Risikobericht
Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise belasten die Geschäftsaktivitäten von ThyssenKrupp auch im neuen Geschäftsjahr weiter. Durch unser systematisches und effizientes Risikomanagementsystem können wir aber diese Risiken begrenzt und überschaubar halten. Es liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Wir begegnen den gesamtwirtschaftlichen Risiken in den für uns wichtigen Märkten weiterhin mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, um in allen Konzernbereichen die Kosten nachhaltig zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stehen finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditäts- und das Kreditrisiko verstärkt im Fokus. ThyssenKrupp berücksichtigt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Trotz des schwierigen Marktumfeldes steht die Finanzierung im Geschäftsjahr 2009/2010 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2009 über 9,9 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Die operativen Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf sind nach wie vor hoch, da weiterhin die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags besteht. Dies betrifft vor allem unsere Business Areas Steel Europe und Stainless Global sowie unsere Automobilzuliefer- und Schiffbauaktivitäten. Durch umfassende Maßnahmen passen wir uns den neuen Marktgegebenheiten an und sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit.
In der Business Area Marine Systems kann nicht ausgeschlossen werden, dass die sehr schwierigen Verhandlungen mit dem griechischen Kunden über ausstehende Zahlungen nicht erfolgreich zu Ende geführt werden können.
In der derzeitigen Marktsituation hilft uns die weltweite Konzernpräsenz mit guten und langjährigen Kundenbeziehungen, so dass wir weniger von einzelnen Absatzmärkten abhängig sind.
Die engagierten und kompetenten Mitarbeiter bei ThyssenKrupp tragen dazu bei, die derzeitigen Risiken in den verschiedenen Konzernbereichen abzumildern. Weiteren Unternehmensrisiken, wie Forderungsausfällen oder Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, begegnen wir mit einem kontinuierlichen Monitoring. Darüber hinaus gelten die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2008/2009 weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 6.




