Geschäftsverlauf in den Business Areas
Steel Europe
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.866 | 2.500 | |||
| Umsatz | Mio € | 2.848 | 2.281 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 345 | 104 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 354 | 104 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 38.048 | 35.582 |
Die Business Area Steel Europe produziert hochwertigen Qualitätsflachstahl vor allem für den europäischen Markt. Zum Produktportfolio gehören beispielsweise Weißblech, Elektroband, Tailored Blanks und Bauteile aus Stahl. Die europäischen und nordamerikanischen Stahl-Service-Center gingen mit Beginn des Geschäftsjahres auf die Business Area Materials Services über.
Höhere Bestellmengen, niedrigerer Umsatz
Im 1. Quartal 2009/2010 lag der wertmäßige Auftragseingang der Business Area Steel Europe bei 2,5 Mrd €. Diese Steigerung um 34 % ist ausschließlich durch höhere Bestellmengen bedingt, die deutlich über dem außerordentlich schwachen Vorjahresniveau lagen.
Der Umsatz verminderte sich um 20 % auf 2,3 Mrd €. Die Versandmenge konnte zwar konstant gehalten werden, dieser stabilisierende Effekt wurde aber durch die marktbedingt erheblich niedrigeren Durchschnittserlöse überlagert. Dennoch wurde ein Gewinn vor Steuern (EBT) von 104 Mio € erwirtschaftet, der aber um 241 Mio € niedriger war als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die eingeleiteten Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme kompensierten die negativen Markteffekte nur teilweise.
Die Unternehmen der Business Area Steel Europe beschäftigten am 31. Dezember 2009 insgesamt 35.582 Mitarbeiter, 2.466 weniger als ein Jahr zuvor. Der Personalabbau resultierte vor allem aus der Restrukturierung des Bereichs Metal Forming sowie der Umsetzung des Anpassungsprogramms 20/10 bei ThyssenKrupp Steel Europe. Der Umfang der Kurzarbeit konnte deutlich zurückgenommen werden. Im Durchschnitt des Berichtsquartals waren davon noch rund 2.800 Mitarbeiter betroffen.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe, Hauptumsatzträger der Business Area, gliedert sich im Wesentlichen in die beiden Vertriebsbereiche Auto und Industrie. Gestützt auf eine schon Mitte 2009 einsetzende temporär sehr kräftige Nachfragebelebung bei industriellen Kunden hat sich der Versand im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten deutlich verbessert und erreichte insgesamt wieder die vergleichbaren Vorjahresniveaus. Die Bestellmengen, die im 1. Quartal 2008/2009 eingebrochen waren, haben sich mehr als verdoppelt. Daher erhöhte sich der Auftragseingang signifikant.
Durch die bereits im Spätsommer einsetzende Belebung der Nachfrage hat sich die Beschäftigungssituation schrittweise entspannt. In der Metallurgiestufe wurden zuvor zeitweise stillgesetzte Kapazitäten wieder in Betrieb genommen. So ist der Hochofen 9 am 01. November 2009 angeblasen worden. Der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) folgte auf Grund des steigenden Marktbedarfs Anfang Januar 2010. Einschließlich der Zulieferungen von HKM lag die Rohstahlerzeugung jedoch mit insgesamt knapp 3 Mio t um 7 % unter dem Vorjahresquartal. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien verbesserte sich der Auslastungsgrad ebenfalls, allerdings blieben auch im Berichtsquartal Kapazitäten ungenutzt.
Nach den vorübergehenden Stillsetzungen von Kapazitäten in den Monaten zuvor war es zeitweilig schwierig, den Wünschen der Kunden nach zumeist sehr kurzfristigen Lieferungen in vollem Umfang zu entsprechen. Der Umsatz war infolge der stark gesunkenen Durchschnittserlöse niedriger als im Vorjahr. Aus dem gleichen Grund blieb das EBT trotz eingeleiteter Maßnahmen zur Kostensenkung deutlich hinter dem letztjährigen Ergebnis zurück.
Die einzelnen Weiterverarbeitungsaktivitäten, die in der Operating Unit Processing zusammengefasst sind, wiesen unterschiedliche Entwicklungen auf. Insgesamt wurde ein niedrigerer Umsatz als im Vorjahr verzeichnet, und auch das EBT ging marktbedingt deutlich zurück.
Bei Weißblech, dem größten Bereich von Processing, war das Geschäftsvolumen mengenbedingt geringfügig niedriger; positiv wirkten sich die realisierten Erlösverbesserungen aus. Das Mittelbandgeschäft, das ein Jahr zuvor einen beispiellosen Mengeneinbruch hinnehmen musste, profitierte von der kräftigen Erholung der Nachfrage der Automobilzulieferer und der Kaltwalzindustrie. Unser Geschäft mit kornorientiertem Elektroband, das 2009 etwas verzögert in den Sog der Krise geraten war, verzeichnete einen überdurchschnittlichen Umsatzrückgang. Zum einen war die abgesetzte Menge etwas niedriger als im Vorjahr, zum anderen gaben die bislang weitgehend stabilen Erlöse nach. Bei Grobblech hat sich die Lage in wichtigen Kundenbereichen weiter verschlechtert. Der Umsatz ging daher mengen- und preisbedingt stark zurück.
Tailored Blanks verzeichnete dagegen einen höheren Umsatz, da der Absatz im Berichtsquartal stark von den staatlichen Konjunkturprogrammen in vielen europäischen Ländern und den USA profitierte. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus positive Impulse und konnte den Umsatz annähernd konstant halten. Da die Restrukturierung des Bereichs im Geschäftsjahr 2008/2009 ergebniswirksam abgeschlossen wurde, kam es im Berichtsquartal zu keinen weiteren Ergebnisbelastungen. Color/Construction verzeichnete ein im Vorjahresvergleich niedrigeres Geschäft. Trotz einer positiveren Mengenentwicklung in einzelnen Branchen blieb die Marktlage insgesamt – auch unter Erlösgesichtspunkten – angespannt.
Steel Americas
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 0 | 0 | |||
| Umsatz | Mio € | 0 | 0 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | – 76 | – 4 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | – 76 | – 4 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 1.263 | 1.794 |
Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA. Darüber hinaus ist sie verantwortlich für den Transport von Brammen zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.
Negatives Ergebnis
Im 1. Quartal 2009/2010 erwirtschaftete die Business Area ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 4 Mio €. Wesentliche Einflussgrößen waren mit dem Projekt verbundene Anlaufkosten und substanzielle gegenläufige Währungseffekte von in brasilianischem Real vorgehaltenen liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2009 beschäftigte Steel Americas 1.794 Mitarbeiter.
Flexible Fortführung der Großprojekte
Wegen der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir den Hochlauf und die Inbetriebnahmen der einzelnen Gewerke der konjunkturellen Entwicklung angepasst.
Das Hüttenwerk Brasilien wird die erste Produktionslinie mit einem Hochofen und einem Stahlwerkskonverter Mitte 2010 anfahren; die Inbetriebnahme des zweiten Stahlwerkskonverters und der Hochlauf des zweiten Hochofens sind aus heutiger Sicht für 2011 vorgesehen. Nach wie vor bleibt die Planung flexibel, um beispielsweise auf eine frühere Markterholung zügig reagieren zu können. Im Weiterverarbeitungswerk USA wird die Warmbandstraße Mitte 2010 die Produktion aufnehmen. Der weitere Hochlauf wird flexibel an die Stahlnachfrage angepasst.
Hüttenwerk in Brasilien
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 21. Januar 2010 das Investitionsvolumen für das brasilianische Hüttenwerk von 4,7 Mrd € auf 5,2 Mrd € erhöht. Dadurch konnten Mehraufwendungen, z.B. für das Stahlwerk im Bereich Hochofen, Umweltauflagen, Feuerschutzmaßnahmen und eine weitere Risikovorsorge, im Budget berücksichtigt werden. Bei den nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen ergaben sich Minderungen. Die geplanten gesamten Auszahlungen haben sich seit Mitte 2009 kaum verändert und liegen bei rund 5,9 Mrd €. Die Produktionskapazität wird insgesamt über 5 Mio t Rohstahl jährlich betragen.
Die Bauarbeiten in Santa Cruz im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind in vollem Gange. Hafen, Rohstofflager und Sinteranlage sind weitgehend errichtet. Kraftwerk und Hochöfen wurden Anfang 2010 technisch fertig gestellt. Dies gilt auch für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für sonstige Infrastruktureinrichtungen. Bei den Stahlbauarbeiten einiger Gewerke muss auf Grund mangelnder Qualität der Zulieferer nachgearbeitet werden. Hiervon sind insbesondere die Kokerei und das Stahlwerk betroffen.
Ende 2009 waren rund 21.000 Menschen auf der Baustelle tätig und rund 1.400 Mitarbeiter arbeiteten bei unserer brasilianischen Tochtergesellschaft. Die weitere Rekrutierung von Personal haben wir der konjunkturellen Entwicklung angepasst.
Der brasilianische Eisenerzproduzent Vale hat seinen Anteil an ThyssenKrupp CSA, unserer brasilianischen Tochtergesellschaft für das Hüttenwerk, von rund 10 % auf knapp 27 % gesteigert; der Kaufpreis betrug 965 Mio €. Dieser Schritt bestätigt den Wert unserer Investition und unseres industriellen Konzeptes. Zugleich wurde die Basis für eine langfristige Partnerschaft zwischen ThyssenKrupp und dem strategisch wichtigen Rohstofflieferanten Vale weiter gestärkt.
Weiterverarbeitungswerk in den USA
Für das US-Werk hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Januar 2010 ein um 10 % erhöhtes Investitionsvolumen von 3,6 Mrd US-Dollar genehmigt. Hauptgründe für die Erhöhung waren Mehrkosten für Infrastruktur, Brandschutzsysteme und Kühleinrichtungen. Die erwarteten Auszahlungen für das Projekt betragen aktuell 3,8 Mrd US-Dollar. Die Warmwalzkapazität wird bei insgesamt über 5 Mio t jährlich liegen.
Die Bauarbeiten im US-Bundesstaat Alabama machen gute Fortschritte. Wir führen den Bau der Warm- und Kaltwalzanlagen sowie der Beize weitgehend planmäßig fort, so dass deren Inbetriebnahme beginnend ab Mitte 2010 bis zum Ende des Geschäftsjahres geplant ist. Die Fertigstellung der Veredelungsanlagen wird sich auf Grund der konjunkturellen Situation in das nächste Geschäftsjahr verlagern. Das Werk wird Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Bis zur Inbetriebnahme des brasilianischen Werkes werden die zu verarbeitenden Brammen aus Deutschland kommen.
Ende 2009 waren rund 4.500 Menschen auf der Baustelle tätig, und über 400 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.
Vorbereitung des Markteintritts in vollem Gange
Parallel zu den Bauarbeiten bereiten wir den Markteintritt und die Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen im Nafta-Raum vor. Dazu setzen unsere Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl- Service-Center, Baubranche und Rohrindustrie intensiv fort. Unser attraktiver Produktmix sowie technologische und logistische Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern machen uns zuversichtlich, den Markteintritt in der Nafta-Region erfolgreich zu meistern.
Stainless Global
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 967 | 943 | |||
| Umsatz | Mio € | 1.173 | 1.210 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | – 243 | – 59 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | – 243 | – 59 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 12.167 | 11.597 |
Als weltweit führender Edelstahlproduzent steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das neue Edelstahlwerk in Alabama, das in enger Kooperation mit Steel Americas errichtet wird.
Noch mit Verlust
Der mengenmäßige Auftragseingang verbesserte sich im 1. Quartal 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr um 29 %. Besonders stark war der Anstieg im Bereich Edelstahl Rostfrei mit 38 % bei Kaltband und 74 % bei Warmband. Bei den Hochleistungswerkstoffen Nickellegierungen und Titan gaben die Auftragsmengen dagegen um 22 % bzw. 85 % nach. Der wertmäßige Auftragseingang von Stainless Global blieb mit 0,9 Mrd € vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahresquartal niedrigeren Legierungszuschläge sowie des gesunkenen Absatzes bei den Hochleistungswerkstoffen nahezu konstant.
Die Gesamtlieferungen stiegen im Berichtszeitraum um 25 % auf 510.000 t. Analog zur Entwicklung beim Auftragseingang nahm der Versand von Kalt- und Warmband im Bereich Edelstahl Rostfrei zu, während die Lieferungen von Titan und Nickellegierungen zurückgingen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 3 % auf 1,2 Mrd €.
Stainless Global hat das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um 184 Mio € verbessert, blieb allerdings mit - 59 Mio € in der Verlustzone. Alle Operating Units konnten ihre Verluste jedoch wesentlich verringern: Ausschlaggebend dafür waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell insgesamt verbesserte Marktlage, die entsprechend höhere Basispreise ermöglichte und die Produktionskapazitäten besser auslastete. Allerdings stagnierte diese Marktentwicklung zum Ende des Berichtsquartals – saisonalbedingt und wegen der erneuten Zurückhaltung angesichts der Nickelpreisentwicklung. Die Operating Units reagierten auf die nach wie vor anhaltende Verlustsituation mit der weltweiten Umsetzung der Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus realisierten sie weitere Kostensenkungen – im Wesentlichen im Produktions- und Verwaltungsbereich.
Ende 2009 beschäftigte Stainless Global 11.597 Mitarbeiter, 570 weniger als ein Jahr zuvor.
Entwicklung der Operating Units
Die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten führte sowohl bei ThyssenKrupp Nirosta als auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mengenmäßig zu einer deutlich besseren Auftragslage sowie einem höheren Versand. Der Umsatz von ThyssenKrupp Nirosta nahm leicht zu, konnte allerdings durch die verringerten Legierungszuschläge sowie die Veränderungen im Produktmix nicht an die Wachstumsraten des Versands anschließen. Nach dem hohen Verlust im Vorjahresquartal war das Nirosta-Ergebnis nur noch leicht negativ. Auch für ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hat sich die Ergebnissituation stark verbessert. In beiden Operating Units trugen dazu höhere Basispreise, gestiegene Kaltbandmengen sowie eine forcierte Realisierung der Restrukturierungsmaßnahmen bei. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zusätzlich.
ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten einen höheren mengenmäßigen Auftragseingang und höhere Versandmengen sowie deutlich bessere Ergebnisse. Gesunkene Basispreise und Legierungszuschläge ließen jedoch den Umsatz von ThyssenKrupp Mexinox zurückgehen. Shanghai Krupp Stainless verzeichnete einen steigenden Umsatz. Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt führten zu einer höheren Auslastung der Kaltbandkapazitäten und trugen in Verbindung mit einem höheren Versand sowie verbesserten Erlösen zur Ergebnissteigerung bei.
Durch die sich weltweit erholende Nachfrage hat ThyssenKrupp Stainless International sowohl Auftragseingänge als auch Umsätze gesteigert.
Das Geschäft von ThyssenKrupp VDM wurde durch die insbesondere in der Luftfahrtindustrie anhaltend angespannte Lage beeinträchtigt. Auftragseingang und Umsatz fielen sowohl bei Nickellegierungen als auch bei Titanhalbzeugen unter das Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis blieb trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen und der größtenteils entfallenen Bestandsabwertungen weiter negativ.
Edelstahlwerk in den USA
In enger Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes, integriertes Rostfrei-Werk. Das Investitionsvolumen beträgt 1,4 Mrd US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks wird zeitlich gestreckt erfolgen. Es ist vorgesehen, im Oktober 2010 zunächst mit einer jährlichen Kaltbandkapazität von rund 100.000 t zu starten. Die Inbetriebnahme der übrigen Aggregate kann flexibel angepasst werden; ein schnelleres Hochfahren ist jederzeit möglich. Das gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks, die für Anfang 2012 vorgesehen war und sich nun um bis zu 24 Monate verschieben kann. Der Standort wird zunächst mit Vormaterial aus den europäischen Werken beliefert.
Der Umfang des Gesamtprojekts wird unverändert beibehalten, da nach wie vor von einem Bedarf für einen optimierten Edelstahl-Produktionsstandort auf dem nordamerikanischen Markt ausgegangen wird.
Materials Services
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 4.016 | 2.681 | |||
| Umsatz | Mio € | 3.995 | 2.760 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 30 | 112 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 30 | 31 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 46.367 | 31.972 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf Distribution, Logistik und Service von Roh- und Werkstoffen sowie technische Dienstleistungen spezialisiert. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen bietet Materials Services Dienstleistungen an, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die technischen und infrastrukturellen Services umfassen die Bereiche Gleis- und Bautechnik sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen.
Nachfrage und Preise auf niedrigem Niveau
Die Business Area erreichte im 1. Quartal 2009/2010 einen Umsatz von 2,8 Mrd €; das waren gut 1,2 Mrd € oder 31 % weniger als im 1. Quartal des Vorjahres. In diesen Zahlen spiegelt sich insbesondere das gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich niedrigere Preisniveau für Werkstoffe und Rohstoffe wider. Über die gesamte Produktpalette hinweg war eine leichte Nachfrage- und Preisstabilisierung festzustellen.
Das Quartalsergebnis von Materials Services von 112 Mio € war wesentlich durch Einmalerträge aus der Veräußerung der Industrial-Services-Bereiche gekennzeichnet. Bereinigt lag der Gewinn mit 31 Mio € leicht über dem Wert des Vorjahresquartals.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2008 um mehr als 14.000 reduziert. Wesentliche Ursache für diesen Rückgang war die Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway. Darüber hinaus mussten nahezu alle Gesellschaften der Operating Unit Metals Services weitere beschäftigungsbedingte Anpassungen vornehmen.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Aktivitäten im Werkstoff-, Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen. In den Schwerpunktmärkten Europa und Nordamerika ist der Abwärtstrend bei Mengen und Preisen zum Stillstand gekommen. Teilweise zeichnete sich eine leichte Belebung ab. Das Niveau war jedoch sehr niedrig und lag weit unter den Rekordwerten von 2007 / 2008. Dies betraf besonders das Rohrgeschäft; Walzstahl, Edelstahl und NE-Metalle zeigten eine festere bzw. leicht aufwärtsgerichtete Mengen- und Preisentwicklung. Das Tagesgeschäft war überwiegend von Kleinaufträgen und hartem Wettbewerb geprägt. Im internationalen Streckengeschäft blieben größere Projekte rar und preislich umkämpft. Der Umsatz der Operating Unit lag im Berichtsquartal deutlich unter dem Vergleichszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern, das im Vorjahresquartal noch durch hohe Wertberichtigungen auf Vorräte beeinträchtigt war, konnte erheblich verbessert werden.
Die Operating Unit Special Services umfasst die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das neu in ThyssenKrupp Plastics zusammengefasste Kunststoffgeschäft. Hinzu kommen der Rohstoffhandel, Systemlösungen in der Bau- und Gleistechnik sowie Stahlwerks- und Technikdienstleistungen. Trotz der schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigten sich die Kunststoff- und Aerospace-Aktivitäten im Vergleich zum 1. Quartal 2008/2009 erfreulich stabil. Gleiches gilt für das Rohstoffgeschäft, das sich auf niedrigem Niveau gefestigt hat; allerdings blieb die Preisentwicklung weitgehend unbefriedigend. Die Bau- und Gleistechnikaktivitäten litten unter einem rückläufigen Auftragsvolumen auf Grund von Finanzierungsproblemen mehrerer Kunden; erschwerend wirkte zusätzlich der harte Preiswettbewerb. Die Stahlwerks- und Technikdienstleistungen zeigten ein differenziertes Bild. Die anziehende Stahlkonjunktur sorgte für eine bessere Beschäftigung in Europa, dagegen sind in Brasilien einige Großprojekte ausgelaufen. Special Services konnte insbesondere wegen des Rohstoff- und Technikgeschäfts den Vorjahresumsatz nicht wieder erreichen. Obwohl sich der Gewinn mehr als halbierte, leistete die Operating Unit auf Basis des Bereinigten EBT den größten Gewinnbeitrag der Business Area.
In der Operating Unit Industrial Services war das 1. Quartal 2009/2010 im Wesentlichen vom Abschluss der Desinvestitionen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway geprägt. Das Closing fand Ende November bzw. Mitte Dezember statt. Insofern sind die Gesellschaften nur noch anteilig im Quartalsabschluss enthalten. Der verbleibende Bereich ThyssenKrupp Xervon hat sich in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Situation positiv entwickelt.
Elevator Technology
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.562 | 1.230 | |||
| Umsatz | Mio € | 1.343 | 1.226 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 159 | 155 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 159 | 155 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 43.599 | 42.926 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Nahezu 43.000 Mitarbeiter in über 60 Ländern und an mehr als 800 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Weiterhin hohes Ergebnisniveau
Elevator Technology hat sich trotz negativer Effekte aus der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Berichtsquartal erfolgreich entwickelt. Das Geschäftsvolumen lag unter dem sehr hohen Auftragseingang und Umsatz des Vorjahresquartals. Eine weitere Belastung stellten negative Wechselkurseffekte dar. Insgesamt verminderte sich der Auftragseingang auf Grund des starken Marktrückgangs im Neuanlagengeschäft um 21 % auf 1,2 Mrd €; wechselkursbereinigt lag er 18 % niedriger. Der Umsatz betrug 1,2 Mrd € – ein Rückgang um 9 %, wechselkursbereinigt um 5 %.
Elevator Technology erwirtschaftete einen Gewinn von 155 Mio € und konnte damit an das sehr hohe Ergebnisniveau des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Alle Operating Units erzielten einen Gewinn.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich mit 42.926 zum Ende des 1. Geschäftsjahresquartals gegenüber dem Vorjahr leicht verringert.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe verzeichnete beim Auftragseingang eine im Vergleich zum Vorjahresquartal schwächere Entwicklung. Ursache hierfür waren Rückgänge im Neuanlagengeschäft in beinahe allen Regionen. Umsatz und Gewinn lagen ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres. Grund dafür war vor allem der Rückgang in Großbritannien.
In der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East wurde der Auftragseingang des Vorjahres nicht erreicht. Ursache war das schwächere Neuanlagengeschäft vor allem in Spanien sowie in der Golfregion. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut werden, insbesondere getragen durch die Aktivitäten in der Golfregion. Das Ergebnis lag auf Vorjahresniveau.
Die Operating Unit Americas erwirtschaftete wechselkursbedingt einen niedrigeren Auftragseingang und Umsatz. Der wesentliche Teil der Rückgänge entfiel auf die nordamerikanischen Aktivitäten. In Südamerika konnte der Umsatz dagegen ausgeweitet werden. Das Ergebnis erreichte erneut das sehr gute Vorjahresniveau, wobei operative Verbesserungen negative Wechselkurseffekte kompensierten.
Der Auftragseingang in der Operating Unit Asia/Pacific war leicht rückläufig. Das Wachstum in China wurde dabei durch Rückgänge bei den koreanischen Aktivitäten aufgezehrt. Der Ausbau des China-Geschäfts führte auch zu einem spürbaren Umsatzanstieg. Das Ergebnis übertraf deutlich den Vorjahreswert. Dabei erwirtschafteten wir in allen Ländern positive Ergebnisbeiträge.
In der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges war das Geschäftsvolumen rückläufig. Sowohl die Fahrtreppen- als auch die Fluggastbrückenaktivitäten konnten das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen. Der Gewinn blieb leicht hinter der Vorjahresmarke zurück.
Die Operating Unit Accessibility lag beim Auftragseingang leicht unter dem Vorjahreswert. Hierbei konnten Zuwächse in Europa Rückgänge in den USA ausgleichen. Bei Letzteren wirkte sich nach wie vor die schwierige Situation bei Einfamilienhäusern negativ aus. Der Umsatz blieb infolge des geringeren US-Geschäfts ebenso unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Dementsprechend war das Ergebnis leicht niedriger als im Vorjahr.
Plant Technology
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.751 | 1.324 | |||
| Umsatz | Mio € | 1.078 | 954 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 99 | 95 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 99 | 95 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 13.416 | 12.977 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Stabiler Geschäftsverlauf in schwierigerem Marktumfeld
Plant Technology erreichte im 1. Quartal des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Uhde und ThyssenKrupp Fördertechnik sowie der Einbuchung eines größeren Auftrags bei System Engineering einen Auftragseingang von 1,3 Mrd €. Gegenüber dem außerordentlich hohen Wert des Vorjahresquartals entspricht dies dennoch einem Rückgang um 24 %. Hierzu hat auch die Verschiebung eines ursprünglich für das 1. Quartal geplanten Auftrags bei Polysius beigetragen. Insgesamt zeigten sich im Anlagenbau nach wie vor Unsicherheiten und Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden, die auch aus der restriktiven Kreditvergabe der Banken resultieren.
Mit rund 1,0 Mrd € lag der Umsatz abrechnungsbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 6,6 Mrd € zum 31. Dezember 2009, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz und konnte im Verlauf des 1. Quartals weiter aufgestockt werden.
Mit einem EBT von 95 Mio € erzielte Plant Technology im 1. Quartal 2009/2010 wieder ein erfreuliches Ergebnis. Hauptergebnisträger war der Chemieanlagenbau.
Die Mitarbeiterzahl hat sich zum 31. Dezember 2009 gegenüber dem Vorjahr um 439 verringert, im Wesentlichen bedingt durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Sonderfahrzeugbau von System Engineering, Restrukturierungsmaßnahmen bei System Engineering und Transrapid sowie eine beschäftigungsbedingte Reduzierung der Belegschaft an einigen Auslandsstandorten von Uhde. Wegen der guten Auftragslage gab es dagegen Zuwächse bei Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik.
Entwicklung der Operating Units
Dank der Großaufträge für Düngemittelanlagen in Abu Dhabi sowie Ägypten lag der Auftragseingang der Operating Unit Uhde, dem Spezialisten für Chemie- und Raffinerieanlagen, im 1. Quartal 2009/2010 deutlich über dem Vorjahreswert. Der Umsatz war dagegen im Wesentlichen wegen des verzögerten Eingangs geplanter Aufträge leicht rückläufig. Das Ergebnis lag erneut auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Die Operating Unit Polysius, Anlagenbauer für die Zement- und Mineralsindustrie, verzeichnete einen deutlich niedrigeren Auftragseingang. Dies war bedingt durch mehrere Großaufträge, die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten, sowie durch die Verzögerung mehrerer Projekte im Berichtsquartal. Auf Grund des guten Auftragsbestands übertraf der Umsatz jedoch den bereits hohen Wert des Vorjahres. Das hohe Vorjahresergebnis wurde nicht ganz erreicht.
Der Auftragseingang für fördertechnische Anlagen entwickelte sich auch im 1. Quartal 2009/2010 erfreulich und konnte den Vorjahreswert nochmals deutlich übertreffen. Hierzu trugen insbesondere die Aufträge für Tagebauausrüstungen einschließlich zweier vollmobiler Brecheranlagen in Brasilien, für eine Kraftwerksbekohlungsanlage in Südafrika sowie für mehrere Kleinkraftwerke in Indien bei. Der Umsatz blieb ebenfalls auf hohem Niveau. Insgesamt ist es ThyssenKrupp Fördertechnik gelungen, das gute Ergebnisniveau des Vorjahres zu halten.
Bei System Engineering – spezialisiert auf Produktionssysteme und Montageanlagen für die Automobilindustrie – konnten höhere Auftragseingänge im Wesentlichen im Geschäftsfeld Body-in-White geringere Abrufe im Bereich Parts Production weitgehend ausgleichen. Ursachen für den rückläufigen Abruf waren geringere Produktionsstückzahlen und temporäre Werksschließungen der Automobilhersteller. Der Umsatz lag abrechnungsbedingt niedriger als im Vergleichszeitraum. Niedrigere Abrufe im Bereich Parts Production und die Unterbeschäftigung bei Assembly Systems belasteten das Ergebnis im 1. Quartal 2009/2010.
Components Technology
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.290 | 1.169 | |||
| Umsatz | Mio € | 1.299 | 1.237 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 53 | 43 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 53 | 43 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 31.418 | 27.997 |
Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech- Komponenten für Windkraftanlagen und die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Positive Geschäftsentwicklung
Im 1. Quartal 2009/2010 wurde in einem weiterhin durch Unsicherheiten geprägten Marktumfeld ein Umsatz von 1,2 Mrd € erzielt, wobei der schwache US-Dollar zu negativen Effekten bei der Kursumrechnung führte. Er lag um 5 % unter dem Vorjahresquartalswert. Insbesondere das Nachfrageverhalten in der Automobilindustrie zeigte ansteigende Tendenzen. Hierzu trugen zum einen die Anreize der staatlichen Förderprogramme in nahezu allen europäischen Ländern, aber auch in den USA und China bei. Hinzu kamen positive Effekte durch verringerte Lagerbestände unserer Kunden und eine steigende Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen in den USA.
Nach den beträchtlichen Verlusten im 3. und 4. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres wurde ein Gewinn von 43 Mio € erzielt. Die bereits im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, die hauptsächlich auf eine strukturelle Kapazitätsanpassung an die rückläufige Nachfragesituation im Automobilzuliefergeschäft abzielen und neben Personalanpassungen u.a. die Schließung von Werken in Europa und den USA beinhalten, werden konsequent umgesetzt. Weitere Kostensenkungsprogramme wie z.B. Reduzierung von Verwaltungskosten, weitere Einsparungen im Health-Care-Programm der amerikanischen Gießereien sowie Kurzarbeit insbesondere in den italienischen Werken wurden durchgeführt.
Zum Ende des Jahres 2009 beschäftigte Components Technology 27.997 Mitarbeiter, 3.421 weniger als ein Jahr zuvor. Die rückläufige Nachfrage führte zu Belegschaftsanpassungen, die hauptsächlich Auslandsgesellschaften in der Automobilzulieferung betrafen. Aber auch Gesellschaften in den übrigen Geschäftsfeldern verringerten die Belegschaft.
Entwicklung der Operating Units
Die Geschäftsentwicklung der Operating Units wies ein differenziertes Bild auf. Auftragseingang und Umsatz von Presta Camshafts, Presta Steering und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen sowie Dämpfern und Federn zeigten insgesamt eine erfreuliche Entwicklung und übertrafen das Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals.
Die Forging-Group konnte im Bereich geschmiedete Kurbelwellen für PKW- und Nutzfahrzeuge den Umsatz des Vorjahresquartals nicht erreichen. Auf dem brasilianischen und US-Markt waren deutliche Belebungstendenzen im Vergleich zu den Vorquartalen zu verzeichnen. In den USA wurde die steigende Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen u.a. durch die ab Januar 2010 geltenden neuen Umweltnormen getrieben. Dagegen blieb die Umsatzentwicklung in Europa unter dem Niveau des Vorjahresquartals – mit steigender Tendenz im Vergleich zu den Vorquartalen.
Bei der amerikanischen Gießerei Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und übrige Anwendungsfelder herstellt, lag der Umsatz wechselkursbereinigt nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Auch hier war eine Belebung im Vergleich zu den Vorquartalen festzustellen.
Auf Grund der schwachen Nachfrage im Baumaschinengeschäft und im allgemeinen Maschinenbau entwickelten sich der Auftragseingang und der Umsatz der Operating Units Rothe Erde und Berco in den Bereichen Großwälzlager, Ringe und Baumaschinenkomponenten rückläufig.
Marine Systems
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.856 | 110 | |||
| Umsatz | Mio € | 546 | 254 | |||
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 33 | – 10 | |||
| Bereinigtes EBT | Mio € | 33 | – 5 | |||
| Mitarbeiter | 31.12. | 8.319 | 7.593 |
Als führender Systemanbieter für Über- und Unterwasser-Marineschiffe sowie Yachten im Premium- Segment vereint die Business Area Marine Systems das Know-how und die Erfahrung traditionsreicher europäischer Werften sowie verschiedener Schiffstechnikunternehmen unter einem Dach. In Zukunft wird sich Marine Systems verstärkt auf ihre weltweit führende Position im Marineschiffbau konzentrieren.
Auftragslage schwach
Im 1. Quartal lag der Auftragseingang deutlich unter dem Vorjahr, in dem ein Großauftrag über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea gebucht werden konnte. Ein Großauftrag aus der Türkei über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 ist paraphiert; mit dem Auftragseingang wird im laufenden Geschäftsjahr gerechnet.
Der Umsatz erreichte mit 254 Mio € nur knapp die Hälfte des Vorjahresniveaus. Wesentliche Gründe waren fehlende Umsätze aus den im Vorquartal gekündigten U-Boot-Aufträgen für Griechenland sowie der Wegfall von Containerschiffaufträgen.
Im Berichtsquartal fiel ein EBT von - 10 Mio € an. Wesentlich waren der Wegfall von Ergebnisbeiträgen der Griechenland-Aufträge sowie die Unterbeschäftigung der Werften, insbesondere in Griechenland, aber auch an allen deutschen Standorten. Da sich nach derzeitigem Stand die Going-Concern-Prämisse für Hellenic Shipyards S.A. (HSY) nicht aufrecht erhalten lässt, wurden die weiterhin laufend entstehenden Aufwendungen in Höhe von 5 Mio € im 1. Quartal 2009/2010 als Sondereffekt bereinigt, wodurch sich das Bereinigte Ergebnis der Business Area auf - 5 Mio € beläuft.
Marine Systems beschäftigte zum Jahresende 7.593 Mitarbeiter, 726 weniger als ein Jahr zuvor.
Restrukturierung der Werften
Die weitreichende Restrukturierung der Business Area Marine Systems als Reaktion auf die Auftragsstornierungen und den kompletten Nachfrageeinbruch im Handelsschiffbau ist im Berichtsquartal entscheidend vorangekommen. An den hauptsächlich auf zivilen Schiffbau ausgerichteten Standorten Emden und Hamburg werden derzeit zukunftsfähige Kooperationen umgesetzt, die die Beschäftigung sichern und das Risiko der Unterauslastung verringern.
In Emden wird der Windkraftanlagen-Hersteller SIAG Schaaf Industrie den Standort zur Fertigung von Komponenten für Offshore-Windkraftanlagen nutzen und damit einen Beitrag zum Strukturwandel in der Region leisten. Rund 700 Mitarbeiter gehen zu SIAG über. Im Auftragsbestand befindliche U-Boot-Projekte und ein Einsatzgruppenversorger werden noch plangemäß in Emden fertig gestellt. Hierzu besteht während der Hochlaufphase des Windenergie-Anlagenbaus eine Vereinbarung mit SIAG.
In Hamburg ist geplant, jeweils 80 % an den Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries an die Abu Dhabi MAR Group zu verkaufen. Im Überwasser- Marineschiffbau, weiterhin ein Kerngeschäft von Marine Systems, ist eine Zusammenarbeit mit Abu Dhabi MAR geplant. ThyssenKrupp Marine Systems behält eine führende Position bei allen Projekten der Deutschen Marine und der Nato-Partner. Durch die Zusammenarbeit werden die Marktchancen für Fregatten und Korvetten vor allem im Mittleren Osten und im nördlichen Afrika wesentlich verbessert.
Wegen ausstehender Zahlungen in Höhe von 534 Mio € haben die Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und Hellenic Shipyards die bestehenden Bauprogramme über U-Boote mit dem griechischen Staat gekündigt. ThyssenKrupp hat den Prozess für den Verkauf von HSY gestartet und ist hierzu in Gesprächen mit der griechischen Regierung.
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst nach der Neuorganisation die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften für marktgängige Dienstleistungen an Konzernunternehmen erbringen, erreichte in den ersten drei Monaten des Berichtsjahres 31 Mio € nach 34 Mio € im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrug -121 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 34 Mio € verbessert. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem besseren Zinsergebnis. Zusätzlich war die Vorjahreszahl durch die Marktbewertung des Cross-Currency-Swaps beeinflusst.
Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.




