Elevator

Mit herausragenden Hochhausprojekten und zahlreichen Großaufträgen für Flughäfen in aller Welt rückt das Segment Elevator seinem Ziel näher, die Nummer Zwei nach Geschäftsvolumen auf dem weltweiten Aufzugsmarkt zu werden.** Das Segment steigerte im Berichtsjahr den Umsatz auf 3,8 Mrd €.

Elevator in Zahlen
Elevator hat alle Aktivitäten fortgeführt.
* vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter

 

 

 

2003/2004

 

2004/2005

Auftragseingang

Mio €

 

3.767

 

4.151

Umsatz

Mio €

 

3.569

 

3.773

EBITDA

Mio €

 

447

 

418

Ergebnis*

Mio €

 

370

 

352

Mitarbeiter (30.09.)

 

 

31.699

 

34.151

Wie erfolgreich die Strategie des Cross Selling – also das Verkaufen unterschiedlicher Anlagen an einen Kunden – ist, zeigte sich für ThyssenKrupp Elevator 2004/2005, dem "Jahr der Flughafenaufträge". Von 15 internationalen Flughäfen erhielten wir Aufträge über insgesamt mehr als 500 Aufzüge, 400 Fahrtreppen und -steige sowie 40 Fluggastbrücken – mehr als jemals zuvor. Wichtigster Kunde ist der Flughafen Dubai, der bereits im vergangenen Jahr 123 Fluggastbrücken orderte und zusammen mit den letzten Bestellungen für insgesamt 150 Mio US-Dollar bei uns einkaufte. Der Flughafen in Barcelona bestellte 122 Aufzüge, 45 Fahrtreppen und 75 Fahrsteige, während an den Kairoer Flughafen 60 Aufzüge, 51 Fahrtreppen und 23 Fluggastbrücken gehen. Weitere Aufträge konnten wir von den Flughäfen Ankara, Beijing, Dalaman, Frankfurt am Main, London-Heathrow, Paris, Shanghai-Pudong, Warschau und Zürich akquirieren. Unsere Kompetenz, solche Großaufträge abzuwickeln, haben wir im Berichtsjahr mit den Flughafenprojekten in Dallas/Fort Worth (182 Anlagen), Toronto (259 Anlagen) und Madrid-Barajas (284 Anlagen) wiederholt unter Beweis gestellt.

Aber auch bei den aktuell größten Hochhausprojekten der Welt ist das Know-how von ThyssenKrupp gefragt. Das Shanghai World Financial Center wird mit 492 Metern und 101 Stockwerken nach Fertigstellung Ende 2007 das höchste Gebäude der Welt sein. Wir werden dafür 42 Aufzüge liefern, einschließlich vier Doppeldecker-Aufzügen. Mit einer Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde sind dies die schnellsten Aufzüge mit doppelstöckigen Kabinen, die jemals gebaut wurden. Im künftig höchsten Wolkenkratzer Europas, dem Moscow Federation Tower, werden ebenfalls ThyssenKrupp Aufzüge eingebaut. Nach Fertigstellung 2007 wird dieses Gebäude eine Höhe von 420 Metern vom Erdboden bis zur Antennenspitze auf dem Dach haben und über elf unserer modernen TWIN-Aufzugssysteme verfügen.

Innovation, Internationalität und Service – Schlüssel zum Markterfolg

Zur Expansion des Elevator-Geschäfts haben unsere eigenen Innovationen bei Aufzügen und Fahrsteigen ebenso beigetragen wie die weltweiten Akquisitionen von regional erfolgreichen Unternehmen. Auch die Einführung der globalen Dienstleistungsstrategie hat zusätzlichen Schub gegeben.

Immer mehr Bauherren aus aller Welt interessieren sich für das innovative TWIN-System. Bereits 2004 war die erste Anlage dieser Art außerhalb von Deutschland für das Oceanic Center in Valencia/Spanien verkauft worden. Dieses Aufzugssystem, bei dem sich zwei Kabinen in einem Schacht unabhängig voneinander bewegen, behebt Engpass-Situationen bzw. gewinnt nutzbare Gebäudefläche. Zugleich lässt es sich an die Besonderheiten eines Gebäudes individuell anpassen. Diese Vorteile waren es auch, die Elevator den Auftrag über elf TWIN-Systeme für den Moscow Federation Tower einbrachten. Durch TWIN können zehn Aufzugsschächte eingespart und somit erheblich mehr nutzbare Flächen im Gebäude gewonnen werden. Mit diesem Auftrag hat das TWIN-System seinen internationalen Durchbruch geschafft. In Asien wird jetzt das erste TWIN-System in Seoul installiert.

Der "Beschleunigende Fahrsteig" hat nun das Stadium der Marktreife erreicht. Er ist vor allem für Flughäfen, Messen und Einkaufszentren interessant. Bei diesem Fahrsteig gibt es einen Beschleunigungs-, einen Hochgeschwindigkeits- und einen Verzögerungsbereich. So können Distanzen zwischen 150 und 1.000 Metern komfortabel und doppelt so schnell wie zu Fuß zurückgelegt werden.

Neben erfolgreichen Produktinnovationen haben auch Akquisitionen ausländischer Firmen mit starker regionaler Präsenz die Internationalisierung des Segments weiter vorangetrieben. So hat Elevator Unternehmen in Indien, Nordamerika, Spanien, Portugal, Italien, Schweden und der Schweiz erworben. Dies hat den Ausbau des Servicegeschäfts deutlich vorangebracht.

Einen Beitrag dazu leistete auch die Global Service Strategy, in der das Segment Elevator verschiedene erfolgreiche Service-Initiativen zu einem Projekt zusammenfasste. Es ist unser erklärtes Ziel, im anspruchsvollen Dienstleistungsbereich überproportional zu wachsen und dabei den weiter steigenden Marktanforderungen wie bisher gerecht zu werden. Dazu erhöhen wir ständig die Qualifikation unserer Service-Mitarbeiter und verbessern die von ihnen eingesetzte Technik. Unsere Kunden erhalten maßgeschneiderte Servicepakete, die eine maximale Verfügbarkeit und Sicherheit ihrer Anlagen garantieren.

Referenzprojekte aus aller Welt

Für das größte Staudammprojekt der Welt, den 3-Schluchten-Staudamm am Jangtse in China, liefert ThyssenKrupp 14 Aufzugsanlagen und Fahrtreppen. Alle Anlagen sind speziell gegen Feuchtigkeit und Rost geschützt. Zwei 20 Meter lange Außenfahrtreppen und zwei Personenaufzüge sind in diesem Auftragspaket enthalten. In Madrid erhält der Torre de Cristal 26 Aufzüge und die Metro bekommt 32 Aufzüge und 30 Fahrtreppen. Im Berichtsjahr wurden 18 Aufzugsanlagen im Düsseldorfer GAP-15-Hochhaus fertig gestellt, die täglich etwa 1.600 Menschen befördern. Das neue Bürogebäude besticht durch seine Ästhetik und die gelungene Verbindung von traditionellen Gebäudeteilen mit moderner Architektur.

Zum sechsten Mal in Folge gewann ThyssenKrupp Elevator einen "Project of the Year"-Award der Fachzeitschrift Elevator World, diesmal für die Aufzugskonstruktion im interaktiven Wissenschaftscenter Dynamic Earth in Sudbury bei Ontario. Das Dynamic-Earth-Projekt zeigt an einer stillgelegten Nickelmine, wie sich das Leben vor 120 Jahren in der vom Nickelabbau geprägten Stadt über und unter Tage abspielte. Eine der Attraktionen ist der gläserne Aufzug, mit dem bis zu 35 Besucher über 20 Meter tief in die Erde hinuntergelassen werden, um dort alte Stollen der Mine zu besichtigen. Während der verlangsamten dreiminütigen Fahrt mit dem Aufzug wird auf den Felswänden des riesigen Schachts eine spektakuläre Multimediashow präsentiert.

** Wortlaut gegenüber der Originalfassung geändert. Datum: 25.01.2006