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Brief an die Aktionäre
der vorliegende Geschäftsbericht informiert Sie über das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr Ihres Unternehmens seit der Fusion im Jahr 1999. An diesem Erfolg wollen wir Sie angemessen beteiligen und Ihnen für Ihr Vertrauen in ThyssenKrupp danken: Wir schlagen der Hauptversammlung vor, die Dividende für das Geschäftsjahr 2004/2005 um 0,10 € zu erhöhen und 0,70 € je Stückaktie auszuschütten. Hinzu kommt eine Sonderausschüttung von 0,10 €, die aus dem nahezu abgeschlossenen Desinvestitionsprogramm resultiert. Wie haben wir 2004/2005 gewirtschaftet? Der Konzern erzielte einen Umsatz von 42,1 Mrd €, das ist ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern und Sondereffekten erreichte mit 1,8 Mrd € nach 1,5 Mrd € im Vorjahr eine neue Rekordmarke. Das Ergebnis je Aktie stieg von 1,81 € auf 2,05 €. Bei der Gesamtkapitalrentabilität haben wir den Vorjahreswert von 12 % überschritten; sie betrug 15 %. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten konnten komplett abgebaut werden. Zum 30. September 2005 weisen wir erstmals Netto-Finanzforderungen in Höhe von 9 Mio € aus. Das sind die Eckdaten des Berichtsjahres; weitere Informationen finden Sie in diesem Geschäftsbericht. Alle Segmente konnten ihre Marktpositionen weiter ausbauen und ihre Umsätze steigern. Beim Ergebnis haben Steel, Technologies und Services erfreulich zugelegt. Elevator blieb in schwieriger Marktsituation operativ auf Vorjahresniveau, und bei Automotive war das Ergebnis durch erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen in den USA belastet. Den größten Beitrag zum Konzerngewinn erwirtschaftete Steel. Dies war nicht allein der guten Stahlkonjunktur zu verdanken, denn auch die Rohstoff- und Energiepreise sind beträchtlich gestiegen. Vielmehr ist es uns gelungen, mit internen Verbesserungsprogrammen die Produktivität und die Effizienz weiter deutlich zu steigern. Dies gilt übrigens nicht nur für Steel. Leistungs- und Effizienzverbesserungen waren in allen Segmenten ein vorrangiges Thema – vor allem im Rahmen des konzernweiten Programms ThyssenKrupp best. Wie ist der Stand bei der Strategieumsetzung? Im Jahr 2003 hatten wir das Programm "Desinvest 33+" aufgelegt, das die Trennung von über 30 nicht strategischen Beteiligungen vorsah. Dieses Programm haben wir nun im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt haben wir seit der Fusion Unternehmen mit einem Umsatz von 7,1 Mrd € erworben und uns von Unternehmen mit einem Umsatz in der gleichen Größenordnung getrennt. Die größten Projekte im Berichtsjahr waren die Bildung des Werftenverbundes nach dem Mehrheitserwerb der Howaldtswerke-Deutsche Werft sowie der Verkauf der Wohnimmobilien. Die Phase der Konsolidierung ist damit weitestgehend beendet. Wir haben unser Leistungsprogramm auf die Kerngeschäfte konzentriert und zugleich neuen Spielraum für künftige strategische Akquisitionen geschaffen. Was haben wir strategisch weiter vor? Von der Konsolidierungsphase schalten wir jetzt um auf eine Phase profitablen, nachhaltigen Wachstums. Unsere Aktivitäten in den drei Tätigkeitsschwerpunkten Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen werden wir weiter ausbauen. Dabei bleibt es unser Ziel, die Ertragskraft und den Wert Ihres Unternehmens, meine Damen und Herren, kontinuierlich zu steigern. Verbunden mit der Restrukturierung im Stahlbereich waren auch die Neuordnung und die Konzentration auf die beiden Bereiche Steel und Stainless. Wir haben mit Steel und Stainless zwei eigenständige Segmente geschaffen, um den unterschiedlichen Marktverhältnissen und Produktionsabläufen bei Carbon und Stainless Rechnung zu tragen. Zudem können wir uns so gezielter an der Konsolidierung der internationalen Stahlindustrie beteiligen. Mehr über unsere Pläne für das Stahlwerksprojekt in Brasilien, mit dem die Wachstumschancen in Nordamerika und im erweiterten EU-Markt genutzt werden sollen, können Sie im Kapitel Steel nachlesen. Bei Automotive müssen die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder und die Restrukturierung weiter fortgesetzt werden. Das Segment Technologies setzt künftig auf die ertragsstarken Säulen Plant Technology, Marine Systems und Mechanical Engineering. Elevator rundet seine Marktpositionen im Neu- sowie Servicegeschäft ab und arbeitet daran, weitere Marktanteile zu gewinnen. Der industrielle Werkstoffund Prozessdienstleister Services strebt weiteres Wachstum, insbesondere in Nordamerika und Osteuropa, an. Internes Wachstum, strategische Akquisitionen und noch stärkere Dienstleistungsorientierung in allen Geschäften – so wollen wir mittelfristig einen Gesamtumsatz von 45 bis 50 Mrd € erreichen. Unser nachhaltiges Ziel beim Ergebnis vor Steuern liegt um 1,5 Mrd €. Diese Größenordnung wollen wir – ohne wesentliche Sondereffekte – auch im Geschäftsjahr 2005/2006 erreichen. Über den Markterfolg und damit die Zukunft eines technologieorientierten Konzerns wie ThyssenKrupp entscheidet letztlich seine Innovationsfähigkeit. Deshalb hat die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit für uns höchste Priorität: Wir betreiben eine Vielzahl eng kundenbezogener Forschungsprojekte, arbeiten mit Forschungsinstituten und Hochschulen zusammen und fördern die Kreativität unserer Mitarbeiter durch den jährlichen ThyssenKrupp Innovationswettbewerb. Die FuE-Aufwendungen – sie liegen zurzeit bei etwa 1,5 % des Konzernumsatzes – wollen wir künftig jährlich steigern, um mittelfristig mehr als 2 % zu erreichen. Zudem setzen wir unser Engagement für mehr Technikakzeptanz und Technikbegeisterung in der Gesellschaft fort. Nach der überwältigenden Resonanz auf unseren IdeenPark im September 2004 in Gelsenkirchen arbeiten wir jetzt am nächsten IdeenPark; er wird im Mai 2006 in Hannover stattfinden. Womit wirbt ThyssenKrupp um Ihr Vertrauen? Sechs Jahre nach der Fusion von Thyssen und Krupp zeigt sich deutlich, wofür Ihr Unternehmen steht:
Wir haben in allen Bereichen des Konzerns bereits viel erreicht. Das ist uns ein Ansporn, künftig noch besser zu werden – als kreativer Problemlöser für unsere Kunden, als attraktiver Arbeitgeber, als verantwortungsvolles Mitglied der Gesellschaft und vor allem als ein langfristig profitables Investment für Sie, unsere Aktionäre. Mit freundlichen Grüßen
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vorsitzender des Vorstands Düsseldorf, November 2005 |
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