Die Kapitalflussrechnung zeigt Herkunft und Verwendung der Geldströme in den Geschäftsjahren 2002/2003 bis 2004/2005. Ihr kommt damit eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung der Finanzlage des ThyssenKrupp Konzerns zu. Die Geldströme der nicht fortgeführten Aktivitäten sind in den dargestellten Kapitalflussrechnungen enthalten.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Flüssige Mittel".

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit und der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils zahlungsbezogen ermittelt. Demgegenüber wird der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgehend vom Konzern-Jahresüberschuss indirekt abgeleitet. Die im Rahmen der indirekten Ermittlung berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit sind um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt; sie können daher nicht mit den entsprechenden Veränderungen auf Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanz abgestimmt werden.

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt sich im Geschäftsjahr 2004/2005 ein Mittelzufluss in Höhe von 2,2 Mrd € nach 2,5 Mrd € im Vorjahr. Der Rückgang des Mittelzuflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert zum einen aus der Erhöhung des Net Working Capitals von -0,1 Mrd € auf -0,5 Mrd € als Folge des erweiterten Geschäftsvolumens. Gegenläufig wirkt der Anstieg des Konzern- Jahresergebnisses vor Abschreibungen, vor latenten Steuern und vor Ergebnis aus Anlagenabgang um 0,1 Mrd €.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten erzielten im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 26 Mio € (2003/2004: 170 Mio €).

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit verbesserte sich im Berichtsjahr um 1,9 Mrd € auf einen positiven Wert von 0,9 Mrd €. Ursache hierfür sind die um 1,7 Mrd € auf 2,4 Mrd € erhöhten Einnahmen aus Desinvestitionen, während die Investitionsausgaben mit 1,8 Mrd € um 0,1 Mrd € über dem Vorjahreswert liegen. Die Einnahmen aus Desinvestitionsvorgängen im Finanzanlagevermögen waren im Vorjahr insbesondere durch den Verkauf der Triaton-Gruppe im Segment Services, der Veräußerung der Novoferm-Gruppe im Segment Technologies sowie der Berkenhoff GmbH im Segment Steel beeinflusst. Im Berichtsjahr wurden Mittelzuflüsse aus den Verkäufen der Wohnimmobilien-Gruppe (1,9 Mrd €), der Edelstahl Witten-Krefeld GmbH (EWK) im Segment Steel (0,1 Mrd €) sowie der Alu Castings- Gruppe im Segment Automotive (0,1 Mrd €) erzielt. Aus Verkäufen von Sachanlagen und Immateriellen Vermögensgegenständen flossen wie im Vorjahr insgesamt weitere 0,2 Mrd € zu. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass, insbesondere bedingt durch den Erwerb der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW), im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 0,3 Mrd € mehr Flüssige Mittel aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften übernommen wurden.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten erzielten im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Cash-Flow aus Investitionstätigkeit in Höhe von 16 Mio € (2003/2004: 114 Mio €), der im Wesentlichen durch die Einheiten Wohnimmobilien, MetalCutting und Turbinenkomponenten verursacht ist.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, hat sich in 2004/2005 mit 3,1 Mrd € im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Mrd € deutlich erhöht. Der im Geschäftsjahr 2004/2005 erzielte Free Cash- Flow wurde zur Zahlung von Dividenden (0,3 Mrd €) sowie in Höhe von 2,8 Mrd € für den vollständigen Ausgleich der Netto-Finanzverbindlichkeiten verwendet.

Die im Bereich Finanzierungstätigkeit für das Berichtsjahr ausgewiesenen Sonstigen Finanzierungsvorgänge betreffen in Höhe von 1 Mio € Auszahlungen, die aus Konzerntagesgeldbeziehungen zu nicht konsolidierten Beteiligungen resultieren (2003/2004: 8 Mio € Einzahlungen). Darüber hinaus sind hier Auszahlungen in Höhe von 1 Mio € im Zusammenhang mit kurzfristigen Finanzforderungen ausgewiesen (2003/2004: 52 Mio € Einzahlungen).

Die nicht fortgeführten Aktivitäten erzielten im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -47 Mio € (2003/2004: -318 Mio €).

Veränderungen der flüssigen Mittel in Mio €

Veränderungen der flüssigen Mittel in Mio Euro

Die Veränderung der Flüssigen Mittel ist in Höhe von 51 Mio € (2003/2004: -13 Mio €) durch Wechselkurseffekte positiv beeinflusst, die insbesondere auf den im Geschäftsjahr 2004/2005 gesunkenen US-Dollar-Kurs (Basis 1 €) zurückzuführen sind.

Die Innenfinanzierungskraft, definiert als Quotient von Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, hat sich insbesondere als Folge der erzielten Erlöse im Zusammenhang mit dem Verkauf der Wohnimmobilien-Gruppe auf -2,3 (2003/2004: +2,6) deutlich verbessert. Der dynamische Verschuldungsgrad, der angibt, in welchem Zeitraum die Netto- Finanzverbindlichkeiten durch den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit theoretisch getilgt werden können, betrug im Vorjahr 1,1 Jahre. Zum 30.09.2005 verfügt der Konzern über Netto- Finanzforderungen in Höhe von 9 Mio €.