liechtenstein, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA durchgeführt. Zusätzlich hat die Anzahl unserer Auktionen zugenommen. Auch unser zweites Programm-Modul – Catalog Ordering – hat sich weiter international durchgesetzt. Inzwischen sind mehr als 3 Mio Artikel von über 250 Lieferanten online zu beziehen. Damit reduzieren wir die Durchführungskosten bei Einkäufen für uns und unsere Lieferanten ganz erheblich. Im Berichtsjahr haben wir auch ein konzernweit einheitliches Lieferantenmanagement eingeführt. Lieferanten werden im ganzen Konzern nach einheitlichen Methoden und Kriterien bewertet. Durch ein internetbasiertes Lieferantenmanagementtool werden alle mit den Lieferanten arbeitenden Abteilungen und Mitarbeiter in die Bewertungen einbezogen. Gleichzeitig haben wir damit eine Lieferantendatenbank geschaffen, auf die unsere Konzernunternehmen online zugreifen können. Öpreise treiben LogistikkostenDie Preise für eingekaufte Logistikdienstleistungen waren im Bereich des Straßenverkehrs durch die hohen Treibstoffkosten geprägt. Dies galt vor allem für Westeuropa. Dagegen konnten für Transporte nach Osteuropa Preissenkungen erzielt werden. Im Stückgutbereich optimierten wir unsere Marktposition durch Rahmenverträge. Komplettladungen wurden direkt am Markt vermehrt über Plattformen ausgeschrieben. Innerdeutsche Bahnfrachten sind weitgehend über Langfristverträge abgesichert. Für internationale Transporte gingen die Kosten sogar zurück. Im Luftfrachtbereich konnten wir die Preise über Rahmenverträge senken. Gegenläufig entwickelten sich allerdings die Kosten für Treibstoffzuschläge und Sicherheitsprozesse. In der Seefracht lagen die Raten für den Transport von Massengütern trotz eines nach wie vor hohen Niveaus unter denen des Vorjahres. Während Containerfracht nach Asien günstig war, lagen die Raten für Transporte aus dieser Region auf hohem Niveau. Die Containerfrachtkapazität in Richtung USA/Kanada ist weiterhin begrenzt und damit anfällig für Preissteigerungen. Beim steigenden Containervolumen haben einige Häfen Schwierigkeiten, die Fracht kostengünstig und effizient zu verladen. Für Energie haben wir 2005/2006 mehr zahlen müssen als im Jahr zuvor. Die weiter steigende Nachfrage in Asien hat Mineralöl und die daraus hergestellten Produkte drastisch verteuert. Auch die durch Hurrikane Katrina und Rita ausgelösten Produktionseinschränkungen trugen dazu bei. Gleichzeitig erhöhten sich die Erdgaspreise im Berichtsjahr um 48 %. Dieser Preisschub wurde von unseren Lieferanten mit rückläufigen Lagerstätten in den Exportländern und einer Neubewertung des Erdgases auf dem Markt begründet. Für Strom mussten wir ebenfalls höhere Preise hinnehmen. Die Aufschläge für die Förderung der Erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Stromsteuer machten diese Energie teurer denn je. Zum Anstieg der Stromkosten hat auch die Einführung des Handels mit CO2-Emissionen beigetragen. Die Preisaufschläge konnten nicht durch den Verkauf von Berechtigungen im Emissionshandel ausgeglichen werden, den ThyssenKrupp 2005/2006 erstmals aufgenommen hat. Insgesamt waren unseren Konzernunternehmen Berechtigungen für die Emission von 18,7 Mio t CO2 pro Jahr für die erste Handelsperiode 2005-2007 zugeteilt worden. Durch Emissionseinsparungen in der Produktion und auf die erste Handelsperiode beschränkte Regelungen bei der Zuteilung ergab sich ein Überschuss an Emissionsberechtigungen, der im Handel abgegeben werden konnte. Der Emissionshandel erfolgt operativ durch die Konzernholding, um so Synergien nutzen zu können und das Risikomanagement zu erleichtern. UMWELTSCHUTZ: NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN ALS ZIEL
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung haben im Berichtsjahr den Umweltschutz bei ThyssenKrupp bestimmt. Neben dem laufenden Betrieb der Umweltschutzeinrichtungen, für den 412 Mio € aufgewendet wurden, und den Umweltinvestitionen von 30 Mio € haben alle Segmente viele Maßnahmen getroffen, um den Energie- und Rohstoffeinsatz zu senken. Angesichts der hohen Rohstoff- und Energiepreise förderten diese Maßnahmen zugleich die Wirtschaftlichkeit. Das Segment Steel wurde mit dem Umweltpreis der Volkswagen AG ausgezeichnet. Neben der umweltschonenden Produktion galt die Würdigung vor allem unseren innovativen Lösungen, die dabei helfen, Autos immer umweltfreundlicher zu machen. Hierzu gehören beispielsweise gewichtsoptimierte Bauteile, die den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge verringern. ThyssenKrupp Steel wurde von Volkswagen zum Sustainability Partner ernannt und damit in den Kreis von Lieferanten aufgenommen, die sich nachdrücklich zu den Zielen nachhaltigen Wirtschaftens bekennen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielten sowohl beim Bau eines neuen als auch bei der Modernisierung eines bestehenden Hochofens in Duisburg eine wichtige Rolle. Durch neue Entstaubungstechniken wird künftig weniger Staub und Feinstaub austreten. Zusätzlich werden durch eine besonders geräuscharme Kühlanlage die Lärmemissionen geringer. Im Segment Stainless haben Umweltexperten und Betriebsingenieure ein neues elektrochemisches Verfahren eingeführt, mit dem sich die beim Beizen des Edelstahls entstehenden Altsäuren und metallhaltigen Schlämme wiederverwerten lassen. Mit dieser Elektrodialyse wird Säure zurückgewonnen und die Nitratfracht im Abwasser um 35 % verringert. Ziel der weiteren Entwicklungsarbeiten ist ein geschlossener Aufbereitungsprozess ohne jegliche Altsäuren und Abwässer. Für die Fertigung moderner Einspritzventile in Automobilmotoren wurde eine Hülse aus dem Werkstoff Pernifer 36Z entwickelt, die sich auch in Temperaturbereichen bis 200 ºC kaum ausdehnt. Damit ist die korrekte Funktion der Einspritzventile, die für einen schadstoffarmen Motorenbetrieb Voraussetzung ist, in allen Last- und Temperaturbereichen gewährleistet. Ressourcenschonung und Energieeinsparung standen auch bei Automotive im Vordergrund. Mit der bisher nicht genutzten Abwärme von Schmelzaggregaten werden künftig Werkshallen geheizt. Zusätzlich wird der Heizölverbrauch durch eine Wärmepumpe gesenkt. In einer Härterei sinkt der Wasserverbrauch durch eine Neugestaltung der Kühlkreisläufe. Mit einer neu eingeführten Schmiedetechnologie gelang es ThyssenKrupp Metallurgica Campo Limpo in Brasilien, eine höhere Fertigungspräzision und die Einhaltung der strengen Emissionsstandards mit dem Leichtbaukonzept zu verbinden. Die Gesellschaft engagierte sich auch umweltpolitisch und förderte mit einer speziell für die Schüler der umliegenden Schulen eingerichteten "Umweltschule" das Bewusstsein für die Natur. Das Segment Technologies hat für die Abu Qir Fertilizer Company in Ägypten eine EnviNOx®-Abgasanlage errichtet. Mit dieser Anlage werden klimaschädliches Lachgas und Stickoxid über einen Katalysator in unschädlichen Stickstoff, Sauerstoff und Wasser verwandelt. Allein diese eine Anlage wird Klimagase mit einer klimaschädlichen Wirkung von 1,4 Mio t CO2 reduzieren. Dies entspricht dem CO2-Ausstoß von ca. 350.000 Pkw mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 20.000 km pro Jahr. Außerdem wurde eine Anlage zur Herstellung eines kompostierbaren Kunststoffs entwickelt, der aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Weizen gewonnen wird. Dieser Kunststoff – eine Polymilchsäure – kann die Verpackungsmaterialien PET und Polystyrol ersetzen. Weitere Maßnahmen befassten sich mit Energie-Einsparungen, beispielsweise in Wärmebehandlungsöfen. Auch im Segment Elevator konzentrierten sich die Maßnahmen auf höhere Energieeffizienz, und zwar beim Betrieb von Aufzügen und Fahrtreppen. Dazu wurde eine Reihe getriebeloser Antriebsmaschinen für Aufzüge entwickelt, die zusammen mit innovativen Änderungen im gesamten Antriebs- und Aufhängungssystem den Energieverbrauch weiter senken. Bei Fahrtreppen wurde eine neue Generation von Ausstattungen auf den Markt gebracht, die deutlich niedrigere Anschaffungskosten bietet. Damit kann beispielsweise die energiesparende Option "Langsamlauf" bei leeren Fahrtreppen für wesentlich mehr Anlagen eingesetzt werden. Dies reduziert den Energieverbrauch bei unseren Kunden. Ingenieure und Techniker aus dem Industrieservice-Geschäft des Segments Services haben im Müllheizwerk Bremen eine moderne Feuerung installiert, die den Müll effizienter verbrennt und gleichzeitig die Emissionen senkt. Die kontrollierte Wärmeabfuhr sowie eine optimale Luftzufuhr verbessern die Verbrennung und erhöhen den Wirkungsgrad. Dadurch sinken die spezifischen Emissionen und das Reststoffaufkommen. ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG DES GESCHÄFTSJAHRESThyssenKrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr gut gewirtschaftet. Neben dem Vorsteuerergebnis erreichten auch weitere Kennzahlen Spitzenwerte. Die Segmente Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services konnten ihre Marktpositionen, Umsätze und Ergebnisse weiter ausbauen. Das Segment Automotive trieb die Restrukturierung insbesondere in den USA voran. Höhere Leistung und Effizienz standen in allen Segmenten im Fokus unserer Arbeit; die Erfolgsgeschichte des konzernweiten Programms ThyssenKrupp best setzte sich fort. Nachdem der Konzern die Phase der Konsolidierung weitestgehend abgeschlossen hat, ist unser Ziel nun profitables, nachhaltiges Wachstum in den drei Tätigkeitsschwerpunkten Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen. Durch internes Wachstum, gezielte Akquisitionen und eine verstärkte Dienstleistungsorientierung werden wir die Ertragskraft und den Wert des Unternehmens beständig steigern können. Die Ergebnisse des Berichtsjahres zeigen bereits erste Zwischenerfolge. |
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