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Geschäftsverlauf in den Business Areas

Steel Europe in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 5.568 8.205 2.223 2.706
Umsatz Mio € 7.325 7.835 2.151 2.887
EBT Mio € 142 450 - 312 183
Bereinigtes EBT Mio € 294 450 - 172 183
Mitarbeiter 30.06. 36.607 34.434 36.607 34.434

Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe als größter Umsatzträger beliefert
den Markt direkt mit hochwertigen Qualitätsflachstahlerzeugnissen und versorgt darüber hinaus die überwiegend in nachgeschalteten Produktionsbereichen tätige Operating Unit Processing mit Vormaterial beispielsweise für Weißblech, Elektroband und Tailored Blanks.

Gestützt durch das wieder günstigere konjunkturelle Umfeld nahm der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres im Vorjahresvergleich um 47 % auf 8,2 Mrd € zu. Dies war im Wesentlichen durch die wieder höheren Bestellmengen bedingt: Sie lagen um 96 % über dem entsprechenden Vorjahreswert, wobei sich zuletzt die Ordertätigkeit wieder etwas beruhigte; mittlerweile wird an der Kapazitätsgrenze produziert. Der Umsatz stieg um 7 % auf 7,8 Mrd €. Auch der Versand erholte sich zunehmend und übertraf das Vorjahresniveau um 33 %. Dieser positiven Mengenentwicklung standen negative Erlöseffekte gegenüber. Die Durchschnittserlöse zeigten während des Berichtszeitraums zwar einen weitgehend stabilen Verlauf. Im Vergleich zu den außerordentlich hohen Erlösen im Vorjahr war aber ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen; zum Vorquartal sind die Stahlerlöse im 3. Quartal jedoch gestiegen. Die kostenbedingt höheren Marktpreise werden sich wegen der laufenden Langfristkontrakte nur verzögert in den durchschnittlichen Erlösen niederschlagen.

Steel Europe erzielte einen Gewinn vor Steuern von 450 Mio € und übertraf damit das Vorjahresergebnis um 308 Mio €. Dies lag maßgeblich an der positiven Mengenentwicklung und den fortlaufenden Kostensenkungs- und Ergebnisverbesserungsprogrammen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatten die rezessive Marktentwicklung und erhebliche Restrukturierungskosten negativ zu Buche geschlagen.

Die Unternehmen der Business Area beschäftigten am 30. Juni 2010 insgesamt 34.434 Mitarbeiter. Der Rückgang um 2.173 gegenüber dem Stand ein Jahr zuvor ging im Wesentlichen auf die Personalanpassungen im Rahmen des Programms 20/10 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG und im Bereich Metal Forming zurück.

Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe erhöhte den Umsatz. Eine deutlich gestiegene Absatzmenge konnte den Erlösrückgang mehr als ausgleichen. Die Mengenausweitung im Vertriebsbereich Industrie betraf insbesondere das Fremdkundengeschäft, das im Vorjahr starke Einbußen verzeichnet hatte und nun vor allem von Lagerergänzungen, aber auch von dem wieder gestiegenen realen Bedarf einzelner Branchen profitierte. Die stärksten Impulse gingen von Abnehmern aus dem Handel und von Stahl-Service-Centern aus. Der Versand an Kunden aus der Automobilindustrie hat sich im Verlauf der vergangenen Monate zwar zunehmend stabilisiert, lag aber nach dem letztjährigen Einbruch noch unter den Rekordniveaus früherer Jahre. Durch die realisierten Kostensenkungen und höhere Absatzmengen konnte ThyssenKrupp Steel Europe den Gewinn vor Steuern erheblich verbessern.

Die Auslastung der Anlagen ist infolge der höheren Nachfrage im 3. Quartal des Geschäftsjahres weiter gestiegen. Seit im Januar 2010 der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann wieder angeblasen wurde, sind alle verfügbaren Hochöfen erneut in Betrieb. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im Berichtszeitraum mit 9,9 Mio t um 49 % über der vergleichbaren Vorjahresmenge. Die Metallurgiestufen waren damit wieder voll ausgelastet. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien verbesserte sich die Kapazitätsauslastung deutlich, so dass seit Mai 2010 keine Kurzarbeit mehr verfahren werden musste.

Die Weiterverarbeitungsaktivitäten der Operating Unit Processing entwickelten sich unterschiedlich. Insgesamt lag der Umsatz geringfügig über dem Niveau des Vorjahres; das Ergebnis vor Steuern hat sich verbessert.

Das Geschäft mit Weißblech behauptete sich in einem von Nachfrageüberhängen gekennzeichneten Markt weiterhin gut, und das Umsatzniveau konnte leicht gesteigert werden. Die kräftige mengenbedingte Umsatzsteigerung bei Mittelband war wesentlich durch die verbesserte Beschäftigung in der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie bedingt. Der Umsatz mit Elektroband lag über dem Vorjahr, weil dem Bereich Electrical Steel mit Wirkung vom 01. Oktober 2009 die bisher bei ThyssenKrupp Steel Europe angesiedelte Fertigung von nichtkornorientiertem Elektroband zugeordnet wurde. Bei Grobblech gingen Umsatz und Erlöse marktbedingt zurück; der Versand erholte sich jedoch zuletzt deutlich.

Der Bereich Tailored Blanks konnte sein Geschäft signifikant ausweiten; die Absatzmengen wurden durch die staatlichen Konjunkturprogramme für die Automobilindustrie in vielen europäischen Ländern und den USA noch günstig beeinflusst. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus positive Impulse, so dass sich der Umsatz erhöhte. Nach der erfolgreichen Restrukturierung dieses Bereichs wird nun eine Best-Owner-Lösung gesucht. Color/Construction verzeichnete ein niedrigeres Geschäftsvolumen. Trotz einer positiveren Mengenentwicklung in einzelnen Branchen wie der Garagentorindustrie und in Teilen des Fahrzeugbaus blieb die Marktlage insgesamt angespannt.

Steel Americas

Steel Americas in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 0 47 0 24
Umsatz Mio € 0 47 0 24
EBT Mio € - 117 - 98 - 19 - 62
Bereinigtes EBT Mio € - 117 - 98 - 19 - 62
Mitarbeiter 30.06. 1.590 2.876 1.590 2.876

Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA und
organisiert die Brammenlogistik zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.

Am 18. Juni 2010 ist das neue integrierte Hüttenwerk von ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico bei Santa Cruz im Westen von Rio de Janeiro in Anwesenheit von Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva feierlich eröffnet worden. Mit einem Investitionsbudget von 5,2 Mrd € ist es für ThyssenKrupp das größte Auslandsengagement der Konzerngeschichte. Es ist ebenfalls die größte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das erste große Stahlwerk, das in diesem Land seit Mitte der 1980er Jahre gebaut wurde. Die Produktionskapazität wird insgesamt rund 5 Mio t Rohstahl jährlich betragen.

Die Bauarbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. Hafenanlage und Rohstofflager sind errichtet; Batterie A der Kokerei und Stahlwerk sind weit fortgeschritten; Kraftwerk, Sinteranlage und Hochöfen wurden bereits in der 1. Jahreshälfte 2010 technisch fertiggestellt, und die beiden Gasturbinen gingen im abgelaufenen Quartal in Betrieb. Auch die Arbeiten für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für die sonstigen Infrastruktureinrichtungen kommen gut voran.

Nach dem Anblasen des ersten Hochofens, das während der Einweihungsfeier des Hüttenwerks erfolgte, wird Ende August 2010 die erste komplette Produktionslinie mit Hochofen, Stahlwerkskonverter und Stranggießanlage angefahren; eine zweite Stahlwerkslinie geht in Betrieb, sobald die erste Linie stabil arbeitet. Der Hochlauf des zweiten Hochofens erfolgt flexibel nach den Bedürfnissen des Marktes, aus heutiger Sicht bereits Ende 2010.

Ende Juni 2010 waren knapp 24.000 Personen auf der Baustelle tätig, und fast 1.900 Mitarbeiter waren bei CSA in Brasilien angestellt.

Auch die Bauarbeiten für unser Weiterverarbeitungswerk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama sind weit fortgeschritten. Das Investitionsbudget beträgt 3,6 Mrd US-Dollar. Der Baufortschritt befindet sich weitestgehend im Zeitplan; Ende Juli 2010 erfolgte die Inbetriebnahme der Warmbandstraße. Das Kaltwalzwerk, die Beize sowie die Adjustagen werden in der 2. Jahreshälfte 2010 den Betrieb aufnehmen. Auf Grund der konjunkturellen Situation verlagert sich die Fertigstellung der Veredelungsanlagen in das nächste Geschäftsjahr, wobei die einzelnen Veredelungsanlagen sukzessive fertiggestellt werden. In der Warmwalzkapazität von insgesamt etwa 5 Mio t jährlich ist auch die erforderliche Walzkapazität für das Rostfrei-Werk von Stainless Global in Alabama enthalten.

Ende Juni 2010 waren etwa 7.000 Personen auf der Baustelle tätig; knapp 1.000 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.

Die Ergebnissituation wird hauptsächlich durch die mit der Fertigstellung der Projekte verbundenen Anlaufkosten sowie den Hochlauf der Produktion geprägt. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 verzeichnete die Business Area ein negatives Ergebnis vor Steuern von 98 Mio €. Neben den mit dem Projekt verbundenen Anlaufkosten war dieses Ergebnis im Wesentlichen beeinflusst durch positive Währungseffekte, die sich aus der Entwicklung des Real gegenüber dem Euro ergaben, und die Aktivierung von Bauzeitzinsen.

Am 30. Juni 2010 beschäftigte die Business Area Steel Americas 2.876 Mitarbeiter; dies entsprach einem Anstieg von 1.286 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr.

Parallel zu den Bauarbeiten haben wir die Marktanalysen über die Preis- und Mengenentwicklung sowie die Kundenanforderungen im Nafta-Raum systematisch weitergeführt und eine optimale Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen und den verfügbaren Produktspezifikationen vorbereitet. Dazu setzen die Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl-Service-Center und Rohrindustrie intensiv fort, so dass bereits die ersten Zusagen von Kunden aus dem Nafta-Raum gewonnen werden konnten.

Stainless Global

Stainless Global in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 2.992 3.820 1.207 1.317
Umsatz Mio € 3.191 4.379 1.030 1.708
EBT Mio € - 812 - 112 - 202 64
Bereinigtes EBT Mio € - 706 - 112 - 156 64
Mitarbeiter 30.06. 11.869 11.150 11.869 11.150

Als einer der weltweit führenden Edelstahlproduzenten steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das Edelstahlwerk in Alabama, das in Kooperation mit Steel Americas errichtet wird.

Die Auftragslage von Stainless Global hat sich in den ersten 9 Monaten 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Der mengenmäßige Auftragseingang erhöhte sich um 17 %, wobei im Bereich Edelstahl Rostfrei die Nachfrage nach Kaltband sogar um 27 % zulegte. Auch bei den Nickellegierungen erhöhten sich die Auftragsmengen, während sie bei Titan auf Vorjahresniveau lagen. Der wertmäßige Auftragseingang der Business Area nahm um 28 % auf 3,8 Mrd € zu – vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahr höheren Legierungszuschläge.

Die Gesamtlieferungen stiegen um 30 % auf 1,7 Mio t. Während sich der Versand von Edelstahl Rostfrei erhöhte, ging er in den Bereichen Titan und Nickellegierungen im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück. Insgesamt wuchs der Umsatz der Business Area um 37 % auf 4,4 Mrd €.

Stainless Global hat das EBT um 700 Mio € auf -112 Mio € verbessert; im 3. Quartal 2009/2010 wurde wieder ein Gewinn vor Steuern erzielt. Im 9-Monats-Vergleich konnten mit Ausnahme von ThyssenKrupp Stainless USA alle Operating Units des Edelstahl-Rostfrei-Bereichs ihre Verluste wesentlich verringern: Ausschlaggebend dafür waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen und Wertminderungsaufwendungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell insgesamt günstigere Marktlage, die entsprechend höhere Basispreise ermöglichte und die Produktionskapazitäten besser auslastete. Die Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen wurden an allen Standorten weiter konsequent umgesetzt. Mit dem Performance-Steigerungsprogramm SPRINT wird bereits jetzt eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage und Wettbewerbsposition realisiert sowie eine weitere Flexibilisierung der Kostenbasis geschaffen.

Zum 30. Juni 2010 beschäftigte Stainless Global 11.150 Mitarbeiter, 719 weniger als ein Jahr zuvor.

Die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten führte bei ThyssenKrupp Nirosta und bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mengenmäßig zu einer deutlich besseren Auftragslage sowie einem höheren Versand. Auch der Umsatz dieser Operating Units nahm beachtlich zu. Nach dem hohen Verlust im Vorjahreszeitraum hat sich sowohl bei ThyssenKrupp Nirosta als auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni das EBT in den ersten 9 Monaten 2009/2010 verbessert, blieb aber negativ. Dazu trugen höhere Basispreise, gestiegene Kalt- und Warmbandmengen sowie eine forcierte Realisierung der Restrukturierungsmaßnahmen bei. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zusätzlich.

ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten ebenfalls einen höheren mengenmäßigen Auftragseingang und gestiegene Versandmengen sowie bessere Umsätze und nahezu ausgeglichene Ergebnisse. Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt lasteten bei Shanghai Krupp Stainless die Kapazitäten höher aus; verbunden mit einem höheren Versand sowie gestiegenen Erlösen reduzierte dies den Vorsteuerverlust deutlich.

Durch die sich weltweit erholende Nachfrage hat ThyssenKrupp Stainless International sowohl Versand als auch Umsätze nahezu verdoppelt.

Das Geschäft von ThyssenKrupp VDM war dadurch belastet, dass Kunden Projekte verschoben oder stornierten. Während der Auftragseingang bei den Nickellegierungen anstieg und bei den Titanhalbzeugen stabil blieb, ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in beiden Geschäftsfeldern zurück. Das Ergebnis blieb weiter negativ, obwohl Restrukturierungsmaßnahmen ergriffen wurden und Bestandsabwertungen größtenteils entfielen.

In Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes integriertes Rostfrei-Werk; das Investitionsvolumen beträgt rund 1,4 Mrd US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks wird zeitlich gestreckt erfolgen. Es ist vorgesehen, im Oktober 2010 mit einem Kaltwalzgerüst und einer jährlichen Kaltbandkapazität von 100.000 t zu starten, die im weiteren zeitlichen Verlauf auf eine Gesamtkapazität von maximal 140.000 t pro Jahr ausgeweitet wird. In Vorbereitung auf die Warminbetriebnahme des Gerüsts wurden im Juni 2010 erste Weißband-Coils von ThyssenKrupp Nirosta in die USA geliefert. Der Start der Warmband-Glüh- und Beizlinie ist auf 2011 vorgezogen worden. Das Hochfahren der übrigen Aggregate kann weiterhin flexibel angepasst werden. Dies gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks; sie war für Anfang 2012 vorgesehen und kann sich um bis zu 24 Monate verschieben. Zunächst wird der Standort sein Vormaterial aus den europäischen Werken erhalten.

Materials Services

Materials Services in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 9.204 9.435 2.469 3.695
Umsatz Mio € 9.855 9.239 2.751 3.598
EBT Mio € - 204 316 - 128 144
Bereinigtes EBT Mio € - 204 235 - 128 144
Mitarbeiter 30.06. 44.744 32.096 44.744 32.096

Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf Distribution, Logistik und Service von Roh- und Werkstoffen, technische Dienstleistungen sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen spezialisiert. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen, Sonderwerkstoffen und Kunststoffen bietet Materials Services Dienstleistungen an, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain- sowie Projektmanagement reichen.

Die Business Area erzielte in den ersten 9 Monaten 2009/2010 einen Umsatz von 9,2 Mrd €, 6 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nachdem der Umsatz im 1. Halbjahr noch 21 % unter dem Vorjahreswert lag, wurden im 3. Quartal erstmalig die Umsatzwerte von 2008/2009 signifikant übertroffen. Dazu haben neben einer erhöhten Mengennachfrage deutlich gestiegene Verkaufspreise beigetragen. Die im 1. Quartal veräußerten Bereiche ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway sind nur anteilig in den Umsatzzahlen des laufenden Jahres enthalten.

Materials Services wies im 3. Quartal ein EBT von 144 Mio € aus und hat damit sein Ergebnis vor Sondereffekten von Quartal zu Quartal wesentlich verbessert. Einschließlich der außerordentlichen Erträge aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in Höhe von 81 Mio € erwirtschaftete die Business Area in 9 Monaten ein EBT von 316 Mio €; bereinigt belief es sich auf 235 Mio €. Neben der wirtschaftlichen Erholung war der Ergebnisanstieg vor allem auf die nachhaltig gesenkten Kosten in allen Bereichen zurückzuführen.

In der Business Area arbeiteten zum Ende des Berichtszeitraums 32.096 Mitarbeiter, 12.648 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war wesentlich auf Desinvestitionen bei Industrial Services zurückzuführen. Doch auch in nahezu allen Gesellschaften der Operating Unit Metals Services sank die Zahl der Mitarbeiter.

Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Werkstoffaktivitäten im Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen. Der Umsatz war in den ersten 9 Monaten 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig; Grund dafür war das durchschnittlich immer noch niedrigere Preisniveau. In den Schwerpunktmärkten Europa und Nordamerika zeichnete sich gegen Ende des 2. Quartals eine Belebung ab, die sich im 3. Quartal verstärkt fortsetzte. Die Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Maschinen- und Anlagenbau und eingeschränkt auch aus der Bauwirtschaft ist spürbar gestiegen, jedoch nicht in gleichem Umfang wie das Preisniveau. Erhebliche strukturelle Maßnahmen haben die wirtschaftliche Situation der Operating Unit wesentlich verbessert. Auf Grund der Nachfrage aus der Automobilindustrie hat sich die Geschäftslage der automobilnahen Service-Center-Aktivitäten gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreszeitraum weiter deutlich positiv entwickelt. Das internationale Streckengeschäft litt unverändert unter zurückhaltender Nachfrage und sehr hartem Wettbewerb bei den wenigen ausgeschriebenen Großprojekten. Die Kunden bestellen zunehmend vorsichtiger, wobei ihre Aufträge wieder stärker rein projektbezogen und sehr kurzfristig erfolgen. Nach dem erheblichen Verlust im Vorjahreszeitraum, der durch drastisch fallende Preise und in der Konsequenz durch hohe Wertberichtigungen auf Vorräte bestimmt war, konnte die Operating Unit ihren Gewinn im 3. Quartal erheblich verbessern und wies in 9 Monaten das beste Ergebnis der Business Area aus.

Die Operating Unit Special Services umfasst die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Kunststoffgeschäft. Hinzu kommen der Rohstoffhandel, Systemlösungen in der Bau- und Gleistechnik sowie Stahlwerks- und Technikdienstleistungen. Der Umsatz der Operating Unit lag insgesamt über dem Vorjahreswert. Das Kunststoffgeschäft zog nach der langen witterungsbedingten Winterpause mit den Einschränkungen für die Bauindustrie spürbar an. Unverändert stabil und positiv entwickelte sich der Bereich Aerospace. In Europa und Nordamerika wurden im Berichtszeitraum neue Projekte und Verträge abgeschlossen. Im Zuge der merklich verbesserten Beschäftigung in der Stahlindustrie konnte das Rohstoffgeschäft erheblich ausgeweitet werden. Witterungsbedingte Verschiebungen, Verzögerungen in der Umsetzung von Konjunkturprogrammen, Finanzierungsschwierigkeiten bei Großprojekten, aber auch erhöhter Wettbewerbsdruck beeinträchtigten den Umsatz in der Gleis- und Bautechnik. Im Bereich der stahlwerksnahen Dienstleistungen hat sich die Beschäftigungslage in Brasilien auf einem erfreulich hohen Niveau stabilisiert. Im Berichtsquartal konnten erste größere Projektabrechnungen für das Stahlwerk CSA in Brasilien realisiert werden. In Deutschland hat sich die Auslastung im Zuge der anziehenden Stahlkonjunktur wesentlich verbessert. Insgesamt erzielte die Operating Unit einen deutlichen Gewinn und konnte das Vorjahresergebnis überschreiten.

Das Zahlenwerk der Operating Unit Industrial Services war im Wesentlichen durch die Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway geprägt. Umsatz und Ergebnis sind nur anteilig enthalten. Der verbliebene Bereich wurde mit einer zeitlichen Verzögerung von der allgemeinen Konjunkturkrise betroffen; Chemie- und Energiewirtschaft blieben mit der Auftragsvergabe zögerlich. Umsatz und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern erreichten in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres nicht das Niveau des Vergleichszeitraums.

Elevator Technology

Elevator Technology in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 3.937 3.835 1.186 1.390
Umsatz Mio € 3.964 3.760 1.328 1.313
EBT Mio € 474 459 166 151
Bereinigtes EBT Mio € 474 459 166 151
Mitarbeiter 30.06. 42.761 43.066 42.761 43.066

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Mehr als 43.000 Mitarbeiter an über 900 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Die Business Area hat sich in den ersten 9 Monaten 2009/2010 trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds gut behauptet. Der Auftragseingang des Vorjahreszeitraums konnte mit 3,8 Mrd € nahezu erreicht werden. Einem Rückgang im Neuinstallations- sowie im Modernisierungsgeschäft stand das deutliche Wachstum im Wartungsgeschäft gegenüber. Zusätzlich haben sich Wechselkurseffekte mit 31 Mio € positiv auf den Auftragseingang ausgewirkt. Während die meisten Operating Units geringfügige Rückgänge verzeichneten, konnte Asia/Pacific den Auftragseingang erheblich steigern.

Wegen des schwächeren Neuinstallations- und Modernisierungsgeschäfts verminderte sich der Umsatz um 5 % auf 3,8 Mrd €, wobei Wechselkurseffekte in Höhe von 25 Mio € leicht kompensierend wirkten. Gleichzeitig wurde der Umsatz aus dem Wartungsgeschäft ausgebaut: Die Anzahl der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten stieg weiter an.

Elevator Technology erwirtschaftete ein EBT von 459 Mio € und konnte damit an das gute Vorjahresniveau anknüpfen. Alle Operating Units haben zu diesem positiven Ergebnis beigetragen.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich mit 43.066 am 30. Juni 2010 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, was vor allem am Belegschaftszuwachs bei Asia/Pacific lag. In der Operating Unit Americas gab es dagegen einen geringen Rückgang.

In der Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe war ein geringfügig niedrigerer Auftragseingang zu verzeichnen. Ursache hierfür war eine rückläufige Entwicklung in Frankreich. Alle anderen Regionen blieben hingegen stabil. Der Umsatz lag ebenfalls unter dem Vorjahresniveau, was vor allem an Großbritannien und Frankreich lag. In allen anderen Märkten konnte der Umsatz nahezu konstant gehalten werden. Das schwächere Geschäft in Großbritannien und Frankreich ließ auch das EBT deutlich zurückgehen.

Der Auftragseingang der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East blieb insbesondere durch das schwächere Neuanlagen- und Modernisierungsgeschäft leicht hinter dem Vorjahreswert zurück. Belastend wirkten das negative Marktumfeld auf der iberischen Halbinsel sowie die Normalisierung bei den ägyptischen Aktivitäten; dem stand ein erhebliches Wachstum in der Golfregion gegenüber. Die Operating Unit baute dank starker Zuwächse vor allem in den Golfstaaten, in Ägypten sowie in Italien ihren Umsatz leicht aus. Das Ergebnis vor Steuern lag leicht unter dem Vorjahresniveau.

Die Operating Unit Americas erwirtschaftete trotz leicht positiver Wechselkurseffekte einen geringeren Auftragseingang, Umsatz und EBT. Darüber hinaus entwickelten sich das Neuinstallations- sowie das Modernisierungsgeschäft in Nordamerika deutlich rückläufig, während das Wartungsgeschäft weiter gesteigert werden konnte. Die südamerikanischen Aktivitäten mit Schwerpunkt Brasilien legten bei Auftragseingang, Umsatz und insbesondere beim EBT nochmals erheblich zu.

Die Geschäftsaktivitäten der Operating Unit Asia/Pacific lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres, was durch Wechselkurseffekte insgesamt unterstützt wurde. Auftragseingang und Umsatz nahmen insbesondere wegen der weiterhin erfreulichen Entwicklung in China erheblich zu. Das Ergebnis vor Steuern übertraf den Vorjahreswert, was vor allem von den chinesischen und koreanischen Aktivitäten getragen wurde.

In der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges blieb das Geschäft hinter dem Vorjahresniveau zurück. Während sich die Fahrtreppenaktivitäten durchweg stabil entwickelt haben, gingen bei den Fluggastbrücken Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis vor Steuern projektbedingt gegenüber den guten Werten des Vorjahreszeitraums zurück.

Trotz Zuwächsen in Europa und Asien lagen Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis vor Steuern der Operating Unit Accessibility leicht unter dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die weiterhin anhaltende Krise des Immobilienmarktes für Einfamilienhäuser entwickelte sich das Geschäft in den USA rückläufig, weshalb dort strikte Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt werden.

Plant Technology

Plant Technology in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 3.075 2.948 807 800
Umsatz Mio € 3.366 2.864 1.101 970
EBT Mio € 238 230 65 62
Bereinigtes EBT Mio € 244 230 66 62
Mitarbeiter 30.06. 13.062 12.975 13.062 12.975

Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen und Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Plant Technology erzielte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Uhde, Fördertechnik und System Engineering einen Auftragseingang von 2,9 Mrd € und konnte damit nahezu an den Wert des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Insgesamt zeigte sich in einzelnen Feldern des Anlagenbaus ein intensiverer Wettbewerb, bedingt durch vermehrte Überkapazitäten auf der Angebotsseite bei einer vergleichsweise geringeren Anzahl zu vergebender Projekte. Die wieder anziehenden Rohstoffmärkte führten dagegen zu einer höheren Vergabetätigkeit bei Projekten im Mining- und Minerals-Bereich.

Der Umsatz lag in den ersten 9 Monaten 2009/2010 abrechnungsbedingt mit 2,9 Mrd € um 15 % unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 6,5 Mrd € zum 30. Juni 2010, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz.

Mit einem Gewinn vor Steuern von 230 Mio € erzielte Plant Technology in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres wieder ein erfreuliches Ergebnis. Hauptergebnisträger waren Uhde, Polysius und Fördertechnik.

Die Mitarbeiterzahl von 12.975 zum 30. Juni 2010 hat sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verringert.

Dank der Großaufträge für mehrere Düngemittelanlagen in Abu Dhabi und Ägypten sowie einer Kokerei mit Gasbehandlung in Taiwan und einer Wasserstoffanlage in Indien lag der Auftragseingang von Uhde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 merklich über dem Vorjahreswert. Der Umsatz war dagegen im Vergleich zum Vorjahr, in dem einige Großaufträge abgerechnet wurden, deutlich rückläufig. Dagegen übertraf der Gewinn vor Steuern signifikant das bereits hohe Ergebnisniveau des Vorjahres.

Bei Polysius, einem der führenden Engineering-Unternehmen für die Ausrüstung der Zement- und Minerals-Industrie, war der Auftragseingang erheblich niedriger als im Vorjahr. Dies war bedingt durch mehrere Großaufträge, die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten, sowie durch die Verzögerung bei der Vergabe mehrerer Projekte im Berichtszeitraum. Auf Grund des hohen Auftragsbestands konnte der Umsatz jedoch leicht das Vorjahresniveau übertreffen. Das Ergebnis vor Steuern erreichte nicht ganz den guten Vorjahreswert.

Der Auftragseingang von Fördertechnik entwickelte sich auch in den ersten drei Quartalen 2009/2010 erfreulich und übertraf erheblich den Vorjahreswert. Hierzu trugen insbesondere die Aufträge aus Brasilien für Tagebauausrüstungen einschließlich zweier vollmobiler Brecheranlagen und für eine Kraftwerksbekohlungsanlage in Südafrika sowie die sehr gute Auftragslage in Indien bei. Auch beim Umsatz konnte der hohe Vorjahreswert nochmals gesteigert werden. Das EBT erreichte ebenfalls das gute Vorjahresniveau.

Bei System Engineering – Spezialist bei Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie – hat sich die Auftragslage weiter verbessert. Höhere Auftragseingänge im Wesentlichen im Bereich Rohkarosserien konnten rückläufige Abrufe in der Teilefertigung auf Grund der geringeren Produktionsstückzahlen und temporärer Werksschließungen einzelner Kunden in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres deutlich überkompensieren. Der Umsatz lag allerdings abrechnungsbedingt unter dem Wert des Vorjahres. Niedrigere Abrufe in der Teilefertigung sowie die Unterbeschäftigung im Bereich Montageanlagen trugen zu einem negativen Ergebnis vor Steuern bei.

Components Technology

Components Technology in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 3.205 4.090 899 1.584
Umsatz Mio € 3.462 4.149 1.063 1.568
EBT Mio € - 95 164 - 101 58
Bereinigtes EBT Mio € - 44 211 - 76 105
Mitarbeiter 30.06. 27.963 28.860 27.963 28.860

Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen und für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.

In der Business Area Components Technology hat sich die erfreulich positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 verbesserte sich der Auftragseingang um 28 % auf 4,1 Mrd €. Der Umsatz stieg um 20 % auf 4,1 Mrd €. Gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal konnten im 3. Quartal 2009/2010 Umsatzzuwächse von fast 50 % erzielt werden. Zur Nachfragebelebung in der Automobilindustrie haben neben der anziehenden Konjunktur u.a. die staatlichen Förderprogramme in vielen Ländern sowie der Aufbau der Lagerbestände unserer Kunden beigetragen.

Nach dem Verlust im Vorjahr wurde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 164 Mio € erzielt. Dazu haben die stärkere Nachfrage aus der Automobilindustrie sowie geringere Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen beigetragen. Außerdem wirkten sich die bereits im Vorjahr eingeleiteten und weiterhin umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen positiv aus: Diese Maßnahmen zielen hauptsächlich auf eine strukturelle Kapazitätsanpassung ab und beinhalten neben Personalanpassungen auch Schließungen von Werken in Europa und den USA. Hinzu kamen weitere Kostensenkungsprogramme. Nach Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen betrug das Bereinigte EBT 211 Mio €.

Ende Juni 2010 beschäftigte Components Technology 28.860 Mitarbeiter, 897 mehr als ein Jahr zuvor. Dank der positiven Nachfrageentwicklung auf den internationalen Automobilmärkten konnten insbesondere in den USA sowie in Brasilien und China zusätzlich Mitarbeiter eingestellt werden; in Deutschland ging die Belegschaftszahl dagegen zurück.

Die Geschäftsentwicklung der Operating Units verlief insgesamt positiv.

Das Automobilzuliefergeschäft zeigte weiterhin eine erfreuliche Entwicklung. Das Geschäft von Presta Camshafts, Presta Steering und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen, Dämpfern, Federn und der Montage von Achsmodulen erzielte auf Grund der erhöhten Abrufe aus der Automobilindustrie in den ersten 9 Monaten 2009/2010 deutlich höhere Umsätze. Presta Camshafts und Presta Steering verbesserten ihr Ergebnis und erwirtschafteten einen Gewinn vor Steuern; das Ergebnis der Bilstein-Gruppe war hingegen durch Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen belastet.

Die Forging-Group erhöhte mit geschmiedeten Kurbelwellen für Personen- und Nutzfahrzeuge ihren Umsatz deutlich und kehrte in die Gewinnzone zurück. Insbesondere auf dem brasilianischen und dem US-Markt war eine höhere Nachfrage zu verzeichnen. Auch in Europa belebte sich der Markt, was insbesondere im 3. Quartal die Umsätze steigen ließ.

Die amerikanischen Gießereien von Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und übrige Anwendungsfelder produzieren, profitierten ebenfalls von der höheren Marktnachfrage sowie von weiteren Einsparungen im Health-Care-Programm und strukturellen Kapazitätsanpassungen. Im 9-Monats-Vergleich konnten ein erheblicher Umsatzzuwachs und ein Gewinn vor Steuern erzielt werden.

Im Baumaschinengeschäft von Berco belebte sich die Nachfrage ab März 2010. Ausgehend von einem niedrigen Basisniveau im Vorjahr verdoppelte sich der Umsatz im 3. Quartal nahezu, weil beispielsweise Kunden ihre verringerten Lagerbestände wieder aufbauten. Auch im 9-Monats-Vergleich konnte das Geschäftsvolumen ausgeweitet werden. Zur weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wurde ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit strukturellen Kapazitätsanpassungen eingeleitet. Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen sowie gestiegene Materialkosten führten zu einem Verlust.

Die noch schwache Nachfrage im allgemeinen Maschinenbau sowie ein am kurzfristigen Bedarf orientiertes Abrufverhalten der Kunden aus der Windenergiebranche hatten im 1. Halbjahr 2009/2010 den Auftragseingang für Großwälzlager und Ringe der Operating Unit Rothe Erde zurückgehen lassen. Im 3. Quartal belebte sich dann jedoch die Ordertätigkeit gegenüber dem Vorjahr, aber auch gegenüber dem Vorquartal deutlich, so dass der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2009/2010 insgesamt auf Vorjahreshöhe lag. Der Umsatz erreichte zwar nicht das Vorjahresniveau, das 3. Quartal zeigte jedoch ansteigende Tendenzen. Rothe Erde blieb Hauptergebnisträger der Business Area, konnte aber umsatzbedingt nicht an den hohen Gewinn des Vorjahres anschließen.

Marine Systems

Marine Systems in Zahlen
9 Monate 2008/2009 9 Monate 2009/2010 3. Quartal 2008/2009 3. Quartal 2009/2010
Auftragseingang Mio € 1.710 357 - 339 108
Umsatz Mio € 1.238 964 321 423
EBT Mio € - 211 - 40 - 127 - 23
Bereinigtes EBT Mio € - 45 - 1 - 31 - 4
Mitarbeiter 30.06. 8.057 6.588 8.057 6.588

Mit der Restrukturierung unserer Werften wird sich die Business Area Marine Systems in Zukunft verstärkt auf ihre weltweit herausragende Position im Marineschiffbau konzentrieren.

Das Marktumfeld für Marine Systems war in der Berichtszeit überwiegend ungünstig. Im Marinegeschäft wirkte sich die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte wichtiger Kundenländer negativ aus. In den letzten Monaten haben sich allerdings die Frachtraten für Handelsschifftonnagen deutlich erholt; dies hat auch den Markt für Reparaturen, Erneuerungen und Umbauten spürbar belebt.

Vor diesem Hintergrund fiel der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2009/2010 um 79 % auf 357 Mio €; im Wesentlichen handelte es sich um kleinere Projekte. Der im vergangenen Geschäftsjahr paraphierte Vertrag mit der Türkei über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 soll noch im laufenden Geschäftsjahr wirksam werden, nachdem die Finanzierungskonditionen geklärt sind.

Der Umsatz betrug in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 964 Mio €. Ausschlaggebend für den Rückgang um 22 % war der Wegfall aller Umsätze aus den im September 2009 gekündigten U-Bootaufträgen für Griechenland. Durch den Anstieg der Frachtraten gelang es, von Kunden stornierte Containerschiff-Neubauten an Dritte zu veräußern.

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 171 Mio € auf -40 Mio € und enthielt insbesondere Belastungen durch Hellenic Shipyards in Griechenland. Bereinigt um diese Sondereffekte war das Ergebnis nahezu ausgeglichen.

Infolge der Restrukturierung der Werften ist die Zahl der Mitarbeiter zum 30. Juni 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 1.469 auf 6.588 zurückgegangen.

Die Restrukturierung der Business Area Marine Systems wurde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 weiter vorangetrieben:

Der Bereich Design und Projektmanagement des Marineüberwassergeschäfts von Blohm + Voss Nordseewerke soll in ein 50/50-Joint-Venture mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe eingebracht werden. Zugleich wurde die Veräußerung von 100 % des Megayachtbaus und zunächst je 80 % der Schiffsreparatur und Komponentenfertigung vereinbart. Darüber hinaus soll Abu Dhabi MAR die Mitarbeiter und die Anlagen des im Herbst 2009 eingestellten Handelsschiffbaus von HDW-Gaarden in Kiel übernehmen. Die Verträge über diese Vereinbarungen wurden am 13. April 2010 unterzeichnet.

Für diese Restrukturierungen sind die entsprechenden kartell- und außenwirtschaftsrechtlichen Genehmigungsprozesse eingeleitet und teilweise bereits abgeschlossen.

Auch für eine mögliche Veräußerung von Hellenic Shipyards in Griechenland an Abu Dhabi MAR laufen Gespräche unter Einbeziehung der griechischen Regierung, die einer solchen Lösung positiv gegenübersteht.

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, erreichte in der Berichtszeit 94 Mio € nach 82 Mio € im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrug -442 Mio €; gegenüber dem Vorjahr hat es sich um 15 Mio € verschlechtert.

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.

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