Ertragslage der Business Areas
Die Aktivitäten des Konzerns sind in acht Business Areas gebündelt, wobei Stainless Global zum 30. September 2011 als nicht fortgeführte Aktivität zählt. Zum Anstieg von Auftragseingang und Umsatz im Berichtsjahr haben alle Business Areas beigetragen; bis auf Steel Americas erwirtschafteten alle fortgeführten Aktivitäten einen positiven EBIT-Beitrag.
Steel Europe
Steel Europe in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
10.986 |
12.344 |
12 |
||||
Umsatz |
Mio € |
10.770 |
12.814 |
19 |
||||
EBIT |
Mio € |
731 |
1.133 |
55 |
||||
EBIT-Marge |
% |
6,8 |
8,8 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
731 |
1.133 |
55 |
||||
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
6,8 |
8,8 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
34.711 |
28.843 |
– 17 |
||||
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Ihre hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und anderen stahlverarbeitenden Branchen geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.
Höhere Mengen und Erlöse
Steel Europe profitierte 2010/2011 von der über weite Strecken robusten Stahlkonjunktur. Mit 12,5 Mio t übertrafen die Auftragsmengen das bereits hohe Vorjahresniveau um 2 %. Die außerordentlich gute Nachfrage in der 1. Hälfte des Berichtsjahres schwächte sich allerdings ab dem Frühjahr auch lagerzyklisch bedingt ab. Bei kostenbedingt höheren Preisen stieg der wertmäßige Auftragseingang um 12 % auf 12,3 Mrd €.
Der Umsatz der Business Area nahm um 19 % auf 12,8 Mrd € zu. Mit 13,0 Mio t lag zum einen der Versand um 8 % über Vorjahr. Zum anderen konnten die Erlöse schrittweise angehoben werden, um die erneut gestiegenen Rohstoffkosten mit zeitlichem Verzug an die Kunden weiterzugeben. Dank der lebhaften Automobilkonjunktur konnte der Absatz an diese Kundengruppe signifikant ausgeweitet werden. Bei Neuabschlüssen ließen sich die Preise entsprechend der Rohstoffkosten anpassen. Mit einem Großteil der übrigen Industriekunden und den Stahl-Service-Centern realisierte die Business Area ebenfalls höhere Mengen und Preise. Auch bei Mittelband, Grobblech und Tailored Blanks wuchs der Umsatz kräftig. Bei Weißblech stieg ebenfalls der Umsatz. Dies ging auf höhere Erlöse zurück; die Absatzlage hat sich zuletzt verschlechtert. Bei kornorientiertem Elektroband standen die Erlöse erheblich unter Druck; positiver verlief dagegen das Geschäft im Bereich des nichtkornorientierten Elektrobands.

Gute Kapazitätsauslastung
Die Rohstahlerzeugung von Steel Europe erreichte einschließlich des Anteils an der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann mit 13,2 Mio t wieder das Vorjahresniveau. Ergänzend lieferte das neue brasilianische Werk von Steel Americas ab Dezember 2010 Brammen nach Deutschland. Einschließlich Lohnwalzungen konnten wir die Walzstahlproduktion für Kunden um 4 % auf 14,1 Mio t steigern.
Bis zur Jahresmitte 2011 waren die Kapazitäten der Kernaggregate voll ausgelastet. Durch die vor allem lagerzyklisch bedingte Marktberuhigung schwächte sich die Beschäftigung in den Metallurgie- und Warmwalzstufen im letzten Geschäftsjahresquartal ab.
EBIT kräftig gesteigert
Die Business Area konnte 2010/2011 das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nochmals deutlich verbessern. Insgesamt stieg das EBIT von 731 Mio € auf 1.133 Mio €. Die EBIT‑Marge erreichte 8,8 % nach 6,8 % im Vorjahr. Starken Belastungen durch höhere Rohstoffkosten standen auf der Marktseite positive Preis- und Mengeneffekte gegenüber. Zum besseren Ergebnis trugen auch die laufenden Programme bei, die höhere Effizienz und niedrigere Kosten zum Ziel haben.
Steel Americas
Steel Americas in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
69 |
1.293 |
++ |
||||
Umsatz |
Mio € |
68 |
1.139 |
++ |
||||
EBIT |
Mio € |
– 600 |
– 3.145 |
– – |
||||
EBIT-Marge |
% |
— |
— |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
– 600 |
– 1.071 |
– 79 |
||||
Bereinigte EBIT-Marge |
% |
— |
— |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
3.319 |
4.060 |
22 |
||||
Mit ihren Stahl- und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA erschließt die Business Area Steel Americas den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte.

Operatives Geschäft aufgenommen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Business Area Steel Americas ihre Werke weiter hochgefahren und das operative Geschäft aufgenommen. Die Anlagen sind damit nahezu vollständig in Betrieb. Mit fortschreitendem Hochlauf haben wir das Produktspektrum für Premium-Flachstahlprodukte kontinuierlich erweitert und optimiert. Bei unseren nordamerikanischen Kunden stößt die Qualität unserer hochwertigen Stahlgüten auf eine starke Resonanz. Die Kundenbasis umfasst zunächst hauptsächlich Service-Center, die Elektrogeräteindustrie und den Rohrbereich.
Auf Grund des Produktionshochlaufs konnten wir Auftragseingang und Umsatz im Jahresverlauf 2010/2011 deutlich steigern. Der Auftragseingang erreichte 1.293 Mio €, der Umsatz 1.139 Mio €. Auf dem nordamerikanischen Markt wurden insgesamt 1,2 Mio t Flachstahl abgesetzt und auch erste Mengen feuerverzinkte Bleche verkauft.
Bereinigtes EBIT negativ, aber innerjährlich reduziert
Das Bereinigte EBIT betrug −1.071 Mio €. Dies war im Wesentlichen durch Anlaufkosten bedingt; diese ergaben sich aus der Fertigstellung der Projekte, dem Hochlauf der Anlagen und dem Eintritt in den NAFTA‑Markt. Hinzu kamen höhere Aufwendungen für die Beseitigung von Störfällen im brasilianischen Hüttenwerk, die im Wesentlichen die Kokerei betrafen. Die gestiegenen Rohstoffpreise haben ebenfalls das Ergebnis belastet.
EBIT durch hohe Wertminderungsaufwendungen belastet
Die anhaltenden Anlaufverluste, die höher als erwartet waren, haben uns veranlasst, eine Prüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte von Steel Americas durchzuführen. Aus dieser Prüfung ergab sich, dass Wertberichtigungen in Höhe von 2.075 Mio € vorgenommen werden mussten. Sie entfielen im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen und Anlagen im Bau sowie in geringerem Umfang auf Wertberichtigungen bei Verkehrsteuern und Vorräten. Die Wertberichtigungen betrugen ca. 25 % der relevanten Buchwerte. Hieraus ergab sich eine ertragsteuerliche Entlastung von 233 Mio €.
Wesentliche Gründe für die Wertberichtigungen waren Kostenüberschreitungen beim Bau des Werkes in Brasilien, die erhöhte Anschaffungskosten zur Folge hatten, und der verzögerte Hochlauf, der zu insgesamt wesentlichen und anhaltenden Anlaufverlusten führte. Hinzu kam die derzeitige und auch für die nähere Zukunft erwartete relative Stärke der brasilianischen Währung, die die Wettbewerbsfähigkeit des brasilianischen Werkes beeinträchtigt. Darüber hinaus belastete die erneute Schwäche der Absatzmärkte in den USA und Europa, die den Markteintritt für die Produkte von Steel Americas erschwert. Auch die Erhöhung des gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatzes wirkte belastend.
Hüttenwerk in Brasilien
Das neue integrierte Hüttenwerk bei Rio de Janeiro hat 2010/2011 rund 2,8 Mio t Brammen produziert und daraus das US‑Weiterverarbeitungswerk und Steel Europe beliefert. Der zweite Hochofen wurde angeblasen; die Arbeiten an der Kokerei kommen allerdings nur mit Zeitverzögerungen voran. Im Frühjahr 2012 soll die letzte Batterie der Kokerei in Betrieb gehen. Die Rohstahlkapazität beträgt insgesamt mehr als 5 Mio t jährlich.
Im Dezember 2010 kam es durch das Abgießen von flüssigem Roheisen zu Graphitstaubemissionen. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um das Entweichen von freien Graphiten in die Luft zu verringern und diese soweit wie möglich aufzufangen. Die Gesundheit von Mitarbeitern und Anwohnern war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Alle Emissionen seit der Inbetriebnahme des neuen Stahlwerks bewegen sich deutlich unter den von den brasilianischen Umweltbehörden vorgegebenen Grenzen.
Im Rahmen des Hochlaufs arbeitet das Hüttenwerk zunächst mit einer vorläufigen Betriebsgenehmigung. Wir sind zuversichtlich, im Anschluss an den Hochlauf alle gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und eine permanente Betriebserlaubnis zu erhalten.
Weiterverarbeitungswerk in den USA
Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 10. Dezember 2010 das neue Weiterverarbeitungswerk von Steel Americas in Calvert, Alabama, offiziell eingeweiht. Die Warmwalzkapazität wird insgesamt über 5 Mio t jährlich betragen. Mit Inbetriebnahme der Beize im November 2010 sind die Bauarbeiten für das Warm- und Kaltwalzwerk abgeschlossen. Im Berichtsjahr gingen auch drei der vier Feuerverzinkungsanlagen in Betrieb; die letzte Anlage wird voraussichtlich Anfang 2012 folgen.
Materials Services
Materials Services in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
12.805 |
14.768 |
15 |
||||
Umsatz |
Mio € |
12.763 |
14.776 |
16 |
||||
EBIT |
Mio € |
463 |
478 |
3 |
||||
EBIT-Marge |
% |
3,6 |
3,2 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
382 |
533 |
40 |
||||
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
3,0 |
3,6 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
33.856 |
36.568 |
8 |
||||
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in über 40 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.
Überwiegend hohe Nachfrage – deutliches Umsatzwachstum
Materials Services steigerte 2010/2011 den Auftragseingang um 15 % auf 14,8 Mrd €. Der Umsatz betrug 14,8 Mrd €, das waren 2,0 Mrd € oder 16 % mehr als im Vorjahr.

Insbesondere das Lager- und Servicegeschäft mit metallischen Werkstoffen ist spürbar gewachsen. Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf 5,6 Mio t; darin spiegelt sich die hohe Nachfrage aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie und dem übrigen verarbeitenden Gewerbe wider. Dies galt neben Deutschland auch für Osteuropa und mehrere westeuropäische Staaten. Die Entwicklung in den südeuropäischen Ländern verlief dagegen deutlich verhaltener. Aus der Bauwirtschaft kamen kaum Impulse. In Nordamerika profitierte insbesondere das NE-Metallgeschäft von der Konjunkturerholung. Trotz der insgesamt guten Nachfrage gerieten Preise und Margen aber mit Beginn der 2. Geschäftsjahreshälfte zunehmend unter Druck.
Unverändert erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit der Luftfahrtindustrie. Das internationale Strecken- und Projektgeschäft war dagegen weiterhin durch eine sehr zurückhaltende Nachfrage, einen äußerst harten Wettbewerb sowie zahlreiche Auftragsverschiebungen gekennzeichnet.
Das Rohstoffgeschäft mit Legierungen, Metallen und Koks/Kohle verlief differenziert. Während das Legierungsgeschäft sich weitgehend stabil entwickelte, gingen Absatz und Umsatz bei Metallen deutlich zurück. Bei Koks und Mineralien bewegten sich Nachfrage und Preise dagegen über weite Strecken des Geschäftsjahres auf einem sehr hohen Niveau. Weitere Großaufträge und neue Projekte haben die stahlwerksnahen Dienstleistungen in Brasilien positiv beeinflusst, aber auch in Deutschland war die Auslastung signifikant besser als im Vorjahr.
Bereinigtes EBIT um 40 % verbessert
Die wirtschaftliche Erholung und die nachhaltig gesenkten Kosten in nahezu allen Bereichen haben sich im Ergebnis der Business Area niedergeschlagen. Materials Services wies 2010/2011 ein EBIT von 478 Mio € aus nach 463 Mio € im Vorjahr.
Während das Vorjahresergebnis Veräußerungsgewinne von 81 Mio € aus dem Verkauf der Industrial-Services-Gesellschaften enthielt, führte im Berichtsjahr die Abgabe der Xervon-Gruppe zu Veräußerungsverlusten von 55 Mio €. Vergleichbar gerechnet verbesserte sich das Bereinigte EBIT deutlich von 382 Mio € auf 533 Mio €, ein Plus von 151 Mio € bzw. 40 %; entsprechend stieg die Bereinigte-EBIT-Marge von 3,0 % auf 3,6 %.
Elevator Technology
Elevator Technology in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
5.099 |
5.281 |
4 |
||||
Umsatz |
Mio € |
5.188 |
5.253 |
1 |
||||
EBIT |
Mio € |
646 |
801 |
24 |
||||
EBIT-Marge |
% |
12,4 |
15,2 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
646 |
641 |
– 1 |
||||
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
12,4 |
12,2 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
44.024 |
46.243 |
5 |
||||
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte weltweit bilden ein dichtes Vertriebs- und Servicenetz und garantieren eine optimale Nähe zum Kunden.
Auftragseingang und Umsatz auf hohem Niveau
Elevator Technology hat sich 2010/2011 gut behauptet und die positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Verglichen mit dem Vorjahr konnten wir den Auftragseingang um 4 % auf 5,3 Mrd € und den Umsatz um 1 % auf ebenfalls 5,3 Mrd € verbessern.

Der Aufwärtstrend bei Aufzügen betraf sowohl das Neuanlagen- als auch das Servicegeschäft. Erfreuliche Zuwächse kamen insbesondere aus dem asiatischen Raum. Wachstumstreiber in China war das Neuanlagengeschäft, das von zahlreichen neuen Infrastrukturprojekten profitierte. Auch die indischen und brasilianischen Märkte wuchsen nach wie vor mit starker Dynamik, während sich der Absatz in Nordamerika – beeinflusst durch die gesamtwirtschaftliche Lage in den USA – nur leicht verbesserte. Die europäischen Aktivitäten entwickelten sich stabil. Eine schwächere Nachfrage im Neuanlagengeschäft gab es auf der iberischen Halbinsel. Durch marktorientierte Maßnahmen konnten wir das Servicevolumen und die Anzahl der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten in allen wichtigen Regionen weiter ausbauen. Ein deutlich höheres Auftragsvolumen erzielte Elevator Technology mit Fahrtreppen und Fluggastbrücken; in beiden Geschäftsfeldern stieg die Nachfrage, insbesondere aus Asien und dort vor allem durch das dynamische Wachstum in China unterstützt. Das Geschäft mit Treppenliften und kleinen, kompakten Aufzügen für Privathäuser erreichte das Vorjahresniveau.
Leichter Ergebnisrückgang
Die Business Area erwirtschaftete ein EBIT von 801 Mio €. Das Ergebnis enthält Sondereffekte in Höhe von 160 Mio €, weil ein von der EU-Kommission 2007 wegen Wettbewerbsverstößen verhängtes Bußgeld teilweise zurückgezahlt wurde. Ohne diesen Sondereffekt belief sich das Bereinigte EBIT auf 641 Mio € und lag damit stabil auf Vorjahresniveau. Bessere Ergebnisse als im Vorjahr erzielten wir vor allem in Brasilien und Asien. Die EBIT-Marge stieg von 12,4 % auf 15,2 %; bereinigt um den Sondereffekt betrug sie 12,2 % nach 12,4 % im Vorjahr.
Plant Technology
|
Plant Technology in Zahlen |
||||||||
|
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
|
Auftragseingang |
Mio € |
3.859 |
4.475 |
16 |
||||
|
Umsatz |
Mio € |
3.931 |
4.004 |
2 |
||||
|
EBIT |
Mio € |
401 |
506 |
26 |
||||
|
EBIT-Marge |
% |
10,2 |
12,6 |
— |
||||
|
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
401 |
506 |
26 |
||||
|
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
10,2 |
12,6 |
— |
||||
|
Mitarbeiter (30.09.) |
|
12.972 |
13.478 |
4 |
||||
Das Produktportfolio von Plant Technology umfasst Chemie- und Raffinerieanlagen, Anlagen für Zement und Minerals, fördertechnische Anlagen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Produktionssysteme und Montageanlagen für die Automobilindustrie.
Anhaltend gute Auftragslage
Die Business Area profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem weltweit positiven Investitionsklima. Der Auftragseingang stieg um 16 % auf 4,5 Mrd €. Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen insbesondere unsere Anlagen für Zement, Minerals und Mining sowie die Produktionssysteme und Montageanlagen für die Automobilindustrie bei. Hier erhöhten sich die Vorjahreswerte teilweise um über 20 %.
Plant Technology ist global tätig. Wichtigste Regionen außerhalb Europas waren 2010/2011 Asien mit 28 %, Amerika mit 22 % sowie Afrika mit 16 % des Auftragseingangs. Auf die Europäische Union entfielen 22 %. Zu den neu akquirierten Projekten zählen zwei Kokereiaufträge für Kunden in Südkorea und Deutschland. Darüber hinaus erhielten wir Aufträge für zwei fördertechnische Anlagen für Kohle in Indien und Südafrika. Zur Entwicklung im Zement, Minerals- und Mining-Bereich haben insbesondere Bestellungen von Kunden in Mexiko, China und Indonesien beigetragen. Einige Projekte verzögerten sich infolge der politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten.

Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2010/2011 bei 4,0 Mrd € und damit um 2 % über dem Vorjahresniveau. In allen Bereichen der Business Area war die Auslastung gut, vielfach wurde an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Der Auftragsbestand von rund 6,6 Mrd € zum 30. September 2011, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert sowohl den Umsatz als auch die Beschäftigung über einen Zeitraum von deutlich mehr als einem Jahr.
Ergebnis verbessert
Mit einem EBIT von 506 Mio € hat Plant Technology das Vorjahresergebnis um 105 Mio € übertroffen. Diese Entwicklung war vornehmlich auf die Abrechnung größerer Aufträge zurückzuführen. Die EBIT‑Marge lag mit 12,6 % deutlich über dem Vorjahreswert von 10,2 %.
Components Technology
Components Technology in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
5.653 |
6.921 |
22 |
||||
Umsatz |
Mio € |
5.724 |
6.908 |
21 |
||||
EBIT |
Mio € |
252 |
543 |
115 |
||||
EBIT-Marge |
% |
4,4 |
7,9 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
301 |
503 |
67 |
||||
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
5,3 |
7,3 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
29.144 |
31.270 |
7 |
||||
Die Business Area Components Technology umfasst Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen, Baumaschinen sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Im Automobilsektor liegen die Schwerpunkte unserer Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme und Montage von Achsmodulen.
Auftragseingang und Umsatz kräftig ausgeweitet
Components Technology hat 2010/2011 den guten Aufwärtstrend in der Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahr um 22 % auf 6,9 Mrd €. Dies lag zum einen am globalen Wachstum in der Automobilindustrie sowohl bei PKW als auch bei Nutzfahrzeugen; zum anderen hat sich die Nachfrage im allgemeinen Maschinenbau und der Windenergiebranche erholt. Im Automobilbereich entwickelte sich insbesondere der Markt in China und Brasilien dynamisch; positiv war auch der Aufwärtstrend in den USA. Die Liste der akquirierten Großaufträge umfasst gebaute Nockenwellen und elektromechanische Lenksysteme, passive und aktive Fahrwerkssysteme, bearbeitete bzw. geschmiedete Kurbelwellen und Bremskomponenten. Alle Werke, die an die Automobilindustrie lieferten, meldeten eine hohe Auslastung der Kapazitäten. Auch die Baumaschinenindustrie erholte sich weiter; Impulse kamen vor allem aus China, Indien und Russland. Das Inlandsgeschäft entwickelte sich ebenfalls erfreulich.
Der Umsatz folgte der Auftragsentwicklung und lag mit 6,9 Mrd € um 21 % über dem Vorjahresniveau. Damit erzielten wir im Berichtsjahr die bisher höchsten Auftragseingangs- und Umsatzwerte.

Gewinn verdoppelt
Components Technology hat seine Ergebnisposition 2010/2011 weiter ausgebaut. Mit einem EBIT von 543 Mio € hat sich der Wert des Vorjahres mehr als verdoppelt. Hierin enthalten ist eine Zuschreibung von 40 Mio € auf das Anlage- und Umlaufvermögen der US‑amerikanischen Gießereigruppe Waupaca. Auf Grund der verbesserten Absatzlage in den USA und zahlreicher Kundenaufträge wurden die Kapazitäten des während der Nachfragekrise stillgelegten Werkes Etowah in Tennessee hochgefahren. Auch das Bereinigte EBIT von 503 Mio € zeigte einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Ausschlaggebend für das beträchtlich bessere Ergebnis waren die gute Geschäftsentwicklung sowie unsere Restrukturierungsmaßnahmen. Diese strukturellen Maßnahmen haben das Kostenniveau nachhaltig reduziert und die Profitabilität verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die EBIT-Marge von 4,4 % auf 7,9 %.
Marine Systems
Marine Systems in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
531 |
2.977 |
461 |
||||
Umsatz |
Mio € |
1.211 |
1.493 |
23 |
||||
EBIT |
Mio € |
145 |
213 |
47 |
||||
EBIT-Marge |
% |
12,0 |
14,3 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
72 |
213 |
196 |
||||
Bereinigte-EBIT-Marge |
% |
5,9 |
14,3 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
5.488 |
5.295 |
– 4 |
||||
Nach der Restrukturierung der Werften konzentriert sich die Business Area Marine Systems künftig ausschließlich auf den Marineschiffbau; dies ist ein Element der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Im Berichtsjahr haben wir noch die zum Verkauf stehenden Bereiche Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betrieben und in begrenztem Umfang Yachtaufträge abgearbeitet.
Höherer Auftragseingang und Umsatz
Marine Systems erhöhte den Auftragseingang deutlich. Nach 531 Mio € im Vorjahr stieg er im Berichtsjahr auf fast 3,0 Mrd €. Größtes Einzelprojekt war der von der Türkei erteilte Auftrag über sechs U-Boot-Materialpakete vom Typ U 214 im Wert von rund 2,2 Mrd €. Zudem enthält der Auftragseingang 295 Mio € aus der vertraglichen Einigung mit Griechenland.
Der Umsatz stieg von 1,2 Mrd € im Vorjahr auf 1,5 Mrd €. Zu Beginn des Berichtsjahres lieferten wir das zweite U-Boot der Klasse 209-PN an die portugiesische Marine erfolgreich ab. Im Juli 2011 folgte das erste von zwei umfangreich modernisierten U‑Booten an die Marine von Singapur. Die Hamburger Werft hat die Fertigung der Fregatten der Klasse F125 für die Deutsche Marine aufgenommen. Technische Schwierigkeiten mit den Antriebsanlagen haben die Ablieferung der Korvetten der Klasse K130 für die Deutsche Marine verzögert. Diese werden nun Mitte 2012 geliefert. Das zum Verkauf stehende Reparatur- und Komponentengeschäft entwickelte sich positiv.
Ergebnis verbessert
Das EBIT verbesserte sich von 145 Mio € im Vorjahr auf 213 Mio €. Ursachen für den erfreulichen Anstieg waren im Wesentlichen positive Einmaleffekte aus der oben dargestellten Einigung mit Griechenland und Vereinbarungen mit weiteren Kunden. Demgegenüber führte die fehlende Beschäftigung des zivilen Schiffbaus zu Belastungen. Die EBIT‑Marge hat sich nach 12,0 % im Vorjahr auf 14,3 % erhöht. Das Bereinigte EBIT des Vorjahres berücksichtigte nicht operative Aufwendungen in Höhe von 58 Mio € sowie den Entkonsolidierungseffekt von Hellenic Shipyards in Griechenland.

Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität)
Stainless Global in Zahlen |
||||||||
|
|
2009/2010 |
2010/2011 |
Verände- |
||||
Auftragseingang |
Mio € |
5.121 |
6.045 |
18 |
||||
Umsatz |
Mio € |
5.901 |
6.739 |
14 |
||||
EBIT |
Mio € |
– 57 |
– 785 |
– – |
||||
EBIT-Marge |
% |
– 1,0 |
– 11,6 |
— |
||||
Bereinigtes EBIT |
Mio € |
– 57 |
15 |
126 |
||||
Bereinigte EBIT-Marge |
% |
– 1,0 |
0,2 |
— |
||||
Mitarbeiter (30.09.) |
|
11.235 |
11.490 |
2 |
||||
Die Business Area Stainless Global steht für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan.
Auftragseingang und Umsatz gestiegen
Bei Stainless Global war die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten 2010/2011 im Vergleich zum Vorjahr aufwärts gerichtet. Der wertmäßige Auftragseingang nahm legierungspreisbedingt um 18 % auf 6,0 Mrd € zu; der mengenmäßige Auftragseingang lag mit 2,0 Mio t um 3 % unter Vorjahresniveau. Während im Bereich Edelstahl-Rostfrei-Flach die Mengen leicht zurückgingen, zog die Nachfrage nach Nickellegierungen und Titan an, was auch deren Erlösniveau spürbar verbesserte. Die Produktion von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten betrug 2,3 Mio t und von Hochleistungswerkstoffen 37.500 t. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Preisniveau der Hochleistungswerkstoffe um ein Vielfaches höher liegt als das der Edelstahl-Rostfrei-Produkte.
Die Gesamtlieferungen lagen mit 2,0 Mio t um 6 % unter dem Vorjahreswert. Im 2. Halbjahr war die Marktnachfrage spürbar schwächer. Dennoch erhöhte sich der Umsatz um 14 % auf rund 6,7 Mrd €, was an den gestiegenen Legierungszuschlägen lag. Die Basispreise hingegen lagen im Jahresvergleich unter Vorjahresniveau.

Bereinigtes EBIT positiv
Das Bereinigte EBIT verbesserte sich von −57 Mio € auf +15 Mio €, die Bereinigte EBIT-Marge von −1,0 % auf 0,2 %. Eine zu Beginn des Berichtsjahres günstige Marktlage und die Optimierung des Produktmix führten zu positiven Effekten. Insbesondere der Bereich Nickellegierungen hat dazu beigetragen. Darüber hinaus haben wir die Kosten weiter gesenkt. Die Anlaufkosten des neuen Edelstahlwerkes in den USA sind mit 98 Mio € enthalten.
Wertberichtungen belasten EBIT
Nach Wertminderungsaufwendungen bei Firmenwerten von 290 Mio € und einer weiteren Anpassung des Zeitwertes von 510 Mio € betrug das EBIT von Stainless Global −785 Mio € gegenüber −57 Mio € im Vorjahr. Die EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz verringerte sich von −1,0 % auf −11,6 %. Die auf Grund der Veräußerungsabsicht notwendig gewordenen Abwertungen auf den Zeitwert berücksichtigen insbesondere die bei den Erzeugern im Edelstahlmarkt beobachteten Bewertungsabschläge wegen der Strukturprobleme im Edelstahlmarkt. Zu den Abschlägen trugen auch die derzeitige Staatsschuldenkrise und die hohe Risikozurückhaltung der Investoren bei. Im aktuellen Umfeld werden Edelstahlunternehmen vergleichsweise schlecht und unterschiedlich bewertet. Wir haben den Zeitwert aus internen Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern abgeleitet und bewegen uns im mittleren Bereich der Bewertungsbandbreite.
Edelstahlwerk in den USA
Am US‑Standort Calvert haben sich Produktivität und Produktqualität der im letzten Geschäftsjahr in Betrieb genommenen Anlagen aus der Phase 1 des Kaltwalzwerkes weiter gesteigert. Die neu errichteten Anlagen der Phase 2 im Bereich der Warmband-Glüh- und -Beizlinie, des zweiten Kaltwalzgerüstes und der Adjustage gehen jetzt in Betrieb. Darüber hinaus werden derzeit das dritte Kaltwalzgerüst und die übrigen Teile der Adjustage montiert. Die Bauarbeiten für das Stahlwerk mit einer Jahreskapazität von bis zu 1 Mio t verlaufen weiterhin planmäßig; es soll im Dezember 2012 in Betrieb gehen. Bis dahin wird der Standort weiterhin mit Warmband bzw. Brammen aus den europäischen Werken versorgt.
Vorwärtsstrategie Nirosta
Um die europäischen Edelstahlaktivitäten wettbewerbsfähiger zu machen, werden innerhalb des Nirosta-Werksverbunds die Werksstandorte optimiert. Es ist vorgesehen, bis Anfang 2016 die Fertigung von Düsseldorf-Benrath nach Krefeld zu verlagern. Das Investitionsvolumen beträgt 244 Mio €. Anfang 2011 begann die Umsetzung der ersten Projektstufe; sie sieht im Wesentlichen den Neubau einer Glüh- und Beizlinie sowie eines Kaltwalzgerüstes vor.
Geschäftsvolumen mit konzernexternen Kunden
In Auftragseingang und Umsatz der Business Area sind auch die Geschäfte mit Kunden innerhalb des ThyssenKrupp Konzerns enthalten. Mit Kunden außerhalb des Konzerns wurden die folgenden Werte erzielt; in dieser Höhe vermindern sich durch die Verselbstständigung des Edelstahlbereichs die entsprechenden Konzernwerte:
2009/2010 |
2010/2011 |
Veränderung |
|||||
Auftragseingang |
Mio € |
4.609 |
5.411 |
17 |
|||
Umsatz |
Mio € |
5.306 |
6.016 |
13 |
|||
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, lag in der Berichtszeit mit 143 Mio € über dem Vorjahreswert von 131 Mio €.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von Corporate betrug −377 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 86 Mio € verschlechtert. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Verwaltungskosten, insbesondere Personal- und IT-Kosten, sowie aus der Bewertung von Bergbaurückstellungen. Das Bereinigte EBIT belief sich auf −356 Mio €; Corporate hat im Rahmen eines Schiedsgerichtsverfahrens über einen mehrere Jahre zurückliegenden Veräußerungsvorgang eine Prozessrisikorückstellung in Höhe von 21 Mio € gebildet.



























