5. Zentrale Finanzierung

Die Finanzierung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral. Damit übernimmt die ThyssenKrupp AG die Verpflichtung, die Liquidität der Konzerngesellschaften aufrecht zu erhalten. Dies geschieht insbesondere über Mittelbereitstellungen im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs, über die Vermittlung und Verbürgung von Krediten oder die Gewährung von Finanzierungshilfen in Form von Patronatserklärungen.

Zur Deckung des Finanzbedarfs der Konzerngesellschaften werden selektiv auch lokale Kredit- und Kapitalmärkte durch die ThyssenKrupp AG sowie deren Finanzierungsgesellschaften genutzt.

Die zentrale Finanzierung ist Basis für die Realisierung kostengünstiger Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten. Sie erlaubt ein einheitliches und – bezogen auf die höheren Volumina – gewichtigeres Auftreten an den Geld- und Kapitalmärkten. Die Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten und anderen Marktteilnehmern wird somit gestärkt. Darüber hinaus wird die Möglichkeit genutzt, mit den eigenen ausländischen Finanzierungsgesellschaften an internationalen Kapitalmärkten zu agieren.

Durch konzerninternen Finanzausgleich wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen des ThyssenKrupp Konzerns mit positiven Auswirkungen auf das Zinsergebnis erreicht. Basis der Vorteile aus der konzerninternen Geldanlage- und Geldaufnahmemöglichkeit sind die im Rahmen von Cash Management Systemen eingesetzten Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, die zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer Konzerngesellschaften genutzt werden können. Auf Grund der Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Konzerngesellschaften über konzerninterne Finanzkonten werden die Umsätze auf den Bankkonten erheblich reduziert.

Liquiditätssicherung

Neben der Finanzplanung mit einem mehrjährigen Planungshorizont verfügt der Konzern über eine Liquiditätsplanung, die monatlich rollierend für einen Planungszeitraum von fünf Monaten erfolgt. In den Planungssystemen ist jeweils der gesamte Konsolidierungskreis abgebildet.

Durch die Finanz- und Liquiditätsplanungen in Verbindung mit freien, zugesagten Kreditlinien wird sichergestellt, dass die ThyssenKrupp AG stets über eine ausreichende Liquiditätsreserve verfügt.

Zur Finanzierung werden neben bilateralen Bankkrediten und syndizierten Kreditfazilitäten auch Geld- und Kapitalmarktinstrumente eingesetzt.

Um auch zukünftig an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten präsent zu sein, werden wir auch weiterhin mögliche Finanzierungsalternativen prüfen und bei für den ThyssenKrupp Konzern günstigen Marktverhältnissen an den Markt gehen.

Rating

Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, um diese mit größeren Finanzierungsvolumina in Anspruch nehmen zu können. ThyssenKrupp verfügt seit 2001 über Emittenten-Ratings der beiden Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) sowie seit Mai 2003 von Fitch.

Die Emittenten-Ratings und deren Entwicklung sind in der folgenden Übersicht dargestellt:

 

 

 

Langfrist- Rating

 

Kurzfrist- Rating

 

Ausblick

Standard & Poor´s

 

 

 

 

 

 

 

bis 30.11.2004

 

 

BB+

 

B

 

stabil

01.12.2004 bis 14.12.2004

 

 

BB+

 

B

 

positiv

15.12.2004 bis 09.02.2005

 

 

BB+

 

B

 

"Credit Watch positive"

seit 10.02.2005

 

 

BBB-

 

A-3

 

stabil

Moody´s

 

 

 

 

 

 

 

bis 05.12.2004

 

 

Baa3

 

Prime-3

 

stabil

06.12.2004 bis 20.12.2004

 

 

Baa3

 

Prime-3

 

"Review for upgrade"

seit 21.12.2004

 

 

Baa2

 

Prime-2

 

stabil

Fitch

 

 

 

 

 

 

 

bis 30.11.2004

 

 

BBB

 

F3

 

stabil

01.12.2004 bis 14.12.2004

 

 

BBB

 

F2

 

stabil

15.12.2004 bis 09.02.2005

 

 

BBB

 

F2

 

 "Rating Watch positive"

seit 10.02.2005

 

 

BBB+

 

F2

 

stabil

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ThyssenKrupp von allen Rating-Agenturen heraufgestuft.

Damit wird ThyssenKrupp auch von Standard & Poor's wieder als Investment Grade beurteilt. Von Moody's und Fitch wurde ThyssenKrupp immer ein Investment-Grade-Rating zuerkannt.

Zinsrisikomanagement als zentrale Aufgabe

Auf Grund der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten findet die Liquiditätsbeschaffung des ThyssenKrupp Konzerns an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen – überwiegend im Euro- und US-Dollar-Raum – und mit unterschiedlichen Laufzeiten statt. Die hieraus resultierenden Finanzverbindlichkeiten sind zu Teilen einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt.

Aufgabe unseres Zinsmanagements ist es, das aus diesen Finanzverbindlichkeiten resultierende Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Hierzu werden regelmäßig Zinsrisikoanalysen in den für unsere Geschäftstätigkeit relevanten Währungen erstellt, die uns über Szenarioanalysen das Risikoprofil des einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzten Kreditportfolios für den ThyssenKrupp Konzern aufzeigen. Die regelmäßige Information über die Ergebnisse der Zinsrisikoanalysen ist Bestandteil unseres Risikomanagementsystems.

Devisenmanagement im Konzern

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen – vor allem in US-Dollar – mit sich. Da unsere Gesellschaften aus diesen Geschäften einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, ist die Absicherung von Wechselkursrisiken wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagements.

Konzerneinheitliche Richtlinien bilden die Vorgabe für das zentral organisierte Devisenmanagement des ThyssenKrupp Konzerns. Grundsätzlich besteht für alle Gesellschaften des ThyssenKrupp Konzerns die Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung. Grundsätzlich sind alle im Gebiet der Europäischen Währungsunion ansässigen verbundenen Unternehmen bei der Absicherung von Fremdwährungspositionen aus Waren- und Leistungsgeschäften der zentralen Clearing-Stelle gegenüber andienungspflichtig. Die angedienten Positionen werden innerhalb der einzelnen Währungen nach Laufzeitgruppen zusammengefasst; die sich ergebende Gesamtposition wird täglich durch das Eingehen gegenläufiger Positionen bei Banken global als Macro-Hedge gesichert. Darüber hinaus wickelt die Clearing-Stelle Micro-Sicherungen ab, die den Anforderungen des Hedge-Accounting gemäß SFAS 133 entsprechen.

Die Absicherung von Finanztransaktionen sowie von Geschäften unserer Tochterunternehmen außerhalb der Europäischen Währungsunion erfolgt in enger Abstimmung mit der Konzernleitung. Das generelle Abstimmungserfordernis mit der Konzernleitung, die Festlegung von Kurssicherungsbudgets, die regelmäßige Überprüfung der getätigten Devisenkurssicherungen anhand von konzernweiten Erhebungen sowie eine regelmäßige Prüfung durch den Zentralbereich Internal Auditing stellen die Einhaltung der zentralen Vorgaben sicher.