Geschäftsverlauf in den Business Areas
Steel Europe
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.345 | 5.499 | 1.479 | 2.999 | |||||
| Umsatz | Mio € | 5.174 | 4.948 | 2.326 | 2.667 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 454 | 267 | 109 | 163 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 466 | 267 | 112 | 163 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 37.380 | 34.872 | 37.380 | 34.872 |
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Hierbei konzentriert sich die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe auf die Produktion von hochwertigem Qualitätsflachstahl, während die Operating Unit Processing Stahl beispielsweise zu Weißblech, Elektroband, Tailored Blanks und anderen Bauteilen weiterverarbeitet.
Auftragslage verbessert, Umsatz noch leicht rückläufig
Im 1. Halbjahr 2009/2010 erzielte die Business Area einen Auftragseingang von 5,5 Mrd € und damit 64 % mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Geschäftsjahres. Dies war ausschließlich eine Folge höherer Bestellmengen. Der Umsatz ging dagegen im Vorjahresvergleich um 4 % auf 4,9 Mrd € zurück. Die Versandmengen konnten zwar signifikant gesteigert werden; diesem positiven Effekt standen jedoch deutlich niedrigere Durchschnittserlöse gegenüber. Der im Verlauf des 2. Quartals 2009/2010 wieder positive Marktpreistrend wird sich auf Grund des hohen Anteils von Kontraktgeschäften am gesamten Umsatzvolumen erst im weiteren Verlauf des Berichtsjahres positiv auswirken. In den Quartalsabschlüssen zum 01. April konnten wir Preiserhöhungen vereinbaren.
Der Gewinn vor Steuern lag mit 267 Mio € um 187 Mio € unter dem Vorjahresergebnis. Hauptursachen waren die Erlösminderungen sowie höhere Kosten in Folge der Unterauslastung der Anlagen. Die im letzten Geschäftsjahr durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen sowie die ausgeweiteten Kostensenkungsprogramme stützten das Ergebnis, konnten aber die negativen Markteffekte nicht ausgleichen.
Die Unternehmen der Business Area beschäftigten am 31. März 2010 insgesamt 34.872 Mitarbeiter, 2.508 oder 6,7 % weniger als ein Jahr zuvor. Im Wesentlichen lag dieser Rückgang an den Personalanpassungen im Rahmen des Programms 20/10 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG und im Bereich Metal Forming. Die Zahl der Kurzarbeiter verminderte sich deutlich: Im März waren nur noch rund 800 Mitarbeiter betroffen.
Entwicklung der Operating Units
In der Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe, dem bedeutendsten Umsatzträger der Business Area, war das Geschäftsvolumen leicht rückläufig. Ein verbesserter Absatz konnte den deutlichen Rückgang der Erlöse nicht ausgleichen. Die höheren Absatzmengen im Vertriebsbereich Industrie wurden insbesondere im Fremdkundengeschäft erzielt, das im Vorjahr starke Einbußen verzeichnet hatte und nun von Lagerergänzungen profitierte. Positive Impulse gingen auch von Abnehmern in Handel und Stahl- Service-Centern aus. Der Versand an Automobilkunden hat sich zunehmend stabilisiert, lag aber nach dem letztjährigen Einbruch noch signifikant unter den Rekordniveaus der Jahre 2007 und 2008. Im Wesentlichen wegen der zurückgegangenen Erlöse blieb der Gewinn vor Steuern deutlich unter dem Vorjahreswert – trotz der laufenden Maßnahmen, das Ergebnis zu stabilisieren.
Die Beschäftigung unserer Anlagen hat sich infolge der Stabilisierung der Märkte und der damit verbundenen Mehrnachfrage im 2. Quartal des Geschäftsjahres weiter verbessert. Seit im Januar 2010 der Hochofen A bei unserer Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann wieder angeblasen wurde, sind alle verfügbaren Hochöfen erneut in Betrieb und fahren derzeit unter Vollauslastung. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im 1. Halbjahr 2009/2010 mit 6,3 Mio t um 22 % über der niedrigen Vorjahresmenge. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien verbesserte sich die Kapazitätsauslastung ebenfalls, so dass die Kurzarbeit weiter zurückgefahren werden konnte.
Die Weiterverarbeitungsaktivitäten der Operating Unit Processing wiesen unterschiedliche Entwicklungen auf. Insgesamt gingen Umsatz und Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr auch hier zurück.
Das Geschäft mit Weißblech behauptete sich weiterhin gut und verzeichnete nur leichte Rückgänge bei Absatzmengen, Umsatz und Erlösen. Die kräftige mengenbedingte Umsatzsteigerung war bei Mittelband auf die Erholung der Mengenkonjunktur vor allem in der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie zurückzuführen. Unser Geschäft mit kornorientiertem Elektroband verzeichnete dagegen ein niedrigeres Geschäftsvolumen. Während die Absatzmenge annähernd konstant blieb, mussten zunehmend erhebliche Erlöseinbußen hingenommen werden. Bei Grobblech ging der Umsatz durch die schwierige Lage in wichtigen Abnehmerbereichen wie der Nutzfahrzeugindustrie und dem Schiffbau zurück.
Tailored Blanks erzielte einen höheren Umsatz und profitierte weiterhin von den staatlichen Absatzförderprogrammen für die Automobilindustrie in vielen europäischen Ländern und den USA. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus noch positive Impulse, so dass sich der Umsatz erhöhte. Color Construction verzeichnete ein im Vorjahresvergleich niedrigeres Geschäftsvolumen. Trotz einer positiveren Mengenentwicklung in einzelnen Baubranchen wie der Garagentorindustrie und in Teilen des Fahrzeugbaus blieb die Marktlage insgesamt, auch unter Erlösgesichtspunkten, angespannt.
Steel Americas
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 0 | 23 | 0 | 23 | |||||
| Umsatz | Mio € | 0 | 23 | 0 | 23 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | -98 | -36 | -22 | -32 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | -98 | -36 | -22 | -32 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 1.529 | 2.256 | 1.529 | 2.256 |
Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA. Darüber hinaus organisiert sie die Brammenlogistik zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.
Großprojekte vor Inbetriebnahme
Die Großprojekte für die Produktion bzw. Verarbeitung von Qualitätsflachstahl in Brasilien und den USA werden im 2. Halbjahr 2010 die Produktion aufnehmen. Die Lieferung von Vormaterial sowohl in Brasilien als auch in den USA hat begonnen. Auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden wir mit der flexiblen Inbetriebnahme des zweiten Produktionsstrangs in Brasilien reagieren.
Ergebnissituation und Belegschaft
Die Ergebnissituation wird derzeit geprägt durch die mit der Fertigstellung der Projekte verbundenen Anlaufkosten sowie den Hochlauf der Produktion. Im 1. Halbjahr erwirtschaftete die Business Area Steel Americas ein negatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von -36 Mio €. Neben den mit dem Projekt verbundenen Anlaufkosten ist dieses Ergebnis im Wesentlichen beeinflusst durch gegenläufige Umrechnungseffekte von in brasilianischem Real vorgehaltener Liquidität.
Am 31. März 2010 beschäftigte Steel Americas 2.256 Mitarbeiter, 727 mehr als ein Jahr zuvor.
Budgets werden eingehalten
Die Gesamtdarstellung der Projekte in den USA und Brasilien wird dem Aufsichtsrat der Thyssen- Krupp AG am 12. Mai 2010 vorgelegt. Die im Januar 2010 vom Aufsichtsrat genehmigten angepassten Projektbudgets sowohl für das brasilianische Hüttenwerk als auch für das Weiterverarbeitungswerk in Alabama werden aus heutiger Sicht eingehalten. Für das brasilianische Hüttenwerk beläuft sich das Investitionsbudget auf 5,2 Mrd € bei geplanten Auszahlungen von 5,9 Mrd €. Das Investitionsbudget für das Weiterverarbeitungswerk in Alabama beträgt 3,6 Mrd US-Dollar, und als Auszahlungen sind 3,8 Mrd US-Dollar geplant.
Hü̈ttenwerk in Brasilien
Die Bauarbeiten in Santa Cruz im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro gehen gut voran. Hafen, Rohstofflager und Sinteranlage sind weit fortgeschritten; Kraftwerk und Hochöfen wurden Anfang 2010 technisch fertiggestellt. Dies gilt auch für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für sonstige Infrastruktureinrichtungen.
Wir werden die erste Produktionslinie mit einem Hochofen und einem Stahlwerkskonverter Mitte 2010 anfahren; der zweite Stahlwerkskonverter wird nach Stabilisierung der ersten Linie in Betrieb gehen. Aus heutiger Sicht ist der Hochlauf des zweiten Hochofens für Anfang bis Mitte 2011 vorgesehen. Die Produktionskapazität wird insgesamt über 5 Mio t Rohstahl jährlich betragen.
Ende März 2010 waren über 23.000 Menschen auf der Baustelle tätig, rund 1.500 Mitarbeiter arbeiteten bei CSA in Brasilien.
Weiterverarbeitungswerk in den USA
Auch die Bauarbeiten für unser Weiterverarbeitungswerk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama sind in vollem Gange. Der Baufortschritt befindet sich weitestgehend im Zeitplan, so dass wir von einer Inbetriebnahme der Warmbandstraße Mitte 2010 ausgehen. Kaltwalzwerk und Beize werden bis zum Ende des Geschäftsjahres die Produktion aufnehmen. Die Fertigstellung der Veredelungsanlagen wird sich auf Grund der konjunkturellen Situation in das nächste Geschäftsjahr verlagern. Das US-Werk wird Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Bis zur Inbetriebnahme des brasilianischen Hüttenwerks werden die zu verarbeitenden Brammen aus Deutschland kommen. Die ersten beiden Lieferungen sind im 2. Quartal 2009/2010 erfolgt.
Die Warmwalzkapazität wird insgesamt über 5 Mio t jährlich betragen. Darin enthalten ist auch die erforderliche Walzkapazität für das Rostfrei-Werk von Stainless Global in Alabama.
Ende März 2010 waren etwa 5.400 Menschen auf der Baustelle tätig, rund 800 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.
Markteintritt NAFTA
Parallel zu den Bauarbeiten haben wir die Marktanalysen über die Preis- und Mengenentwicklung sowie die Kundenanforderungen im NAFTA-Raum systematisch weitergeführt und die Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen vorbereitet. Dazu setzen unsere Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl- Service-Center und Rohrindustrie intensiv fort.
Die Nachfrage nach hochwertigem Qualitätsflachstahl hat im 2. Quartal 2009/2010 im nordamerikanischen Markt wieder zugenommen, wobei der starke Preisanstieg auf den Rohstoffmärkten (Erz, Kokskohle) die Planung von Vormaterialkosten und Absatzpreisen zurzeit erheblich erschwert. Wir konnten die ersten Aufträge für Kunden aus dem NAFTA-Raum bereits buchen.
Stainless Global
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.785 | 2.503 | 818 | 1.560 | |||||
| Umsatz | Mio € | 2.161 | 2.671 | 988 | 1.461 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | -610 | -176 | -367 | -117 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | -550 | -176 | -307 | -117 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 12.079 | 11.235 | 12.079 | 11.235 |
Als einer der weltweit führenden Edelstahlproduzenten steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das neue Edelstahlwerk in Alabama, das in Kooperation mit Steel Americas errichtet wird.
Auftragslage verbessert, Verlust reduziert
Die Auftragslage der Business Area hat sich im 1. Halbjahr 2009/2010 verbessert. Der mengenmäßige Auftragseingang erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 50 %. Besonders stark war die Zunahme im Bereich Edelstahl Rostfrei mit 55 % bei Kaltband und 94 % bei Warmband. Bei den Nickellegierungen stabilisierten sich die Auftragsmengen, bei Titan gaben sie dagegen um 54 % nach. Der wertmäßige Auftragseingang der Business Area stieg vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr höheren Legierungszuschläge um 40 % auf 2,5 Mrd €.
Die Gesamtlieferungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 37 % auf 1,1 Mio t zu. Analog zur Entwicklung beim Auftragseingang stieg der Versand von Kalt- und Warmband im Bereich Edelstahl Rostfrei, während die Lieferungen von Titan und Nickellegierungen zurückgingen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 24 % auf 2,7 Mrd €.
Stainless Global hat das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 434 Mio € verbessert, blieb allerdings mit -176 Mio € in der Verlustzone. Alle Operating Units des Edelstahl- Rostfrei-Bereichs konnten ihre Verluste jedoch wesentlich verringern: Ausschlaggebend dafür waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell insgesamt verbesserte Marktlage, die entsprechend höhere Basispreise ermöglichte und die Produktionskapazitäten besser auslastete. Die Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen haben wir an allen Standorten weiter konsequent umgesetzt. Gleichzeitig hat das Performance-Steigerungsprogramm SPRINT die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage und der Wettbewerbsposition einschließlich einer weiteren Flexibilisierung der Kostenbasis geschaffen.
Zum 31. März 2010 beschäftigte Stainless Global 11.235 Mitarbeiter, 844 weniger als ein Jahr zuvor.
Entwicklung der Operating Units
ThyssenKrupp Nirosta und ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni verzeichneten durch die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten mengenmäßig eine deutlich bessere Auftragslage sowie einen höheren Versand. Auch der Umsatz nahm deutlich zu. Nach dem hohen Verlust im Vorjahreshalbjahr hat sich das Nirosta-Ergebnis stark verbessert. Auch für ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hat sich die Ergebnissituation positiv entwickelt. In beiden Operating Units trugen dazu höhere Basispreise sowie gestiegene Kaltbandmengen bei. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zusätzlich.
ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten ebenfalls einen höheren mengenmäßigen Auftragseingang, höhere Versandmengen sowie bessere Umsätze und Vorsteuerergebnisse. Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt lasteten bei Shanghai Krupp Stainless die Kaltbandkapazitäten besser aus und trugen in Verbindung mit einem höheren Versand sowie gestiegenen Erlösen zu einem ebenfalls besseren Ergebnis bei.
Durch die sich weltweit erholende Nachfrage hat ThyssenKrupp Stainless International sowohl Auftragseingänge als auch Umsätze nahezu verdoppelt.
Die Verschiebung oder Stornierung einer Vielzahl von Kundenprojekten belastete dagegen das Geschäft von ThyssenKrupp VDM. Während der Auftragseingang bei den Nickellegierungen stabil war, fiel er bei Titanhalbzeugen deutlich unter das Niveau des Vorjahres. Der Umsatz ging in beiden Geschäftsfeldern deutlich zurück. Das EBT blieb trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen und der größtenteils entfallenen Bestandsabwertungen weiter negativ.
Edelstahlwerk in den USA
In Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes, integriertes Rostfrei-Werk. Das Investitionsvolumen beträgt 1,4 Mrd US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks wird zeitlich gestreckt erfolgen. Wir wollen im Oktober 2010 mit einem Kaltwalzgerüst und einer jährlichen Kaltbandkapazität von rund 100.000 t starten und diese im weiteren zeitlichen Verlauf auf maximal 140.000 t jährlich ausweiten. Die Inbetriebnahme der übrigen Aggregate kann flexibel angepasst werden; ein schnelleres Hochfahren ist jederzeit möglich. Dies gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks, die für Anfang 2012 vorgesehen war und sich nun um bis zu 24 Monate verschieben kann. Der Standort wird zunächst mit Vormaterial aus den europäischen Werken beliefert. Dabei bleibt der Umfang des Gesamtprojekts unverändert, da nach wie vor ein Bedarf für einen optimierten Edelstahl- Produktionsstandort auf dem nordamerikanischen Markt besteht.
Materials Services
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 6.735 | 5.740 | 2.719 | 3.059 | |||||
| Umsatz | Mio € | 7.104 | 5.641 | 3.109 | 2.881 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | -76 | 172 | -106 | 60 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | -76 | 91 | -106 | 60 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 45.674 | 31.482 | 45.674 | 31.482 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf Distribution, Logistik und Service von Roh- und Werkstoffen, technische Dienstleistungen sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen spezialisiert. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen, Sonderwerkstoffen und Kunststoffen bietet Materials Services Dienstleistungen an, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain- sowie Projektmanagement reichen.
Nachfrage und Preise leicht erholt – wirksame Kostensenkungsprogramme
Der Umsatz der Business Area blieb im 1. Halbjahr 2009/2010 mit 5,6 Mrd € um 21 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Dies lag insbesondere an dem niedrigeren Preisniveau bei metallischen Werkstoffen sowie den nur noch im 1. Quartal enthaltenen Werten der mittlerweile veräußerten Bereiche ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway.
Bei leicht verbesserter Mengensituation, aber insgesamt noch nicht befriedigenden Erlösen auf der Werkstoffseite wies Materials Services mit einem EBT von 172 Mio € eine deutliche Gewinnsteigerung aus. Sondereffekte aus den erwähnten Veräußerungen haben das Ergebnis positiv beeinflusst. Aber auch bereinigt lag der Gewinn mit 91 Mio € signifikant über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Hierin spiegeln sich insbesondere die deutlich verringerten Kosten auf allen Ebenen wider.
Die Business Area beschäftigte zum Ende des Berichtszeitraums 31.482 Mitarbeiter, rund 14.000 weniger als ein Jahr zuvor. Im Wesentlichen war die Veränderung auf Desinvestitionen bei Industrial Services zurückzuführen. Beschäftigungsbedingt mussten aber auch in nahezu allen Gesellschaften von Metals Services Arbeitsplätze abgebaut werden. Ausgelaufene Großprojekte haben die Mitarbeiterzahl bei Special Services um rund 1.000 reduziert.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Aktivitäten im Werkstoff-, Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen. In den Schwerpunktmärkten Europa und Nordamerika ist der Abwärtstrend bei Mengen und Preisen zwar im 1. Quartal zum Stillstand gekommen, eine Belebung zeichnete sich jedoch erst gegen Ende des 2. Quartals ab. Trotz einer moderaten Absatzsteigerung im Lagergeschäft lag der Umsatz noch deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum; dies galt für alle Regionen, da die Preise trotz steigender Tendenz im 2. Quartal noch nicht das Niveau von 2008/2009 erreichten. Auf Grund der Nachfrage aus der Automobilindustrie hat sich die Geschäftslage der automobilnahen Service-Center-Aktivitäten gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreszeitraum deutlich verbessert. Das internationale Streckengeschäft litt generell unter zurückhaltender Nachfrage und sehr hartem Wettbewerb bei den wenigen ausgeschriebenen Großprojekten. Nach dem erheblichen Verlust im Vorjahreshalbjahr, der durch drastisch fallende Preise und in der Konsequenz durch hohe Wertberichtigungen auf Vorräte bestimmt war, konnte die Operating Unit jetzt ihr Halbjahresergebnis deutlich verbessern und nicht zuletzt auch durch massiv gesenkte Kosten einen erfreulichen Gewinn vor Steuern erzielen.
Die Operating Unit Special Services umfasst die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Kunststoffgeschäft. Hinzu kommen Rohstoffhandel, Systemlösungen in der Bau- und Gleistechnik sowie Stahlwerks- und Technikdienstleistungen. Während sich das Kunststoff-, Aerospace- und Rohstoffgeschäft zum Teil spürbar positiv entwickelte, reduzierten witterungsbedingte Verschiebungen und Finanzierungsschwierigkeiten von Großprojekten den Umsatz in der Gleis- und Bautechnik. Im Bereich der stahlwerksnahen Dienstleistungen konnten wir in Brasilien neue Projekte akquirieren; in Deutschland nahm die Auslastung auf Grund der verbesserten Beschäftigungslage in der Stahlindustrie zu. Die Operating Unit erreichte nicht das EBT-Niveau des Vorjahres, leistete aber dennoch den größten Gewinnbeitrag der Business Area.
Bei Industrial Services sind nach der Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway im 1. Quartal deren Umsatz und EBT in den Halbjahreszahlen nur noch anteilig enthalten. Der verbliebene Bereich wurde mit einer zeitlichen Verzögerung von der Konjunkturkrise betroffen; dies beeinflusste mittlerweile auch die Aufträge der Energiewirtschaft. Hinzu kamen witterungsbedingte Einschränkungen und Verzögerungen. Umsatz und Gewinn vor Steuern erreichten im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres nicht das Vorjahresniveau.
Elevator Technology
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.751 | 2.445 | 1.189 | 1.215 | |||||
| Umsatz | Mio € | 2.636 | 2.447 | 1.293 | 1.221 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 308 | 308 | 149 | 153 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 308 | 308 | 149 | 153 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 43.306 | 42.787 | 43.306 | 42.787 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Nahezu 43.000 Mitarbeiter an mehr als 900 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Weiterhin hohes Ergebnisniveau
Die Business Area hat sich im 1. Halbjahr 2009/2010 trotz des schwierigen Umfeldes in vielen Immobilienmärkten und negativer Wechselkurseffekte gut behauptet. Der Auftragseingang verminderte sich wegen des starken Marktrückgangs im Neuanlagengeschäft um 11 % auf 2,4 Mrd €, wechselkursbereinigt gab er um 10 % nach. Bis auf Asia/Pacific verzeichneten alle Operating Units Rückgänge. Der Umsatz nahm um 7 % auf 2,4 Mrd € ab; wechselkursbereinigt betrug der Rückgang 5 %. Positiv entwickelte sich im Servicegeschäft die Anzahl der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten.
Elevator Technology erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern von 308 Mio € und konnte damit das sehr hohe Niveau des Vorjahreszeitraums wieder erreichen. Alle Operating Units erzielten einen Gewinn.
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich mit 42.787 am 31. März 2010 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert.
Entwicklung der Operating Units
In der Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe führte das schwächere Neuanlagengeschäft in nahezu allen Regionen zu einem niedrigeren Auftragseingang. Der Umsatz lag ebenfalls unter dem des Vorjahres. Während die Aktivitäten in Deutschland, Nord- und Osteuropa sowie in den Benelux-Ländern stabil blieben, gab es in Großbritannien spürbare Umsatzeinbußen. Das schlechtere Ergebnis dort war auch der wesentliche Grund für den EBT-Rückgang der Operating Unit.
Der Auftragseingang der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East blieb hinter dem Wert des Vorjahreszeitraums zurück, insbesondere wegen des zurückgegangenen Neuanlagen- und Modernisierungsgeschäfts in Spanien und Portugal. Die Aktivitäten in der Golfregion blieben hingegen stabil. Dank der Zuwächse in Italien und in der Golfregion konnte die Operating Unit insgesamt ihren Umsatz leicht ausbauen. Das Ergebnis vor Steuern lag auf Vorjahresniveau.
Wechselkursbedingt, vor allem aber wegen der anhaltend negativen Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt, gingen Auftragseingang und Umsatz der Operating Unit Americas zurück. Im Gegensatz zum US-Markt expandierte das Geschäft in Brasilien hingegen weiter. Das Vorsteuerergebnis erreichte nahezu den sehr hohen Vorjahreswert, denn operative Verbesserungen insbesondere im Servicegeschäft konnten die negativen Wechselkurseffekte beinahe vollständig kompensieren.
Die erfreuliche Entwicklung im chinesischen Neuanlagengeschäft sorgte für einen leicht höheren Auftragseingang der Operating Unit Asia/Pacific. Der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern übertrafen deutlich den Vorjahreswert. Die koreanische Gesellschaft hat auf Grund der Optimierungsmaßnahmen der letzten Jahre wieder ein positives Ergebnis erzielt. Auch die übrigen Regionen verzeichneten positive Ergebnisbeiträge und konnten das Vorjahresniveau halten oder sogar steigern.
In der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges entwickelte sich das Geschäft mit Fahrtreppen und Fluggastbrücken schwächer. Deshalb blieben Auftragseingang, Umsatz und EBT unter den entsprechenden Vorjahreswerten.
Die Operating Unit Accessibility erwirtschaftete einen geringeren Auftragseingang und Umsatz. Trotz Zuwächsen in Europa belastete weiterhin die schwierige Situation in den USA bei Einfamilienhäusern. Auch das Ergebnis vor Steuern lag volumenbedingt leicht unterhalb des Vorjahresniveaus.
Plant Technology
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.268 | 2.148 | 517 | 824 | |||||
| Umsatz | Mio € | 2.265 | 1.894 | 1.187 | 940 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 173 | 168 | 74 | 73 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 178 | 168 | 79 | 73 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 13.186 | 12.934 | 13.186 | 12.934 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementund Minerals-Industrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Weiterhin stabiler Geschäftsverlauf
Plant Technology erzielte im 1. Halbjahr 2009/2010 einen Auftragseingang von 2,1 Mrd € und konnte damit den außerordentlich hohen Wert des Vorjahres fast erreichen. Während sich bei Uhde und ThyssenKrupp Fördertechnik die Auftragslage weiterhin erfreulich entwickelte und System Engineering von der Akquirierung eines größeren Rohbauauftrags profitierte, gab es bei Polysius weniger Neubestellungen. Im Anlagenbau waren weiterhin Unsicherheiten und Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden zu beobachten.
Der Umsatz gab abrechnungsbedingt um 16 % auf 1,9 Mrd € nach. Der Auftragsbestand von rund 6,6 Mrd € zum 31. März 2010, der im Wesentlichen aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert aber nach wie vor deutlich mehr als einen Jahresumsatz; er konnte im Verlauf des 1. Halbjahres 2009/2010 sogar weiter aufgestockt werden.
Mit einem Gewinn vor Steuern von 168 Mio € erzielte Plant Technology im 1. Halbjahr 2009/2010 wieder ein erfreuliches Ergebnis. Hauptergebnisträger waren Uhde, Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik.
Die Mitarbeiterzahl hat sich zum 31. März 2010 gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % auf 12.934 verringert. Wesentliche Ursachen waren der Verkauf des Geschäftsbereichs Sonderfahrzeugbau von System Engineering, Restrukturierungsmaßnahmen bei System Engineering und Transrapid sowie eine beschäftigungsbedingte Reduzierung der Belegschaft an einigen Auslandsstandorten von Uhde. Wegen der guten Auftragslage stieg dagegen die Zahl der Mitarbeiter insbesondere bei ThyssenKrupp Fördertechnik.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Uhde erzielte im 1. Halbjahr 2009/2010 einen deutlich höheren Auftragseingang als im 1. Halbjahr des Vorjahres. Verantwortlich hierfür waren Großaufträge für Düngemittelanlagen in Abu Dhabi und Ägypten sowie für eine Wasserstoffanlage in Indien. Der Umsatz gab dagegen im Vergleich zum Vorjahr, in dem einige Großaufträge abgerechnet wurden, spürbar nach. Der Gewinn vor Steuern lag auf dem hohen Vorjahresniveau.
In der Operating Unit Polysius, die Anlagen für die Zement- und Minerals-Industrie errichtet, war der Auftragseingang im 1. Halbjahr 2009/2010 erheblich niedriger. Dies lag vor allem an mehreren Großaufträgen, die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten, sowie der Verzögerung mehrerer Projekte im Berichtszeitraum. Auf Grund des hohen Auftragsbestands hielt sich der Umsatz jedoch auf dem Niveau des Vorjahres. Das gute Vorjahres-EBT wurde nicht ganz erreicht.
Erfreulich entwickelten sich die Bestellungen für fördertechnische Anlagen. Insbesondere dank der Aufträge für Tagebauausrüstungen einschließlich zweier vollmobiler Brecheranlagen in Brasilien, für eine Kraftwerksbekohlungsanlage in Südafrika sowie für mehrere Kleinkraftwerke bzw. periphere Anlagen in Indien konnte die Operating Unit ThyssenKrupp Fördertechnik beim Auftragseingang den Vorjahreswert deutlich übertreffen. Auch der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern verbesserten sich gegenüber dem hohen Vorjahresniveau weiter.
Die Operating Unit System Engineering – Spezialist bei Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie – erzielte merklich höhere Auftragseingänge. Gestiegene Bestellungen im Wesentlichen im Bereich Rohkarosserien konnten geringere Abrufe in der Teilefertigung auf Grund der geringeren Produktionsstückzahlen und temporären Werksschließungen einzelner Kunden mehr als ausgleichen. Demgegenüber lag der Umsatz abrechnungsbedingt niedriger als im Vorjahr. Niedrigere Abrufe in der Teilefertigung, die Unterauslastung im Bereich Montageanlagen sowie Sondereffekte bei einer Auslandsgesellschaft belasteten das EBT.
Bei Transrapid lagen Auftragseingang und Umsatz im 1. Halbjahr 2009/2010 über den Vorjahreswerten. Gegenüber dem Vorjahr erzielte Transrapid u.a. bedingt durch einen chinesischen Liefer- und Servicevertrag ein positives Ergebnis vor Steuern.
Components Technology
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.306 | 2.506 | 1.016 | 1.337 | |||||
| Umsatz | Mio € | 2.399 | 2.581 | 1.100 | 1.344 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 6 | 106 | -47 | 63 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 32 | 106 | -21 | 63 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 29.223 | 27.894 | 29.223 | 27.894 |
Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech- Komponenten für Windkraftanlagen und für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Positive Geschäftsentwicklung
Die positive Geschäftsentwicklung der Business Area hat sich im Verlauf des 1. Halbjahres 2009/2010 verstärkt. Der Umsatz stieg um 8 % auf 2,6 Mrd €. Insbesondere im 2. Geschäftsjahresquartal hat sich das Marktumfeld erholt. Trotz negativer Wechselkurseffekte aus dem schwachen US-Dollar übertraf der Umsatz den Wert des Vorjahresquartals um 22 %. Zur Nachfragebelebung in der Automobilindustrie haben u.a. die staatlichen Förderprogramme in nahezu allen europäischen Ländern, in den USA, Brasilien und China beigetragen.
Der Gewinn vor Steuern erreichte 106 Mio € und lag damit erheblich über dem Wert des Vorjahres. Auch im 2. Quartal konnte der Gewinn gegenüber dem Vorquartal beträchtlich ausgebaut werden. Deutliche Ergebnisverbesserungen haben dabei alle Operating Units im Bereich der Automobilzulieferung erzielt, die durchgängig Gewinne erwirtschafteten. Hier wirkten sich die Nachfragebelebung in der Automobilbranche, geringere Restrukturierungsaufwendungen und die im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen positiv aus. Die Restrukturierungsmaßnahmen zielen hauptsächlich auf eine strukturelle Kapazitätsanpassung und sehen neben Personalanpassungen auch die Schließung von Werken in Europa und den USA vor. Zusätzlich wurden weitere Kostensenkungsprogramme durchgeführt.
Ende März 2010 beschäftigte Components Technology 27.894 Mitarbeiter, 1.329 weniger als ein Jahr zuvor. Die Belegschaftsanpassungen betrafen insbesondere Gesellschaften in der Automobilzulieferung, aber auch die übrigen Geschäftsfelder.
Entwicklung der Operating Units
Die Geschäftsentwicklung der Operating Units wies ein differenziertes Bild auf.
Das Automobilzuliefergeschäft entwickelte sich nach einem guten 1. Quartal weiterhin erfreulich und übertraf im 1. Halbjahr 2009/2010 spürbar den vergleichbaren Vorjahreswert. Im Geschäft mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen, Dämpfern, Federn und der Montage von Achsmodulen erzielten Presta Camshafts, Presta Steering und die Bilstein-Gruppe auf Grund der erhöhten Abrufe der Kunden höhere Umsätze. Im 2. Quartal erwirtschafteten diese Operating Units durchgängig Gewinne vor Steuern.
Auch die Forging-Group erreichte mit geschmiedeten Kurbelwellen für PKW- und Nutzfahrzeuge im 1. Halbjahr ein höheres Umsatzniveau. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im 2. Quartal deutliche Zuwächse realisiert und die Gewinnzone wurde wieder erreicht. Insbesondere auf dem brasilianischen Markt war die Nachfrage höher. Dagegen blieb der Umsatz in Europa unter dem Niveau des Vorjahres; allerdings zeichnete sich in den letzten Monaten eine Belebung ab.
Die amerikanischen Gießereien von Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und andere Anwendungsfelder produzieren, profitierten von der höheren Marktnachfrage und weiteren Einsparungen im Health-Care-Programm. Der Umsatz lag im 1. Halbjahr in US-Dollar merklich und währungsbereinigt in Euro leicht über dem Vorjahreswert. Nach dem Verlust im Vorjahr wurde wieder ein deutlicher Gewinn vor Steuern erzielt.
Die noch schwache Nachfrage im Baumaschinengeschäft und im allgemeinen Maschinenbau sowie ein am kurzfristigen Bedarf orientiertes Abrufverhalten der Windenergiekunden ließen in den Bereichen Großwälzlager, Ringe und Baumaschinenkomponenten von Rothe Erde und Berco Auftragseingänge und Umsätze zurückgehen. Im Baumaschinenbereich waren jedoch im 2. Quartal, u.a. bedingt durch verringerte Lagerbestände der Kunden, leichte Belebungstendenzen erkennbar. Rothe Erde konnte nachfragebedingt nicht an den hohen Gewinn des Vorjahres anschließen, blieb jedoch Hauptergebnisträger der Business Area. Zur Anpassung an die veränderte Beschäftigungssituation wurde ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm umgesetzt. Berco baute insbesondere im 2. Quartal den Verlust spürbar ab.
Marine Systems
| 1. Halbjahr 2008/2009 | 1. Halbjahr 2009/2010 | 2. Quartal 2008/2009 | 2. Quartal 2009/2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.049 | 249 | 193 | 139 | |||||
| Umsatz | Mio € | 917 | 541 | 371 | 287 | |||||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | -84 | -17 | -117 | -7 | |||||
| Bereinigtes EBT | Mio € | -14 | 3 | -47 | 8 | |||||
| Mitarbeiter | 31.03. | 8.305 | 6.669 | 8.305 | 6.669 |
Mit der Restrukturierung unserer Werften wird sich die Business Area Marine Systems in Zukunft verstärkt auf ihre weltweit herausragende Position im Marineschiffbau konzentrieren.
Auftragslage weiterhin sehr schwach
Das Marktumfeld für Marine Systems blieb sehr ungünstig. Im Marinegeschäft wurden Neubauten oder Modernisierungen verschoben, das zivile Geschäft ist wegen der drastischen Überkapazitäten nahezu zusammengebrochen, und die Nachfrage nach anspruchsvollen Megayachten war weiter verhalten. Auch der Markt für Reparaturen, Erneuerungen und Umbauten verzeichnete Rückgänge.
Vor diesem Hintergrund fiel der Auftragseingang im 1. Halbjahr 2009/2010 um 88 % auf 249 Mio €. Darin enthalten ist ein Projekt über die Konstruktion der neuen Generation schwedischer U-Boote "A26". Der bereits im vergangenen Geschäftsjahr paraphierte Vertrag mit der Türkei über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 soll nach Klärung abschließender Details zur Finanzierung im Sommer 2010 wirksam werden.
Der Umsatz erreichte im Berichtshalbjahr 541 Mio € und lag damit um 41 % unter dem Vorjahreswert. Wesentliche Gründe für den Rückgang waren der geringere Anarbeitungsgrad einiger U-Bootprojekte sowie die komplett weggefallenen Umsätze aus den im September 2009 gekündigten U-Bootaufträgen für Griechenland.
Das Ergebnis vor Steuern betrug -17 Mio €, insbesondere wegen der Belastung durch Hellenic Shipyards in Griechenland. Bereinigt um diese Sondereffekte wurde ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt.
Marine Systems beschäftigte Ende März 2010 insgesamt 6.669 Mitarbeiter, 1.636 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war Folge der eingeleiteten Restrukturierung der Werften.
Restrukturierung der Werften
Die umfassende Restrukturierung der Business Area Marine Systems wurde im 1. Halbjahr 2009/2010 fortgeführt.
Der Bereich Design und Projektmanagement des Marineüberwassergeschäfts von Blohm + Voss Nordseewerke soll in ein 50/50-Joint-Venture mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe eingebracht werden. Zugleich wurde die Veräußerung von 100 % des Megayachtbaus und zunächst je 80 % der Schiffsreparatur und Komponentenfertigung vereinbart. Darüber hinaus soll Abu Dhabi MAR die Mitarbeiter und die Anlagen des im Herbst 2009 eingestellten Handelsschiffbaus von HDW-Gaarden in Kiel übernehmen. Die Verträge über diese Vereinbarungen wurden am 13. April 2010 unterzeichnet.
Die bereits im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres für den Standort Emden geschlossene Vereinbarung mit der SIAG Schaaf Industrie AG über den Aufbau einer Fertigung für Offshore-Windenergieanlagen und den Übergang von rund 700 Mitarbeitern ist am 08. März 2010 wirksam geworden.
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, erreichte im Berichtshalbjahr 62 Mio € nach 60 Mio € im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrug -275 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Mio € verbessert. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem besseren Zinsergebnis.
Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.




